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Die Odyssee

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Nolans ganz eigene Irrfahrt

Die Odyssee Kritik

Die Odyssee Kritik
22 Kommentare - 17.07.2026 von DrStrange
In dieser Userkritik verrät euch DrStrange, wie gut "Die Odyssee" ist.
Die Odyssee

Bewertung: 3.5 / 5

Eigentlich sollte die Geschichte der Odyssee hinlänglich bekannt sein, auch hat Nolans Verfilmung keine großen inhaltlichen Überraschungen parat, aber wer diese wirklich noch nie mitbekommen hat.

DER FOLGENDE TEXT KANN SPOILER ENTHALTEN

Trailer zu Die Odyssee

Christopher Nolans „The Odyssey“ ist eine weitere filmische Interpretation der klassischen Geschichte von Homer, mitsamt ihren Stärken und Schwächen. Nicht mehr und nicht weniger. Was der Film definitiv nicht ist, ist DIE ultimative Verfilmung des Stoffs. Es gibt sowohl Licht als auch Schatten.

MJ schrieben in ihrer Kritik, dass sie nicht verstehen, wieso Nolan seinen Film nicht chronologisch erzählt, sondern mit Zeitsprüngen und Rückblenden, was die Struktur stört und der Handlung die Wucht nimmt, sowie eine echte Bindung zu den Charakteren.

Ohne jetzt zu behaupten das Nolan sich akribisch an das Werk von Homer hält, nutzt er aber die gleiche Erzählstruktur, denn die klassische Vorlage ist ebenfalls nicht-linear erzählt und arbeitet ihre Geschichte mit Rückblenden auf.

Ich empfand hier keine größere Problematik in der Erzählweise und jeder der ein wenig aufmerksam zusieht, wird der Handlung auch folgen können. Das der Film teils eine Bindung zu den Charakteren entbehrt, sehe ich bei anderen Gründen.

Aber kommen wir doch mal zu den wirklich erfreulichen oder zumindest teilweise gelungenen Punkten, welche auf der Habenseite zu verbuchen sind.

Der Film hat ganz offensichtlich großartige Bilder und vor allem sehr wertige Bilder. Das mag natürlich an den IMAX-Kameras liegen, aber ich habe den Film nicht in solch einem Kino gesehen und es sah trotzdem noch hervorragend aus.

Hierzu zählen natürlich auch die wohl ausgewählten Locations in Marokko, Italien, Island, Schottland und natürlich Griechenland, die den Bildern die notwendige Authentizität verleihen und einen mehr als einmal ob der Bildgewalt zum Staunen bringen.

Der überwiegende Einsatz von praktischen Effekten und den wirklich vorhandenen Sets, anstatt alles auf Greenscreen zu setzen und CGI nur einzusetzen, wo es unbedingt notwendig ist, dass verdient großes Lob und ist halt auch eine der Herangehensweisen, welche man an Nolan wirklich schätzen sollte.

Auf der Gegenseite, weil eben Licht und Schatten, sollte man eigentlich einen Film nicht dafür loben, dass er einfach mal so 250 Millionen verballert, bzw. setze ich dann auch voraus das die visuellen Werte gut aussehen müssen. Das ist keine Frage des „ob“, man hat hier abzuliefern und dafür darf man sich nicht auf die Schultern klopfen.

Natürlich ist es auch der typische Stil von Nolan und wahrscheinlich muss man diesen im Gesamtpaket miteinkaufen, aber Nolan schafft es wie kein Zweiter, den Mittelmeerraum besonders „unterkühlt“ aussehen zu lassen. Das spiegelt jetzt nicht unbedingt meine Vorstellung der Welt der Odyssee wider und das dämpft dann doch die eigentlich sehr bildgewaltigen Szenen wieder ab.

Ich halte es durchaus für erstrebenswert, wenn man viel mit natürlichem Licht arbeitet und viele Szenen in „The Odyssey“ können dadurch auch gewinnen, aber auch hier gibt es für jede gelungene Szene, ein negatives Beispiel im Film zum Dagegenhalten.

Ich empfinde es als sehr bedauerlich, dass man die Aufnahmen anscheinend im Editing so richtig durchgewaschen hat, damit man am Ende oft nur noch eine trostlose Farbpalette bekommt. Dadurch entsteht eben ein verzerrtes Gesamtbild der Ägäis, welches nicht so recht zur Erzählung der Odyssee passen mag.

Bei all der Liebe, mit der man immer über Nolan und seinen Realismus spricht, muss man an der Stelle dem Film auch den Zahn ziehen, denn optisch hat das Gesehene nichts mit der Bronzezeit zu tun. Die Designentscheidungen sind vielmehr wieder, wie Hollywood glaubt, dass es für ihre Filme gut aussehen mag. Das Thema zieht sich im Film über alles. Ob nun die Schiffe der Achäer, das Holzpferd, die Rüstungen, die Waffen, die Kostüme. An die Zeitepoche angepasst ist hier eigentlich nur wenig.

Aber dafür gibt es ein regelrechtes Schaulaufen von Figuren, die wohl zehn Jahre im Krieg waren und dann immer noch mit strahlender Rüstung herumlaufen. Mal überspitzt dargestellt. Wenn auch nicht strahlend, fehlt es an Abnutzung, an Scharten und Gebrauchsspuren. Überhaupt sieht ein Großteil der Kleidung im Film deutlich zu sauber aus. Vielleicht hätte man sich hier an einem Format wie „Game of Thrones“ orientieren können und nicht in punkto Farbpalette.

Gerade diese Bekleidung, aber auch teils manche Rüstungen, sehen nicht nur schlicht aus, was ja noch in Ordnung wäre, sondern irgendwie „überkünstelt“ schlicht bis unecht. Von der Rüstung von Agamemnon haben wir ja bereits genug gesprochen und die sieht auch im fertigen Film aus wie ein Fremdkörper.

Ein gutes Beispiel sind hier die „Plattenrüstungen“ der Laistrygonen. Das mag ja nett gemeint sein, was Nolan hier wollte, aber das sieht halt… „freundlich“ ausgedrückt… etwas seltsam aus. Überhaupt strotzt der Film nur so vor „sportlichen Designentscheidungen“.

Wie schlichte und angemessene Kleidung aussehen kann, zeigte der Film „Rückkehr nach Ithaka“ deutlich besser und der hatte kein horrendes Budget zur Verfügung, aber anscheinend den besseren Geschmack für Designentscheidungen.

Der Cast des Films ist bekanntlich bis in die letzten Nebenrollen populär besetzt und auch wenn einige Rollen eigentlich zu klein ausfallen, um hier wirklich eine Note zu hinterlassen, sind alle Darsteller sehr bemüht und engagiert und keiner fällt wirklich negativ auf, sondern so ziemlich jeder spielt auf einem guten Niveau. Natürlich gibt es auch hierzu wieder ein aber, bzw. eine Gegenansicht.

Irgendwo habe ich die letzten Tage eine Überschrift eines reißerischen Artikels gelesen, der in etwa hinterfragte „Clive Nolans Odyssey zeigt Odysseus diesmal nicht als den großen Helden?“.

Nun, da muss man sich aber schon so überhaupt nicht mit der Figur und Homers „Odyssee“ beschäftigt haben, um auch solch eine Fragestellung zu kommen. Die Frage müsste doch eher lauten: „seit wann ist Odysseus denn ein Held?“

Es reicht doch bereits, wenn man sich mit der Illias beschäftigt, um herauszufinden welch fragwürdiger Charakter der König von Ithaka ist. Außerdem taucht Odysseus ja auch in vielen griechischen Tragödien auf wie den „Troerinnen“ von Euripides oder in „Aias“ von Sophokles. Genau wie in der Illias wird Odysseus hier ziemlich emotionslos und pragmatisch dargestellt.

So gesehen muss man eigentlich entweder Nolan oder Matt Damon loben, denn so ähnlich fällt dann auch deren Darstellung des Hauptprotagonisten aus. Odysseus ist in Nolans Film ein kalter und berechnender Anführer und natürlich Agamemnons wichtigster Taktiker, der das Ende des Krieges einläutet.

Eine „Demontage des Helden“ findet hier somit nicht statt, weil der Charakter nie diesen Titel verdient hat, jedenfalls nicht abseits der „Odyssee“ und selbst hier bleibt jemand der ein Massaker als Heimkehrgeschenk mitbringt, eher ein zweifelhafter Geselle.

Um seine Ziele zu erreichen, scheint dieser Odysseus kaum Mitleid zu kennen und vor allem nicht so recht mit seiner Mannschaft, deren Tode ziemlich emotionslos an ihm vorbeigehen. Von Trauer kann man hier nicht reden. So gleicht Damons Mimik, bis auf ein paar wenige emotionale Ausreißer im Film, eher dem eines Revolverhelden in einem Italo-Western, der über die Leichen geradezu wandelt.

Übrigens kurzer Einwurf… die Mannschaft von Odysseus ist ein gutes Beispiel für „bemüht“, aber reicht nicht aus. Auch Nolans Verfilmung schafft es nicht, den Charakteren ein nachhaltiges Gesicht zu geben. Ich könnte jetzt nicht sagen wer hier z.B. Eurylochos oder Polites war. Die Figuren verkommen leider zum Beiwerk, um die sich auch der Titelheld eben kaum schert.

Matt Damon hielt ich bei Bekanntgabe des Casts gelinde gesagt nicht für eine Traumbesetzung und konnte mir den Schauspieler nicht so recht in dieser Rolle vorstellen. Nach Sichtung des Films, hat sich hier auch nicht viel an meiner Meinung geändert.

Damon liefert eine solide Leistung, hat reichlich trainiert, um seinen Körper hinzubekommen, aber bereits hier geht die Auszeichnung dann doch eher an Ralph Fiennes, der für mich die aufregendere Umwandlung für die Rolle vollzogen hat.

Auch muss man sich bei so einer Rolle, die üblichen Vergleich halt gefallen lassen und da schneidet Damon gar nicht so gut ab, denn eigentlich hatte jeder Darsteller des Odysseus, seine eigenen Stärken und Vorzüge, von denen bei Damon nicht mehr so arg viele übrig bleiben.

Ralph Fiennes war für mich ein realistischer und authentischer Odysseus, vom Kriege geplagt, nach vielen Jahren der Irrfahrt… man sieht ihm sein Leid in jeder Mimik und Gestik an. Ein gebrochener Mann.

Die abenteuerlustige, flotte und agile Version geht eindeutig an Kirk Douglas. Großes, klassisches Hollywood Kino, ein regelrechter Titan in der Hauptrolle. Schwer zu überbieten. Da sind die Fußstapfen leider zu groß für Mr.Damon.

Armand Assante hatte für mich, mit seinen beinahe griechischen Zügen und der glaubwürdigen Inszenierung im TV-Zweiteiler einen gewissen Sympathiebonus und stellt ein gutes Bindeglied zwischen klassischer Darstellung und Hollywood Heldentum.

Last but not least haben wir noch Bekim Fehmiu in der 68er Miniserie, die wohl am nächsten an Homers Werk herankommt mit ihren sechs Stunden und ähnlich sieht es mit dem Hauptdarsteller aus. Fehmiu ist die Verkörperung von Odysseus wie sie in der Vorlage geschildert wird.

Da fragt man sich dann, wo bleibt da noch Platz für Matt Damon und die ehrlichste Antwort ist wohl… ich weiß es nicht. Wahrscheinlich muss ich Nolans Werk dazu nochmal anschauen und vielleicht auch wiederholt, um hier eine adäquate Einschätzung machen zu können.

Fakt ist, vom „listenreichen Odysseus“ bleibt in der „The Odyssey“ nicht mehr viel übrig. Es wird ihm zwar die Taktik des hölzernen Pferds gutgeschrieben, darüber hinaus bleibt uns Nolan aber schuldig, warum der König von Ithaka solch ein Trickser war, der durchaus schurkische Züge an sich hat. Was teils daran liegt, dass man ihm dafür in der vorliegenden Verfilmung einfach nicht den notwendigen Platz einräumt oder vielleicht auch gar nicht einräumen will.

Wichtige Szenen, wie wenn Odysseus den Zyklopen Polyphem damit täuscht, dass er sich als „Niemand“ ausgibt, damit er ihn nicht verraten kann an und natürlich das darauffolgende viel zu große Ego des Odysseus, wenn er ihm nach erfolgreicher Flucht doch seinen wahren Namen nennt und dies eigentlich erst die ganze Problematik mit Poseidon anstößt. All das findet man in Nolans Werk nicht, obwohl dies wichtige Entwicklungen und Charakterzüge für den Hauptprotagonisten sind.

Kurzum gesagt… auch wenn Damon sicherlich ein ordentlicher Darsteller ist, bleibt es schwierig, eine Verfilmung solch eines wichtigen Epos als „gelungen“ zu empfinden, wenn man es noch nicht mal schafft den titelgebenden Hauptcharakter passend zu inszenieren und ihm sogar um einige wichtige Charakterelemente beraubt. Denn letztendlich, trotz vieler anderer großer Charaktere in der Odyssee, ist halt Odysseus der Dreh- und Angelpunkt und mit ihm steht und fällt die Erzählung. Leider sehe ich hier auch teils die grundlegende Castentscheidung nun berechtigt als Problem dafür an.

Dagegen kann man mit den anderen Figuren im Film ja regelrecht positiv ins Gericht gehen, wenn man auch hier immer wieder harte Vergleiche und unschöne Rüge heranziehen kann und muss.

Ausgenommen vielleicht und das hat mich am meisten verwundert, Tom Holland als Telemachus, der hier deutlich zeigen kann, dass mehr in ihm steckt als die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft. Was aber auch daran liegt, dass man ihm überraschend viel Zeit im Film einräumt, was eher ungewöhnlich ist und auf der anderen Seite dem Film auch Spielzeit kostet, die er eigentlich nicht hat. Trotzdem eine erfreuliche Überraschung, denn die Figur hat man in den bisherigen Verfilmungen meist nie so recht hinbekommen und damit kann sich Holland sich im Gegensatz zu Damon jetzt rühmen, einen wichtigen Beitrag zur Darstellung von Homers Werk abgeliefert zu haben. Chapéau!

Die zu lange Screentime rächt sich halt dahingehend, dass man die Reise von Telemachos zu König Nestor auf Pylos, komplett aus der Geschichte gestrichen hat. Eine unschöne Entscheidung, da dies ein doch wichtiger Abschnitt ist, der nicht hinter dem Treffen mit Menelaos anstehen sollte.

Weil wir gerade bei König Menelaos sind… ich finde es ja weiterhin putzig wie das Idealbild oder sagen wir das anscheinend eingebrannte Bild Hollywoods über Spartaner aussieht, wie ein G.I. Stiernacken. Da passt natürlich ein Jon Bernthal prächtig hinein in das Klischeebild. Ein sympathischer Darsteller, den ich per se gerne sehe, hier aber einer echten Fehlbesetzung entspricht. Bernthal ist kein König, Bernthal spielt Bernthal, wenn er in einem griechischen Drama besetzt wäre… naja, was er auch ist. Ganz schön Meta hier. Wenn ich mich schon für einen sehenswerten Stiernacken entscheiden muss, dann bleibe ich doch eher bei Brendan Gleeson.

Agamemnon bleibt im Film hinter seiner „Bat-Rüstung“ versteckt und wenn er diese mal nicht trägt, dann sieht man ihn nur von hinten und so bleibt die Figur im Film in der Tat gesichtslos. Warum Nolan dies so inszenierte und ob der „Boogeyman“ damit was zu tun hat, konnte mir der Film nicht beantworten.

Ich weiß ich wechsele schon wieder weg vom Cast, aber der Film ist ja auch sprunghaft, da darf ich das in meiner Review auch sein.

Weil mir schon bei Troja und den Königen sind. Ansonsten sieht man eigentlich keine großen Charaktere oder „Helden“ des Krieges, von keiner der beiden Seiten. Kein Hektor, kein Paris, kein Priamos und was verwunderlich ist… auch kein Achilles oder Ajax. Zumindest auf diese hätte Odysseus eigentlich treffen müssen, als er mit den Toten spricht, aber auch dies scheint ein Detail zu sein, dass man offensichtlich über Bord geworfen hat.

Dafür bekommt man im Film immer und immer wieder verschiedene Rückblenden über die entscheidende Eroberung Trojas durch den Trick mit dem Holzpferd, teils aus verschiedenen Ansichten. Wie schon der Trailer vermutet ließ, nimmt sich Nolan hier sehr viel Zeit dafür, obwohl dies für die Erzählung der Odyssee eigentlich nur eine Randnotiz sein sollte. Aber es erklärt auch, warum Nolan so viele entscheidende und wichtige Stationen von Odysseus Reise geopfert hat. Eine seltsame und diskutable Entscheidung.

Somit sind Elemente der Odyssee wie u.a. die Insel der Lotusesser, das Treffen mit Aiolia von Aiolos, der Odysseus einen verschnürten Sack übergibt mit allen wilden Stürmen und der für ihn nur den milden Westwind wehen lässt, nicht im Film und daher gibt es auch kein Treffen mit Hermes. Auch strandet Odysseus nicht bei den Phaiaken und trifft nie auf Nausikaa. Wie gesagt… nur um mal ein paar größere Einschnitte anzusprechen.

Natürlich enthält der Film die bekanntesten und je wie man es sehen will, „wichtigsten“ Etappen der Odyssee, wie eben das Treffen mit Polyphem, das Nolan hier als ein Albtraumszenario inszeniert, in dem er mit Licht und Schatten und der grundlegendsten Angst des Menschen, der Angst vor der Dunkelheit spielt. Das hat wirklich einen Schauwert und ist spannend inszeniert, ob ich den Look des Zyklopen gut finde, weiß ich auch heute nicht, aber er schürt die Szene gut zusätzlich an. Trotzdem bleibt dieser Abschnitte beschnitten, wie bereits geschildert und auch eine Diskussion mit Polyphem gibt es nicht. Oder wie Odysseus meint: „über den Punkt sind wir bereits hinaus“. Schade, denn hier hätte man eben den listenreichen Odysseus in voller Pracht präsentieren können. Anscheinend wollte man dies einfach nicht.

Die Insel der Kirke und natürlich die dazu passende Figur sind „interessant“ eingefügt. Samantha Morton kann diesen Charakter gut tragen, in der kurzen Spielzeit, auch wenn die Darstellung und damit die Entscheidung von Nolan, aus Kirke ein „altes Kräuterweib in ihrem Hexenhaus“ zu machen, etwas seltsam ist. Damit fällt natürlich der ganze Zauber weg, von dem eigentlich das Wort „becircen“ stammt und Odysseus gibt sich nicht der verführerischen Zauberin hin, während in der Zwischenzeit ein Jahr vergeht. Ein gewagter Gedanke und eine sportliche Umsetzung, die für mich in der Praxis des Films nicht funktioniert. Auch die Auflösung der Szenerie wirkt übereilt und überstürzt und hinterlässt einen unzufriedenen Beigeschmack.

Wenn wir schon bei verführerischen Frauen sind, können wir auch noch über Calypso sprechen, die im Film von Charlize Theron verkörpert wird und eigentlich nicht mehr bietet als „hübsch aussehen“. Ok, das bekommt sie hin. Applaus! Ansonsten reduziert Nolan sie auf zwei Sätze: die Fragestellung „kannst du dich erinnern?“ und die Aufforderung „erinnere dich“. Nicht gerade viel und läuft eher unter der Kategorie „Geplänkel im Hintergrund“.

Auch die Stationen der Odyssee wie die Insel der Sirenen, sowie die Meerespassage mit Skylla und Charybdis sind im Film zwar vorhanden, verpuffen in der Wirkung aber wegen ihrer doch deutlich mageren Screentime, die man vielleicht zugunsten von Troja geopfert hat. Übrigens dachte ich im Vorfeld der Produktion mal gehört zu haben, dass man andachte Skylla im Film mit „hundeähnlichen“ Köpfen passend darzustellen, aber der Gedanke hat wohl die Ideenschmiede nicht überstanden.

Apropo zuvor erwähnter Hermes… auch wenn der Film die griechische Mythologie enthält und damit spielt, taucht im Film von den Göttern nur Athene auf, gespielt von Zandaya, welche kaum irgendwelche Sprechzeilen im Film bekommt, sondern eher einen Hinweisgeber darstellt, ähnlich einem Geist. Ich glaube auch nach Sichtung des Films und nach etwas darüber nachdenken nicht so recht, dass wir es hier wirklich mit Athene zu tun haben, sondern eine Projektion des inneren Willens von Odysseus, nach Hause zu kommen, koste es was es wolle, oder auch wen es wolle. Sinnbildlich verstärkt durch die Haarnadel in Form der Schutzgöttin, ein Abschiedsgeschenk welches er von Penelope erhält, um sich daran festzuhalten.

Anna Hathaway spielt übrigens eine spannende Interpretation der Penelope. Vielleicht ein wenig zuviel „over-acting“ und für meinen Geschmack ein wenig zu hysterisch für speziell diesen Charakter, aber eine sehenswerte Leistung. Im direkten Vergleich ist hier aber Hathaway, der deutlich passenderen und viel eindringlicheren Darstellung von Juliette Binoche in „Rückkehr nach Ithaka“ erheblich unterlegen. Binoche spielt dann doch in einer anderen Liga.

In Ithaka selbst herrschen mehr oder weniger die Freier von Penelope, wie man es aus der Erzählung kennt. Die meisten davon bleiben in dieser Verfilmung leider so gesichtslos, wie die Mannschaft des Odysseus. Einzig Robert Pattinson, darf sich als fieser Antinoos recht schick austoben und gehört mit Leichtigkeit zum Besten was der gesamte Cast zu bieten hat. Pattinson hat seine Rolle im Griff, zeigt eine wahre Fülle von Mimik und Gestik und allerlei schurkischem Schabernack, auch wenn mir bisher nicht bewusst war, dass die Figur sogar ein echter Feigling ist, der sich im entscheidenden Moment hinter einer Säule versteckt. Eine weitere seltsame Entscheidung des Drehbuchs und von Nolan, aber zumindest hier kann ich damit leben, weil Pattinson einen vortrefflichen Job macht. Das reicht zwar nicht an die Jahrhundertleistung eines Anthony Quinn heran, der für die Rolle des Antinoos geradezu geboren wurde und ein ganz anderes Auftreten an den Tag legt, aber die Silbermedaille kann sich Pattinson noch abgreifen.

Eine besondere Auszeichnung erhält auch Christopher Nolan, nämlich für das am schlechtesten inszenierte Finale, in einer Verfilmung der Odyssee. Das hat nun wirklich jede Vorgängerversion auf seine Art deutlich besser hinbekommen und da musste man sich nicht mit einem hektischen Schnitt incl. Wackelkamera herumärgern. Mal davon abgesehen, dass man auch alleine dafür eine gefühlte Ewigkeit braucht, obwohl man ja bereits so viel Zeit mit Ballast wie Troja verbrannt hat.

Vor allem fehlt es der Szene an der notwendigen Wucht. Wenn in der Verfilmung von 1954, der Schleier fällt und sich der Bettler als Odysseus entpuppt, schlägt das ein wie der Blitz des Zeus und man sieht den Freiern die Angst in ihrem Gesicht stehen, ob der Rückkehr des gewalttätigen Odysseus. Und spätestens wenn Odysseus herausschreit: „Du warst der Schlimmste von allen Antinoos, daher soll dich meine Rache als erstes treffen.“ Da ist das nicht nur ein Gänsehautmoment, sondern ein Stück Filmgeschichte. Von dieser Größe und Qualität, kann Nolans Werk leider nur träumen.

Selbst in „Rückkehr nach Ithaka“ schafft es der Film, seine entschleunigte Racheorgie fast schon auf eine spirituell-meditative Befreiung einzufangen und nicht als plumpes „Herumrüpeln“. Sehr schwach.

Bezüglich Ithaka fällt mir noch das Fehlen von Antikleia auf. Eine weitere Szenerie, die Nolan aus verschiedenen Gründen geopfert hat. Denn eigentlich ist das Treffen auf Antikleia in der Unterwelt für Odysseus wichtig, weil er dadurch überhaupt erst davon erfährt, dass sein Haus von Leid, Trug und Gefahr bedroht wird. Was ihn am Ende ja zur weiteren Heimreise beflügelt und warum er auch das Angebot der Unsterblichkeit ablehnt. Übrigens auch das von Calypso, aber beides spielt in Nolans Film keine Rolle. Unverständlicherweise, denn es ist sehr wichtig für die weiteren Entscheidungen der Figur und ihre Charakterentwicklung.

Ebenso fehlt auch der Vater des Odysseus, Laertes, der ebenfalls gegen Ende eine wichtige Rolle spielt, aber auch die ganze Geschichte mit der Rache der Familien der getöteten Freier, lässt der Film außen vor.

Dafür nimmt sich der Film immer wieder mal Zeit, über diesen Twist mit dem „Volk vom Meer“, oder wie sie es im Film nennen, zu brüten und hier im Hintergrund eine Bedrohung und einen Twist aufzubauen, der nicht sogar schnell zu durchschauen ist, sondern auch in seiner nicht vorhandenen Wucht als eine reine Randnotiz verpufft.

Die Musik des ganzen „Epos“ (man beachte die Anführungszeichen), steuerte wieder Ludwig Göransson bei, der ja nicht das erste mal mit Nolan zusammengearbeitet hat.

Der Mann mag hier einen anspruchsvollen Ansatz verfolgt haben, indem er über mögliche Instrumente der Antike sinniert, diese gebaut und eingesetzt hat, aber am Ende ist die „Musik“ des Films zu oft einfach nur „Krach“, bei dem man sich händeringend mal wieder einen richtigen Score wünscht, den ein großes Werk auch verdient hätte und keine experimentellen Ausflüge ins „Nowhereland“, die man sich besser für abstruse Arthouse Filme aufsparen sollte.

Für mich steht über Christopher Nolans „The Odyssey“ leider dieser eigenwillige Gedanke und Ansatz, auf Biegen und Brechen diese Geschichte anders erzählen zu wollen, ob es nun für die Erzählung gut ist oder nicht. Quasi „der Weg ist das Ziel“. Das dies dem Werk öfter schadet als gut tut, kann man an vielen Stellen im Film mit Leichtigkeit erkennen.

Trotzdem wollte Nolan den Stoff ja von sich aus verfilmen und hat es überhaupt erst geschafft eine Verfilmung einem Studio „schmackhaft“ zu machen. Es ist eine mutige, eigenwillige Umsetzung, die viel versucht, entsprechend oft auf die Nase damit fällt, aber unterm Strich ist es seine Version und trägt eindeutig Nolans Handschrift, ob einem das nun gefällt oder nicht. Zumindest kann man dem Mann nicht unterstellen, er wäre nicht Unikat genug in seinem künstlerischen Schaffen.

Damit kommen wir auch zum Ende meiner viel zu langen Kritik, ist aber auch eine lange Erzählung diese Odyssee, und dem damit einhergehenden Twist in der Review. Mir hat der Film am Ende nämlich eigentlich ganz gut gefallen und dass trotz der vielen, vielen Punkte, die man ihm leicht ankreiden kann. Das liegt einfach daran, dass Nolan halt doch ein guter Handwerker ist und weiß, wie man einen Film inszeniert, das rettet den Film dann auch über viele Details, Design- und Castentscheidungen, Beschneidungen in der Erzählung, usw., über die man dadurch hinwegsehen kann. Zumindest ein klein wenig. Außerdem hat der Film erstaunlicherweise ein sehr gutes Erzähltempo und das trotz der langen Laufzeit, dass den Film immer gut in Bewegung hält, damit gar keine zu großen Aussetzer entstehen können. Ebenfalls ein Zeichen von gutem Handwerk.

Wie eingangs erwähnt, sollte man sich aber zuerst von dem Gedanken lösen, es hier mit der besten oder gar ultimativen Verfilmung der Odyssee zu tun zu bekommen. Nolan liefert seine Interpretation auf seine Weise ab und die stellt halt eine alternative Version der Erzählung dar, kann aber die eigentliche „Odyssee“ von Homer nicht ersetzen, genauso wenig wie sie nicht „besser“ ist als vorherige Verfilmungen. Ganz im Gegenteil. Im direkten Vergleich muss sich Nolans Werk eher mit den billigeren, hinteren Plätzen begnügen und ich bin mir auch nicht sicher, ob der Film wirklich eine Zweitsichtung gut überstehen wird. Für’s Kino reicht es hier bei mir nicht nochmal, dazu ist mir der Film nicht wichtig genug, wie sich gezeigt hat. Aber später, nächstes Jahr im Heimkino, wird sich zeigen, ob der Film zumindest seinen Stand halten kann.

Bis dahin verbleibe ich bei 7 von 10 Punkten.

Die Odyssee Bewertung
Bewertung des Films
710

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DrStrange : : Moviejones-Fan
31.07.2026 17:47 Uhr | Editiert am 31.07.2026 - 17:48 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 4.181 | Reviews: 76 | Hüte: 175

@luhp92

Das mit der HBO-Serie habe ich dann wohl gar nicht mitbekommen. Ich denke aber auch, dass die Chance auf eine vorlagengerechte und annähernd "perfekte" Umsetzung, mit einer Serie deutlich besser erreicht werden könnte. Wenn das aber nicht tierische Unsummen verschlingen soll, würde das mit Sicherheit richtig teuer werden, gerade wenn man, wie du schreibst, die Illias und die Aeneis auch noch einbeziehen will. Das Gesamtpaket also. Gerade weil Nolan jetzt aber eine aufwendige und teure Adaption in die Kinos gebracht hat, wird wahrscheinlich keiner den Stoff so schnell wieder anfassen.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.07.2026 20:47 Uhr
0
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@DrStrange

9,5-10 von 10 für "Die Odyssee" sind für mich auch zu viel. Dann stünde der Film bei mir beispielsweise auf einem Niveau mit "Inception" und "Interstellar" und diese bewegen sich schon klar über "Die Odyssee".

Was ich gestern noch erwähnen wollte, die Wahrscheinlich für eine perfekte Adaption wäre wohl am größten gewesen, hätte sich HBO Anfang/Mitter der 2010er Jahre dazu entschieden, den Stoff als Serie umzusetzen. Eine Staffel für die Ilias, eine Staffel für die Odyssee und eine Staffel für die Aeneis, hätte ich mir vorstellen können.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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DrStrange : : Moviejones-Fan
29.07.2026 22:39 Uhr | Editiert am 29.07.2026 - 22:40 Uhr
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Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 4.181 | Reviews: 76 | Hüte: 175

@luhp92

Witzigerweise könnte Robert Pattinson vom Aussehen her fast schon als Sohn oder besser gesagt Enkel des Antinoos aus der 1968er-Miniserie (Constantin Nepo) durchgehen^^

Ja, vom Aussehen gehe ich mit. Von der Darstellung überhaupt nicht.

Ich sehe den Teil genauso, dass ich glaube die Verfilmung von 1954 mit Douglas und Quinn wäre die beste, wenn man ihr mehr Umfang vergönnt hätte. Der Film war aber in seiner veröffentlichten Form bereits ein Geldgrab und galt lange als teuerste Produktion aller Zeiten. Also der "Fluch der Karibik 3" der damaligen Zeit. Nicht auszudenken, was hier eine Monumentalepos-Version verschlungen hätte.

Nolans Verfilmung wird für mich nie in höhere Regionen aufsteigen, weil ich eine Verfilmung von Homers Odyssee, die den Großteil des Stoffs ignoriert, weglässt, verfremdet und dazu den Hauptdarsteller um einige seiner wichtigsten Charakterzüge und Charakterentwicklungen beraubt, niemals als eine wirklich gute oder gar gerechte Umsetzung ansehen kann.

Oder anders ausgedrückt. Wenn dieses angebliche Meisterwerk mit seinen 9,5 – 10 Bewertungen so atemberaubend ist, was wäre dann eine vollständige und adäquate Umsetzung des Stoffs? Eine 12/10 oder eine 15/10?

Die Odyssee ist gerade im Hinblick auf den Bewertungswahnsinn, ein gutes Beispiel dafür, das es auch viele Abstufungen zwischen 1 und 10 gibt.

„Rückkehr nach Ithaka“ ist für mich durchaus eine vollwertige Verfilmung des Stoffs, da ich den Teil in dem Odysseus nach Hause zurückkehrt, immer für den zentralen Kern der Geschichte hielt. Die unweigerliche Auflösung, die kommen muss. Also nicht „der Weg ist das Ziel“.

Fiennes ist unschlagbar und wohl eine der spannendsten und glaubwürdigsten Darstellungen der Figur des Odysseus. Binoche an seiner Seite, fährt in die gleiche Kerbe und lässt für mich eine Hathaway wie kalten Kaffee dastehen. Ja, das ist der kleinere, langsamere, unaufgeregtere Beitrag, aber der Film hat mich deutlich mehr mitgenommen als die ganze Irrfahrt des Christopher Nolan.

So und damit bin ich wieder raus aus der „Odyssee-Diskussion“, da ich mir mit meiner Kritik förmlich die Seele aus dem Leib geschrieben habe, was dieses Thema angeht und mehr habe ich wirklich nicht dazu zu sagen. Es steht alles da drin.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
29.07.2026 20:59 Uhr | Editiert am 29.07.2026 - 21:13 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 19.275 | Reviews: 190 | Hüte: 703

@DrStrange

Da hast du einen lesenswerten und aufschlussreichen Text geschrieben. Betrachte ich in erster Linie gar nicht als Meinungsverschiedenheit zwischen dir und mir, sondern als Erläuterung der Unterschiede zwischen Vorlage und Adaption bzw. zwischen den verschiedenen Adaptionen. Also ein Text, den man künftig zu Rate ziehen kann, sollte man mal wieder über "Die Odyssee" nachdenken.

Ich würde Nolans "Die Odyssee" allerdings schon als stärkste Adaption bezeichnen. Nicht, weil diese in allen Belangen die stärkste Adaption darstellt, sondern wegen der Summe seiner Einzelteile. Der Film bewahrt den Kern der Geschichte, erzählt diese mit ordentlicher Breite, Stringenz, Epik und Tragik, verfügt über einen guten Cast und zudem über das Budget und Talent hinter der Kamera, um abseits des Dramas auch die Epik und das Spektakel entsprechend auf die Leinwand zu bringen.

"Die Fahrten des Odysseus" (1954) mit Douglas und Quinn wäre vermutlich die stärkste Adaption, hätten sie aus dem Film ein Monumentalepos gemacht, als 109-Minuten-Film muss er leider viele Abstriche machen. Die Miniserie "Die Odyssee" (1968) und der Zweiteiler "Die Abenteuer des Odysseus" (1997) charakterisieren den listenreichen Odysseus besser und erzählen die Geschichte in Tiefe und Detail, werden aber stark durch Möglichkeiten damaliger TV-Produktionen limitiert (Technik, Cast in der Breite). Die 1968er-Miniserie hat eine Laufzeit von sechs Stunden, verzichtet wegen Unumsetzbarkeit aber z.B. auf Einiges komplett (Laistrygonen, Hades, Skylla und Carybdis), und verschleppt in den ersten 90 Minuten noch zu sehr das Tempo.
Sehenswerte Adaptionen nichtsdestotrotz und speziell das 1997er-Werk hat wegen Jugendnostalgie immer einen Platz in meinem Herzen, aber für mich bewegen sich diese Adaptionen "nur" im 7-7,5/10-Bereich, während Nolans Film klar Richtung 9/10 geht.

Von "Rückkehr nach Ithaka" verspreche ich mir viel, muss ich noch sehen, hier wird aber ja nur ein Teil der Odyssee verfilmt und nicht die Gesamtgeschichte, von daher ist ein Vergleich nur bedingt möglich.

Ranking:
Die Odyssee (2026)
Troja
Die Abenteuer des Odysseus
Die Fahrten des Odysseus
Die Odyssee (1968)


"Robert Pattinson, darf sich als fieser Antinoos recht schick austoben"

Witzigerweise könnte Robert Pattinson vom Aussehen her fast schon als Sohn oder besser gesagt Enkel des Antinoos aus der 1968er-Miniserie (Constantin Nepo) durchgehen^^

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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DrStrange : : Moviejones-Fan
19.07.2026 17:23 Uhr
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Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 4.181 | Reviews: 76 | Hüte: 175

@MrBond

Vielen Dank für die Recherche! Da kann ich jetzt micht Sicherheit sagen, dass ich den nicht kenne, werde aber mal reingucken.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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MrBond : : Imperialer Agent
19.07.2026 12:54 Uhr
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Weil es mich jetzt nicht mehr losgelassen hat, habe ich intensiver recherchiert und ich glaube, ich weiß jetzt, welcher Film es war. Es scheint einer dieser klassischen DEFA Produktionen (Gemeinschaftsproduktion DDR / CSSR) gewesen zu sein. Ich hatte den irgendwann um 1990 herum auf ARD gesehen (also kurz nach der Wende, als sowieso das Programm durch die ganzn DEFA Filme geflutet wurden) und das würde hier tatsächlich passen: "Die Irrfahrten des Odysseus" von Jiří Tyllers. Und wie es der Zufall will, gibt es den in voller Länge bei YouTube:

“Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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MrBond : : Imperialer Agent
19.07.2026 10:41 Uhr
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@DrStrange

"Ich nehme an du meinst die Animationen von Terry Gilliam?"

Ja, genau. Das war der Stil. Natürlich nicht die Absurdität oder Komik in den Gilliam-Filmen, sondern die Art der Animation. Ich erinnere mich noch dunkel, dass ich z.b. höchst befremdlich fand, wie Odysseus den Bogen spannt, da der Ellenbogen dabei ungesund nach oben abgespreizt würde. Und sonst kann ich mich auch nur noch an die Szene erinnern, in der er als Prüfung (?) einen Pfeil durch irgendwelche Rundaxtlöcher (?) schießen musste. So eine ähnliche Szene hat btw. ein aktuelles Filmstudio als Logo.

“Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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DrStrange : : Moviejones-Fan
18.07.2026 16:37 Uhr
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@Raven13

Danke für das Helmchen!

Ja, als ich aus dem Kino gekommen bin, war ich auch noch bei 4 Hüten, aber wie mir so nach und nach mehrere Punkte bewusst wurden, musste ich dann doch herunterfahren mit der Bewertung.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
18.07.2026 09:24 Uhr
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@ DrStrange

Eine sehr schöne Kritik, sehr detailreich und treffend. Ich finde gut, wie du die Vergleiche zu anderen Verfilmungen und zur literarischen Vorlage ziehst. Im Großen und Ganzen sind wir hier ziemlich einer Meinung.

Eine Bronzehelm gibt es dafür.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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DrStrange : : Moviejones-Fan
18.07.2026 06:52 Uhr
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@MrBond

Vielen Dank für die neue Kopfbedeckung!!

Ja, ich dürfte die bekanntesten Verfilmungen gesehen haben und kann von jeder behaupten, dass sie ihre ganz eigenen Vorzüge besitzt.. Ok, es sollte inzwischen klar sein, dass ich ja grundsätzlich eine Affinität für filmische Werke mit einem "historischen Kontext" habe, selbst wenn sie in der griechischen Mythologie angesiedelt sind. Bei einem neuen "Hercules" Film, würde ich mich ebenso austoben.

Ich nehme an du meinst die Animationen von Terry Gilliam? Eine Zeichentrickversion in diesem Stil ist mir leider nicht bekannt. Muss wohl an mir vorbeigerauscht sein.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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CountDooku : : Moviejones-Fan
17.07.2026 22:42 Uhr
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@MrBond

Die von dir beschriebene Fassung habe ich wohl auch mal gesehen.

Kann mich nur noch an eine Stelle erinnern, wo Odysseus mit seinem Schiff zwischen zwei Riesen durchfährt.

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MrBond : : Imperialer Agent
17.07.2026 21:39 Uhr | Editiert am 17.07.2026 - 21:40 Uhr
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@DrStrange

Auch von mir ein neuer Helm für diese sehr ausführliche Kritik. Du scheinst die literarische Vorlage, sowie die anderen Verfilmungen, sehr gut zu kennen und zu schätzen.

Ich persönlich kann mich ganz dunkel daran erinnern, mal als Kind eine Zeichentrickversion gesehen zu haben, die ich damals aber vom Zeichentrick-Stil her nicht sehr berauschend fand. War so der typische "Monty Python Intermezzo Stil", wenn Du weißt, was ich meine (siehe bei Die Ritter der Kokosnuss, Das Leben des Brian und andere).

“Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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DrStrange : : Moviejones-Fan
17.07.2026 17:51 Uhr
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@CountDooku

Nolans ist für mich zu ernst für so einen Fantasy-Stoff.

Will mir gar nicht vorstellen, wie ein "Herr der Ringe" von Nolan ausgesehen hätte.

Es gibt Genres und Richtungen, denen tut ein realistischer Ansatz nicht unbedingt gut und ja... Fantasy im Stil des "Herr der Ringe", wünsche ich mir bestimmt nicht von einem Christopher Nolan. Die Odyssee hat ja jetzt gezeigt, dass es bereits "Reibungspunkte" gibt, die dem Film mehr schaden als nutzen.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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CountDooku : : Moviejones-Fan
17.07.2026 17:44 Uhr
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Absolut nachvollziehbar und gut möglich das dies der eigentlich Grund war. Ändert trotzdem erstmal nichts daran, das man dadurch derbe Einschnitte in der Geschichte und für Odysseus bekommt.

Stimme dir da zu.

Nolans ist für mich zu ernst für so einen Fantasy-Stoff.

Will mir gar nicht vorstellen, wie ein "Herr der Ringe" von Nolan ausgesehen hätte.

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DrStrange : : Moviejones-Fan
17.07.2026 16:23 Uhr
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@TiiN

Durchaus möglich. Ich habe die Serie nicht am Stück angeschaut. Genauso wie ich mir z.B. "The Stand" nicht am Stück anschauen würde, oder überhaupt irgendwelche Serien. Man muss ja auch über das Gesehene reflektieren können.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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