Variation von "Unheimliche Begegnung der dritten Art".
Ein komplett altmodischer SciFi-Mystery-Verschwörungsthriller gefilmt mit heutigen Mitteln der Kinotechnik und in heutigem (eher miesen CGI) Ausehen.
Spielberg versucht unsere gegenwärtige kaputte Welt, die im Film kurz vor dem Dritten Weltkrieg steht, durch (seine) klassischen SciFi-Tropen der 70er/80er (Optimismus, Empathie, Humanismus) zu heilen. Für mich eher aus der Zeit gefallen als Kommentar zur bzw. Antwort auf unsere Gegenwart, Spielbergs und David Koepps Verständnis von Technik und Medien (USB-Sticks und lineares TV als der heiße Scheiß) verhalten sich auch entsprechend dazu^^
Die Kritiken fallen mal so mal so aus, also man kann den Film schon auch charmant und magisch finden, es handelt sich um eine Gratwanderung. Ich mochte "Disclosure Day" weniger, und würde lieber die originalen Spielberg-Filme der 70er/80er nochmal sehen.
Als (Action)Verschwörungsthriller nichtsdestotrotz spannend und sehenswert, der Cast ist auch stark, speziell Emily Blunt und Colin Firth als Antagonist.
Auf wahren Begebenheiten beruhend (Mehran Karimi Nasseri), strandet ein Mann aus einem Land der ehemaligen Sowjetunion auf dem New Yorker Flughafen JFK, befindet sich in einem diplomatischen und bürokratischen Loch und muss daher für Monate auf dem Flughafen leben.
Eine routiniert gute Arbeit von Steven Spielberg, John Williams und des Casts (Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci, ...), das kann man nicht anders sagen. Es hat Spaß gemacht, mir den Film anzusehen. Zu meiner Enttäuschung werden Flughafenstress und -hektik, Bürokratiewahnsinn und Fremdenparanoia jedoch lediglich als Fundament für eine einseitig gezeichnete, rührselige Feel-Good- und Liebesdramödie verwendet. Vielleicht war es drei Jahre nach 9/11 noch zu früh, vielleicht brauchte es da noch diese eskapistische Weltfremdheit, mir persönlich gibt das aber leider kaum etwas.
Ein antiemanzipatorisches Ärgernis im Nebenplot: Tom Hanks arrangiert für den schüchternen Diego Luna die Ehe mit Zoe Saldana, letztere sagt ja, ohne ihren zukünftigen Ehemann auch nur einmal bewusst gesehen oder ein persönliches Wort mit ihm gesprochen zu haben.