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Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2

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Jack und sein Dreck

Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 Kritik

Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 Kritik
0 Kommentare - 22.07.2026 von DrStrange
In dieser Userkritik verrät euch DrStrange, wie gut "Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2" ist.
Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2

Bewertung: 4 / 5

„Dead Man‘s Chest“, also der zweite Teil der „Fluch der Karibik“ Reihe setzt eine unbestimmte Zeit nach den Ereignissen des ersten Teils an. Wie ich schon beim Erstling schrieb, hätte es hier eigentlich keine Fortsetzung gebraucht, da dieser sehr gut für sich dasteht. Der Erfolg an den Kinokassen, war natürlich für Disney alle mal Grund genug, die Dollardruckmaschine anzuwerfen und gleich zwei Fortsetzungen in Auftrag zu geben, quasi als Trilogie. Wobei das zumindest ein wenig hinkt, denn gerade da der erste etwas eigenständiger daherkommt, sind es dann doch eher Teil 2+3, die eine gemeinsame und fortlaufende Handlung teilen. Also mehr Dilogie als Trilogie.

So bekommt man in der Fortsetzung im Prinzip mehr von dem, was den ersten Teil so groß gemacht hat. Ein wirrer Jack Sparrow, der weiterhin oder schon wieder mit der „Aufarbeitung“ seiner Vergangenheit beschäftigt bis verwickelt ist und damit unweigerlich sein Schiff die „Black Pearl“. Da Sparrows Charakter angelegt ist wie ein Strudel, der so ziemlich regelmäßig und konstant, alle Figuren mit ihm nach unten zieht, werden natürlich seine Mannschaft und damit Rückkehrer wie Mr. Gibbs (Kevin McNally), Cotton (David Bailie), aber auch die beiden fast Vermählten, Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Will Turner (Orlando Bloom), sowie der Commander Norrington (Jack Davenport) in das neue Geschehen verwickelt.

Trailer zu Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2

Den Mittelpunkt des Geschehens neben Jack, der Black Pearl und einer Flasche voll Dreck, spielt hierbei der neue „Gruselkapitän“ Davy Jones, samt verfluchter Meeresgetiermannschaft und einem ordentlichen Geisterschiff, der „Flying Dutchman“.

Den neuen Gegenspieler hat man sich dann recht frei von der Legende des „Fliegenden Holländers“ entliehen. Eigentlich ursprünglich ein selbstgemachter Fluch, weil er beim Versuch das „Kap der guten Hoffnung“ zu umrunden den Schwur abgibt, „auch wenn es bis zum jüngsten Tag dauert“ und damit sein Schicksal selbst heraufbeschwört in einem Bündnis mit dem Teufel selbst. Je nach Erzählung darf er alle sieben, zehn oder X Jahre echtes Land betreten und kann nur durch die aufrichtige Liebe einer Frau befreit werden.

Im Prinzip ist das im Film eine abgewandelte Variante dazu, da der Fluch „durch“ eine Frau entstand, er aber immer noch für alle Ewigkeit herumsegeln darf, dafür hat man sich die Geschichte mit dem Herz in der Kiste ausgedacht. Mal abgesehen davon, dass Davy Jones natürlich kein Holländer ist und der Name hier nur das Schiff selbst betrifft, ist das schon originell und gut umgesetzt. Einziger Wermutstropfen… wenn du einen Darsteller wie Bill Nighy verpflichtest, ist es schon arg unschön, ihn dann die ganze Laufzeit hinter einem „Krakengesicht“ zu verstecken. Gerade Nighy, der so unglaublich mit seiner Mimik spielen kann, dass ist wirklich „Perlen vor die Säue“.

Mit Stellan Skarsgard bekommt man auch endlich die Figur des „Bootstrap Bill“ oder in Deutsch „Stiefelriemen Bill“ zu sehen, der im ersten Teil so oft erwähnt wird, als Vater von Will Turner und der ja maßgeblich seinen Teil an der damaligen Meuterei gegen Jack beigetragen hat.

Wie bereits in der Diskussion zu meinem Beitrag des ersten Teils, erwähnt von @MrBond, hat man sich hier mindestens mit der „Voodoo Hexe“ bei Monkey Island, dem offensichtlichen großen Vorbild der Disneyland Attraktion und daher auch der Filmreihe, inspirieren lassen, oder halt ausgeliehen und beigefügt.

Soweit ich mich noch erinnern kann, waren aber im Spiel auch ein paar Eingeborene bzw. Kannibalen, welche durchaus für die im Film vorkommende Szenerie als Ideenschmiede herhalten mussten. Oder es ist halt eines dieser so typischen Tropes für das Piratengenre, dass es einfach in einen Film mit reinmusste.

Der zweite Teil der Reihe sieht weiterhin vortrefflich aus, versprüht das dringend benötigte „Piraten- und Karibikflair“ und weist für einen Abenteuerfilm auch das passende Tempo auf, so dass es kaum zu Leerlauf kommt und die Geschichte immer in einem guten Fluss vorangetrieben wird. Dazu kommt ein gutgelaunter Cast, der auch im zweiten Teil eine ersichtliche Spiellaune an den Tag legt, wenn man wohl seine Kindheitsträume nun als Schauspieler ausleben darf.

Auf der anderen Seite weicht man aber so gut wie keinen Millimeter von der erdachten Idee des Erstlings ab, sondern erweitert das Universum nur. Dabei ersetzt man halt Kapitän Barbossa mit Davy Jones, statt „Black Pearl“ nun die „Flying Dutchman“, die britische Bedrohung hat nun anstatt Commander Norrington ganz neue Schurken in ihren Reihen, die ihre eigene Agenda verfolgen. Man fügt also kaum was Neues zur Formel bei und ruht sich mehr auf dem Erfolg des Erstlings aus. Das ist eine gerechtfertigte Herangehensweise, die hier auch gut funktioniert, sich aber mit jedem weiteren Teil der Reihe und der anhaltenden Stagnation und fehlenden Innovationen immer mehr rächt.

Die Klasse des fulminanten ersten Films erreicht „Dead Man‘s Chest“ leider niemals so recht, aber trotzdem ist der zweite Teil noch ein gutgelaunter Abenteuerfilm, der über die Leinwand donnert, wie ein Hurrikan durch die Karibik.

Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 Bewertung
Bewertung des Films
810

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