
"Der Weltraum, unendliche Weiten..." - 60 Jahre ist es inzwischen her, seit wir diese berühmten Worte erstmals zu hören bekamen. 12 Serien, um die 800 Episoden und 13 Kinofilme entstanden während dieser Zeit. Das ist beispiellos. Doch die Geschichte von Star Trek ist nicht nur von Erfolgen geprägt, sondern auch von Krisen, die das Franchise in seiner langen Geschichte immer wieder durchlaufen musste. Und ausgerechnet jetzt, zum großen 60-jährigen Jubiläum, erscheint die Zukunft des Franchise wie das ungewisse Dunkel. Steht eine neue Krise bevor?
Angesichts des heutigen 5. April, welcher in der Star Trek-Timeline im Jahr 2063 als der Tag des ersten Kontakts bekannt ist, blicken wir auf den aktuellen Status des Franchise.
Das Ende des modernen Star Trek?
Kürzlich erreichte uns die Meldung, dass Paramount die neueste Serie Star Trek - Starfleet Academy abgesetzt hat. Sie wird auf maximal zwei Staffeln kommen. Ein Ende, dem viele kritische Stimmen vorausgingen. Zu woke, schlechte Drehbücher, fragwürdige Charaktere und so weiter. Diese Absetzung könnte das Ende dieser aktuellen Trek-Ära bedeuten, welche 2017 mit Star Trek - Discovery begann. Und auch diese Serie spaltete bereits die Fans.
Star Trek - Strange New Worlds ist wohl die Serie, auf die sich die meisten Star Trek-Fans im Augenblick einigen können, wenngleich auch hier mittlerweile die Kritik ob der schlechter werdenden Drehbücher größer wird. Dieses Jahr dürfen wir uns auf Staffel 4 freuen, doch auch dort ist dann langsam Schluss. Es wird noch eine abschließende, verkürzte fünfte Staffel geben, und das war es dann.
Diese Folgen sind bereits alle abgedreht, was bedeutet, dass aktuell, erstmals seit zehn Jahren, keine Star Trek-Serie in aktiver Produktion ist (sieht man mal von der aktuellen Postproduktion der zuletzt abgedrehten Folgen ab). Dies ist nichts, was sich die Fans zum 60. Jubiläum gewünscht haben. Und noch gibt es keine Ankündigungen zu kommenden Projekten.
Hinzu kommt, dass der Vertrag von Alex Kurtzman, der bislang hauptverantwortlich für diese moderne Trek-Ära war, in diesem Jahr ausläuft und noch nicht klar ist, ob sein Vertrag verlängert wird. Wenngleich er für das Wiederbeleben der Marke Star Trek verantwortlich ist, so wird er von vielen Fans auch deutlich kritisiert. Vor allem zwei Kritikpunkte werden immer wieder genannt: Mangelnder Respekt vor dem Kanon sowie das Verfälschen der Werte, für die Star Trek eigentlich stehen sollte.
Aktuell ist also völlig unklar, wer zukünftig überhaupt die kreative Kontrolle über das Franchise haben wird, noch, ob es überhaupt weitergeht, da Stand jetzt kein Projekt in aktiver Entwicklung ist.
Konzepte für die Zukunft
Ein weiterer Punkt sorgt seit langer Zeit für Unverständnis bei vielen Fans: Als Starfleet Academy angekündigt wurde, hatte die Serie schon keinen guten Stand bei den Fans. Denn es hatte schlicht niemand nach einer Serie gefragt, die im 32. Jahrhundert spielt, in der Zeit von Star Trek - Discovery. Viele Fans hatten weder Interesse noch Lust an einer solchen Serie.
Das Unverständnis war und ist auch deshalb so groß, weil, teilweise bereits seit Jahren, aktuell DREI ausgearbeitete Konzepte für Star Trek-Serien vorliegen, die von den Fans durchaus gewünscht sind.
Star Trek - Legacy: Die Serie setzt am Ende der dritten Staffel von Star Trek - Picard an und erzählt die Geschichte der U.S.S. Enterprise-G unter dem Kommando von Captain Seven of Nine. Terry Matalas, der als Showrunner für die dritte Staffel von Star Trek - Picard verantwortlich war, legte Paramount ein Konzept für diese Serie vor. Die Crew stand ebenfalls schon fest und die Schauspieler, die bereits aus Star Trek - Picard bekannt waren, unter anderem Edward Speleer als Jack Crusher, wären wieder mit dabei gewesen. Dann jedoch begann der Autorenstreik in Hollywood und anschließend hörte man von der Serie nichts mehr. Jeri Ryan (Seven of Nine) sprach jedoch wiederholt davon, dass sie immer noch hofft, die Serie an den Start zu bringen.
Star Trek - United: Diese Serie setzt ein paar Jahre nach dem Ende von Star Trek - Enterprise an und soll die turbulenten Anfangsjahre der Vereinigten Föderation der Planeten behandeln. In der Hauptrolle würde Scott Bakula aus Star Trek - Enterprise zurückkehren. Der ehemalige Captain der NX-01 würde hier als erster Präsident der Föderation auftreten und sich unter anderem mit den romulanischen Kriegen befassen müssen. Die Serie wird vor allem als politischer Thriller beschrieben und oft mit The West Wing verglichen.
Man hört, dass auch weitere aus Enterprise bekannte Charaktere zurückkehren könnten, z.B. der Andorianer Shran. Und jeder Star Trek-Fan weiß: Es kann nie genug Jeffrey Combs geben!
Erarbeitet wurde die Serie sowohl von Scott Bakula selbst als auch von Produzent und Drehbuchautor Mike Sussman, der bereits an Star Trek - Raumschiff Voyager (Staffel 7) und anschließend an Star Trek - Enterprise mitgearbeitet hat. Zuerst Co-Produzent war er dort anschließend als Produzent für die Staffeln 3 und 4 verantwortlich. Beide haben die Serie bereits bei Paramount vorgestellt und sie soll sich noch in Entwicklung befinden.
Star Trek - Year One: Vielleicht die Serie mit den größten Chancen, tatsächlich grünes Licht zu bekommen. Sie soll an Star Trek - Strange New Worlds anschließen und das erste Jahr von James T. Kirk als Captain der Enterprise behandeln. Schon lange gibt es Gerüchte um diese Serie, da im Verlauf von Star Trek - Strange New Worlds auch immer mehr Figuren von Kirks-Crew eingeführt wurden. Die Darsteller sind also bereits vorhanden und größtenteils sogar von den Fans abgesegnet, und die Sets stehen ebenfalls bereits, da man sie natürlich von Strange New Worlds problemlos übernehmen könnte. Es gibt nicht viel, was gegen diese Serie sprechen würde.
Nur noch einmal zum Verständnis: Das sind nicht einfach nur Ideen. Für all diese drei Serien liegen ausgearbeitete Konzepte bei Paramount vor und jede dieser Serien könnte sofort in aktive Produktion gehen, würde man grünes Licht erhalten.
Eine unsichere Zukunft
Gerüchte, Vermutungen, Hoffnungen. Es gibt nur wenig Konkretes, über das man in Sachen Star Trek gerade berichten könnte. Auch auf der großen Leinwand war das Franchise seit zehn Jahren nicht mehr vertreten und es gibt wenig Anzeichen dafür, dass sich dies bald ändern könnte.
Hinzu kommt die aktuelle Situation bei Paramount selbst. Die aktuelle Führung steht einem Trump sehr nahe, was nicht unbedingt dafür spricht, Serien und Filme auf den Weg bringen zu wollen, die gegen all das stehen, wofür der amerikanische Präsident steht. Und dann wäre da noch der aktuelle milliardenschwere Kauf von Warner Bros., auf den sich bei Paramount aktuell alles fokussiert.
Man hört immer öfters Stimmen von Fans, die sich wünschen würden, dass Star Trek eine neue Heimat findet. Doch es ist schwer vorstellbar, dass Paramount tatsächlich dieses Franchise verkaufen würde.
In Furcht und Hoffnung
Abgesetzte Serien, ein Kurtzman, der Star Trek einfach nicht verstanden hat, viel Kritik von den Fans und scheinbar kein Plan für die Zukunft und dann auch noch die Situation rund um Paramount. Es gäbe viele Gründe, um pessimistisch in die Zukunft zu blicken.
Doch Pessimismus passt nicht zu Star Trek. Dort geht es um Hoffnung, um den Glauben an eine bessere Zukunft. Und dem Beispiel wollen wir folgen. Geht eine Tür zu, öffnet sich immer auch eine neue. Die vergangene Trek-Ära hatte auch viel Gutes zu bieten. Serien, die gezeigt haben, dass glaubhaftes Star Trek auch in der heutigen Zeit funktionieren kann. Und wie die oben vorgestellten Konzepte zeigen, gibt es durchaus gute Ideen, die großes Potenzial versprechen.
Wir weigern uns auch zu glauben, dass man mit der Marke in nächster Zeit nichts machen möchte. Dafür ist sie auch nach 60 Jahren einfach immer noch zu lukrativ. Und wenn wir uns auf eine Sache verlassen können, dann auf die Tatsache, dass Konzerne in erster Linie Geld verdienen wollen.
Ja, es könnte durchaus sein, dass dieses Jubiläumsjahr für Fans sehr enttäuschend verlaufen könnte. Alle aktuellen Serien abgesetzt und keine neuen angekündigt. Ist dies die nächste große Krise, in der das Franchise eine mehrjährige Pause einlegen muss? Doch bis wir eines Besseren belehrt werden, wollen wir uns der Hoffnung hingeben.
Am 8. September findet der Star Trek-Day statt, an dem das Franchise in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiern wird. Es gäbe doch keinen besseren Zeitpunkt, um das Franchise in die Zukunft zu führen und neue Projekte anzukündigen. Werden alle drei der von uns genannten Serien-Konzepte angekündigt? Schwer zu sagen. Vielleicht gibt es ja auch die ein oder andere Überraschung. Sogar ein neuer Kinofilm? Irgendetwas wird bestimmt kommen und wir glauben, es könnte sogar ein richtig großer Geburtstag werden, der die Fans erfreuen wird.
Teilt ihr unsere Hoffnung oder seht ihr der Zukunft doch pessimistischer entgegen? Was sind eure Hoffnungen für die Zukunft von Star Trek und welche Projekte würdet ihr euch wünschen?
