
Bewertung: 4 / 5
Schon länger keine Kritik verfasst, mal schauen, ob ich eingerostet bin...
Das ist er nun, der mittlerweile vierte Solo-Auftritt von Tom Holland als Peter Parker,aka Spider-Man. Und tatsächlich muss man sagen, dass er diese Rolle mittlerweile gefühlt im Schlaf ausfüllt, es gab bisher nicht einen Schauspieler, dem man diese Rolle so sehr abgekauft wie Holland, Maguire hat irgendwie immer sehr schläfrig gewirkt und Garfield war ehrlich gesagt zu cool irgendwie. Alle ihre Filme waren mindestnes brauchbar - bis auf vielleicht den ominösen Dance-Venom-Murks von Raimi, den ihm Sony auferlegt - aber es gab nicht einen wirklich comic-akuraten Peter Parker Spider-Man, wie er war, wie ich ihn aus den Comics kannte. Die Raimi- Filme waren dem tatsächlich am nächsten, und wenn man sie nach Akuratesse betrachtet, sind sie auch heute noch der Goldstandard, aber das Gefühl, DEN richtigen Spider-Man auf der Leinwand zu sehen, das hatte ich nie.
Trailer zu Spider-Man - Brand New Day
Und dann kommt Brand New Day. Hier haben wir erstmals den Peter Parker, der unter der Last der "großen Verantwortung" endlich der Spider-Man wird, den man auch aus den Comics kennt und eben nicht der jugendliche Hallodrie der noch ersten paar Holland Auftritte, einer der nicht aus seiner Haut kann, und zur Einsamkeit verdammt scheint, wenn er weiter machen will, nein muss. Alleine das ist schon großes Kino, und den Eintritt wert.
Wenn man den Film nur so betrachtet, ist es bereits einer der besten Spider-Man Filme überhaupt, und wenn wir ehrlich sind, gibt es kaum schlechte. Aber damit hört der Film eben nicht auf.
Und das ist das, was mich am meisten verwundert: Der Film ist so organisch in das MCU Universum eingebunden, dass ich mich immer mehr gewundert habe, dass dies ein Sony Film sein soll, wir haben nicht nur Gast-Stars, sondern gefühlt extrem viel Entwicklung vieler Charaktere, die für die Zukunft sehr wichtig sein kann, und eben auch mit sehr viel bedutungsschwangerem Winken mit dem zaunpfahl. Das ist von der Entwicklung der Handlung her der gefühlt wichtigste MCU-Film der letzten Jahre (ab hier Spoiler):
J ean Grey wird eingeführt und es wird auch angedeutet, wozu sie fähig ist und welches Potential sie hat, auch mit dem Gefahrenpotential wird nicht gegeizt, da wird ggf. auch schon in Richtung Dark Phoenix geschielt - jetzt schon. Da werden die X-Men mal eben so in einem Sony Film geteasert!
Hulk ist back und es wird angedeutet, dass der Hulk, den wir schon immer sehen wollten aber nie bekamen durch das Zutun von Jean endlich kommen könnte
Punisher wird akurat aber massentauglich in die Filmwelt eingeführt
Es gibt so viele easter Eggs, die aufzuzählen oder erwähnen ggf schon Spoiler wären wie zB Dewolffs Beziehung zu Spidey, Neds Entwicklung etc,
Und damit sind wir noch nicht einmal bei der eigentlichen Handlung: Endlich haben wir den Spider-Man, den wir von Anfang an haben sollten mit seinen üblichen Streetlevel-Gegnern sowie auch optisch mit den Bildern, wie wir sie aus den Comics kennen, und der Weg, dass das MCU in eine immer düsterere Ecke entwickelt wird, wird unvermindert fortgeführt.
Ist also alles super?Jein...
Der Film zieht sich etwas in die Länge, verhaspelt sich etwas in den vielen Handlungssträngen und führt auch nicht alle zu Ende. Wenn man die Comics kennt, ist er sensationell gut, wenn nicht, ist er immer noch sehr gut, aber es fehlt dem gemeinen Zuschauer vielleicht etwas an Background Info.
Dass alles düsterer und hoffnungsloser wird, ist vielleicht die logische Konsequenz, aber ein bißchen vermisse ich die lustigeren Tage, aber das ist kein Jammern sondern nur eine Feststellung...
Holland und dieses Team darf gerne wieder kommen. Komischerweise kann Sony aus seinem Spidey-Versum nur Spider-Man, aber das dann auch richtig gut, ich freue mich ja auch ungemein auf die Fortsetzung des Miles Morales Spidey Films nächstes Jahr :-D
8 Punkte, mindestens
P.S.: Den After-Credit benötigt ihr nicht wirklich, auch wenn er ggf. tatsächlich nicht unwichtig sein könnte, aber auch hier wahrscheinlich eher für das MCU-


