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Christopher Nolan Top-Liste
Auf welchem Platz liegt The Dark Knight Rises?

Christopher Nolan Top-Liste

Eine Liste von luhp92 mit 10 Filmen (Letztes Update: 27.08.17)
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Die Qual der Wahl... Die ersten sechs Plätze unterscheiden sich nur um Nuancen. "Following" hätte mehr Laufzeit gut getan (für ein Debut aber ein geniales Werk!) "The Dark Knight Rises" hätte dagegen etwas kürzer sein können. "Insomnia" ist ein guter Film, der komplette Funke will aber nicht überspringen. Einfügen möchte ich gerne noch seinen Kurzfilm [b]Doodlebug[/b] aus dem Jahr 1997.

Insomnia - Schlaflos
#10
Filmstart: 10.10.2002
Mein sechster Nolan-Film.

Tatsächlich der einzige, den ich bisher nur einmal gesehen habe. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Al Pacino, Hillary Swank und Robin Williams funktioniert zwar ganz gut, aber wirkliche Begeisterungsstürme konnte mir der Film nicht entlocken.
The Dark Knight Rises
#9
Filmstart: 26.07.2012
Mein achter Nolan-Film (der erste, den ich wegen Nolan im Kino gesehen habe).

Dieser Film hat mich gewisserweise wieder zurück auf den Boden geholt. Zum ersten mal habe ich die Ausmaße des Nolan-Hypes gewusst wahrgenommen und direkt miterleben müssen, wie er zerbröckelt ist. TDKR ist definitv nicht so schlecht wie sein Ruf, aber über manche Schwächen kann ich da einfach nicht hinwegsehen. Als Abschluss der Trilogie dennoch ein perfektes Ende.
Following
#8
Filmstart: 17.02.2005
Mein siebter Nolan-Film.

Nolans gelungener Debutfilm (mit Freunden und Familienangehörigen) und Urvater der meisten seiner Werke. Wer Following gesehen hat, wird viele Nolan-Filme umso mehr schätzen.
The Dark Knight
#7
Filmstart: 21.08.2008
Mein zweiter Nolan-Film (ohne Nolan zu kennen).

Im Kino mit ein paar Freunden, sehr genial. Von dem Hype habe ich damals aber noch nichts mitbekommen. Für mich auf jeden Fall eine perfekte Fortführung der Batman-Story und einer der besten Actionthriller, die ich kenne!
Batman Begins
#6
Filmstart: 16.06.2005
Mein erster Nolan-Film (ohne Nolan zu kennen).

Damals... ich war noch keine 13 Jahre alt, Spätvorstellung im Kino mit meinem Onkel und meinem Cousin. Das war schon ziemlich cool!
Der detaillierte Blick auf die Entstehung eines Superhelden hat mich ziemlich fasziniert.
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43 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
19.02.2019 17:07 Uhr | Editiert am 19.02.2019 - 17:10 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.923 | Reviews: 154 | Hüte: 349

@Silencio

"Wie soll man denn beim Zeigen einer konkreten Situation, die so (ähnlich) stattgefunden hat, die historischen Belange weglassen? Vor allem, wenn man dann auch mit einer Tonaufnahme einer konkreten, historischen Figur endet?"

Wie ich ja schon schrieb, indem sich "Dunkirk" davon abkoppelt, einen klar definierbaren und zu benennenden Antagonisten zu zeichnen, der existiert im Film nur als passive Macht oder als aktives, aber anonymisertes Individuum.

"Und nochmal: denkst du ernsthaft, Nolan würde gegen den Krieg gegen die Nazis argumentieren?"

Natürlich nicht, das habe ich unten aber auch schon geschrieben. Nolan argumentiert aber sehr wohl gegen den Krieg allgemein - als Mittel zum Durchsetzen eigener Interessen. Indem er den Schrecken des Krieges und den Schaden am Menschen zeigt, ohne chauvinistischen oder nationalistischen Gedankenmustern zu verfallen. Und das trifft auch auf meine anderen genannten Filmbeispiele zu.
Oder anders formuliert: Auch wenn Nolan, du oder ich die kriegerische Befreiung durch die Alliierten befürworten, wünschen wir uns trotzdem, dass Konflikte in der Gegenwart und der Zukunft nicht mehr per Krieg gelöst werden.

"dass gerade ein Film, der auf der Rede über die Verteidigung des Heimatlandes endet, wohl eher für den (Verteidigungs-)Krieg ist, als gegen ihn. Ich mein, der Verteidigungskrieg ist ja immer gerechtfertigt"

Genau, "Dunkirk" positioniert sich klar für den - logischerweise aufgezwungenen - Verteidigungskrieg, das schrieb ich unten ebenfalls^^ Aber eben nicht für einen Angriffskrieg und ohne Angriffskrieg brauchst du keinen Verteidugungskrieg mehr.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
17.02.2019 20:36 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.211 | Reviews: 45 | Hüte: 110

luhp:

Wie soll man denn beim Zeigen einer konkreten Situation, die so (ähnlich) stattgefunden hat, die historischen Belange weglassen? Vor allem, wenn man dann auch mit einer Tonaufnahme einer konkreten, historischen Figur endet?

Politische und ideologische Standpunkte braucht Nolan auch kaum noch zu zeigen (und der Akt der Erschaffens ist bei einer solchen Geschichte immer politisch/ideologisch), weil der Konflikt von JEDEM in der westlichen Welt verstanden wird. Und sorry, "Nazis = Böse" ist auch ein ideologischer Standpunkt, nur weil ich den teile, wird das nicht weniger ideologisch.

So, dass er sich auch nicht nur auf das konzentriert, was "die" Soldaten "tatsächlich" erleben, dürften wir doch bitte nicht mehr als gegeben ansehen. "Die" Soldaten erleben "tatsächlich" das, was Nolan ihnen als Autor/Regisseur aufgibt zu erleben. Gerade weil hier mit der Realität auch relativ frei umgegangen wird, sollte das eigentlich auf der Hand liegen. Das ist eine Narrative, keine unumstößliche Wahrheit.

Und nochmal: denkst du ernsthaft, Nolan würde gegen den Krieg gegen die Nazis argumentieren? Wir reden hier gerade nicht über die genannten Filme (bei denen es auch um gaaanz andere Dinge geht - und von denen keiner gegen den Krieg gegen die Nazis argumentiert), wir reden über "Dunkirk". Also, Butter bei die Fische, wie argumentiert Nolan gegen den Krieg gegen die Nazis und warum tut er das?

Dann mag es ja sein, dass die genannten Filme ein Auflösen der Narrative betreiben, Nolan gibt sich aber gezielt Allgemein. Deswegen ja der Versuch, die Soldaten als möglichst breite Flächen zu zeichnen und uns trotzdem mitfühlen zu lassen, gleichzeitige Unbestimmt- und Konkretheit. Das ist klassische Mythenbildung, wie der Barthes sie zum Beispiel beschreibt.

Und es liegt doch schon ziemlich nahe, dass gerade ein Film, der auf der Rede über die Verteidigung des Heimatlandes endet, wohl eher für den (Verteidigungs-)Krieg ist, als gegen ihn. Ich mein, der Verteidigungskrieg ist ja immer gerechtfertigt und so...

Und nein, ohne Dschungel und in der Stadt habe ich nicht "Full Metal Jacket". Den hätte ich dann allenfalls, wenn ich das Ende nicht verstehen würde. Kubrick positioniert sich wesentlich direkter, wesentlich geschickter, gerade weil es bei ihm auch um den psychologischen Effekt geht (Thema: Entmenschlichung usw.). Kubrick untersucht (also, unter anderem, "Full Metal Jacket" wirst du, wie den anderen Kubricks auch, nicht gerecht mit ein paar Sätzen), was es nötig macht, um in ein fremdes Land zu reisen und Leute umzubringen. Deswegen hat er ja die ganze erste Hälfte...

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
17.02.2019 19:06 Uhr | Editiert am 17.02.2019 - 19:07 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.923 | Reviews: 154 | Hüte: 349

@Silencio

Zum "wertungsfreien Erleben": Da hast du mit deinen Ausführungen sicherlich Recht. Ich meine hier allerdings, dass Nolan beim Zeigen des Krieges historische, politische und ideoligische Standpunkte beiseite lässt. Er konzentriert sich nur auf das, was die Soldaten tatsächlich erleben.

"weil das der letzte Konsenskrieg (im Sinne von: da weiß jeder, wer die Guten und die Bösen sind) ist. [...] Das hat aber nichts mit einer Antikriegsbotschaft zu tun. Warum sollte der auch eine haben? Denkst du ernsthaft, der Nolan wäre GEGEN die Kriegshandlungen der Alliierten, die nach der Rettung von Dunkrik stattgefunden haben?"

Gegenfrage: Warum sollte er keine haben? Terrence Malick, Quentin Tarantino und David Ayer dürften wohl auch froh über den Gegenangriff der Alliierten sein, dennoch zeichnen sie in ihren Filmen ("The Thin Red Line", "Inglourious Basterds" und "Fury") ein ambivalentes Bild beider Kriegsparteien. Kategorisierungen in Gut und Böse funktionieren auf politischer, ideologischer und allgemeiner Ebene, scheitern aber auf individueller Ebene, wenn man die einzelnen Soldaten betrachtet.

In "Dunkirk" ist es aber so, dass hier nie der Angriffskrieg der Alliierten thematisiert wird, sondern es immer um die Verteidigung des britischen Volkes und der britischen Inseln ging. Die Evakuierung war erfolgreich, aber der Angriff auf Großbritannien stand noch bevor. Darum geht es ja auch in Churchills Rede, um die Verteidung Großbritanniens.

"Stellen wir uns "Dunkirk" doch einfach mal im Vietnamkrieg vor: GIs laufen durch den Dschungel und flüchten vor einer unsichtbaren Gefahr: glaubst du nicht, der Nolan hätte sich da einiges bezüglich Rassismus (Yellow Peril lässt grüßen) und Geschichtsverfälschung anhören müssen?"

Ohne Dschungel, dafür aber in der Stadt und du hast "Full Metal Jacket". Hier bekommt man die vietnamesischen Schützen auch kaum bis gar nicht zu Gesicht und das funktioniert als Antikriegsbotschaft trotzdem perfekt, ohne rassistisch oder einseitig rüberzukommen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
11.02.2019 18:02 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.531 | Reviews: 40 | Hüte: 230

Silencio:

Ok, dann habe ich das etwas falsch verstanden oder überinterpretiert, sind hier auf der gleichen Seite; alles gut wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
11.02.2019 17:58 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.211 | Reviews: 45 | Hüte: 110

Moby:

Ich hab doch nirgendwo was dazu gesagt, ob das nicht trotzdem unterhaltsame/effektive Unterhaltungsfilme sein können. Ich hab mich in meiner Review zu "Dunkirk" doch durchaus auch positiv zu dem geäußert, wenn ich mich da gerade nicht vertue. Auch "Black Hawk Down" ist halbwegs unterhaltsam (wobei ich den ein bisschen schnarchig in Erinnerung habe, ist aber auch schon länger her...) und kompetent gemacht. Deswegen hat er aber nicht weniger rassistische Implikationen, die Scott sich ja auch von der Kritik anhören durfte, ist nicht weniger manipulativ. Kann doch beides nebeneinander stehen.
Mir geht es hier einzig darum, dass hier eine Antikriegsaussage hereininterpretiert wird, die auch noch auf andere Kriege übertragen können werden soll, die aber einfach nicht vorhanden ist. Am Werk lässt sich so eine Lesart gerade nicht festmachen...

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MobyDick : : Moviejones-Fan
11.02.2019 17:32 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.531 | Reviews: 40 | Hüte: 230

Silencio:

Wieder einmal hast du valide Punkte, aber du schiesst ein bißchen mit deinem letrzten Abschnitt über das Ziel hinaus. Ein Gegenbeispiel ist nämlich sehr schnell gefunden: Ein Film wie Black Hawk Down funktioniert nämlich trotz dieser rassistisch empfindbaren Elemente und trotz seiner Hurra-Patriotismus- und Pro-Millitär- Einstellung dennoch als Unterhaltungsfilm perfekt. Wenn ein fähiger Mann wie Ridley Scott oder Christopher Nolan sich eines bestimmten Themas annimmt, werden sie auch Mittel und Wege finden, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Das sieht man ja in diversen parallel stattfindenden Diskussionen zu Nolans Werken gerade.

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
11.02.2019 17:19 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.211 | Reviews: 45 | Hüte: 110

luhp:

Nicht nur, dass man die These vom "wertungsfreien Erleben" recht simpel widerlegen könnte, indem man darauf hinweist, dass im Erschaffungsakt ("Ich filme das so, ich entscheide mich, diesen Teil zu zeigen" etc.) bereits eine Wertung angelegt ist, ist doch deine Aussage, wenn man sie runterbricht, bereits eine Wertung. Alleine vom "Schrecken des Krieges" zu reden ist eine wertende Aussage, weil damit eben eine Qualität des Krieges vorausgesetzt wird, die vom Standpunkt abhängig ist. Es ist genauso denkbar, dass es Leute gibt (und immer wieder gegeben hat: die Geschichtsbücher sind voll von denen), die den Krieg eben nicht als Schrecken empfinden. Um da mal eben auch ein bisschen Klarheit zu schaffen: ich halte Krieg auch für schrecklich (auch wenn er wie im vorliegenden Fall manchmal unvermeidlich zu sein scheint), aber lass uns bitte nicht so tun, als wäre das eine unumstößliche Wahrheit.

Dann könnte es sich beim gezeigten Krieg nur um jeden Krieg handeln, wenn man... ja, wenn man was eigentlich macht? Richtig: wenn man den Titel, die Handlungsort und das Ende ignoriert. Nene, der muss sich schon im Zweiten Weltkrieg verorten, sonst wäre dem auch gar keine Aussage möglich - und der Zweite Weltkrieg bietet sich nunmal an, weil das der letzte Konsenskrieg (im Sinne von: da weiß jeder, wer die Guten und die Bösen sind) ist. Allgemeingültigkeit (zumindest solche, die er aus seiner Perspektive vertritt) könnten wir ihm dann allenfalls wegen der Wertigkeiten, die er vertritt, zugestehen (Glory of Britain und so...). Das hat aber nichts mit einer Antikriegsbotschaft zu tun. Warum sollte der auch eine haben? Denkst du ernsthaft, der Nolan wäre GEGEN die Kriegshandlungen der Alliierten, die nach der Rettung von Dunkrik stattgefunden haben?

Um übrigens die Allgemeingültigkeit des Filmes zu hinterfragen, können wir ein ganz einfaches Experiment anstellen. Stellen wir uns "Dunkirk" doch einfach mal im Vietnamkrieg vor: GIs laufen durch den Dschungel und flüchten vor einer unsichtbaren Gefahr ("Predator"-Vergleiche bitte HIER einfügen): glaubst du nicht, der Nolan hätte sich da einiges bezüglich Rassismus (Yellow Peril lässt grüßen) und Geschichtsverfälschung anhören müssen? Nicht mal ein Propagandastreifen wie "Wir waren Helden" traut sich eine solche einseitige Darstellung des Vietnamkrieges. Im Zweiten Weltkrieg geht das aber, weil da gesellschaftlich die Fronten wesentlich klarer angesehen werden.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
11.02.2019 16:41 Uhr | Editiert am 11.02.2019 - 16:43 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.923 | Reviews: 154 | Hüte: 349

@Silencio

Ich denke halt, dass "Dunkirk" auch von Leuten verstanden werden kann, die kaum etwas vom Zweiten Weltkrieg wissen. Weil es eben weniger um das klassische Alliierte gegen Nazis geht, sondern mehr um das reine, allgemeine und wertungsfreie Erleben des Krieges aus Sicht von Soldaten in einer auswegs- und hoffnungslosen Situation. Analog dazu: das Intro von "Saving Private Ryan". Theoretisch hätte es sich in "Dunkirk" um jeden möglichen Krieg handeln können, darin sehe ich dann die Antikriegsbotschaft.

"und da Kriege auch nicht mehr auf diese Art geführt werden, ergibt es auch wenig Sinn, sich heutzutage gegen diese Art Krieg zu positionieren..."

Genau davon - von den politischen und histoischen Hintergründen - koppelt sich "Dunkirk" ja los, es geht um den reinen Überlebenskampf. Und dahingehend hätte das theoretisch zum Beispiel auch der Vietnamkrieg, Golfkrieg oder Irakkrieg sein können.

"wobei "Dunkirk" da mehr als handzahm ist..."

Das stimmt wohl, es entwickelt sich meiner Meinung nach aufgrund des Handwerklichen (Kamera, Schnitt, Ton) in Kombination mit Zimmers ernervierendem Soundtrack allerdings eine so unerträgliche Spannung, dass für mich gar keine Blut- und Goreeffekte nötig sind, um den Schrecken greifbar zu machen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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MobyDick : : Moviejones-Fan
11.02.2019 01:11 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.531 | Reviews: 40 | Hüte: 230

Tiin:

tatsächlich habe ich komischerweise auch nichts dazu gefunden, aber dennoch: Eine Kritik zu Wege zum Ruhm verfasst, der sehr ausführlich darauf eingeht, kannst es ja mal lesen wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
09.02.2019 07:51 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.211 | Reviews: 45 | Hüte: 110

luhp:

"Das würde ich so nicht sagen. Der Feind ist hier nicht näher definiert, es fallen weder die Begriffe Nazi noch Deutsch. Die Assoziationen gehen aus dem Film nicht hervor, sondern die bringt der Zuschauer mit. Ich empfinde es hier eher so, dass der Krieg selbst der Antagonist ist, der Gegner könnte jeder Mögliche sein."

Sorry, aber der Film heißt "Dunkirk", er zeigt eines der bekanntesten Ereignisse des Zweiten Weltkriegs UND der endet auf einer der berühmtesten Reden von Winston Churchill. Der spricht "Nazis" und "Deutsche" nicht aus, weil er das nicht braucht, nicht weil er irgendeine Allgemeingültigkeit haben wollte. Die Assoziationen sind schon gewollt, wir müssen die Kriegsmaschine ja irgendwie verstehen. Und gerade die letzte Einstellung auf Tom Hardy ergibt nur Sinn, wenn wir uns vorstellen, wie die Nazis mit Kriegsgefangenen umgegangen sind...

Der Krieg ist in diesem Kontext auch nicht der Antagonist. Es mag ja sein, dass Nolan seinen Bösewicht in diesem Film mythisch übersteigert, aber bei diesem handelt es sich nicht um das sehr diffuse Konzept "Krieg" (und da Kriege auch nicht mehr auf diese Art geführt werden, ergibt es auch wenig Sinn, sich heutzutage gegen diese Art Krieg zu positionieren...), denn am Ende wird der Krieg zwar als schrecklich, aber auch als notwendig dargestellt. Nicht jeder Film, der die Schrecken des Krieges zeigt (wobei "Dunkirk" da mehr als handzahm ist...), ist automatisch auch gegen ihn.

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TiiN : : Pirat
08.02.2019 22:18 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.142 | Reviews: 100 | Hüte: 156

@Tim
Ich verstehe nicht warum alle Dunkirk so hochjubeln, in meinem Bekanntenkreis ist niemand der den Film als gut empfunden hat, bestenfalls mittelmäßig. Für mich auf jeden Fall zu experimental

Danke! (Hut) Also nicht, dass ich deine Meinung zum Film teile, da haben wir in der Vergangenheit schon diskutiert. Aber du scheibst das, was ich meine.
Ja, Dunkirk hat ein großes Budget und wurde für die große Leinwand gemacht, damit möglch viel Publikum ihn sehen kann. Aber so wie Nolan den Streifen inszeniert hat ist es ein Stil, der doch deutlich weniger Leute von diesem Mainsteam überzeugen konnte. In meinem Bekanntenkreis ging es mir ähnlich, dass viele ihn eher mittelmäßig sahen, das hörte ich auch bei Gesprächen von anderen Kinobesuchern. Der Film ist von seinem Erzählstil nämlich wie Tim es schon schrieb recht experimentell und nichts, was sich die breite Masse unter Sommer-Eventkino oder Blockbuster etc. vorstellt. Auch wenn Marketing, Budget & Co in diese Kerbe schlagen.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
08.02.2019 19:16 Uhr | Editiert am 08.02.2019 - 19:47 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.923 | Reviews: 154 | Hüte: 349

@TiiN
"Was versteht ihr alle unter dem Begriff "Eventmovie" ?"

Ich hätte auch Blockbuster schreiben können, Filme mit einer groß angelegten Geschichte bzw. Thematiken und einer dementsprechenden Inszenierung. Nolan und/oder kündigten "Dunkirk" ja sogar als Blockbuster an.

"alle Filme seit seiner Batman-Trilogie in eine "Schublade" zu packen. Denn die Machart von Dunkirk (ich betone einmal mehr, ich meine nicht die Zeitebenen) unterscheidet sich doch stark von Batman oder Inception."

Natürlich unterscheidet sich "Dunkirk" von seinen vorherigen Filmen - z.B. keine Twists oder Mindfucks, kaum (Erklärbär-)Dialoge -, es bleibt aber dennoch ein Large-Scale-Action- und Spannungsfilm (s. MobyDick). Ich würde aber zustimmen, dass es unter Nolans Mainstream-Filmen der am wenigsten mainstreamartige ist, was man u.A. auch am Einspielergebnis sieht.

@Silencio
"Natürlich hat der Antagonisten. Wir sehen die nie, aber der Film funktioniert doch nur, wenn wir verstehen, dass die Nazis die Bösen sind. Im Grunde benutzt er da auch wieder so einen lowest common denominator, weil ja wirklich JEDER weiß, dass die Nazis "Monster" sind."

Das würde ich so nicht sagen. Der Feind ist hier nicht näher definiert, es fallen weder die Begriffe Nazi noch Deutsch. Die Assoziationen gehen aus dem Film nicht hervor, sondern die bringt der Zuschauer mit. Ich empfinde es hier eher so, dass der Krieg selbst der Antagonist ist, der Gegner könnte jeder Mögliche sein.

@Tim
Danke für das Listen-Lob! smile

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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Tim : : King of Pandora
08.02.2019 18:14 Uhr
1
Dabei seit: 06.10.08 | Posts: 2.862 | Reviews: 192 | Hüte: 74

Ich verstehe nicht warum alle Dunkirk so hochjubeln, in meinem Bekanntenkreis ist niemand der den Film als gut empfunden hat, bestenfalls mittelmäßig. Für mich auf jeden Fall zu experimental, da blieb die Botschaft auf der Strecke. Ansonsten kann man gut mitgehen mit der Liste, BB wäre bei mir noch weiter vorn.

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TiiN : : Pirat
08.02.2019 18:02 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.142 | Reviews: 100 | Hüte: 156

@MobyDick
Ohne dir zu nahe treten zu wollen, diese Auflistung an Kriegsfilmen wirkt ein bißchen willkürlich und nicht jeder davon ist im wahren Sinne des Wortes konventionell

Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber ich denke wir haben weiterhin eine unterschiedliche Auffassung wovon wir reden laughing
Deswegen bringt es glaube ich nicht, hier noch weiter zugehen. Trotzdem mag ich noch einen Punkt von dir aufgreifen:
An Apocalypse Now habe ich bei meiner losen Aufzählung nicht gedacht, das ist natürlich deutlich nicht konventionell. Vielleicht noch am Anfang, aber spätestens die letzte Hälfte/Drittel (weiß nicht mehr genau, ist länger her) hat er ebenfalls eine Erzählweise, welche sich auf einer anderen Ebene bewegt, als wie es sonst meist angewendet wird.

Vor allem bei Wege zum Ruhm empfehle ich dir dringend - wirklich dringend! [..]

Schaue in meiner Top-Liste zu Stanley Kubrick. Dort findest du neben Full Metal Jacket auch Wege zum Ruhm und all seine anderen Werke. smile Ein alternatives Ende bzw. eine alternative Fassung zu diesem Streifen ist mir jedoch nicht bekannt, ich habe da in einer Recherche auch nichts zu gefunden. Evtl. hast du einen Link, gerne auch per PM mit Informationen dafür.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
08.02.2019 15:34 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.531 | Reviews: 40 | Hüte: 230

TiiN:

Der Soldat James Ryan, Platoon, Full Metal Jacket oder Die durch die Hölle gehen sind in meinen Augen konventionelle (Kriegs)-Filme.
Neben Dunkirk würde ich lediglich Der schmale Grat diesen Bruch mit den Konventionen in der Erzählart zuschreiben. Ich glaube das habe ich damals sogar in meiner Kritik zu Dunkirk damals so erwähnt.

Ohne dir zu nahe treten zu wollen, diese Auflistung an Kriegsfilmen wirkt ein bißchen willkürlich und nicht jeder davon ist im wahren Sinne des Wortes konventionell:

Soldat James Ryan und Platioon mögen irgendwie noch als konventionell ansehbar sein.

Full Metal Jacket ist aber in keinster Weise ein konventioneller Kriegsfilm, hier wird deutlich mehr Wert auf die unmenschliche Ausbildung gelegt und was mit dem Menschen passiert.

Die durch die Hölle gehen ist in diesem Zusammenhang sogar deutlich unkonventioneller: Das Kriegstreiben nimmt hier nur ein Bruchteil der Handlung ein, vielmerh geht es hier ausschweifend darum, erst mal die Figuren und ihre Umwelt zu etablieren, um dann dem Zuschauer den Boden komplett unter den Füßen zu entreissen und ziemlich verbittert zu zeigen, was der Krieg am Ende aus diesen Menschen gemacht hat. Das ist ein markerschütternder Wutschrei in Form eines Antikriegsfilmes mit der vielleicht besten Leistung eines Schauspielers in einem Kriegsfilm (und ich rede hier nicht von DeNiro).

Überspitzt gefragt: Wenn du diese beiden Filme als konventionell ansiehst, dann ist Apocalypse Now wohl Popcornkino wink

Ernsthaft: Dunkirk ist deutlich konventioneller als diese beiden von dir genannten Kriegsfilme und auch deutlich näher zu solchen klassischen Kriegsfilmen wie Der Längste Tag, Die Brücke von Arnheim, Die Brücke von Remagen usw. Du musst jetzt wirklich nicht jeden Kriegsfilm kennen, aber wenn dich das Thema halbwegs interessiert, was ja der Fall zu sein scheint, dann empfehele ich dir zumindest diese drei Filme, evtl sogar noch Tora Tora Tora.

Wenn es tatsächlich einen unkonventionellen Kriegsfilm in den letzten Jahren für mich gab, dann ist es das Eastwood-Double-Feature um Iwo Jima. Der Ansatz war da zwar deutlich ambitionierter als die Umsetzung, aber alles in allem war das in der Ausführung und der Sichtweise durchaus unkonventionell.

Nur so als Hintergrund: (Anti-)Kriegsfilme gibt es schon quasi seit jeher und wenn sie gut gemacht sind, überstehen sie mühelos den Test der Zeit, was auch darin ihren Widerhall findet, dass die wirklich guten Jahrzehntelang in einigen Ländern verboten waren: Hier sind vor allem Im Westen Nichts Neues und Wege zum Ruhm hervorzuheben.

Vor allem bei Wege zum Ruhm empfehle ich dir dringend - wirklich dringend! - NICHT die DVD oder Bluray zu schauen sondern irgendwie an eine TV-Ausstrahlung ranzukommen, denn das Ende in der Fernsehversion ist viel spektakulärer und Gänsehauterzeugend bitterböse. Mit das beste Ende, das je bei einem Kriegsfilm gedreht wurde. Und der Film ist aus den 1950ern (übrigens wie Full Metal Jacket auch von Kubrick!)

Dünyayi Kurtaran Adam
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