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Die Odyssee

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"Die Odyssee" und Co.: Warum praktische Effekte wieder im Trend liegen

"Die Odyssee" und Co.: Warum praktische Effekte wieder im Trend liegen
4 Kommentare - Fr, 24.07.2026 von MJ-Caminito
Das Publikum scheint wieder Wert auf greifbare Filmwelten und praktisches Filmemachen zu legen. Was hinter diesem möglichen Trend steckt und welche Filme davon profitieren.
"Die Odyssee" und Co.: Warum praktische Effekte wieder im Trend liegen

Während moderne Blockbuster immer häufiger auf digitale Produktionsmethoden und virtuelle Sets setzen, scheinen aktuell ausgerechnet Filme zu überzeugen, die bewusst den aufwendigeren Weg gehen.

Praktische Effekte, echte Drehorte und physische Kulissen stehen laut einem Kommentar des Hollywood Reporter bei vielen der größten Kinoerfolge des Jahres wieder stärker im Mittelpunkt. Autor James Hibberd sieht darin ein deutliches Signal des Publikums – auch wenn er selbst einräumt, dass es für weitreichende Schlussfolgerungen noch zu früh ist.

Als Beispiele nennt Hibberd Christopher Nolans Die Odyssee, die aktuell weltweit bei 264 Millionen Dollar steht und weiter zulegt, Der Astronaut (683 Millionen Dollar), Backrooms (384 Millionen Dollar) sowie Obsession (442 Millionen Dollar). Trotz ihrer sehr unterschiedlichen Budgets verbindet diese Produktionen eines: Sie setzen in erheblichem Umfang auf praktische Effekte und reale Sets, anstatt sich ausschließlich auf computergenerierte Bilder zu verlassen.

Besonders Der Astronaut sorgte bereits vor dem Kinostart für Aufmerksamkeit, nachdem die Regisseure Phil Lord und Christopher Miller öffentlich machten, bewusst auf Green Screens verzichtet und stattdessen Puppen eingesetzt zu haben – auch wenn der Film selbstverständlich weiterhin umfangreiche visuelle Effekte nutzt.

Nolan und Co. setzen auf Handwerkskunst

Christopher Nolan verfolgte bei Die Odyssee einen radikalen Ansatz. Mehrfach berichtete er über die aufwendigen Dreharbeiten an schwer zugänglichen Originalschauplätzen. Digitale Set-Erweiterungen lehnte der Regisseur nach eigenen Aussagen bewusst ab, obwohl sich etwa Ithaka per CGI problemlos größer und dichter bevölkert hätte darstellen lassen.

Nolan selbst fasste seine Arbeitsweise so zusammen: „Ich habe definitiv die Grenzen meiner eigenen Ausdauer und der aller anderen erreicht. Ich meine, es ist Die Odyssee – natürlich muss es schwer sein. Wir machen unseren Job nicht richtig, wenn ein Film von Die Odyssee nicht aufwendig wirkt.“

Selbst kleinere Produktionen gingen diesen Weg. Für Backrooms entstanden trotz eines Budgets von lediglich zehn Millionen Dollar umfangreiche physische Sets. Obsession-Regisseur Curry Barker wiederum musste bei einem Budget von nur 750.000 Dollar kreative praktische Lösungen entwickeln, um die Horror-Effekte umzusetzen.

CGI-Blockbuster geraten unter Druck

Demgegenüber verweist Hibberd auf mehrere Franchise-Produktionen, deren digitale Optik in den sozialen Medien und von Kritikern negativ aufgenommen wurde. Als Beispiele nennt er Masters of the Universe, Supergirl, The Mandalorian & Grogu sowie Vaiana.

Interessant sei zudem, dass Lucasfilm nach der positiven Resonanz auf die praktischen Effekte von Der Astronaut eigens ein Video veröffentlichte, das die Puppenarbeit bei The Mandalorian & Grogu in den Mittelpunkt stellte. Dennoch blieb bei vielen Zuschauern der Eindruck bestehen, der Film setze insgesamt sehr stark auf CGI.

Nach Ansicht des Hollywood Reporter könnte diese Entwicklung auch mit dem Siegeszug künstlicher Intelligenz zusammenhängen. Je einfacher sich heute täuschend echte Bilder per KI erzeugen lassen, desto stärker scheinen viele Zuschauer wieder auf sichtbar handwerklich entstandene Filme zu reagieren. Gleichzeitig rückt nicht mehr nur das fertige Werk in den Fokus, sondern zunehmend auch die Geschichte seiner Entstehung.

Trend oder nur eine Momentaufnahme?

Darüber hinaus beobachtet Hibberd einen weiteren Trend: Während im vergangenen Jahr zwölf der dreizehn erfolgreichsten US-Kinofilme auf bestehenden Marken oder Franchises basierten, finden sich 2026 mit Der Astronaut, Michael, Hoppers, Wuthering Heights und Send Help gleich mehrere erfolgreiche Produktionen in den Jahrescharts, die nicht Teil einer bestehenden Filmreihe sind. Die Odyssee dürfte sich dieser Gruppe angesichts ihres starken Kinostarts schon bald anschließen.

Ob sich daraus tatsächlich ein nachhaltiger Wandel in Hollywood ableiten lässt, bleibt allerdings offen. Zu viele Faktoren beeinflussen den Erfolg eines Films, als dass sich bereits jetzt von einer generellen Franchise-Müdigkeit sprechen ließe. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass das Publikum derzeit offenbar besonders positiv auf Produktionen reagiert, die durch praktische Effekte, echte Schauplätze und sichtbare Handwerkskunst ein möglichst authentisches Kinoerlebnis vermitteln. Ob daraus ein langfristiger Trend entsteht, werden die kommenden Jahre zeigen.

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4 Kommentare
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MrBond : : Imperialer Agent
24.07.2026 13:03 Uhr | Editiert am 24.07.2026 - 13:05 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 4.095 | Reviews: 29 | Hüte: 639

Interessant in diesem Zusammenhang finde ich, dass die Filmemacher sehr gerne ihre Begeisterung dafür ausdrücken, wie toll sie es finden, wieder handgemachte Effekte zu präsentieren. Und selbst Serien bekommen mittlerweile gerne mal wieder Handarbeit... ich denke da nur an Stranger Things und die Begeisterung der Macher, als sie erzählten, sie hätten das größte Set gebaut, das je als Spezialeffekt in einer Serie benutzt wurde. Auch die Macher von Haus des Geldes erzählten mit einer fast schon kindlichen Begeisterung, wie sie die Schießereien alle mühsam choreografiert hatten... eine Szene, in der links und rechts die Mauern pulverisiert werden, der wegspritzende Staub umher wirbelt und zwischendrin die Schauspieler in Deckung gehen, konnte nur einmal gedreht werden. Wie schnell ist ein Filmemacher dazu geneigt, das einfach digital zu verwirklichen?!

Absolutes Paradebeispiel für grandiose Handarbeit - wenngleich auch schon in die Jahre gekommen, aber dennoch in einer Zeit entstanden, als CGI längst das Kino erobert hatte (und hier ebenfalls zum Einsatz kam) - ist natürlich Herr der Ringe. Das ist wohl genau der Grund, warum die Trilogie so gut gealtert ist, wie ich finde.

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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Manisch : : Gutmensch <3
24.07.2026 12:08 Uhr
0
Dabei seit: 19.10.18 | Posts: 1.960 | Reviews: 32 | Hüte: 131

Am Ende ist das sicherlich auch eine Wechselwirkung aus Anspruch und Realität. Was Nolan da gemacht hat, war irgendwo auch privilegiert und die Rahmenbedingungen stehen nicht jedem Projekt zur Verfügung.

Im Gegenzug ist CGI ja auch nicht grundsätzlich schlecht. Es fällt nur eben eher auf, wenn die Qualität nicht stimmt - sonst bleibt CGI eher unsichtbar. Die Puppen bei Star Wars fand ich hingegen immer etwas...naja. Zu puppig.

Die Möglichkeiten mit CGI sind aber auch noch mal ganz andere. Da kommt es dann auf die Frage an, was überhaupt gemacht werden soll.

Am meisten Innovation würde ich mir da tatsächlich von KI erwarten, weil die extrem realistische Sachen einfach aus dem Ärmel schütteln kann.

AfD-Verbot (:

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Andreas2025 : : Moviejones-Fan
24.07.2026 11:58 Uhr
0
Dabei seit: 22.08.23 | Posts: 519 | Reviews: 0 | Hüte: 19

Es ist vor allem die Zeit so immens wichtig. Gerade das Handwerk braucht wieder mehr Zeit zum Atmen, und dass wir immer mehr diesem Wahnsinn verfallen, keine Zeit zu haben. Gerade bei The Batman Part II sehe ich wie schlimm mittlerweile schon manche sind.

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CountDooku : : Moviejones-Fan
24.07.2026 11:49 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.11 | Posts: 677 | Reviews: 8 | Hüte: 3

Interessant sei zudem, dass Lucasfilm nach der positiven Resonanz auf die praktischen Effekte von Der Astronaut eigens ein Video veröffentlichte, das die Puppenarbeit bei The Mandalorian & Grogu in den Mittelpunkt stellte. Dennoch blieb bei vielen Zuschauern der Eindruck bestehen, der Film setze insgesamt sehr stark auf CGI.

Anhand der Szenen, die ich in den Trailern gesehen habe, hat mir die Puppenarbeit bei Mando nicht gefallen. Die Bewegungen wirkten zu ruckartig, besonders Grogu.

Sehr cool fand ich bei "Der Aufstieg Skywalkers" Maz Kanata. Zuerst dachte ich, dass sie CGI wäre. Erst im Making Of war zu sehen, dass sie eine aufwendige Puppe war.

Generell ist das Problem mit CGI zur Zeit, dass sie schnell hin geklatscht werden. Hauptsächlich, weil die Produzenten oder Regisseure denken, dass die Effektkünstler das schnell hinkriegen.

Diesbezüglich gab es vor Jahren schon Aufschreie von Effekt-Firmen.

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