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Sequel, Crossover & Co. - Unser Filmspecial

Sequel, Crossover & Co. - Unser Filmspecial
0 Kommentare - Sa, 23.03.2013 von Moviejones
Was ist ein Reboot? Was ein Crossover oder gar ein Retcon? Viele Begriffe, wir klären euch auf.

Sequel, Backwood oder Crossover - regelmäßig wird man in der Filmwelt mit Begriffen wie diesen konfrontiert. Dabei ist es oft nicht leicht, den Überblick zu behalten - handelt es sich nun um einen Reboot oder doch eher ein Remake? Fragen über Fragen. Dieser Artikel soll euch dabei helfen, den Durchblick zu bewahren oder vielleicht auch  neues Wissen zu erlangen, schließlich lernt man selbst als Filmprofi nie aus.

Filmart auf Basis der Chronologie und Hintergründe

Ein Film lässt sich nicht nur durch das allgemeine Genre klassifizieren (mehr Infos hier). Die Chronologie und Darstellung des Inhalts gibt ebenfalls Aufschluss über die Gestaltung und Präsentation eines Films, sowie auch der Background, vor welchem dieser geschaffen wurde. Gab es dieses Thema schon einmal? Stammt der Hauptcharakter möglicherweise aus einem anderen Film? Es folgt eine Reihe von Begriffen, welche eben diese Situationen behandeln, damit der eigentliche Film, oder vielmehr die Filmreihe, präziser eingeordnet werden kann.

Relevant ist die Tatsache, dass all diese Begriffe unabhängig von den Genres fungieren, sprich: Es ist egal, in welchem Bereich der Filmwissenschaften man sich gerade bewegt.

Sequel, Instalment, Pseudosequel

Bei einem Sequel handelt es sich grundsätzlich um die simple Fortsetzung eines Filmes, seltener auch als "follow-on" bezeichnet. Die Fortsetzung greift dabei Elemente des vorherigen Teils zurück und erschafft eine Storyline, welche voraussetzt, dass man alles bisherige weiß, woraus sich entsprechend ableiten lässt, dass Sequels oftmals zu Filmreihen führen. Besonders in Filmtiteln lassen sich Sequels relativ schnell identifizieren, beispielsweise durch hinzugefügte Zahlen (Superman, Superman 2) oder veränderte Untertitel (Oceans Eleven, Oceans Twelve).

Differenzieren muss man ganz deutlich zwischen Sequel und Instalment. Während ein Sequel zwar die Geschichte einer bestimmten Figur in geschlossenen Handlungen betrachtet, verfolgen die Instalment-Teile eine bestimmte Story über mehrere Teile hinweg. Nehmen wir zur Verdeutlichung die Harry Potter-Reihe: Zwar existieren mehrere Teile des beliebten Buches, jedoch bleibt Voldemord stets der Antagonist der Reihe und wird nicht ersetzt, während bei einem klassischen Sequel neue Feinde und Hintergrundgeschichten auftreten können.

Noch etwas anderes ist das Pseudosequel. Abgeleitet vom Namen lässt sich die Aussage festhalten, dass es sich bei solchen Filmen zwar um eine Fortsetzung handelt, diese jedoch kaum etwas mit dem vorherigen Teil zu tun hat. Beispielsweise können solche Filme in der gleichen Welt spielen, jedoch mit einem anderen Protagonisten, Antagonisten und auch in einem anderen Zeitabschnitt. In solchen Fällen bleibt meist nur noch der bekannte Filmname stehen und verdeutlicht, dass es sich noch um einen Teil der Reihe handelt, da ansonsten kaum, bis gar keine Anzeichen existieren.

Prequel

Das Prequel stellt das genaue Pendant zum Sequel dar: Ist die Handlung eines Films chronologisch vor dem vorherigen Teil einzuordnen, so spricht man von einem Prequel. Oft wird diese Art gewählt, um bestimmten Handlungsmustern, die bereits zu Beginn gegeben waren, mehr Tiefe zu verleihen, beispielsweise indem man bestimmte Gegebenheiten erläutert. Die Paranormal Activity-Reihe macht es vor: Vergleicht man die ersten drei Teile miteinander, so fällt auf, dass die gesamte Reihe in Form eines Prequels aufgezogen wurde. Der erste Teil spielt nach den darauffolgenden Teilen, während der zweite Part immer noch chronologisch hinter dem Dritten spielt.

Midquel, Interquel

Zwei Begriffe die eine ähnliche Aussage tätigen, im Detail jedoch völlig unterschiedlich sind. Das Interquel bezeichnet ein Werk, welches in seiner Form sowohl als Prequel als auch Sequel fungiert, womit es eine chronologische Lücke im Handlungsstrang ausnutzt. Der Film Das Bourne Ultimatum ist so ein Beispiel für einen Lückenfüller, der handlungstechnisch teilweise zwischen Die Bourne Identität und Die Bourne Verschwörung spielt.

Im Kontrast dazu steht das sogenannte Midquel. Dazu werden all jene Filme gezählt, die eine Handlungslücke ausnutzen, die sich in einem einzigen abgeschlossenen Werk befinden. Weist ein Film somit einen kleinen Zeitsprung vor, so können Regisseure diesen undefinierten Zeitraum nutzen und verfilmen. Ein klassisches Beispiel wäre Bambi 2, das sich eine Lücke aus dem Original Bambi heraussucht - es spielt nach dem Tod der Mutter, endet jedoch, bevor es erwachsen wird.

Sidequels, Spin-Offs

Auch Sidequels und Spin-Offs besitzen eine zum Verwechseln ähnliche Funktion, müssen jedoch klar voneinander getrennt werden. Das Sidequel beschreibt primär einen Film, der die Handlung eines Filmes aus der Sicht einer anderen Figur beleuchtet. Somit treten in einem Sidequel vermehrt Ereignisse auf, die bereits in anderen Werken gezeigt wurden, jedoch aus einem anderen Blickwinkel. Aufgrund eines, im Detail, unterschiedlichen Handlungsstrangs können in solchen Filmen auch Figuren auftreten, die so im Original nicht vorkamen, jedoch für die allgemeine Betrachtung des Perspektivwechsels relevant sind.

Im Gegensatz dazu steht das Spin-Off. Bei dieser Art des Films pickt man sich eine explizite Figur heraus, die meist relativ viel mit dem Hauptprotagonisten des Originals zu tun hat, und erschafft einen für den Nebencharakter exklusiven Handlungsstrang, womit dieser selbst zum Hauptprotagonisten wird. Ein Beispiel sei Der Gestiefelte Kater; im Original nur eine Nebenrolle in der Shrek-Reihe erhält er seine eigene Geschichte.

Remake, Reboot

Bei einem Remake nimmt man ein bestimmtes Thema, welches bereits verfilmt und verarbeitet wurde, und verfilmt dieses erneut. Meist ist der Katalysator für solche Beweggründe die Tatsache, dass in der Vergangenheit die Technologie nicht auf einem derartigen hohen Stand war und ein Remake in Relation mit einer besseren Optik und Präsentation sinnvoll erscheint. Oftmals ist auch der Hype einer bestimmten Figur oder eines bestimmten Themas Auslöser für Remakes. Ein bekanntes Beispiel ist hierbei King Kong: Das Original wurde 1933 veröffentlicht und ist zwar ein Klassiker, kann jedoch schon lange nicht mehr mit den technologischen Möglichkeiten der heutigen Zeit mithalten, weshalb im Jahre 2005 ein Remake erschien.

Relevant ist die Tatsache, dass es sich bei einem Remake um keine neue Interpretation handelt, da man sich primär auf die gleiche Quelle bezieht. Oftmals entscheiden sich Regisseure auch dazu, bestimmte Szenen 1:1 zu übernehmen, da sie einen gewissen Kultstatus besitzen. Im Fallbeispiel King Kong wäre dies die Szene auf dem Empire State Building, während der Riesenaffe Ann Darrow in seinen Händen festhält und von den Flugzeugen attackiert wird.

Der Reboot besitzt vergleichbare Eigenschaften wie das Remake, beschreibt jedoch den Neuanfang einer Filmreihe. Da es sich bei King Kong nur um ein einzelnes, in sich abgeschlossenes Werk handelt, kann dieser nicht als Reboot fungieren, während eine Neuauflage der Spider-Man-Filme sehr wohl dienlich ist.

Crossover

Das klassische Crossover definiert sich durch einen eigenständigen Handlungsstrang, der sich durch das Zusammenwirken zweier oder mehrerer Figuren zusammensetzt, die meist Protagonisten ihrer eigenen Geschichte sind. Oftmals stammen diese Figuren aus ihrem eigenen Universum, wodurch sie zu Beginn vollkommen unabhängig voneinander fungiert haben, durch das Crossover jedoch aufeinandertreffen, wodurch das Kennenlernen ein häufiges Merkmal der Filme ist.

Ein bekanntes Beispiel ist Freddy vs. Jason oder Alien vs. Predator. Entsprechend lässt sich der Fakt ableiten, dass das klassische Crossover das genaue Gegenteil des Ablegers oder Spin-Offs ist.

Adaption, Retcon, Neuinterpretation

Der klassische Begriff Adaption definiert einen Film, der unmittelbar von einem anderen Medium zum Film übertragen wird. Dabei kann es sich bei dem Medium um Buch, Videospiel oder Vergleichbares handeln. Die ursprüngliche Quelle, also Geschichte, Protagonist und Welt, bleiben erhalten. Ein Beispiel wäre die Adaption der Videospielreihe Assassins Creed. In Form einer Re-Adaption, die zunächst wie ein Remake erscheint, kann eine Quelle mehrfach verfilmt werden (Tomb Raider).

Etwas anderes symbolisiert in diesem Falle die Neuinterpretation eines Stücks beziehungsweise einer Quelle. Während man Protagonist, Welt oder Geschichte adaptiert, steht es dem Regisseur in diesem Fall komplett frei, inwieweit er gegebene Tatsachen verändert oder anpasst, womit unter gewissen Umständen nur noch das Grundkonzept einer Geschichte im Film enthalten bleibt. 10 Dinge, die ich an dir hasse aus dem Jahr 1999 basiert zwar auf dem Original "Der Widerspenstigen Zähmung" von William Shakespeare, verfolgt im Film jedoch einen veränderten Leitfaden, der so im Original nicht enthalten ist. Auch Total Recall - Die totale Erinnerung von 1990 und Total Recall von 2012 gehören dazu - wobei letzterer als Remake mit Elementen des alten Films gilt.

Das gesamte Konzept von Adaption und Neuinterpretation ist nicht mit Retcon ("Retroactive Continuity") zu verwechseln, der zwar relevante Aspekte im Original ignoriert, jedoch deutliche Bezüge beibehält. Ein Beispiel: Man erschafft einen Film auf Basis einer festgelegten Geschichte, in der eine relevante Person vor einem bestimmten Ereignis bereits verstorben ist. Schafft man nun ein Werk, in dem diese Person während dieses Ereignisses noch lebt, so handelt es sich um ein Retcon, da alle übrigen Originalfakten erhalten bleiben. Kommt häufiger bei Comics vor, bei Filmen eher selten.

Quelle: WikiPedia
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