Der Film beschreibt das Leben Ghandis - eine der größten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Gandhi (Ben Kingsley) geht 1893 als Rechtsanwalt nach Südafrika, um die dort lebenden Inder gegen die strikten Apartheidsgesetze zu vereinen. Er praktiziert dort zum ersten Mal den passiven, gewaltlosen Widerstand, der später zum Kennzeichen seines Freiheitskampfes gegen die Briten wird. Ab 1915 lebt er dann wieder in Indien und verfolgt nur ein Ziel: Indiens Unabhängigkeit vom britischen Empire. Aber mehr als 30 mühsame Jahre vergehen, bis sein Traum wahr wird und Indien 1947 die Unabhängigkeit erhält.
Ein opulentes und beeindruckendes Monumentalepos, welches sich vom Wesen her und wegen der Überhöhung seines spirituellen und nationalen Helden anfühlt wie klassische Antike/Bibel-Epen früherer Jahrzehnte. Inspiriert von den Epen David Leans, man merkt, dass Richard Attenborough den Film bereits in den 1950er oder 1960er Jahren drehen wollte, die Produktionsversuche damals aber scheiterten.
Man könnte hier Gandhi leicht durch Jesus ersetzen, die Inder durch die Hebräer und die Briten durch die Römer. Man muss sich nur bewusst machen und es akzeptieren können, dass es sich um eine hagiographische Darstellung Gandhis handelt, die mit der Realität nur zu Teilen übereinstimmt und kritische Aspekte außenvorlässt.
Dafür kann man sich an der Once-in-a-Lifetime-Performance Ben Kingsleys erfreuen.
Ob es sich bei David Leans zwei Jahre später veröffentlichten "Reise nach Indien" um das bessere Indien-Epos handelt, muss ich noch überprüfen.
7,5 von 10 Punkten, aufgerundet.
Meine Bewertung
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."