Der aufstrebende Hollywood-Schauspieler Simon Williams (Yahya Abdul-Mateen II) kämpft darum, seine Karriere in Gang zu bringen. Bei einer zufälligen Begegnung mit Trevor Slattery (Ben Kingsley), einem Schauspieler, dessen größte Zeit wohl schon hinter ihm liegt, erfährt Simon, dass der legendäre Regisseur Von Kovak (Zlatko Buric) eine Neuverfilmung des Superheldenfilms „Wonder Man“ plant. Die beiden Schauspieler, die sich an entgegengesetzten Enden ihrer Karriere befinden, streben verbissen nach Rollen in diesem Film, die ihr Leben verändern könnten, während das Publikum einen Blick hinter die Kulissen der Unterhaltungsindustrie erhält.
„Wonder Man“ kommt mit seinen acht Episoden im Halbstundenformat recht kurzweilig um die Ecke, da kann man die Folgen wirklich schnell durchschauen.
Ich gehe soweit mit der MJ-Kritik auch konform, dass die Serie einfach genauso unterhaltsam ist, wie sie bodenständig ist. Daran ist auf jeden Fall erstmal nichts falsch.
Aber ist unterhaltsam auch immer gleichbedeutend mit „gut“? Nicht unbedingt. Denn genau in diesem supergrauen und besonders nebulösen Nexus bewegt sich „Wonder Man“.
Ich bin mir bei einem Punkt leider nicht mehr sicher, nämlich ob „Wonder Man“ ursprünglich nicht angekündigt wurde als… „es ist keine Origin-Story“. Nun ja… Überraschung es ist jetzt doch eine. Vielleicht wurde ja hier nochmal umgelenkt.
Jedenfalls aus dem in der Serie präsentierten, gezeigten und eingeführten Fakten, Punkten und einem gewissen Allerlei, kann man bereits ziemlich sicher sagen, dass hat mit dem Simon Williams aka Wonder Man in den Comics überhaupt nichts gemein. Ok, den Namen schon.
Gut, muss ja nicht sein. Aber irgendwo entzieht sich mir der Sinn, eine Serie über eine etablierte Figur zu machen, die man am Ende dann doch nicht wiedererkennt.
Seine Origin ist komplett anders, seine Persönlichkeit und das Auftreten so ziemlich das Gegenteil von Simon in der Serie. Die Kräfte bestenfalls angelehnt, soweit man dies nun nach einer Staffel sagen kann. Viel gesehen hat man eigentlich nicht.
Ich will auch gar nicht behaupten ein Spezialist auf dem Gebiet „Wonder Man“ zu sein. Mein Wissen beschränkt sich hauptsächlich auf Avengers und da insbesondere auf Comics der „Westcoast Avengers“. Ich glaube bei den „Defenders“ war er auch mal dabei soweit ich mich noch erinnere, aber das ist nicht der springende Punkt.
Der Punkt ist, ich erkenne die Figur nicht. Ich habe keine Ahnung was, warum und wohin diese Serie eigentlich will. Das Finale ist hier mit seinem besonders offenen Ende auch nicht hilfreich einen Ausblick zu teilen.
Das ist mir zu austauschbar und mir fehlt jeglicher Wiedererkennungswert. Auch teile ich nicht die Meinung von MJ hinsichtlich Yahya Abdul-Mateen II, den ich bestenfalls für „ganz nett“ halte.
Kingsley ist hier in einer ausgezeichneten Performance zu sehen, was sehr erfreulich ist, da seine letzten Beiträge, in welchen Projekten auch immer, meist belanglos ausgefallen sind.
Auch wenn seine Rolle etwas humoristisch ausgefallen ist, bietet sie genug Möglichkeit einen wirklichen Charakter aufzuzeigen und gerade, weil die Story der Serie mit dieser ganzen „Damage Control“ Angelegenheit eher durchschnittlich verwurstet wird, steht und fällt die Serie für mich mit der Rolle von Kingsley als Trevor Slattery.
Die tragenden Säulen der ganzen Show sind Simon & Trevor die „Super Buddies“. Wie sich zwischen den beiden hier eine Freundschaft entwickelt, die auf einem gefährlichen Minenfeld herumtanzt. Das ist für mich der Kern der Geschichte, der auch ganz ohne „Marvel Superheroes“ funktioniert.
Damit lande ich aber wieder bei der Frage: „Warum Wonder Man und warum so?“
Meine Bewertung
"The Wheel weaves as the Wheel wills"