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Nothing-is-Written - Moviejones-Fan
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30
Jahrgang: 1992
Anmeldung: 04.01.2021Moviejones-Fan
Login: 14.04.2021
Punkte: 1.567
Kommentare: 193
Kritiken: 2

Ob dicker Wälzer, knarzige Musik von Schallplatten oder hochaufgelöste Pixelträume virtueller Welten: Medien sind meine Heimat. Ich liebe es in fiktionale Welten einzutauchen, weil sie mehr über mein Denken, meine Empfindungen und nicht zuletzt meine Umgebungen verraten und dazu imstande sind, mich träumen und schwelgen zu lassen. Dabei hat es mir ein Medium besonders angetan: Die Liebe zum Film.

Wie bei so vielen anderen Cineasten war es wahrhaftig Liebe auf den ersten Blick! Seit dem ersten Kontakt habe ich unzählbar viel gelacht, geweint, geflucht, geschrien, geschwelgt, gefleht. Manchmal war ich auch gelangweilt oder bin glatt eingeschlafen. All das habe ich fühlen und erleben können, ohne mich großartig zu bewegen. Eine Liebe also, die mich trotz bitterer Enttäuschungen immer wieder aufs Neue reizt, da sie Welten über die verschiedensten Türen eröffnet, von denen ich nicht einmal glaubte, dass sie überhaupt in mir existieren. Film eröffnet vieles, was rational betrachtet kaum zu erfassen geht. Wenn man überhaupt davon bei Filmen sprechen kann, war er ein stummer Begleiter nur in seiner Frühzeit.

Wie die Reise Ophelias in Pans Labyrinth ist die Erfahrung des Mediums Film für mich mit vielen Fallstricken und Gefahren verbunden, die sich erst nach und nach in fragiles Wohlgefallen auflösen. Klassiker der Frühzeit des Mediums (etwa Robert Wienes "Das Cabinett des Dr. Caligari" oder F.W. Murnaus Nosferatu) interessieren mich ebenso wie Animationsfilme aus dem Hause Studio Ghibli (der wundervoll unaufgeregte Beitrag "Mein Nachbar Totoro" muss hier stellvertretend genannt werden) oder Disney Pixar. Von der überlebensgroßen Leinwandpräsenz eines Clint Eastwood in Leones Westernballaden, über die testosterongeschwängerten One-Liner eines Arnold Schwarzenegger oder Silvester Stallone in Actionfilmen wie "Terminator" oder "Rambo" bis hin zu den wendungsreichen und sinnschürfenden Katz-und-Maus-Spielen eines Denis Villeneuve, versuche ich die unterschiedlichsten Werke aufzusaugen. Ebenfalls Unvergessen und geliebt: das selbstzerstörerisch anmutende Method-Acting von Mimen wie Marlon Brando, Robert de Niro oder Hillary Swank. Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen, doch ich glaube, dass FilmliebhaberInnen bereits im Groben nachempfinden kann, was mir dieses Medium bedeutet.

Ein Stichwort, das mir bei der Sichtung von Werken aller Art am Herzen liegt, ist das der Medienreflexion. Unmittelbar meine ich damit das angesprochene Sinnieren über die eigene Lebenswelt, das durch die behandelten Themen, ihrer Erzählweise und ihrer stilistischen Mittel angestoßen wird. Insbesondere aber ist damit das Reflektieren des Mediums "Film" durch und über sich selbst gemeint. Zu diesem Sachverhalt lassen sich mannigfaltige Problemfelder und Verknüpfungen herstellen: Was bedeutet es etwa, wenn Filmgeschichte sich selbst verhandelt? Warum nutzen Autorenfilmer wie Giuseppe Tornatore oder, prominenter noch, Quentin Tarantino immer wieder bekannte Versatzstücke aus anderen Filmen, um sich zu diesen Werken in Bezug zu setzen? Warum wirkt ein solcher Einsatz so anziehend auf mich und viele andere ZuschauerInnen? Es gäbe zahlreiche andere Fragen: Was besagt etwa der Mythos der Heldenreise für unsere Sehgewohnheiten im Kino? Wie können Innovationen dafür sorgen, dass der Ort "Kino" und dessen Output nicht an Faszination einbüßen? Bedarf es überhaupt solcher Innovationen, damit die Relevanz des Filmgenusses erhalten bleibt oder ist das ein Irrglaube? Tolle Geschichten lassen sich doch auch mit minimalistischen Prinzipien kreieren. Ich bin überzeugt: Die Antworten auf diese mannigfaltigen Fragen und Gedanken liegen, wie im Raum des Kinos, nicht in trennscharfen Unterscheidungen von Licht und Schatten bzw. schwarz und weiß, sondern in den Nuancen, die sich daraus ergeben. Die Filmgeschichte selbst liefert dafür genügend Beweise.

So stellt nicht nur die Wahrnehmung und Verarbeitung der Bilder und Töne eine stets konfliktreiche aber produktive Bewältigung dar, sondern auch der Dialog mit anderen Menschen. An genau diesem Austausch bin ich interessiert. Dadurch erhoffe ich mir neue Einsichten und Denkweisen für eine meiner liebsten Tätigkeiten zu erlangen, aber auch die Möglichkeit zu haben, sich gegenteilig zu positionieren oder sogar meinen GesprächspartnerInnen eine neue Perspektive auf das Gesehene zu bieten.

Tagebuch von Nothing-is-Written
2021
Jan
04
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04.01.2021
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