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I Care a Lot (2020)

Ein Film von J Blakeson mit Rosamund Pike und Peter Dinklage

Veröffentlichung: 19. Februar 2021118 Min.Komödie, Krimi, Thriller
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I Care a Lot

I Care a Lot Inhalt

Marla Grayson befindet sich in der glücklichen Position, als äußerst erfolgreicher gesetzlicher Vormund ihre Klienten handverlesen zu können. Als sie einen scheinbar perfekten, neuen Klienten an Land zieht, lernt sie allerdings schnell auf die harte Tour, dass der erste Blick täuschen kann.

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Cast & Crew

Wer ist der Regisseur von I Care a Lot und wer spielt mit?

Drehbuch
OV-Titel
I Care a Lot
Format
2D
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10 Kommentare
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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
05.03.2021 12:32 Uhr | Editiert am 05.03.2021 - 12:44 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 193 | Reviews: 2 | Hüte: 30

@lup92

Erst einmal vielen lieben Dank für die Schildeeung deiner Eindrücke und die spannende Diskussion laughing

"Das Problem für mich ist da mehr die Umsetzung, während in der ersten Hälfte Kalkül, Kalkulation und Logik im Vordergrund stehen, sind es in der zweiten Hälfte dann die Brechstange und die Unlogik. Das passt so nicht zusammen bzw. man merkt deutlich, dass hier jemand ein Drehbuch geschrieben hat und auf etwas Bestimmtes hinaus möchte. Wie du es schon schriebst, Unvermögen."

Genau an diesem inszenatorischen Bruch logischer (In-)Konsequenzen kranke ich ebenfalls. Da fehlt irgendwie das Bindeglied zwischen den Szenerien. Es wirkt fast so, als ob zwei Regisseur:innen den Stoff gestaltet haben und in der Mitte des Films eine:r den/die andere:n ersetzt. Man könnte das auch mit einem schleichenden Verlust an Kreativität und Präzision beschreiben. So bleibt der Eindruck haften, dass die erste Hälfte unfassbar präzisiert und stilsicher daherkommt und sich der Stoff zunehmend in eine selbstgefällige Richtung seiner Inzenierungsweise entwickelt, die mit der eingangs dargelegten Ausgangssituation nicht mehr Schritt halten (konkurrieren) kann.

Dadurch wirkt das Gesamtkonzept merkwürdig unstet und konstruiert.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
04.03.2021 18:59 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.974 | Reviews: 154 | Hüte: 496

@Nothing-is-Written

Danke für die lobenden Worte.

"dass die von uns beiden beschriebene Plot Armour vielleicht auch ein Handlungselement ist, um aufzuzeigen, dass es im wirtschaftlichen Überleben und im Erfolg keine unbedingte logische Kohärenz gibt."

Diese Interpretation gefällt mir, weil sie unabhängig von meiner eigenen Ansicht eine Wahrheit in sich birgt, das macht den Film definitiv interessanter. Das war auch ein Grund, warum ich mir den Film wegen deines Reviews anschauen wollte. Das Problem für mich ist da mehr die Umsetzung, während in der ersten Hälfte Kalkül, Kalkulation und Logik im Vordergrund stehen, sind es in der zweiten Hälfte dann die Brechstange und die Unlogik. Das passt so nicht zusammen bzw. man merkt deutlich, dass hier jemand ein Drehbuch geschrieben hat und auf etwas Bestimmtes hinaus möchte. Wie du es schon schriebst, Unvermögen.

"Zu keinem Zeitpunkt des Films bekommen wir als Zuschauer:innen mit, dass ihr die getragene Mode und ausgestellten Kunstartikel etwas abseits ihres Prestiges bedeuten."

Diese Interpretation gefällt und ein weiterer Aspekt deines Reviews, weswegen ich mir den Film angeschaut habe. Der eitle und egoistische Traum, um jeden Preis reich zu werden und reich zu sein. Es ist der absolute Ausverkauf dieses Prestiges analog dazu wie Pikes Figur eben auch das komplette Eigentum der alten Leute veräußert.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
04.03.2021 00:22 Uhr | Editiert am 04.03.2021 - 11:08 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 193 | Reviews: 2 | Hüte: 30

Doppelpost

Meine Bewertung
Bewertung

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
04.03.2021 00:22 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 193 | Reviews: 2 | Hüte: 30

Nach der Zweitsichtung bin ich bezüglich des präsentierten Handlungsverlaufs, der Figuren und der transportierten Stimmung versöhnlich gestimmt. Trotz zahlreich vorhandener Logiklöcher wird hier eine so noch nicht dagewesene Story irgendwo zwischen Wall Street, Nightcrawler und der Schwarze Diamant präsentiert. Leider ist dem Film nicht der finale Schliff dieser wirkmächtigen Vorbilder gemein. Insbesondere die präsentierten Versatzstücke und Stimmungswechsel der Handlung, die von Genrewechseln getragen werden, fühlen sich vermehrt anorganisch an. Und dennoch: I care a lot hat eine Menge über den aktuellen Zeitgeist um Turbokapitalismus, rücksichtsloses Machtstreben und die von der Franchise-Wirtschaft sträflich missachtete C-Klasse der amerikanischen Bürger:innen zu sagen. Man muss allerdings gewillt sein, zwischen den Zeilen zu lesen, um den Plot als Aufhänger für die Tendenzen zu verstehen.

Meine Bewertung
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"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
01.03.2021 10:30 Uhr | Editiert am 01.03.2021 - 10:33 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 193 | Reviews: 2 | Hüte: 30

@Luhp92

Schön, dass du es geschafft hast, einen längeren Kommentar zu schreiben. Und was für einen!

Ich war gerade geneigt reflexartig zu schreiben, dass man an dem vergebenen Golden Globe auch sieht, was für ein schwaches Jahr hinter uns liegt. Allerdings passt es in dem Bereich "Komödie/Musical" sehr gut. Rosamunde Pikes kreierte Figur und der zugehörige lässige Look ist auf jeden Fall einzigartig.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass dein Kommentar wirklich gut geschrieben ist und die Stärken und Probleme des Films außerordentlich treffend beleuchtet. Zusammen mit meinen Metakommentar zur Handlung ergibt sich daraus ein schönes Gesamtbild surprised

Gerade dein Vergleich mit Breaking Bad und Better Call Saul passt wie die Faust aufs Auge. Durch die tranportierte Stimmung des bissigen Humors sind Parallelen im grotesken und gesellschaftskritischen Unterton nicht von der Hand zu weisen. Das Schema um chemisches Kalkül und Franchising-Unternehmung bestehend aus actio/reactio in Breaking Bad lässt sich in I care a lot in den wirtschaftlich gebilligten Rahmenbedingungen und der damit verbundenen abgebrühten Verfahrensweise der Figuren Wiederfinden.

"Das Finale und Ende verstehen sich dann als großer Fingerzeig auf den gewinnmaximierenden, scheinheiligen und mörderischen Kapitalismus, worin im Grunde genommen auch eine Wahrheit steckt, in der Ausführung verleitet das allerdings eher zum Cringen, weil eben ein vernünftiger und glaubwürdiger Vorbau fehlt."

Exakt so ging es mir auch beim Schauen." Cringy" passt als Vokabel perfekt. Das meinte ich auch mit "Generation Y" aka #Instagram.

Eine Anmerkung noch dazu: mit meinem Urprungskommentar wollte ich darauf anspielen, dass es durchaus möglich ist, dass die von uns beiden beschriebene Plot Armour vielleicht auch ein Handlungselement ist, um aufzuzeigen, dass es im wirtschaftlichen Überleben und im Erfolg keine unbedingte logische Kohärenz gibt. Anhand dieser (zugegebenermaßen fragwürdigen und brüchigen) Betrachtung wäre I care a lot eine Art Anti-These zur Hollywood-Propaganda von Filmen gemäß Das Streben nach Glück. Oft definiert sich Erfolg nicht über die eingebrachte harte Arbeit, sondern anhand rücksichtsloser Skills im Sinne des "Turbo-Kapitalismus".

Der Film setzt durch die scheinbar magischen Eigenschaften der Hauptfigur Pikes einen Kontrapunkt zur Idee, dass jeder Mensch den Aufstieg in die Ränge der "Reichen und Schönen" erreichen kann. Es braucht anscheinend ein ganz bestimmtes Mindset, um das zu gewährleisten. Deshalb beißt sich die Figur durch die widrigsten Umstände, bei denen andere Menschen längst aufgeben würden und ihr Schicksal anerkennen. Zu dieser Idee erscheint es für mich passend, dass selbst der Anstrich ästhetischen Wohlgefallens käuflich erwerblich ist. Zu keinem Zeitpunkt des Films bekommen wir als Zuschauer:innen mit, dass ihr die getragene Mode und ausgestellten Kunstartikel etwas abseits ihres Prestiges bedeuten.

Finale Anmerkung zu dieser These: ich denke nicht, dass die Beschreibung derart auf die Arbeit vom Regisseur und Drehbuchautoren zutrifft, wie ich es hier aufzuzeigen versuche. Persönlich glaube ich, dass da einiges an Unvermögen im Spiel war. Der Gedanke selbst erscheint mir aber lohnenswert, um den Film noch einmal anders aufzugreifen. Selbst wenn die Spannungskomponente bei der Plot Armour nicht intendiert war, verrät sie dennoch einiges über den kapitalistischen Zugang und die Komponente ungleicher Chancenverteilung. Auch anhand des Films ist das bemerkbar, auf Biegen und Brechen muss ein konsumierbares Filmprodukt realisiert werden. Es gibt kein Zurück. Egal wie Haaresträubend die Einfälle auch sein mögen.

Wem das zu verkopft ist: damit kann ich leben smile

Jetzt habe ich trotzdem Lust auf eine heutige Zweitsichtung. Ich melde mich also mit einer abschließenden Bewertung.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
01.03.2021 04:38 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.974 | Reviews: 154 | Hüte: 496

@Nothing-is-Written

Da hast du dann jetzt den Golden Globe für Rosamund Pike!
Konkurrenz hatte sie aber eh nicht wirklich in der Musical/Komödie-Kategorie, würde ich meinen. Höchstens noch Maria Bakalova aus "Borat 2".

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
01.03.2021 00:50 Uhr | Editiert am 01.03.2021 - 00:58 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.974 | Reviews: 154 | Hüte: 496

Argh, dabei war die erste Hälfte doch so gut. Rosamund Pike und Eiza González als skrupellose und kapitalistische Betrügerinnen, die sich geschickt auf Gesetz und Gericht stützen, um alte Menschen ins Heim zu verfrachten und dann deren komplettes Eigentum zu veräußern, bis sie irgendwann mit der Mutter des russischen Mafiabosses Peter Dinklage an die falsche Oma geraten. Fortan liefern sich Pike/González und Dinklage, dessen familiäre und kapitalistische Ehre verletzt wurde, ein Duell auf Augenhöhe, zwischen Pike und der Mafiaoma fliegen im Heim ebenfalls ordentlich die Fetzen. Dinklage wendet verschiedene legale und illegale Methodiken an, lässt brutale Schläger und einen schmierigen Anwalt von der Leine, die sich alle zugleich durch süffisanten Humor auszeichnen. Schauspielerisch top, die treibende Synthie-Filmmusik hält die Spannung auf musikalischer Ebene hoch. Auf diesem Niveau hätte das gerne weitergehen können und hätte man hier und da noch an ein paar Schrauben gedreht, hätte dieser dramatische Schlagabtausch mit Comedyanteilen theoretisch auch irgendwo in "Breaking Bad"/"Better Call Saul" angesiedelt sein können.

Nunja, in der zweiten Hälfte verliert "I Care a Lot" größtenteils seine Glaubwürdigkeit, indem die Mafiosi zu Idioten heruntergedummt werden und sich die Betrügerinnen zu Übermenschen entwickeln, aufgrund dessen sich vermehrt Albernheiten aneinanderreihen. Der Film verlässt seine charaktergetriebene Ebene und rüstet die Betrügerinnen mit starker Plotarmor aus, um die sich gegenüberstehenden Parteien so aufzustellen, wie er es für das Finale gerne hätte. Nebenher entledigt sich der Film seiner interessanten Nebencharaktere. Das Finale und Ende verstehen sich dann als großer Fingerzeig auf den gewinnmaximierenden, scheinheiligen und mörderischen Kapitalismus, worin im Grunde genommen auch eine Wahrheit steckt, in der Ausführung verleitet das allerdings eher zum Cringen, weil eben ein vernünftiger und glaubwürdiger Vorbau fehlt. Mehr gewollt als gekonnt, da lohnen sich letztendlich "The Wolf of Wall Street" und "Uncut Gems" mehr.

Meine Bewertung
Bewertung

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
21.02.2021 09:03 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 193 | Reviews: 2 | Hüte: 30

@luhp92

Für Rosamunde Pikes Schauspiel und ihre Figur lohnt es sich auf jeden Fall, würde ich sagen.

Was ich vielleicht noch zu meinem Eindruck ergänzen würde: der Film lässt einen definitiv nicht kalt. Er provoziert Reaktionen am laufenden Band und spielt mit der Erwartungshaltung. Ob einem die Mechanismen dahinter gefallen oder nicht, ist nachrangig eine andere Frage. Ich bin nach wie vor unsicher, ob ich das unter das Netflix-typische Knöpfchendrücken und Hebelziehen einordnen würde.

Wie dem auch sei: ich würde mich sehr über einen Kommentar von dir freuen. Ich glaube, dass man über den Film herzhaft diskutieren kann.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
21.02.2021 02:24 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.974 | Reviews: 154 | Hüte: 496

@Nothing-isWritten

Oh, dein Text macht mir den Film unabhängig von der letztendlichen Qualität doch schon schmackhaft. Weil mir der Trailer gefiel und wegen Rosamund Pike und den anstehenden Golden Globes wollte ich mir "I Care a Lot" hnehin noch anschauen, jetzt habe ich einen Grund mehr.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
20.02.2021 02:31 Uhr | Editiert am 20.02.2021 - 16:57 Uhr
1
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 193 | Reviews: 2 | Hüte: 30

"Bilder- und Lehrbuch-Kapitalismuskritik für die Generation Y."

Ohne zu viel zu verraten, nimmt der Film durchaus einige interessante Wendungen und scheut sich nicht vor skurrilen Begebenheiten, die das anfängliche Narrativ um ein korrumpiertes Pflegesystem unterfüttern.

Schauspielerisch sticht allen voran Hauptdarstellerin Rosamunde Pike in ihrer quasi Stammrolle als machthungrige Soziopathin hervor. Aber auch der restliche Cast um Dianne Wiest als gewiefte alte Schachtel und Peter Dinklage in der Rolle eines schmierigen Gangsters wissen zu gefallen.

Leider steht sich das schillernde Story-Konstrukt mit zahlreichen haarsträubenden Logiklöchern im Weg. Die Figuren verfügen teilweise über unverschämtes Glück und scheinen für jede Gelegenheit passend gerüstet.

Wahrscheinlich beinhaltet diese Übertreibung aber ein ästhetisches Rückgrat. So wie sich Wirtschaftssysteme nicht freiwillig von selbst zu regulieren imstande sind, so changiert die Story zwischen den extremen Polen. So recht weiß man den Film deshalb nicht zu fassen: ernste Wirtschaftsstudie, hanebüchener Klamauk oder beißende Satire? Wie ein Chamäleon schichtet das Team Figur um Figur zu einem ambivalenten Potpurri, das sie als Organe der politischen Verfasstheit westlicher Staatssysteme betrachten lässt. Gewaltenteilung, Wirtschaftskonzerne und vermeintlich autonome Individuen avancieren gleich einem Wimmelbild zum Ausdruck einer ausgehöhlten Maxime, die sich taumelnd im Modus des "höher, schneller, weiter, besser" artikuliert und reproduiert. Das perfide daran ist, dass sich die Stimmung ähnlich wie das marktwortschaftsorientierte (und damit amoralisches) Handeln der Figuren, an die Gegebenheit anpasst. Das sieht man insbesondere in den exquisiten Kostümen der Figuren, die buchstäblich einen Dresscode des kapitalistischen Systems vor Augen führen. Zu dieser Betrachtungsweise passen auch die manisch treibende Elektro-Musik sowie die stetige Optimierung des Körpers, die wiederholt in Form der Trainingssequenzen von Rosamunde Pike zur Geltung kommt.

Die Kapitalismuskritik in Dan Gilroys Nightcrawler wirkt im direkten Vergleich trotzdem deutlich stringenter und bissiger, weil dort das Konzept ohne jegliche Ausflüchte geschildert wird. Die vorliegende Idee verlanft mir nichtsdestotrotz einiges an Respekt ab, da der Film deutlich davon profitiert, wenn man ihn auf ganzer Spur als Ausdruck des kapitalistischen Markstrebens befragt. Dazu passt dann auch, dass er auf dem größten Online-Filmportal präsentiert wird..

Fand ich den Film sehenswert? Durchaus. Denn er verrät einiges über unsere gesellschaftliche Verfasstheit. Ähnlichkeiten zum Netflix-Film "Der Schwarze Diamant" lassen sich durchaus ausmachen. Ich weiß allerdings nicht, ob ich den Film tatsächlich weiterempfehlen würde und inwiefern sich das in einer Punktewertung manifestieren ließe. Dazu werde ich ein Update nach einer möglichen Zweitsichtung liefern.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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