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Der Doku-Thread

FlyingKerbecs | 14.08.2022

Da es sowas hier glaube ich noch nicht gibt, hab ich mal einen erstellt.

Hier könnt ihr euch über Dokumentations-Filme, Serien etc. austauschen, Empfehlungen geben usw. smile

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21 Kommentare
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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
24.08.2022 17:18 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.654 | Reviews: 166 | Hüte: 553

@PaulLeger

Der Artikel steht hinter einem Bezahlvorhang, kann ich leider nicht lesen. Die Organisatoren bekommen aber schon ordentlich ihr Fett weg, war mein Eindruck, sie stehen am Ende als naiv und unfähig da, die die Schuld obendrein noch anderen in die Schuhe schieben wollen.

Die Musikkultur kommt tatsächlich etwas zu kurz, da hat man sich von den Bands nur ein paar rausgepickt, den Rest nur erwähnt oder nicht mal das. Allgemein hätte die Dokuserie schon länger ausfallen können, 3-mal 45 Minuten waren eigentlich zu wenig. Die HBO-Doku geht auch nur 110 Minuten, daher weiß ich nicht so recht, ob der Blick da nun detaillierter und tiefergehender ausfallen kann.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
24.08.2022 18:40 Uhr
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Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 1.638 | Reviews: 12 | Hüte: 183

@ luhp92

Ach, das ist doof, als ich den verlinkt habe war er noch frei zugänglich. Leider packt ZEIT Online die Artikel ab einer bestimmten Anzahl an Klicks hinter die Bezahlschranke.

In Bezug auf die Bands wurde moniert, dass da unreflektiert das "unpolitisch"-Narrativ übernommen wurde, obwohl Rage Against The Machine einer der Headliner waren. Die Doku soll sich auch zu sehr auf eine Dämonisierung von Fred Durst konzentriert haben. Die Chili Peppers hätte man dagegen mit Samthandschuhen angefasst, obwohl die die Menge wohl noch ordentlich angeheizt (pun intended) haben als die Brandstiftungen losgingen.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
25.08.2022 16:52 Uhr | Editiert am 25.08.2022 - 16:54 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.654 | Reviews: 166 | Hüte: 553

@PaulLeger

Rise Against The Machine ist z.B. eine der Bands, die keinen Auftritt der in der Dokuserie haben, sondern nur erwähnt werden. Aber es wird gezeigt, wie die Massen mit "Fuck you, I won´t do what you tell me!"-Gesängen über das Festivalgelände ziehen und alle kurz und klein schlagen.

Zu Fred Durst bzw. Limp Bizkit allgemein, da wird in der Doku schon gesagt, man könne der Band nicht vorwerfen, nunmal eben Limp Bizkit zu sein, das hätten die Veranstalter vorher wissen und besser einschätzen müssen. Gleichzeitig gibt es eine Schlüsselszene, in der Fred Durst entweder von der Menge mitgerissen wird oder es willentlich tut, auf jeden Fall richtig aufdreht, die Menge anheizt und dazu auffordert, allen negativen Energien freien Lauf zu lassen. Danach wird er noch vom Publkum auf einer Holzplatte getragen, welche vorher von den Leuten aus den Banden gerissen wurde, und performt darauf stehend weiter. Also er hätte es schon besser wissen können oder müssen.

Dass die Red Hot Chili Peppers die Menge ebenfalls angeheizt haben, ist in der Doku drin, da weiß ich jetzt nicht, was der Zeit-Autor meint. Die Chili Peppers werden verfrüht vor dem Ende ihres Konzerts von der Bühne geholt, weil da schließlich selbst den Veranstaltern aufgefallen ist, dass etwas gewaltig schiefläuft. Nach einer Unterbrechung kehren sie zurück mit der Aufgabe, das Publikum zu beruhigen, damit die Brände gelöscht werden können. Den Chili Peppers fällt dann aber nichts besseres ein, als "Fire" von Jimi Hendrix zu spielen... Eine selten dämliche Aktion.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
26.08.2022 10:46 Uhr
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Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 10.464 | Reviews: 43 | Hüte: 669

@PaulLeger @luhp92
Ja, der Netflix-Doku kann man tatsächlich vorwerfen, dass Rage Against the Machine mehrfach erwähnt wird, man wie luhp92 schrieb auch die "Fuck you, I won´t do what you tell me!"-Gesänge serviert bekommt, man das Komzert aber nicht zeigt. Ich kann nicht einschätzen wie es damals war, hab die Band aber auch schon live gesehen und da geht es schon ab. Da aber KoRn gezeigt wurde, könnte sich dies auch nur wie ne Wiederholung angefühlt haben.

Ich sehe es auch wie luhp92, dass die Macher schon heftig kritisiert werden. Es gibt bei den Interviews 2 Parteien und letztlich kommen die Organisatoren für mich deutlich schlechter weg. Bis zuletzt suchen sie ja nicht die Schuld bei sich, während ihre früheren Angestellten sie doch heftig kritisieren. Selbst einige der engsten Mitarbeiter, die während der Doku einiges verteidigen, haben mit ihnen abgeschlossen, nachdem sie mitbekommen, dass auf "ihrem" Festival Mädchen vergewaltigt wurden.

Limp Bizkit steht schon im Vordergrund und werden schon heftig kritisiert. Allen voran natürlich Frontsänger Fred Durst bekommt sein Fett weg, selbst von Musikkollegen (Leadsänger von KoRn). Die Dämonisierung stimmt da schon und da würde ich zustimmen. Allerdings schafft die Doku für mich schon zu zeigen, dass es davor schon Probleme gab und die Eskalation so oder so gekommen wäre. Fred Durst saugt diese Stimmung dann natürlich förmlich auf.
Hier werden aber auch direkt die Organisatoren kritisiert, die nicht mal wussten wen sie da eingeladen hatten. Der Organisator von 69 glaubte ja allen ernstes, dass da wieder das musikalische Gefühl wie damals transportiert werden würde. Der hatte einfach die letzten 30 Jahre Musikentwicklung verschlafen.

Die Red Hot Chili Peppers werden tatsächlich nicht so dämonisiert und kritisiert, aber dass sie "Fire" beim Kerzenschein spielten, da geht die Doku schon drauf ein, dass dies entweder extrem dumm oder extrem provozierend war. Rein von der Doku her muss ich aber auch sagen, dass sie einen tollen Auftritt hingelegt haben - für meine eigenen Erfahrungen waren die Peppers nämlich eine der größten Live-Enttäuschungen die ich je miterlebt habe.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
28.08.2022 03:11 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.654 | Reviews: 166 | Hüte: 553

@Duck-Anch-Amun
"Rein von der Doku her muss ich aber auch sagen, dass sie einen tollen Auftritt hingelegt haben"

Den Youtube-Reaktionen zu Folge (da existieren auch mehrere Mitschnitte) handelt es sich auch beim Limp Bizkit Konzert auf dem Woodstock 99 wohl um eines ihrer besten Konzerte

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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meisterlampe1989 : : Moviejones-Fan
30.08.2022 21:33 Uhr | Editiert am 30.08.2022 - 21:45 Uhr
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Dabei seit: 02.01.22 | Posts: 117 | Reviews: 8 | Hüte: 16

Ich bin ja Fan der Arte-Film-Dokus. Die ähneln sich zwar oft, aber wo sonst wird "Film" an sich im Fernsehen noch so gefeiert.

Allerdings bin ich heute über eine der schlechtesten Dokus aller Zeiten gestolpert: https://www.youtube.com/watch?v=Hi6gePTJjl0&t Wer sich beeilt kann es noch schauen, läuft um Mitternacht ab. Ich rate aber davon ab und kopiere mal meine Kritik von Letterboxd:

Doku über Marilyn Monroe erwartet und "Medical Detectives" bekommen.

Hochspekulative Verschwörungstheorien werden hier präsentiert. Als Gesprächspartner:Innen gibt es offensichtliche Attention Seeker, die der Überzeugung sind das "ich glaube" ein solider Beweis darstellt und jeder mögliche echte Beweis für ihre Thesen nicht mehr existiert oder eben nie existiert hat.
Da wird dann gerne eine Privatdetektivin zur Expertin oder - noch besser -der Freund eines bereits verstorbenen Privatdetektivs, der nach über 30 Jahren nach Gedankenprotokoll aus Tonbändern zitiert, deren Existenz nie bewiesen wurde.

Unterbrochen wird das immer wieder durch hochnotpeinliche szenisch inszenierte Mischungen aus Theaterstück und Interviews mit deutschen Rechtsexpert:innen.
Besonders witzig ist, wenn die Schauspielerin (eigentlich ziemlich gut: Florence Kasuma aus u.A. Black Panther) immer wieder wie Aiman Abdallah bei "Galileo Mystery" mysteriös in die Kamera schaut und ausspricht, worauf man als Zuschauer auch gerade sowieso selbst gekommen ist.
Bei der Umgebung für die "Interviews" hat man sich dann bei "CSI: Miami" oder "Navy: NCIS" inspiriert und auch gleich ein pseudo-investigatives und stylishes Set aufgebaut, in dem man so tun kann, als würde man gerade wirklich irgendetwas aufklären, ermitteln oder sogar aktiv zum Fall beitragen.

Dass etwas mit dem Tod nicht stimmt und die offizielle Version wahrscheinlich nicht korrekt ist, mag ja sein. Vielleicht ist es, wie die "Doku" insinuiert, tatsächlich ein von John F. Kennedy beauftragter Mord, weil Monroe nicht nur eine Affäre mit ihm und seinem Bruder hatte, sondern darüber auch von Staatsgeheimnissen wusste. Es kann aber genauso einfach viel banaler sein. Ich glaube eher Letzteres... Ockhams Razor und so...

Seriously Arte? Was war denn da los.

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