
Die Odyssee beherrscht aktuell die Kinos. Regisseur Christopher Nolan verfilmt Homers Odyssee, ein Werk der griechischen Mythologie, das seit jeher zu faszinieren weiß. Tatsächlich wurde der Stoff seit dem Zeitalter des Tonfilms mehrfach verfilmt, teilweise sogar durchaus beachtlich. In diesem kleinen Special möchten wir auf bisherige Adaptionen von Odysseus’ Abenteuern eingehen.
Die Fahrten des Odysseus (1954)
Der italienische Regisseur Mario Camerini nahm sich des Werkes an und schuf für seine Zeit eine mehr als beachtliche Verfilmung mit dem Titel Die Fahrten des Odysseus. Odysseus wird hierbei prominent von Kirk Douglas (dem Vater von Michael Douglas) verkörpert. Auch dieser Film beginnt, wie Homers Geschichte, nicht chronologisch. Zudem beeindruckte er seinerzeit mit spektakulären Spezialeffekten. Mit einer Laufzeit von lediglich 109 Minuten war es jedoch schwer, dem Epos vollends gerecht zu werden.
Die Odyssee (1968)
Diese bemerkenswerte Fernsehadaption wurde von Franco Rossi (erneut einem Italiener) inszeniert. Die Odyssee beschäftigt sich in insgesamt vier Teilen sehr gründlich mit sämtlichen Etappen sowie Nebenhandlungen der Geschichte. Gedreht wurde an zahlreichen mediterranen Originalschauplätzen in der Mittelmeerregion. Bei einer Laufzeit von insgesamt über sechs Stunden ist diese Miniserie über weite Strecken allerdings sehr zäh. Odysseus wurde vom jugoslawischen Schauspieler Bekim Fehmiu verkörpert.
Die Abenteuer des Odysseus (1997)
Die Adaption mit der bisher vermutlich größten Bekanntheit dürfte der Fernsehzweiteiler Die Abenteuer des Odysseus sein. In insgesamt fast drei Stunden wird die Odyssee des Odysseus recht linear erzählt. Verkörpert wird er dabei vom US-Amerikaner Armand Assante. Im Cast finden sich zudem Christopher Lee, Eric Roberts und Isabella Rossellini. Für eine Fernsehproduktion der 90er-Jahre ist dieser Film wirklich hochwertig umgesetzt. Dafür gab es zwei Emmy Awards sowie zwei Nominierungen für den Golden Globe.
Rückkehr nach Ithaka (2024)
Ein wenig unter dem Radar lief Rückkehr nach Ithaka. Der Film fokussiert sich auf die Rückkehr Odysseus’ nach Ithaka und ist eher ein Charakterdrama als ein mythologisches Epos. In der Hauptrolle sehen wir Ralph Fiennes als Odysseus, Penelope wird von Juliette Binoche gespielt. Inszeniert wurde diese etwas andere Perspektive auf die Odyssee vom Italiener Uberto Pasolini.
Die Odyssee (2026)
Nicht zu vergessen ist natürlich Die Odyssee, der aktuell im Kino läuft.
"Die Odyssee" Trailer 2 (dt.)
Es gibt noch mehr
Darüber hinaus gibt es teilweise beeindruckende Verfilmungen, die sich der griechischen Mythologie widmen. Manche beschäftigen sich mit der Ilias, dem zweiten großen Epos Homers, andere schlagen einen völlig anderen Weg ein. Auch auf solche Werke möchten wir nun einen Blick werfen.
Die schöne Helena (1956)
In Die schöne Helena steht nicht der trojanische Krieg sondern die namensgebende Helena im Vordergrund. Trotzdem tauchte auch in diesem Film Odysseus auf. Dargestellt wurde er von Torin Thatcher. Regie führte Robert Wise, und Helena wurde von der Italienerin Rossana Podestà gespielt. Für Brigitte Bardots frühe Karriere reichte es damals lediglich zu einer Rolle als Dienerin Helenas. Dies ist eine sehr freie Adaption der Ilias.
Troja (2004)
Wir bleiben beim Trojanischen Krieg, diesmal jedoch deutlich epischer. Troja erzählt den Krieg aus Sicht beider Kriegsparteien. Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen inszenierte dieses Sandalenepos im Jahr 2004. Schon damals war der Film hochkarätig besetzt: Brad Pitt als Achilles, Diane Kruger als Helena, Orlando Bloom als Paris und Sean Bean als Odysseus.
"Troja" Trailer
Der Film fokussiert sich auf den Trojanischen Krieg und geht nicht weiter auf das Schicksal Odysseus’ ein. Ganz besonders sehenswert ist hier der Director’s Cut, der eine Laufzeit von über drei Stunden erreicht.
Interessanter Fun Fact: Christopher Nolan wurde damals als Regisseur für Troja gehandelt.
Die Verachtung (1963)
Stellt euch vor, einer der größten deutschen Regisseure der Filmgeschichte würde es sich zur Aufgabe machen, die Odyssee zu verfilmen. Genau darum geht es in Die Verachtung von Jean-Luc Godard. Der deutsche Regisseur, den wir hier meinen, ist kein Geringerer als Fritz Lang, der sich selbst spielt. Während sich große Teile der Handlung am Set einer Odyssee-Verfilmung abspielen, setzt der Film einen ganz anderen Schwerpunkt. Im Mittelpunkt steht die Entfremdung eines Ehepaares. Paul wird von Michel Piccoli verkörpert, seine Frau Camille von der bezaubernden Brigitte Bardot.
Die Verachtung ist vor allem ein Ehedrama, greift die griechische Mythologie jedoch immer wieder auf beeindruckende Weise auf.
Die Odyssee als Hörbuch
Darüber hinaus kann man sich derzeit bei ARD Sounds Homers Odyssee anhören. In acht Teilen à 50 Minuten liest Meike Rötzer die Geschichte vor. Wir binden hier den Trailer ein:
Die Odyssee von Christopher Nolan läuft seit Donnerstag im Kino.
