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Die Odyssee

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Nolan hat uns geblendet

Die Odyssee Kritik

Die Odyssee Kritik
78 Kommentare - 15.07.2026 von Moviejones
Wir haben uns "Die Odyssee" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Die Odyssee

Bewertung: 2.5 / 5

Was hätte Die Odyssee für ein Film werden können, wenn Christopher Nolan sein eigenes Ego einmal zurückgestellt und die Geschichte so erzählt hätte, wie es dem Stoff und seinen Figuren am meisten gerecht geworden wäre? Ein Cast wie aus einem Fiebertraum, ein Budget, von dem viele Filmemacher nur träumen können, und eine Vorlage, die alles für ein zeitloses Meisterwerk mitbringt und dennoch entsteht am Ende ein Werk, das vor allem seinem Regisseur und weniger der Geschichte selbst gerecht wird. Wer Nolans letzten Werke liebt, wird hier zweifellos auf seine Kosten kommen und drei Stunden lang bestens unterhalten werden. Wer jedoch von einem Film mehr erwartet als eine makellose, aber emotionale Distanz, dürfte mit diesem überlangen Epos seine Schwierigkeiten haben. Diese Irrfahrt ist kalt und das im schönsten Griechenland.

Die Odyssee Kritik

Ithaka leidet! Fast 20 Jahre sind vergangen, seit Odysseus (Matt Damon) dem Ruf Agamemnons folgte und mit den griechischen Heeren vor Troja in den Krieg zog. Nach dem Fall der Stadt schien der Heimkehr nichts mehr im Wege zu stehen – doch die Götter hatten andere Pläne. Nachdem Odysseus und seine Männer den Zorn des Poseidon auf sich gezogen haben, beginnt eine jahrelange Irrfahrt voller tödlicher Gefahren und unvorstellbarer Prüfungen. Während seine Frau Penelope (Anne Hathaway) und sein Sohn Telemachos (Tom Holland) auf Ithaka sehnsüchtig auf seine Rückkehr warten, wird das Königreich zunehmend von mächtigen Freiern bedrängt. Sie drängen Penelope, Odysseus für tot zu erklären und einen neuen Gemahl zu wählen, der den Thron besteigen soll. Entschlossen, das Schicksal seines Vaters zu ergründen, begibt sich Telemachos schließlich auf eine gefährliche Reise, um die Wahrheit herauszufinden: Lebt Odysseus noch, oder ist der legendäre Held für immer verloren?

Trailer zu Die Odyssee

Weihnachten 2024 war ein echter Paukenschlag: Christopher Nolan kündigte an, Die Odyssee zu verfilmen. Die Vorfreude war riesig, trotz der berechtigten Frage, ob Nolan der richtige Regisseur für dieses epische Abenteuer ist. Spätestens seit Wolfgang Petersens Troja im Jahr 2004 sehnten wir uns nach einer neuen Adaption der griechischen Mythologie. Natürlich wäre Sean Bean damals die perfekte Besetzung für Odysseus gewesen, doch man kann nicht alles haben. Als nach und nach weitere Namen des Ensembles bekannt wurden, verflog auch die anfängliche Skepsis erst einmal und wich leichter Vorfreude. Nolan gelang es, die Crème de la Crème Hollywoods für sein Projekt zu versammeln. Vom Hauptdarsteller bis zur kleinsten Nebenrolle ist der Film herausragend besetzt. Vor allem spürt man in jeder Szene, mit welcher Begeisterung die Schauspieler Teil dieses außergewöhnlichen Projekts sein wollten.

Nun ist Die Odyssee endlich in den Kinos und wir wissen ehrlich gesagt nicht so recht, wo wir anfangen sollen. Haben wir im Vorfeld einfach zu viel erwartet oder war die Sorge berechtigt, dass Christopher Nolan nicht der richtige Regisseur für diesen Stoff ist? Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.

Unbestritten ist erst einmal, dass Die Odyssee ein visuell beeindruckendes Spektakel geworden ist. Nolan beweist einmal mehr, dass er ein außergewöhnliches Gespür dafür besitzt, Schauspieler perfekt in Szene zu setzen und Filme zu inszenieren, die sich wohltuend vom üblichen CGI-Einheitsbrei abheben. Auch dieses Mal setzt er auf praktische Effekte, echte Kulissen und die Verwendung von analogem Filmmaterial, was dem Film eine besondere Authentizität verleiht. Vielleicht ist es gerade diese Authentizität, die den Darstellern und Darstellerinnen ermöglicht, in nahezu allen Bereichen herausragende Leistungen abzuliefern. Von etablierten Größen wie Matt Damon, Anne Hathaway oder Robert Pattinson erwartet man schauspielerische Höchstleistungen beinahe schon selbstverständlich. Doch Nolan gelingt es ebenso, aus sonst nur soliden Nebendarstellern wie Jon Bernthal oder John Leguizamo Performances herauszukitzeln, die zu den besten ihrer bisherigen Karrieren zählen.

Auch Puristen der Romanvorlage werden sich freuen, dass Nolan nicht versucht den Stoff komplett zu verbiegen und die wichtigen Handlungselemente alle unterbringt. Vom Zyklopen Polyphem, über die Zauberin Kirke, die Sirenen und Kalypso, um nur ein paar Abenteuer zu nennen. Alles findet sich auch in Die Odyssee wieder. Sie alle werden mal mehr und mal weniger gut in Szene gesetzt und zusammen mit den Darstellern muss man hier sagen, der Film hat alles, um auf dem Papier ein großartiges Epos zu werden. Doch liegt der Teufel im Detail oder in der Natur eines Christopher Nolans, der jedem Film seinen unfreiwilligen Stempel aufdrücken muss.

Und hier beginnt es wohl, wo die Geister sich an Die Odyssee scheiden werden. Seit Nolan 2017 Dunkirk produzierte, kommen wir nicht umhin eine Entfremdung zu ihm festzustellen. Seine Filme wurden nicht mehr gemacht, um gute Geschichten zu erzählen, sondern vor allem um ein Vehikel für filmische Spielereien zu sein. Oft überstilisiert, mangelte es ihnen an einer stringent und gut erzählten Handlung. Das alles mündete im überaus erfolgreichen und gefeierten Oppenheimer 2023. Doch unseren Nerv trifft Nolan damit auch diesmal nicht. Zu oft wirken seine Filme trotz aller Brillanz emotional distanziert, das Herz hinter der beeindruckenden Inszenierung fehlt. Zwar hält er sich dieses Mal mit allzu experimentellen Ideen zurück, kann es aber dennoch nicht lassen, sein typisches erzählerisches Markenzeichen einzubringen. Das Ergebnis sind zahlreiche Zeitsprünge und ein teils hektischer Schnitt, der dem Film nicht immer guttut.

Anstatt die Geschichte der Odyssee chronologisch zu erzählen, verwebt Nolan immer wieder Rückblenden an die Belagerung Trojas mit Visionen und Szenen auf Ithaka. Gleichzeitig erlebt Odysseus in Kalypsos Gefangenschaft seine Erinnerungen erneut und arbeitet sich so Stück für Stück durch die Stationen seiner Irrfahrt. Der erzählerische Mehrwert dieser Struktur erschließt sich uns allerdings nicht, im Gegenteil. Sie hat spürbare Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Stoffes. Statt einer epischen Fantasygeschichte zu folgen und mit den Figuren mitzufiebern, bleibt der Zuschauer oft auf emotionaler Distanz. Die ständigen Sprünge nehmen der Handlung ihre Wucht und verhindern, dass eine echte Bindung zu den Charakteren entsteht.

Besonders deutlich wird dies bei den Gefährten von Odysseus. Obwohl seine Mannschaft während der zehnjährigen Irrfahrt immer weiter dezimiert wird und Odysseus wiederholt alles daransetzt, seine Männer zu retten, bleiben sie weitgehend konturlos. Ihre Verluste gehen nahezu beiläufig an einem vorbei. Auch die großen Momente der Reise und die Begegnungen mit den mythologischen Wesen werden eher wie Punkte auf einer Checkliste abgearbeitet, anstatt ihnen den Raum zu geben, ihre volle Faszination und Bedeutung zu entfalten. Dabei gibt es hier auch echte Höhepunkte.

Vor allem die Begegnung mit dem Zyklopen Polyphem sorgt für einen wohligen Nervenkitzel und driftet stellenweise beinahe ins Horrorgenre ab. Visuell mag seine Gestaltung zunächst ungewohnt wirken, doch Polyphem entfaltet schnell eine bedrohliche Präsenz, die zu den stärksten Momenten des Films zählt. Umso enttäuschender ist es, dass Nolan hier eine der fragwürdigsten kreativen Entscheidungen der gesamten Verfilmung trifft. Odysseus trägt viele Beinamen, allen voran den des "Listenreichen". Davon bekommt der Zuschauer im Laufe des Films allerdings nur wenig zu spüren. Zwar wird auch hier Polyphem geblendet, doch ausgerechnet die entscheidenden Momente dieser Episode fehlen vollständig.

Gerade die Begegnung mit dem Zyklopen definiert Odysseus wie kaum ein anderes Ereignis der Vorlage. Hier beweist er nicht nur seine außergewöhnliche Klugheit, sondern offenbart zugleich seine größte Schwäche: seinen Stolz. Im Film sucht man den berühmten "Niemand“ jedoch vergebens, jene List, mit der Odysseus Polyphem täuscht und erst die Flucht seiner Männer ermöglicht. Ebenso fehlt der anschließende Moment des Übermuts, in dem Odysseus dem Zyklopen leichtfertig seinen wahren Namen verrät und damit die verhängnisvolle Kette von Ereignissen in Gang setzt.

Dabei ist es gerade diese Mischung aus Genialität und Hybris, die den Charakter des Odysseus so faszinierend macht. Indem Nolan diese Schlüsselmomente streicht, beraubt er die Geschichte eines ihrer wichtigsten erzählerischen und emotionalen Fundamente. Auch die anderen Episoden schwanken immer wieder zwischen coolen Ideen und fragwürdigen Entscheidungen. Die Momente bei Kirke sind visuell spannend umgesetzt, aber lustlos aufgelöst. Doch am meisten haben wir einer epischen Inszenierung von Skylla und Charybdis entgegengefiebert. Doch der tödliche Strudel an der Meerenge hätte nicht langweiliger dargestellt werden können und Charybdis ist eine kreative Bankrotterklärung. Das Schlimme daran, diese ganzen Momente passieren oft ohne Spannungsaufbau, sind oft nach wenigen Minuten wieder Geschichte und vergessen.

Was Nolan in Die Odyssee bei diesen Momenten an Zeit spart, investiert er dagegen an anderen Stellen. Vor allem sein Odysseus Sohn Telemachos wird für die Handlung massiv ausgebaut, um Tom Holland mehr Leinwandzeit zu geben und Hut ab, es ist die wohl beste Performance seiner Karriere und zeigt, dass er mehr sein kann als Peter Parker. Aber diese Passagen sind leider auch unnötig und machen vieles in Die Odyssee unnötig zäh. Dies macht sich in den ersten 15-20 Minuten des Films bemerkbar, bevor überhaupt auch nur Matt Damon in Erscheinung treten kann und mündet in einem Finale in Ithaka, dass zwar inhaltlich treu der Vorlage ist, aber gefühlt eine Ewigkeit in die Länge gezogen wird und einen nicht unerheblichen Teil der Laufzeit verschlingt.

Kommen wir noch einmal zurück zu den Effekten. Das, was auf die Leinwand gezaubert wird, kann sich sowohl mit praktischen, als auch bei den CGI-Effekten sehen lassen. Es ist auch lobenswert, dass Nolan versucht an so vielen Stellen echtes Licht einzufangen und mit echtem Film zu arbeiten. Warum dann aber die digitale Nachbearbeitung so radikal sein musste und den Farben jedwede Intensität geraubt wird, bleibt ein weiteres Rätsel. Es wirkt alles so farb- und trostlos, was vielleicht zur Stimmung, aber eben nicht zu den bereisten Orten passt. Und auch das Licht bleibt so eine Sache, denn viele Szenen gehen in einer Dunkelheit unter, die an die Schlacht um Winterfell in Game of Thrones erinnert.

Wozu macht das alles Die Odyssee am Ende? Die Zutaten für ein Meisterwerk sind zweifellos vorhanden. Der Cast ist herausragend, die literarische Vorlage bietet alles, was man sich von einem epischen Fantasy-Abenteuer wünschen kann, und viele einzelne Szenen zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in diesem Film steckt. Doch dieses Potenzial wird nie vollständig ausgeschöpft. Die Geschichte ist unglücklich montiert, die erzählerischen Schwerpunkte erscheinen fragwürdig gewählt und der Film verliert sich immer wieder in seiner eigenen Inszenierung.

Mögen sich manche Zuschauer an den überstilisierten Rüstungen oder einzelnen Castingentscheidungen stören, all das spielt für uns letztlich keine entscheidende Rolle. Viel schwerer wiegt, was Die Odyssee auf dem Weg zu seinem Finale liegen lässt: die vielen Möglichkeiten, die dieser Stoff geboten hätte.

Natürlich darf sich ein Regisseur kreative Freiheiten nehmen. Auch Wolfgang Petersen traf mit Troja einige Entscheidungen, die man kritisch hinterfragen kann und die wir bis heute bedauern. Dennoch gelang es ihm, sein Publikum emotional mitzunehmen und einen packenden Abenteuerfilm zu erschaffen. Vor allem auch durch einen bewegenden Soundtrack, der hier gänzlich Urlaub macht. Christopher Nolans Die Odyssee hinterlässt bei uns hingegen vor allem ein Gefühl der Wehmut. Nicht, weil der Film durchgängig schlecht wäre, sondern weil er immer wieder erahnen lässt, welch außergewöhnliches Werk hier hätte entstehen können.

Nolan-Fans werden hier dennoch voll auf ihre Kosten kommen und packen gern zwei Hüte drauf, auch würde es uns nicht wundern, wenn dieser Film 2027 bei den Oscars abräumt. Wer jedoch bereits mit seinen letzten Filmen fremdelte und sich eine emotionalere, klassisch erzählte Adaption der Vorlage erhofft hatte, dürfte am Ende zu einem ähnlichen Fazit gelangen wie wir: Die Odyssee ist für uns die größte Enttäuschung des Kinojahres 2026.

Die Odyssee Bewertung
Bewertung des Films
510

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78 Kommentare
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Luis345 : : Moviejones-Fan
07.08.2026 22:27 Uhr
0
Dabei seit: 07.08.26 | Posts: 1 | Reviews: 2 | Hüte: 0

Sehr schöne und schlüssige Kritik zum Film. Eine der wenigen, die aus dem Einheitsbrei aus Lobhudelei für "Die Odyssee" heraussticht. Und ich stimme ihr vollkommen zu.

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BenBulben : : Moviejones-Fan
06.08.2026 21:18 Uhr | Editiert am 06.08.2026 - 21:28 Uhr
0
Dabei seit: 14.07.16 | Posts: 97 | Reviews: 0 | Hüte: 7

Jetzt keine direkte Kritik. Mir hat der Film ziemlich gut gefallen, auch wenn ich natürlich mehr Fantasyelemente drin gehabt hätte. Im Film "Troja" gabs keine. Hier nun sehr wenige. Und vielleicht gibt’s ja bald mal wieder so einen richtigen monumentalen Sandalenfilm mit Göttern und Monstern und Orchester.

Von mir bekommt der Film 4 von 5 Hüten. Die Bilder sind großartig. Die schauspielerischen Leistungen hervorragend. Die Beweggründe der Personen sind für mich nachvollziehbar. Der Soundtrack rockt. Insbesondere die Musik der Sirenen, welche ja nun sehr häufig in Reels verwendet wurde, in den sozialen Netzwerken. Dazu die mehrdeutigen Lesarten seiner Erfahrungen.

Dann Agamemnon, in dieser schwarzen, fast übermenschlichen Rüstung als wahnwitzigem, gottkaiser-ähnlichen Tyrannen, der sein eigenes Kind für Winde opferte.

Eigentlich schreibe ich jetzt bloß, da ich immer mehr über die Drehorte der Odyssee lese und wie oft da die nördlichen Länder auftauchen, glaub ich echt fast, Nolan hat sich vom italienischen Atomingenieur und Amateurhistoriker Felice Vinci inspirieren lassen, welcher die These in seinem Hauptwerk "Homer an der Ostsee" vertritt, dass die Handlung der Ilias und der Odyssee sich im Norden Europas zugetragen habe.

Wer Lust hat, darüber etwas zu lesen, hier der Link. Eigentlich ganz interessant, wenn man es als eine originelle Außenseitertheorie sieht, welche man als anregendes Gedankenexperiment verstehen kann, ohne diese als gesicherte historische Rekonstruktion zu betrachten. Irgendwie ganz spannend:

https://de.wikipedia.org/wiki/Felice_Vinci

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Lehtis : : Gejagter Jäger
06.08.2026 16:52 Uhr
0
Dabei seit: 24.08.11 | Posts: 2.119 | Reviews: 7 | Hüte: 84

@Duck-Anch-Amun Naja ich hab den Film jetzt erst gesehen. Mit Baby daheim schaffe ich oft nicht früher. Deswegen die späte Reaktion.

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GPJ : : Popcornologe
06.08.2026 12:21 Uhr
0
Dabei seit: 26.09.24 | Posts: 1.312 | Reviews: 5 | Hüte: 82

Ich finde für diesen Laden hier einfach keine Worte mehr.

Moviejones ist ein Laden? Dafür kauft ihr hier aber relativ wenig. Oder klickt ihr immer fleißig auf die Werbebanner? Dann ist ok.

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
06.08.2026 10:57 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 12.566 | Reviews: 50 | Hüte: 866

@luhp92
Nee, ich bin nicht überzeugt^^ Klar, du hast gute Argumente und der Großteil empfand ja wie du. Mich konnte das ganze nicht abnehmen, vom Schauspiel bis zur Umsetzung hin nicht. Das Ende war mir sowieso viel zu sehr in die Länge gezogen worden, die Auflösung verpuffte da für mich auch komplett.
Die Sache mit dem Hund liegt bei mir dann auch vielleicht daran, dass ich generell bei Hunden immer emotionaler reagiere^^ Also das hat mich voll mitgenommen, Anne Hathaways Schauspiel weniger ;)

@Lethis
Der Film ist richtig gut und 4,5/5 hat der locker verdient.
Und ich finde, der Film hat locker weniger als 4,5 verdient^^ Und was jetzt? Wer hat Recht, du oder doch ich? Oder keiner von uns? Oder vielleicht sogar wir beide? Ich kann Moviejones Kritik in sehr vielen Bereichen nachvollziehen und sie liest sich definitiv besser als die Hutvergabe es schlussendlich ausdrückt. Vielleicht ist man dann auch auf 2,5 runtergegangen, um bisschen für eine Kontroverse zu sorgen? Und dies scheint auch zu funktionieren, wenn User sich 3 Wochen nach Release immer noch über Moviejones Bewertung beschweren^^

Umgekehrt liest sich z.B. meine Kritik viellleicht schlechter als meine 3,5 - dabei hab ich zwischen 3,5 und 4 Hüten tendiert. Die Hutvergabe sticht zwar zuerst ins Auge, der Inhalt sollte trotzdem allgmein mehr Berücksichtigung finden.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
05.08.2026 21:15 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 10.598 | Reviews: 190 | Hüte: 727

@Kayin

Bitte? Ich bin erschüttert smile


MJ-Pat
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Kayin : : Hollywoodstar
05.08.2026 17:37 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 3.201 | Reviews: 2 | Hüte: 353

Die gleiche Bewertung wie Tron Ares.

Ich finde für diesen Laden hier einfach keine Worte mehr

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

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GPJ : : Popcornologe
05.08.2026 16:21 Uhr | Editiert am 05.08.2026 - 16:22 Uhr
0
Dabei seit: 26.09.24 | Posts: 1.312 | Reviews: 5 | Hüte: 82

Falls es Dich tröstet, @Lehtis, die Kritik teilt fast niemand, die meisten fanden ihn gut. smile

Hier, siehe den Moviejones Kritikenspiegel: https://www.moviejones.de/news/news-die-odyssee-kritikenspiegel-hier-sind-eure-meinungen_51168.html

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Lehtis : : Gejagter Jäger
05.08.2026 14:33 Uhr | Editiert am 05.08.2026 - 14:42 Uhr
0
Dabei seit: 24.08.11 | Posts: 2.119 | Reviews: 7 | Hüte: 84

Die Kritik kann ich null nachvollziehen. Der Film ist richtig gut und 4,5/5 hat der locker verdient.

"Wer jedoch bereits mit seinen letzten Filmen fremdelte und sich eine emotionalere, klassisch erzählte Adaption der Vorlage erhofft hatte, dürfte am Ende zu einem ähnlichen Fazit gelangen"

Was meint ihr damit? Oppenheimer, der gefiel mir in der Tat nicht wriklich (so wie Dunkirk), aber Odyssee ist ja wieder ein typischer Nolan Film und kann sich locker an sowas wie Inception oder Interstellar anschließen nur eben in einem anderen Genre.

P.S. Ich kannte die Story von Odyssee nicht. Also maximal dir Grundstory. Also das mit Troja natürlich und das er irgendwie rum irrt mit dem Schiff. Aber was genau passiert wusste ich nicht. Für mich hat der Film dennoch super funktioniert. Vll sogar besser weil ich eben nicht wusste was alles so kommt.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.07.2026 20:07 Uhr | Editiert am 30.07.2026 - 20:17 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 19.124 | Reviews: 189 | Hüte: 698

@Duck-Anch-Amun

Zur Musik:
Ich höre den Odyssee-Score seit drei Tagen quasi in Dauerschleife^^ Funktioniert in Kombination mit den Bildern natürlich besser, kann man aber auch separat sehr gut hören und ich assoziiere die Musik klar mit dem Film. Das fällt natürlich erstmal auch unter Recency Bias und müsste ich nach längerer Zeit Pause (Monate/Jahre) überprüfen, aber ich gehe davon aus, dass mindestens die Hauptthemen ihren Wiedererkennungswert haben werden, wenn ich die Musikstücke dann erneut höre. Siehe "Oppenheimer", bei dem das auch der Fall ist.

Zu Odysseus und Penelope:
Sie möchte mit dem Bettler reden, weil er meint, ein Veteran des Krieges zu sein und unter Odysseus gedient zu haben. Odysseus gibt sich ja sogar als Sinon aus, der selbst Ithaker war. Also der Bettler ist abseits der Gerüchte und Lieder die erste handfeste Verbindung zu Odysseus und dementsprechend möchte sich Penelope natürlich mit ihm unterhalten und seine Schilderungen hören.

Odysseus verbirgt sein Gesicht, ja, aber ist das so verdächtig? Er ist nicht der einzige Bettler in der Halle, der Kapuze trägt. Ob Penelope die Reaktion der Dienerin sieht, ist fraglich. Zum einen sitzt Penelope hinter ihrer Gitterwand (was Odysseus´ Geständnis ferner wie eine Beichte im Bechtstuhl wirken lässt) und die Dienerin befindet sich eben zu Odysseus´ Füßen und wird meine ich in Penelopes Blickwinkel zudem von seinem Rücken verdeckt. Odysseus´ ruckartige Reaktion könnte aus Penelopes Perspektive einfach nur die Reaktion darauf sein, dass die Dienerin an den Füßen oder Beinen eine wunde/verletzte/empfindliche Stelle berührt hat, was bei einem Bettler bzw. Kriegsveteranen nicht sonderlich ungewöhnlich wirken wird.

"hat man nur einen Film gesehen, dann wusste man, dass Odysseus genau so sich zu erkennen gibt.", was ist das jetzt für ein Argument?^^ Natürlich weiß man das, wenn man die Geschichte der "Odyssee" kennt. So wie man beispielsweise bei einer Verfilmung der Artussage auch weiß, dass Artus das Schwert aus dem Stein ziehen wird.

"dass ausgerechnet der Bettler sich dann auch noch versuchen möchte."
Dadurch kommt Penelope zunächst ja schon der Gedanke, die Hoffnung, es könne sich um Odysseus handeln. Aber weil Odysseus so tut, dass er den Bogen nicht spannen könne, sieht sie sich von ihrer Hoffnung enttäuscht und wendet sich ab. Erst danach spannt Odysseus den Bogen und lässt ihn musikalisch schwingen.

Die Erkennungsszene mit Argos war auch schön, hat in meinen Augen aber nicht den gleichen emotionalen Impact, dafür hätte es in den Flashbacks noch mehr Szenen mit Odysseus und Argos geben müssen, um deren Bindung zu verdeutlichen. Für mich war die Bindung zwischen Eumaeus und Argos stärker als die zwischen Odysseus und Argos.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Soulbreaka : : Nummer 1
29.07.2026 10:32 Uhr
0
Dabei seit: 04.04.10 | Posts: 655 | Reviews: 10 | Hüte: 1

@Duck-Anch-Amun: Ich fand den Moment als Penelope realisiert, dass es sich um Odysseus handelt, emotional auch sehr stark. Anne Hathaway hat die Rolle grandios gespielt. Ich fand aber auch den Moment als Telemachos mekt, dass es sich um seinen Vater handelt und auch das Wiedersehen von Odysseus mit seinem Hund wirklich stark umgesetzt.

@CountDoku:

Ich fand es komisch, dass Helena Telemachos als Odysseus Sohn erkannt hat, während Menelaos, der viel Zeit mit Odysseus verbracht hat, ihn nicht erkennt.

War das wirklich so? Ich habe das ganz anders wahrgenommen. Helena spricht es zwar aus, aber erkannt haben ihn beide. Für mich war das an der Stelle eindeutig ein "WIR wissen wer du bist"

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
29.07.2026 10:19 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 12.566 | Reviews: 50 | Hüte: 866

@CountDooku
Bei "Dune" hat doch Hans Zimmer die Musik gemacht.
Mea Culpa, du hast natürlich zu 100 % Recht. Da hab ich es verwechselt, weil die Vorgehensweise mit kreativen und eigentümlichen Instrumenten zu arbeiten, die gleiche war/ist.
Göransson fiel mir trotzem positiv auf, wennn ich da an The Mandalorian, The Book of Boba Fett und natürlich die Black Panther-Filme denke, auch dort oftmals mit tollem Ethno-Score. Lustigerweise hat Oppenheimer für mich quasi genau die gleichen Probleme wie The Odyssee.

Zu den Theorien:
Ich finde es toll, dass man soviel in den Film hinein interpretieren kann. Das ist auch ein positives Merkmal. Selbst wenn ich mir etwas anderes gewünscht hatte, deuten die vielen Interpretationsmöglichkeiten darauf hin, dass Nolan bewusst unterschiedliche Aspekte ansprechen wollte.

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CountDooku : : Moviejones-Fan
29.07.2026 09:40 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.11 | Posts: 723 | Reviews: 8 | Hüte: 7

@Duck-Anch-Amun Bei "Dune" hat doch Hans Zimmer die Musik gemacht.

Zu der Darstellung von Agamemnon habe ich eine interessante Theorie gehört:

Agamemnon soll eine Art Personifizierung des Bösens sein, dass die Griechen zu den Gräueltaten in Troja anstiftet. Wenn Odysseus bei der Abfahrt von Troja sagt, er ist Agamemnon lange genug gefolgt, kann man das so auslegen, dass er sich von der Bosheit abwenden will. Später in der Unterwelt wird ihm dann aber klar, dass Agamemnon auch nur ein Mann und leicht zu töten war.

Bei Helena sind mir zwei Sachen aufgefallen:

Ich fand es komisch, dass Helena Telemachos als Odysseus Sohn erkannt hat, während Menelaos, der viel Zeit mit Odysseus verbracht hat, ihn nicht erkennt.

Bei den Narben in ihrem Gesicht war mein erster Gedanke, dass Menelaos sie bestraft hätte. Vor allem wegen seiner spöttischen Bemerkung über ihre Entstellung.

Als sie sich von Telemachos verabschiedet und sagt, dass sie es bedauert dass so viele Menschen wegen ihr gestorben sind, könnte es auch sein, dass sie sich selbst entstellt hat.

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
29.07.2026 08:54 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 12.566 | Reviews: 50 | Hüte: 866

@luhp92
Ein eigener Hauptcharakter im Film. Also wie im bekannten Meme das brennende Piano, und ihr schreibt hier von "der Soundtrack macht Urlaub" ^^
Also ich bin ja einer, der schon sehr auf Filmmusik achtet und für mich hat Moviejones hier ins Schwarze getroffen. Ja, er experimentiert sehr viel, er nutzt antike Melodien (oder was wir uns darunter vorstellen) mit unterschiedlichen Instrumenten und das ist auch alles gewaltig. Ist nach dem Kinobesuch aber direkt wieder weg, in Erinnerung bleibt nur der "Krach" der sonst im Film bei lauteren Szenen dröhnte. Für mich ist es Musik, die wohl nur mit den Bildern funktioniert, wenn ich mir jetzt einen Titel des Scores anhören würde, würde ich nicht mal wissen, dass es in The Odyssee vorkam. Göransson schaffte es z.B. beim Score zu Dune, der ja ebenfalls gerne kontrovers diskutiert wird, für mich persönlich besser. Über Ramin Djawadi für den das Meme ja quasi erfunden wurde, brauchen wir da nicht zu reden, das sind Welten^^
Aber Musik ist halt auch sehr subjektiv, vielleicht würde ich meine Meinung nach einer zweiten Sichtung ändern, wenn man sich mehr darauf einlässt - aber die Kritik von MJ kam nach eine Sichtung genau wie bei mir und ich empfinde deshalb genauso.

zerbricht mir persönlich das Herz und bringt mich an den Rand der Tränen. Einer der emotional ergreifendsten Momente im Gesamtwerk Nolans^^
Wow, wie unterschiedliche Wahrnehmungen sein können - für mich hat Nolan genau die Szene grandios verpatzt^^ Davon abgesehen, dass Penelope ja sowieso ständig davon faselt, dass Odysseus noch lebt und der Bettler selbst für sie sehr auffällig ist, führt sie ein sehr langes Gespräch mit ihm. Zufälligerweise zeigt er nicht sein Gesicht. Dann kommt die Dienerin, um Odysseus die Füße zu waschen - und blickt erschrocken drein als hätte sie wortwörtlich einen Geist gesehen. Odysseus wedelt noch mit den Händen - Penelope hat wohl zufälligerweise genau in dem Moment weggeschaut. Die Szene mit dem Bogen war dann Chekhovs gun, hat man nur einen Film gesehen, dann wusste man, dass selbst der ausgedürrte seit Jahren am chillende Odysseus genau so sich zu erkennen gibt. Davon abgesehen, dass ausgerechnet der Bettler, der ja schon lange mit der Königin geplaudert hatte, sich dann auch noch versuchen möchte.
Nee, das war ließ mich komplett kalt, vielleicht auch weil ich von Anne Hathaways Schauspiel bzw. wie ihre Rolle ausgelegt war, sowieso mal gar nichts anfangen konnte.
Da war für mich alles was den Hund betraf, deutlich emotionaler!

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GPJ : : Popcornologe
28.07.2026 21:43 Uhr
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Dabei seit: 26.09.24 | Posts: 1.312 | Reviews: 5 | Hüte: 82

Ist wirklich spannend, was man aus der Odyssee machen kann, bzw, sich da erwarten kann.

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