Hollywood in den 50er Jahren. Cartoons und Menschen leben (eigentlich) friedlich miteinander. Die Menschen in Hollywood und die Toons in Toonstadt. Früher hat der Schnüffler Eddie Valiant gern mit seinem Bruder Fälle in Toonstadt gelöst, doch als sein Bruder von einem Toon getötet wird, fängt Eddie an, die Toons zu hassen. Doch genau er wird von dem Toon Roger Rabbit angeheuert, um Rogers Frau und Sexbombe Jessica nachzuspionieren. Widerwillig geht Eddie darauf ein und wird in ein verrücktes Abenteuer gezogen. Plötzlich wird Roger Rabbit des Mordes bezichtigt und der fiese Richter Doom will Roger exekutieren lassen und dann ist auch noch ganz Toonstadt bedroht. Es liegt nun an Eddie und Roger, die Wahrheit herauszufinden und dabei vielleicht sogar den Mörder von Eddies Bruder zu finden.
@MrBond
Stimmt, eine gute Beobachtung.
Neben Roger Rabbits Abrufen der Sterne bei der Schauspielarbeit fällt mir jetzt auch noch ein, dass Roger Rabbit aus den Handschellen schlüpfen kann, aber nur wenn dies einen witzigen Moment kreiert. Oder die Wiesel, die Gefahr laufen, sich beim Anblick von Slapstick wortwörtlich totzulachen.
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
@luhp92
"...mit Cartoon-Slapstick kombiniert..."
...und ich finde, das hat man extrem charmant gelöst. Der Slapstick wurde quasi als "problematisches, angeborenes Übel" inszeniert, dem jeder Toon unweigerlich unterworfen ist. In Hollywood ist es - bei den Dreharbeiten - sogar harte Toon-Arbeit (siehe beispielsweise zu Beginn die "Vögelchen" vs. "Sterne"). Egal, wie absurd die Situation auch ist, sie bleibt trotzdem im Kontext der Geschichte, ernst - und dies gelingt ausserordentlich gut und sympathisch, ohne konstruiert zu wirken.
“Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"
@TiiN
Hätte ich den Film als Kind gesehen, hätte ich manche Szenen sicherlich auch gruselig gefunden^^ Und ja, die Anspielungen hätte ich auch nicht verstanden.
"Cool World" sagte mir bisher noch gar nicht. Die Kritiken fallen jetzt nicht so gut aus, aber für einen Film von Ralph Bakshi mit Brad Pitt könnte ich wohl einschalten.
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
@luhp92
Toll dass du dich für diesen Film begeistern konntest. Ist schon eine echt spannende Mischung. Ich habe ihn erstmalig gesehen da war ich deutlich im Kinderalter und fand ihn ansich zwar gut, aber manche Szene waren auch sehr gruselig. Etwa wie der Schuh vernichtet wurde. Zudem habe ich natürlich ein Großteil der Anspielungen nicht verstanden. Da war es eine Freuden, den Film Jahrzehnte später erneut zu sehen.
Falls du gerade an Hybrid-Filmen interessiert bist könntest du noch Cool World eine Chance geben. Nicht ganz so stark, aber auch eher etwas erwachsener und in der Hauptrolle ein damals sehr unbekannter Brad Pitt.
Ich habe mir gestern zum ersten Mal "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" angesehen. Im Kontext meines unten verlinkten Kommentars möchte ich anmerken, dass ich den Film deutlich über nachfolgende Hybridwerke ansiedele, obwohl mir "Space Jam 2" und "Coyote vs ACME" auch gefallen haben.
https://www.moviejones.de/kritiken/coyote-vs-acme-kritik-8702.html#commentstop
Dass der Film überhaupt existiert und funktioniert, wirkt schon wie ein kleines Wunder.
Als Hommage an und Parodie auf das Goldene Zeitalter Hollywoods, auf das Genre des Noir-Krimis (wobei man auf den neueren "Chinatown" nennen kann) und damals populäre Cartoon-Figuren/Reihen. Ein ToonNoir sozusagen, der die erwachseneren Genretropen (Sex, Gewalt, Kriminalität) glücklicherweise beibehält, mit Cartoon-Slapstick kombiniert und mit dem Freeway/Railway-Plot obendrein ein in den 1940er Jahren relevantes Politikum aufgreift.
Eine Vielzahl an Zeichentrickfiguren aus dem Hause Disney, Warner Bros (Looney Tunes) und diverser weiterer Studios finden sich hier gemeinsam und ebenbürtig auf der Leinwand wieder (Donald Duck und Daffy Duck am Klavier, Mickey Mouse und Bugs Bunny im freien Fall, Porky Pig und Tinkerbell in der Endeinstellung, etc etc), ein solch reichhaltiges Ensemble findet sich ansonsten wahrscheinlich nur in "The LEGO Movie".
Die Zeichentrickfiguren werden nicht einfach nur die Welt hineingesetzt, sie leben und interagieren mit ihr (arbeiten z.B. als Schauspieler in Hollywood oder haben mit ToonTown ihre eigene Metropole) und diese Interaktion findet mit solch einer Komplexität und Kreativität statt, das beeindruckt nicht nur auf der tricktechnischen Ebene, sondern lässt die reale und die animierte Welt auch vollkommen miteinander verschmelzen.
Und dies geschieht alles wohlgemerkt ohne CGI-Animation und Digitaleffekte, sondern wird rein per Zeichentrick und analoger Filmtechnik bewerkstelligt! Als Real-Animation-Hybridfilm war das für seine damalige Zeit bahnbrechend und ist bis heute hin unübertroffen.
"Falsches Spiel mit Roger Rabbit" erhielt neben "Schneewittchen" und "Toy Story" als einer von drei Langfilmen einen Spezial-Oscar für die Animation, bevor im Jahr 2002 der reguläre Oscar für den Besten Animationsfilm ins Leben gerufen wurde. Insgesamt wurde der Film für sieben technische Oscars nominiert und gewann vier davon, in meinen Augen hätte die Academy auch den größeren Schritt gehen und Nominierungen für Film, Regie und eventuell Hauptdarsteller aussprechen können.
Mit dem Produzenten Steven Spielberg, dem Regisseur Robert Zemeckis, dem Animatuer Richard Williams, dem Effektstudio ILM sowie den Schauspielern Bob Hoskins und Christopher Lloyd haben sich hier in jedem Fall einige Filmschaffende in ihrer Hochphase zusammengefunden und etwas Einzigartiges geschaffen.
8,5 von 10 Punkten
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
Nachdem ich mir kürzlich erstmalig Cool World angeschaut habe (mir bis dahin völlig unbekannt) wollte ich Roger Rabbit wieder auffrischen. Der Film, welcher das verschmelzen von Toons und Schauspielern im Jahr 1988 so eindrucksvoll veranschautlicht hat. Tatsächlich habe ich den Film seit über 25 Jahren nicht mehr gesehen und konnte mich nur noch Bruchstückhaft erinnern.
Verglichen mit Cool World ist ganz schnell deutlich, dass Roger Rabbit einen roten Faden hat und nicht ganz so abgedreht daher kommt. Die Regie von Robert Zemeckis macht. Dass Spielberg und Lucas im Hintergrund involviert waren hat der Sache sicher auch nicht geschadet. Spannend ist, dass Roger Rabbit die Zeichentrickwelten von Warner und Disney vermischt. Daffy und Donald treten beispielsweise gemeinsam auf der Bühne auf.
Im Vordergrund steht jedoch Bob Hoskins in menschlicher Rolle als Privatdetektiv der in einem Mordfall ermitteln soll. Christopher Lloyd gibt einen wirklichen fiesen Widersacher. Mit Jessica Rabbit hat man das Sexsymbol in der Zeichentrickwelt etabliert. Bei allem Reiz bleibt man aber auf familienfreundlichen Niveau und bewegt sich nicht wie bei Cool World in die Erwachsenencomic-Ecke.
Falsches Spiel mit Roger Rabbit funktioniert von Anfang bis Ende sehr stimmungsvoll, sofern man ein bisschen Spaß für Zeichentrickfiguren aufbringen kann. Ob der Film aber wirklich für kleine Kinder (USA mit einem PG) geeignet ist wage ich zu bezweifeln.
Meine Bewertung