
Bewertung: 4 / 5
Vorwort
Nolan ist einer meiner Lieblingsregisseure und als bekannt wurde, dass er Homers Odyssee verfilmt, war ich erfreut und gespannt. Ich habe die Odyssee zwar nie gelesen und keine der bisherigen Verfilmungen dazu geschaut, aber die Geschichte kennt man natürlich trotzdem, oder zumindest die bekanntesten Abenteuer von Odysseus. Insbesondere kannte ich ein paar dadurch, dass ich die Percy Jackson Bücher, Filme und die Serie gelesen bzw. geschaut habe. Generell habe ich ein Interesse an griechischer Mythologie, daher war ich umso mehr gespannt, wie der Film wohl werden wird.
Trailer zu Die Odyssee
Leider gab es ja im Vorfeld schon ziemlich viel Hate bzw. Kontroversen. Ich hab mich zwar wie üblich größtenteils von News und Kommentaren ferngehalten, aber etwas bekommt man dennoch mit. Hauptsächlich war es das Casting von Elliot Page als (wie irrtümlich vermutet) Achilles, das Casting von Lupita Nyong’o als Helena (generell jedoch die Darsteller, welche nicht griechisch sind) und dass manche sich wohl an den Kostümen gestört haben. Das hat die Vorfreude etwas getrübt. Daher war es mir hier umso wichtiger, möglichst neutral an den Film heranzugehen und daher wollte ich auch nicht wissen, wie die Kritiken ausfallen, weswegen ich mich seit Mittwoch komplett von Social Media ferngehalten habe (was nicht leicht war^^), mit Erfolg.
Von daher seht ihr hier meine fast komplett unvoreingenommene Meinung zum Film. Ich wusste nicht genau, was ich zu erwarten habe. Meine Erwartungen an Nolan sind immer hoch, aber ich versuche immer, sie zu senken, um nicht enttäuscht zu werden. Meistens liefert Nolan für mich ab, aber das ist keine Garantie. Ein Bauchgefühl hatte ich auch nicht bzw. war es hin- und hergerissen.
Der Film
Ja und wie hat mir Die Odyssee nun gefallen?
Gut. Sehr gut sogar und darüber bin ich erleichtert, eine Enttäuschung hätte ich vermutlich nach all dem nicht gut verkraftet.
Der Film ist wie gewohnt stark inszeniert von Nolan, der Look, die Effekte, die Sets, Kostüme etc. alles top, ein beeindruckendes Machwerk. Die knapp 3 Stunden merkte ich nicht, der Film fesselt von Anfang bis Ende und bietet gute Unterhaltung, Action und Kämpfe.
Der Cast
Vorm Schauen wusste ich nur wenig über den Cast und manches hatte ich sicher auch vergessen. Matt Damon war klar, Tom Holland auch, sowie Jon Bernthal. Habe halt nur den ersten Teaser oder Trailer gesehen, mehr nicht, und da sieht man hauptsächlich die paar bekannten Gesichter. Und durch die Kontroversen wusste ich natürlich noch von Elliot Page und Lupita Nyong’o. Das wars.
So war es ne nette Überraschung, Zendaya zu sehen (die ein mega Jahr hat mit diesem Film, Spider-Man und Dune) und sehr erfreut und überrascht war ich über Anne Hathaway und Charlize Theron. Robert Pattinson hatte ich auch nicht mehr auf dem Schirm.
Die Performances
Wie zu erwarten bei so einem Cast waren die Performances durchweg gut, standouts waren natürlich Matt Damon in der Hauptrolle, Tom Holland war gut wie immer mit ein paar starken Momenten und auch Pattinson hat mir gefallen. Scene Stealer war jedoch Anne Hathaway für mich, die ein paar richtig starke Momente hatte. Hier ist bestimme ne Best Supporting Actress Nom bei den Oscars drin.
Der Score
Der Score war gut und fast immer präsent, es gab auch ein paar stille Momente, was mir gefallen hat. Ab und zu fand ich die Musik sehr gut und ich fand sie hier auch nicht zu aufdringlich oder laut, wie es z.B. bei Tenet (und Oppenheimer glaub ich auch) war.
Die Kritiken
Wie schon erwähnt, wollte ich die Kritiken vorab nicht wissen, und das hab ich auch geschafft. Zwei Hauptmöglichkeiten hatte ich für wahrscheinlich gehalten, entweder feiern die Kritiker den Film total ab oder der Film spaltet sie (also z.B. 50% bei RT). Eben habe ich mir die Kritiken endlich angesehen und anscheinend ist meine erstgenannte Vermutung korrekt, die Kritiken sind mega gut. Erleichtert mich etwas, da ich den Film ja auch mochte. Bin mir aber sicher, die Zuschauer werden gespaltener sein (wenn ich mir die Bewertungen auf MJ ansehe, bestärkt das schonmal meine Annahme).
Fazit, etwas Kritik und meine Bewertung
Ein stark inszenierter, durchweg unterhaltsamer Film, der meinen Erwartungen gerecht geworden und meine Befürchtungen zerstreut hat.
Bei der Bewertung schwanke ich zwischen 4 und 4,5 Hüten, entscheide mich jedoch für 4 Hüte, mit folgender Begründung und nun folgt etwas „Kritik“:
Der Film war stellenweise emotional, vor allem gegen Ende, insgesamt aber war es zu schwach. Das ist zwar bei einigen Filmen von Nolan ein Problem, aber bei der Odyssee finde ich, hätten die Emotionen stärker sein müssen. Zum einen die Verzweiflung von Odysseus und seiner Mannschaft auf dieser langen Reise, das kam kaum rüber. Zum anderen der Schmerz über den Verlust seiner Kameraden, was ja ein großes Thema der Geschichte ist, war nicht stark genug. Beim Score gab es zwar wie schon erwähnt ab und zu ein paar gute Sequenzen, aber das war mir zu wenig. Hätte ihn mir noch stärker gewünscht, denn in Erinnerung geblieben ist mir die Musik nicht. Und damit wäre ich dann auch am Ende: das in Erinnerung bleiben. Auch wenn der Film durchweg stark inszeniert ist, gibt es keine bzw. kaum Szenen, die hervorstechen, die so richtig episch sind, die mir in Erinnerung bleiben werden oder wegen denen ich den Film erneut sehen wollen würde.
Wenn ich das alles zusammennehme, kann ich keine 4,5 Hüte geben. Zumindest nicht aktuell. Vielleicht ändert sich meine Ansicht mit der Zeit oder nach einer erneuten Sichtung irgendwann.
Also 4 Hüte sind es auf meiner Nolan-Skala, es war ein geiler Kinoabend, ein geiles Erlebnis und ich freue mich auf seinen nächsten Streifen.


