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Supergirl

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Der Versuch eines frühen Superheldinnenfilms

Supergirl Kritik

Supergirl Kritik
0 Kommentare - 14.06.2026 von Moviejones (MJ-TiiN)
Wir haben uns "Supergirl" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Supergirl

Bewertung: 2 / 5

Demnächst startet mit Supergirl der neue Film aus dem DC-Universum von James Gunn, mit Milly Alcock in der Hauptrolle. Doch bereits vor über 40 Jahren gab es einen Versuch, Supergirl auf die Leinwand zu bringen. In unserer Retro-Kritik werfen wir einen Blick auf Supergirl aus dem Jahr 1984.

Superman - Der Film aus dem Jahr 1978 gehörte zu den ersten wirklich lukrativen Comicverfilmungen. Im Vergleich zur eher augenzwinkernden Batman-Serie sowie Batman hält die Welt in Atem nahm man die Figur hier sehr ernst und investierte erheblich in die Produktion. Der Erfolg gab dem Studio recht: Bei einem Budget von rund 50 Millionen US-Dollar spielte der Film über 300 Millionen ein. 1980 folgte eine Fortsetzung, die ebenfalls erfolgreich war.

Trailer zu Supergirl

Das dürfte für die Studios Grund genug gewesen sein, aus der Marke noch mehr herauszuholen. Was bei Superman 3 - Der stählerne Blitz und Superman 4 - Die Welt am Abgrund letztlich dabei herauskam, ist bekannt. Doch schon während der Produktion des dritten Films begann man mit der Arbeit an einem Spin-off mit dem Titel Supergirl.

Die Figur tauchte erstmals in den 1960er-Jahren in den Comics auf: Kara Zor-El ist dort die Cousine von Kal-El alias Clark Kent. Der Film Supergirl spielt im gleichen Universum wie die bisherigen Filme mit Christopher Reeve in der Hauptrolle. Zu Beginn sehen wir eine Gruppe von Kryptoniern in Argo City, einem Teil von Krypton, der die Zerstörung des Planeten überstanden hat und in einer Art Taschenuniversum existiert. Möglich ist dies durch das sogenannte Omegahedron. Durch ein Missgeschick geht dieses jedoch verloren und gelangt auf die Erde. Kara macht sich daraufhin auf den Weg, um das Artefakt zurückzuholen und Argo City zu retten.

Supergirl (1984) Kritik

Supergirl versucht bereits zu Beginn, der Hauptreihe nachzueifern: Mehrere Minuten lang fliegen die Credits durch das Weltall, bevor die Handlung einsetzt. Schon hier wird deutlich: Der Film ist hochkarätig besetzt. Peter O’Toole (Lawrence von Arabien), Faye Dunaway (Network), Mia Farrow (Rosemaries Baby) sowie die damals unbekannte Helen Slater (City Slickers - Die Großstadthelden) gehören zum Cast. Diese namhafte Besetzung erklärt auch das relativ hohe Produktionsbudget von 35 Millionen US-Dollar – denn in Ausstattung oder Drehbuch scheint es kaum geflossen zu sein.

Das Szenenbild von Argo City wirkt bereits improvisiert und auch die Umstände, unter denen das Artefakt auf die Erde gelangt, machen schnell klar: Die Erwartungen sollten gesenkt werden. Das Drehbuch von David Odell wirkt, als sei es auf dem Weg ins Studio entstanden oder als habe man während der Dreharbeiten improvisiert. Inszeniert wurde der Film von Jeannot Szwarc, der sich zuvor mit Der Weiße Hai 2 nicht unbedingt einen Namen als Qualitätsgarant gemacht hatte. Peter O’Toole, Faye Dunaway und Mia Farrow dürfte das kaum gestört haben: Sie sahen sich vermutlich Teil eines neuen, damals noch nicht voll ernst genommenen Filmgenres – bei gleichzeitig attraktiven Gagen.

An dieser Stelle soll jedoch ausdrücklich Helen Slater gelobt werden. Mit ihrer Präsenz gelingt es ihr, Supergirl zumindest eine gewisse Ernsthaftigkeit zu verleihen. Zudem verkörpert sie eine naive Aufrichtigkeit, wie man sie auch von Christopher Reeve als Clark Kent kennt. Bemerkenswert ist außerdem, dass es Slater gelingt, das Supergirl-Kostüm überzeugend zu tragen, ohne dabei lächerlich zu wirken. Positiv fällt auch auf, dass man sich bei ihrer zivilen Tarnung (Linda Lee) nicht allein auf das übliche „Brille-abnehmen“-Klischee verlässt.

Faye Dunaway und Mia Farrow spielen die Gegenspielerinnen. Eine Art Abwandlung von Gene Hackmans Lex Luthor, allerdings ohne dessen Überzeugungskraft. Was man Helen Slater noch abnimmt, fehlt bei den beiden: Sie wirken überdreht und nehmen das Geschehen kaum ernst. Zwar bietet das schwache Drehbuch wenig Spielraum, dennoch hätte man sich mehr Engagement wünschen können.

Peter O’Toole bemüht sich, seine Rolle ernsthaft anzulegen und scheint stellenweise sogar Spaß daran zu haben. Allerdings hat das Drehbuch ausgerechnet für ihn die wohl absurdeste Figur vorgesehen: Er spielt Zaltar, eine Art kryptonischen Magier.

Erwähnenswert sind auch die Nebenrollen von Hart Bochner und Marc McClure. Bochner verkörpert mit Ethan einen funktionalen Love Interest, der zwar gut aussieht, aber wenig Profil entwickelt. McClure ist aus den vorherigen Superman-Filmen bekannt, in denen er Jimmy Olsen spielte. Eine Rolle, die er auch hier wieder übernimmt. Dies stellt zugleich die einzige nennenswerte Verbindung zu den früheren Filmen dar. Superman bzw. Clark Kent werden zwar mehrfach erwähnt, doch geschieht dies eher beiläufig und ohne größere Bedeutung.

Mit diesen Voraussetzungen erzählt Supergirl letztlich eine recht einfache Geschichte: Die Hauptschurkin möchte mithilfe des kryptonischen Artefakts die Welt beherrschen, während Supergirl sich ihr entgegenstellt. Comicverfilmungen sind selten für besonders innovative Geschichten bekannt. Das ist auch nicht weiter schlimm, selbst einfache Plots können unterhaltsam umgesetzt werden. Regisseur Szwarc gelingt es jedoch nicht, aus den begrenzten Möglichkeiten etwas herauszuholen. Nur wenige Szenen bleiben im Gedächtnis.

Am ehesten entfaltet der Film noch so etwas wie Magie, wenn er zeigt, wie Helen Slater als Supergirl durch Landschaften oder über die Stadt fliegt. Besonders eine Szene erinnert dabei in Ansätzen an spätere Flugsequenzen, wie man sie etwa in Man of Steel mit Henry Cavill gesehen hat.

Die insgesamt schwache filmische Qualität überrascht wenig, wenn man sich vor Augen führt, dass Supergirl zwischen Superman 3 - Der stählerne Blitz und Superman 4 - Die Welt am Abgrund entstanden ist. So wurde Supergirl letztlich zu einem finanziellen Misserfolg und geplante Fortsetzungen wurden verworfen.

Interessant ist zudem, dass mehrere Schnittfassungen existieren: Die deutsche Kinofassung umfasst rund 90 Minuten, während die internationale Version etwa 124 Minuten lang ist. Darüber hinaus erschien 2024 ein rund 138 Minuten langer Director’s Cut von Jeannot Szwarc.

Fazit

42 Jahre später, im Jahr 2026, darf man sich nun tatsächlich auf das Remake Supergirl freuen. In Serienform wurde die Figur bereits mit Smallville und Supergirl neu interpretiert. Aus heutiger Sicht bleibt Supergirl von 1984 nicht mehr als ein typischer Trash-Film: Man kann ihn mit der richtigen Stimmung nebenbei laufen lassen, sollte aber keine Erwartungen haben.

Supergirl Bewertung
Bewertung des Films
410

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