Auch nach dem aktuellen Kinofilm bleibt die Zukunft von Masters of the Universe auf der großen Leinwand offen. Wer die Wartezeit auf mögliche Fortsetzungen überbrücken oder tiefer in die Welt von Eternia eintauchen möchte, findet in den Comics reichlich neues Material. Mit Das Schwert des Bösen startet zudem eine neue Geschichte, die das Potenzial hat, den Auftakt einer größeren Saga zu bilden.
Worum geht es?
Skeletor greift Schloss Grayskull mit einer gewaltigen antiken Maschine an. Die dadurch ausgelösten Erschütterungen ziehen sich durch ganz Eternia und fördern auf einer Bergspitze eine rätselhafte Entdeckung zutage: Ein lilafarbenes Schwert, das dem Schwert der Macht verblüffend ähnelt.
Doch die Waffe besitzt eine bedrohliche Eigenschaft. Sie scheint Energie und Macht zu absorbieren und verströmt eine Aura des Bösen. Schnell beginnt ein Wettlauf zwischen den Helden Eternias und Skeletors Schergen um die Kontrolle über das Artefakt. Währenddessen versuchen die Sorceress und Orko in den Tiefen von Grayskull die Herkunft des geheimnisvollen Schwertes zu entschlüsseln.
Kritik
Das Schwert des Bösen verliert keine Zeit und startet direkt mit Action, Konflikten und den vertrauten Fronten zwischen Gut und Böse. Dadurch eignet sich der Band auch für Leser, die zwar mit dem Franchise vertraut sind, aber nicht jede Comicreihe der vergangenen Jahre verfolgt haben.
Besonders erfreulich ist die große Anzahl bekannter Figuren. Wie so oft in den Masters-Comics stehen nicht nur He-Man und Skeletor im Mittelpunkt. Stattdessen nutzt die Geschichte die gesamte Breite des Universums und versammelt zahlreiche Helden, Verbündete und Schurken auf ihren Seiten. Gerade langjährige Fans dürften ihre Freude daran haben, immer wieder bekannte Charaktere zu entdecken. Und ja, auch Orko ist sehr präsent.
Gleichzeitig geht die Reihe eigene Wege. Einzelne Figuren werden anders interpretiert als in anderen Versionen des Franchise, wodurch sich die Geschichte angenehm eigenständig anfühlt. Stattdessen wirkt der Band wie der bewusste Startpunkt einer neuen Reihe mit eigenen Ideen und Schwerpunkten.
Auch zeichnerisch hinterlässt der Comic einen guten Eindruck. Der Stil wirkt modern und detailreich. Die Farbgebung fällt ungewöhnlich hell aus und verleiht vielen Szenen einen märchenhaften Charakter.
Gleichzeitig gelingt die Balance zwischen Fantasy und Science-Fiction, die seit jeher zum Markenzeichen von Masters of the Universe gehört. Futuristische Fahrzeuge und Technologie treffen auf Burgen, magische Artefakte und mythische Kreaturen. Trotz der Vielzahl an Figuren und Ereignissen bleiben die Panels übersichtlich und gut lesbar.
Nicht jede Idee erschließt sich allerdings sofort. Die Hintergrundgeschichte des titelgebenden Schwertes wird nach und nach enthüllt, bleibt stellenweise jedoch bewusst rätselhaft. Einige Zusammenhänge wirken beim ersten Lesen noch etwas komplex und dürften erst im weiteren Verlauf der Reihe vollständig erklärt werden.
Fazit
Masters of the Universe: Das Schwert des Bösen ist ein gelungener Auftakt für eine neue Geschichte auf Eternia. Der Band verbindet klassische Masters-Elemente mit frischen Ideen, versammelt zahlreiche bekannte Figuren und macht neugierig auf die kommenden Kapitel.
Wer durch den Kinofilm wieder Interesse an He-Man und seinen Verbündeten gefunden hat oder einfach Lust auf ein neues Abenteuer in Eternia verspürt, findet hier einen empfehlenswerten Einstieg. Die Geschichte beantwortet noch nicht alle Fragen, legt aber einen vielversprechenden Grundstein für das, was noch kommen könnte.
