
Sommerzeit ist bei uns immer die Zeit, bei der wir uns besonders intensiv mit der 3D-Drucktechnik beschäftigen und wir haben uns sehr darauf gefreut, als uns BambuLab zusagte, dass wir den H2D mit seinen abenteuerlichen Funktionen testen können. Seit wir mit dem X1C vor einigen Jahren über BambuLab gestolpert sind, ist diese Marke für uns zum Standard geworden, was 3D Drucke betrifft und wir wollten natürlich wissen, wie gut der neue Drucker tatsächlich ist.

Der BambuLab H2D präsentiert sich als mehr als „nur“ ein 3D-Drucker – er ist ein Multitalent für die kreative Werkstatt. In seinem Kern ist er ein leistungsfähiger Core-XY FDM-Drucker, ausgestattet mit zwei Düsen für Multimaterial-Druck. Doch damit nicht genug: Wer Lust auf mehr hat, kann mit modularen Upgrades wie dem Laser-Modul (10 W oder 40 W) sowie Schneide- und Plottereinheiten großen Mehrwert schaffen. Der H2D ist damit ein echtes „All-in-One“-Werkzeug: 3D-Drucken, Laserschneiden, Gravieren oder Plotten – alles aus einer Maschine heraus. Ein großzügiges Bauvolumen von 350 × 320 × 325 mm³ und moderne Features wie aktive Kammerheizung, optische Kalibrierung und geschlossene Extrudermotoren unterstreichen den professionellen Anspruch dieses Geräts. Typisch für BambuLab wird das Gerät in unterschiedlichen Varianten angeboten, die sich preislich stark unterscheiden und an unterschiedliche Käuferschichten richten.
| Ausführung | Preis (inkl. MwSt.) |
| Basis-Modell (nur 3D-Drucker) | ca. 1.899 € |
| H2D AMS Combo (mit AMS 2 Pro) | ca. 2.199 € |
| H2D Laser Full Combo 10 W | ca. 2.799 € |
| H2D Laser Full Combo 40 W | ca. 3.499 € |
Die ersten Schritte mit dem H2D
Nachdem wir in der Vergangenheit schon viele Erfahrungen mit BambuLab sammeln konnten, war bereits die Lieferung des des verpackten Druckers eine gewohnte Erfahrung. Der Käufer erhält einen gut verpackten und um die 40kg schweren Monolithen, der am besten zu zwei bewegt und ausgepackt wird. Hat man sich erst einmal durch die Verpackung, die Sicherheitsmechanismen durchgearbeitet, merkt man erst einmal, was die Vergrößerung des Bauraums tatsächlich bedeutet. 10cm zusätzlicher Bauraum in jede Achse erweitern die Kubatur massiv und der durchaus große X1C wirkt neben seinem großen Bruder wie ein Zwerg. Bevor man mit diesem Riesen aber die ersten Schritte wagen kann, gilt es diesen vorzubereiten. Hat man die AMS Combo erhalten, ist diese erst einmal im Drucker verankert und es müssen eine Reihe von Schrauben gelockert werden.

BambuLab liefert hier aber nicht nur das notwendige Werkzeug mit, sondern hat alle relevanten Punkte auch sehr gut im Bauraum markiert, dass selbst ohne Anleitung eine Inbetriebnahme möglich ist. Für die gesamte Vorbereitung des Druckers sollte man auf jeden Fall 30-60 Minuten veranschlagen – je nachdem, ob man ihn als Basismodell nutzt oder zusätzliche Module wie den Laser installiert. Der Einrichtungsprozess wird größtenteils über den Touchscreen geführt, inklusive automatischer Kalibrierung, Düsentest und Filamentführung. Wer schon einmal einen 3D-Drucker eingerichtet hat, wird überrascht sein, wie viel hier automatisch abläuft. Auch Anfänger kommen schnell klar: Filament einlegen, ein Testmodell auswählen, und schon legt der H2D los. Dank WiFi-Anbindung lassen sich Druckaufträge komfortabel über die Bambu Studio Software oder per App starten und überwachen.
Unterschied zwischen FDM und SLA-Druck
Der BambuLab H2D gehört zu den FDM Druckern und unterscheidet sich damit gravierend in seiner Funktion zu SLA-Druckern. Warum? Der Unterschied zwischen FDM (Fused Deposition Modeling) und SLA (Stereolithographie bzw. Resin-Druck) ist das Verfahren und das verwendete Material. Bei dem SLA-Druck wird ein erhitzter Kunststofffaden (z. B. PLA, ABS oder PETG) schichtweise extrudiert. Einfach ausgedrückt, ein Kunststoffdraht wird erhitzt und weich gemacht, durch eine Düse auf eine Druckplatte aufgetragen und das Modell schichtweise gedruckt.

Die Vorteile liegen in der Robustheit, den günstigen Materialien und dem großen Bauraum. Allerdings zeigen FDM-Teile oft sichtbare Schichten, und ihre mechanische Stabilität kann durch die Schichtung begrenzt sein. SLA arbeitet hingegen mit flüssigem Harz (Resin), das durch UV-Laser oder Lichtquellen Schicht für Schicht ausgehärtet wird. Dies führt zu extrem feinen Details, glatten Oberflächen und hoher Maßhaltigkeit – ideal für Schmuck, Dentalmodelle oder detailreiche Figuren. Allerdings ist SLA teurer, aufwendiger in der Nachbearbeitung (Reinigen, Aushärten), und der Umgang mit Harzen erfordert mehr Vorsicht. In unserem Elegoo-Artikel ging es um den Saturn 4 Ultra 16k Resin-Drucker, ein typisches Beispiel für hochauflösenden SLA-Druck, der besonders glatte und detailreiche Miniaturen ermöglicht.
Nutzbare Filamente
Der BambuLab H2D ist dank seiner beheizten Kammer und den dualen Extrudern extrem flexibel, wenn es um Materialien geht. Die gängigen Einsteiger-Filamente wie PLA oder PETG lassen sich problemlos und stabil drucken – perfekt für schnelle Prototypen oder einfache Alltagsobjekte. Wer mehr will, profitiert von der Möglichkeit, auch ABS, ASA oder Nylon zu verarbeiten, die durch die geschlossene Baukammer weniger anfällig für Verzug sind. Mit der richtigen Düse lassen sich sogar gefüllte Materialien wie Carbon- oder Glasfaser-verstärktes Filament verarbeiten, wodurch sich robuste und belastbare Bauteile herstellen lassen. Für weiche Objekte wie Handyhüllen oder Dämpfungselemente ist auch TPU eine Option
Damit deckt der H2D praktisch die gesamte Bandbreite ab – vom flexiblen Gummi bis hin zu technischen Hochleistungswerkstoffen. Hier zeigt sich dann auch die Erfahrung von BambuLab, denn auch wenn es bei den Filamenten keine Überraschungen gibt und auch der X1C bereits alle Filamente verarbeiten konnte, sind die technischen Erweiterungen im Drucker der Grund, warum Drucken deutlich entspannter ist.

Während der X1C immer für sein hohes Tempo und seine Druckqualität berühmt war und die Konstruktion letztlich dazu führte, dass nahezu alle anderen Hersteller diese Maschine nachbauten, so waren wir nach der anfänglichen Euphorie nie gänzlich zufrieden. So hatte unser X1C immer wieder Probleme mit seinem beheizten Druckbett. Egal ob Cool Plate, Hot Plate oder dazugekaufte PEI-Plate, es gab immer wieder Situationen, bei denen die Druckbetthaftung nicht funktionierte und sich 3D Drucke von der Bauplatte lösten. Vor allem bei langwierigen Drucken ein erhebliches Ärgernis und tatsächlich ein Grund, warum wir nicht selten auf den BambuLab A1 umgeschwenkt sind, der deutlich konstanter seine Druckergebnisse produzierte. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn in der Masse der Drucke war der X1C zuverlässig, dennoch waren die Weiterentwicklungen in diesem Segment spürbar.

Mit dem H2D scheinen die Probleme bisher der Vergangenheit anzugehören. Von Anfang an lieferte unser Modell zuverlässige und schnell produzierte Ergebnisse. Die Haftung auf der mitgelieferten strukturierten PEI-Plate war immer perfekt und hier spielt sicher der nun beheizbare Bauraum eine Rolle. Zwar ist dieser vor allem für den Druck von ABS & Co. sinnvoll, aber auch andere Filamenttypen profitieren von einer konstanten Temperatur beim Druck. An diesem Punkt hatten wir uns bereits verliebt.
Einsatzgebiete des H2D
Kommen wir zu den spannenden Themen, die vor allem Film- und Serienfans betreffen dürften. Was kann man denn noch mit dem H2D alles machen und wo wird der Nerd in einem hart getriggert? Der modulare Aufbau macht den BambuLab H2D zu einem wahren Allrounder in der Werkstatt. Damit ergeben sich schon mal folgende praktische Einsatzgebiete.
- Prototyping und Technik: Ingenieure und Bastler können präzise Gehäuse, Funktionsbauteile oder Verbindungselemente aus Nylon oder Carbon-Filament drucken.
- Kreative Anwendungen: Für Cosplayer oder Bastler ist er ideal, um großformatige Rüstungsteile, Helme oder Accessoires zu fertigen, die dank Multicolor-Fähigkeit auch direkt farbig entstehen können.
- Kunst und Design: Mit den Laser- und Plottermodulen lassen sich Holzplatten gravieren, Leder zuschneiden oder Papierdesigns ausarbeiten – ein spannendes Werkzeug für Künstler und Handwerker.
- Ersatzteile & Alltag: Vom defekten Kühlschrankgriff bis zum individuell angepassten Halter für das Fahrradlicht – die Einsatzmöglichkeiten im Haushalt sind nahezu endlos.

Vor allem durch sein Lasermodul und die Cutting-Erweiterung lassen sich Ideen umsetzen, die weit über die Möglichkeiten eines reinen 3D-Druckers hinausgehen und für das gewöhnlich mehrere Geräte notwendig sind und weiteren Platz benötigen. Dabei profitieren Bastler vor allem von der starken Community, die sich inzwischen rund um BambuLab entwickelt haben. BambuLab setzt dabei wie Apple bei Smartphones auf ein vergleichsweise geschlossenes Ökosystem. Die hauseigene Bambu Studio Software und das AMS-Filamentmanagement sind stark integriert, was für eine reibungslose Nutzererfahrung sorgt: Updates, Profile und Slicer-Einstellungen funktionieren out of the box.

Hier gibt es dann für einige aber auch den großen Kritikpunkt zu finden. BambuLab-Geräte sind in sich geschlossen, sie zielen mit ihren Funktionen besonders stark auf Nutzer ab, denen es um die Ergebnisse geht und nicht um den Weg zu den Ergebnissen. Klärt also für euch vorab unbedingt die Frage, ob ihr lieber Bastler sein wollt oder Erschaffer. Hier gibt es kein falsch oder richtig. Wer gerne alles von Hand optimiert oder auf völlig freie Systeme setzt, fühlt sich unter Umständen eingeschränkt. Auf der anderen Seite ist die Community rund um BambuLab sehr aktiv – insbesondere auf Reddit und in Foren findet man unzählige Tipps, Profile und Tricks, wie man den H2D noch besser nutzt. Auch wenn das System in sich geschlossen wirkt, gibt es reichlich Austausch, und die Software ist offen genug, um auch STL- oder G-Code aus Drittprogrammen einzubinden, auch Filamente anderer Hersteller können problemlos genutzt werden, auch wenn diese nicht automatisch vom Typ und der Farbe erkannt werden. Für Einsteiger ist das geschlossene System ein Segen, weil es Frust reduziert. Profis hingegen hätten manchmal gerne noch mehr Freiheiten.

Der Weg zum 3D-Druck
Natürlich fragen sich gerade Einsteiger, woher man die passenden 3D Modelle für den 3D-Drucker erhält. Wer keinen eigenen 3D-Designer im Blut hat, muss nicht verzweifeln: Im Netz gibt es eine Vielzahl von Plattformen, die fertige STL-Dateien für den Druck anbieten. Manche sind kostenlos, andere eher auf professionelle, kostenpflichtige Modelle spezialisiert. Hier eine Übersicht:
- Makerworld (kostenlos) - die 3D Druckplattform für BambLab-Geräte. Eine Vielzahl an Modelle und kreativen Ergüssen und unkompliziert in die Produktkette integriert.
- Thingiverse (kostenlos) – eine der ältesten und größten Plattformen mit unzähligen Modellen, vom Schlüsselanhänger bis zur Drohne.
- Printables (Prusa) (kostenlos) – moderne Alternative, stark wachsend, mit aktiver Community und hoher Qualität.
- Nexprint (Elegoo) (kostenlos) - das neue Gegenstück zu Printables von Elegoo.
- Cults3D (kostenlos & kostenpflichtig) – viele Designer bieten hier ihre Modelle an, darunter exklusive Premium-STLs. MyMiniFactory (kostenlos & kostenpflichtig) – beliebt bei Miniaturen-Fans (Tabletop, Figuren), gute Qualitätskontrolle. CGTrader / TurboSquid (kostenpflichtig) – eher professionelle Plattformen für Designer und Maker, oft sehr detaillierte Modelle.
- Yeggi (Suchmaschine) – durchsucht verschiedene STL-Plattformen gleichzeitig.

Sobald man aber nicht das findet, was man sucht, der kommt irgendwann um eine dedizierte Software für 3D Modelle nicht herum. Wer eigene Ideen verwirklichen möchte, braucht eben passende Software. Hier gibt es Unterschiede: Einsteigerfreundlich, semi-professionell und Profi-Tools.
- 3D Builder (Microsoft, kostenlos): Direkt in Windows 11 integriert und leicht zu erlernen. Für die ersten Gehversuche nutzbar, man stößt aber schnell an Grenzen.
- Tinkercad (Autodesk, kostenlos, online): Super für Anfänger, einfach im Browser nutzbar. Perfekt, um erste Designs oder kleine Anpassungen vorzunehmen. Die fehlende Parametrisierung von Entwürfen macht spätere Anpassungen aber zu einer Herausforderung.
- Fusion 360 (Autodesk, kostenlos für Hobby, Profi-Version kostenpflichtig): Sehr mächtig, besonders für technische Bauteile. Mit etwas Lernkurve, dafür extrem präzise. Vor allem die Parametrisierung von Skizzen hilft aus dem Prototyping einen passenden Druck zu erzeugen.
- FreeCAD (Open Source, kostenlos): Parametrisches CAD-Tool, ähnlich wie Fusion, aber frei verfügbar. Beliebt bei Bastlern, die funktionale Teile konstruieren wollen.
- Blender (Open Source, kostenlos): Kein klassisches CAD-Programm, sondern ein 3D-Modelling-Tool. Ideal für organische Formen, Figuren, Schmuck oder komplexe Modelle. Hat aber eine steile Lernkurve. Eher für SLA-Drucker geeignet.
- ZBrush (kostenpflichtig): Branchenstandard für organisches Modellieren (z. B. Figuren, Statuen, Fantasy-Miniaturen). Sehr stark, aber auch teuer und komplex.
- SolidWorks (kostenpflichtig, Profi): Im professionellen Bereich weit verbreitet, etwa im Maschinenbau oder Produktdesign.
Der Lasercutter in Aktion
Ein großes Verkaufsargument für den BambuLab H2D ist natürlich der Lasercutter. So kann jeder H2D mit einem 10W oder 40W Lasermodul ausgestattet werden. Die Wahl des Moduls ist ganz entscheidend für die geplanten Einsatzgebiete. Soll vor allem Laserschnitt (Cutting) betrieben werden, sollte auf das 40W-Modul zurückgegriffen werden, auf diese Weise können auch dickere Materialien mühelos in Form gebracht werden. Dünne Materiallien zu schneiden ist zwar auch mit dem 10W-Modul möglich, jedoch muss Holz bereits bei wenigen Millimetern Dicke mehrfach gecuttet werden. Ist der Plan vor allem das Gravieren, reicht ohne Frage das 10W-Modul aus.

Der Wechsel zwischen 3D Druck und Laseranwendung ist relativ einfach, bedarf aber eines händischen Eingriffs. So muss die Bauplatte für Laserarbeiten umgebaut werden und bekommt einen Gitterrost eingesetzt. Ebenfalls muss der Druckkopf durch das Lasermodul ausgetauscht werden. Die Umbauten gehen schnell, aber erfordern dennoch Konzentration und sind im Vergleich zu dedizierten Geräten ein Nachteil. Dafür spart man Platz und kann alles in einem Gerät durchführen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Laserschnitt und Lasergravuren immer Feinstaub erzeugen, der über geeignete Absaugeinrichtungen und Filter während der Laserarbeit entnommen werden muss. Der von BambuLab ebenfalls angebotene Filter verrichtet diese Arbeit ohne Weiteres, schlägt aber natürlich mit weiteren 500 Euro zu Buche. Dabei handelt es sich aber durchaus um einen marktüblichen Preis, da gute Absaugeinrichtungen immer teuer sind.

Graviert und lasert man nur selten, sollte auf jeden Fall nach jeder Arbeit der Bauraum gesäubert werden. Hierzu reicht es den Innenraum mit einem Lappen und ggf. etwas Isopropanol auszuwischen, die Gewindestangen zu prüfen und etwas nachzufetten und die Luftfilter zu prüfen. 30 Minuten sollten hierfür eingeplant werden, damit der Bauraum nicht irgendwann verschmutzt und die Qualität der 3D Drucke beeinträchtigt. Wer regelmäßig den Laser im Einsatz hat, kann diese Wartungsarbeiten einmal die Woche machen.
Die Qualität der Schnitte hat uns auf jeden Fall überzeugt und erste Ergebnisse waren zügig umsetzbar. Aber wie beim 3D Druck ist die Lernkurve steil. Erste Ergebnisse sieht man schnell, aber die Feinheiten der Technik und die Abstimmung von Laserpower und Tempo je Materialtyp erfordert Geduld und manchmal auch Frusttoleranz. Wir hadern aber immer noch damit, ob wir nicht doch Fan von eigenständigen Lösungen sind, da der Umbau zwar flott von der Hand geht, die dadurch entstehenden Mehraufwände bei der Reinigung uns aber etwas störten.

Abschließende Worte
Kommen wir langsam zum Ende dieses überaus langen Artikels und fassen wir die Vor- und Nachteile noch einmal zusammen. Der BambuLab H2D punktet mit seiner Vielseitigkeit: Ob 3D-Druck, Lasergravur oder Plotten – alles ist in diesem Gerät vereint und modular erweiterbar. Sein großzügiger Bauraum und die dualen Düsen ermöglichen komplexe, mehrfarbige oder mehrmaterialige Objekte. Dank moderner Sensorik, aktiver Kammerheizung und Filamentmanagement ist hohe Druckqualität fast garantiert. Ob die Mischung von 3D Druck UND Lasercutting wirklich die richtige Entscheidung ist, das muss letztlich die Zeit zeigen. Die Qualität beider Funktionen ist auf jeden Fall ein Traum, jedoch sind wir noch nicht ganz überzeugt, ob der höhere Wartungsaufwand mittelfristig nicht zu einem Problem werden könnte.
Auch der Preis ist nicht unerheblich – besonders in den voll ausgestatteten Varianten schlägt der H2D spürbar zu Buche. Und auch die Größe (≈ 31 kg) können durchaus weh tun. Auch die Software für die neuen Funktionen ist bei weitem nicht so ausgereift, wie es im 3D Druckbereich bei BambuLab der Fall ist, doch seit dem Release hat sich hier viel getan und es wird sich auch noch sehr viel hier tun. Von einer kontinuierlichen Weiterentwicklung können Käufer also ausgehen.

Natürlich ist der H2D nichts für jeden Käufer und richtet sich auf den ersten Blick erst einmal an ambitionierte Bastler und auch Selbstständige, die sich nicht mit einem klassischen 3D-Drucker zufriedengeben wollen, sondern offen sind für Multitool-Projekte – sei es Gravur, Schneiden oder Plotten zusätzlich zum Druck. Wer aber Einsteiger ist und das nötige Kleingeld hat, kann hier durchaus aber auch schon glücklich werden. Die einfache Bedienung und über weite Strecken fehlerfreie Nutzung, machen gerade Einsteigern das Leben so viel leichter. Da auch niemand zu den Upgrades gezwungen wird, bekommt man schon in der Basisvariante einen preislich deutlich ansprechenderen 3D Drucker angeboten.
Wenn du mit dem H2D starten willst, ist es also ratsam, zunächst nur das Basis-Modell zu wählen, das AMS sollte aber nur wohlüberlegt weggelassen werden. Solltest du zur Laservariante greifen, achte vor allem auf Sicherheit (Abzug, Schutzfenster, Not-Aus). Überlege dir auch im Vorfeld, wo deine Druckwelt aufgebaut werden soll, vor allem mit Blick auf den "tonnenschweren" und breiten Drucker, auch ohne Lasermodul sollte an eine gute Belüftung gedacht werden. Dies ist aber ein genereller Hinweis für diese Technik und keine Besonderheit des H2D. Zu guter Letzt: Die 3D-Community, insbesondere auf Reddit oder im Bambu-Forum, ist eine wahre Fundgrube für Erfahrungen, Druckprofile und Hilfen – nutzt diese unbedingt.
Alles in allem ist der BambuLab H2D ein mutiges Kombi-Wunderwerk, für alle, die mehr wollen als stumpfen FDM-Druck. Er verbindet Druck-, Laser- und Plotter-Power in einem Paket – allerdings zu einem entsprechend hohen Preis.
H2S - Der H2D für Sparfüchse
Während wir noch den Test vom H2D laufen hatten, kündigte BambuLab bereits den nächsten 3D-Drucker in ihrem Sortiment an und den wollen wir euch nicht vorenthalten. Auch wenn wir den H2S nicht ausprobieren konnten, nimmt der H2S genau den Platz ein, den viele vermutet hatten und landet genau zwischen X1C und H2D. Im Kern ist der H2S nur eine minimal abgespeckte Version des H2D. Es wird der identische Bauraum geboten, dafür ist im Druckkopf nur ein Hotend verbaut. Sogar das Lasermodul kann zusätzlich erworben werden, hier wird aber nur das 10W-Modul angeboten, da das 40W-Modul für den H2S zu schwer wäre. Doch der H2S ist nicht einfach nur eine abgespeckte Version, sondern bietet auch Vorteile. Neben dem Preis wird bringt der leichtere Druckkopf auch höhere Druckgeschwindigkeiten mit sich (bis zu 30% schneller als der X1C) und die gesamte Druckfläche kann mit einem Hotend bedruckt werden. Letztlich müssen Käufer hier also abwägen, welche Faktoren für sie von besonderer Relevanz ist. Wenn die Lasertechnik und zwei Hotends nicht entscheidend sind und der Preis dominiert, ist der H2S tatsächlich eine absolut valide Alternative.
Preislich gestaltet sich das alles dann wie folgt.
| Ausführung | Preis (inkl. MwSt.) |
| Basis-Modell (nur 3D-Drucker) | ca. 1.149 € |
| H2S AMS Combo (mit AMS 2 Pro) | ca. 1.399 € |
| H2S Laser Full Combo 10 W | ca. 1.999 € |
Während es die Combo-Modelle bereits jetzt gibt, ist das Basismodell ohne AMS erst ab Oktober käuflich zu erwerben.
Letzte Worte & Gewinnspiel
Das war es dann auch an dieser Stelle, wir bedanken uns noch mal herzlich bei BambuLab für die Ermöglichung dieses Test- und Erfahrungsberichts und wünschen allen aktuellen 3D-Druckfans und allen die es noch werden wollen viel Spaß.
Und wie geht es jetzt weiter? Jetzt seid ihr am Drücker, denn uns hat dieser Drucker so sehr überzeugt, dass wir beschlossen haben extra dafür ein kleines Gewinnspiel einzurichten. So verlosen wir einige der erzeugten 3D Drucke in unserer Community. Ihr müsst dafür nur am Gewinnspiel teilnehmen und mit etwas Glück habt ihr schon bald ein Andenken an Moviejones und bekommt evtl. Lust ebenfalls in die Welt des 3D Drucks einzusteigen.
