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The Crown gesehen am  
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The Crown (2016 - ????)

Eine Serie von: Peter Morgan mit Claire Foy und Matt Smith

USA5 StaffelnDrama

The Crown Inhalt

Die Serie gibt Einblicke in zwei der berühmtesten Adressen der Welt, Buckingham Palace und 10 Downing Street, sowie in die Intrigen, das Liebesleben und die Machenschaften hinter den großen Ereignissen, die die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt haben. Jede Staffel befasst sich mit den politischen Rivalitäten und persönlichen Ränkespielen, die sich über ein Jahrzehnt von Königin Elizabeths II. Regenschaft erstrecken, mit der heiklen Balance zwischen ihrer privaten und der öffentlichen Welt. In Staffel 1 steht eine 25-jährige Prinzessin vor der entmutigenden Aussicht, die bekannteste Monarchie aller Zeiten führen zu müssen, während sie eine Beziehung zum dominanten, kriegsgestählten Premierminister Winston Churchill knüpft.

Galerie
The Crown

Cast & Crew

Wer ist der Erfinder von The Crown und wer spielt mit?

Originaltitel
The Crown
Genre
Drama
Staffeln
5 (20 Episoden)
Land
USA
TV-Sender
Netflix
Premiere
04.11.2016
Start-DE
04.11.2016

Staffeln & Episoden

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6 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
04.01.2020 17:59 Uhr | Editiert am 04.01.2020 - 18:06 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.433 | Reviews: 182 | Hüte: 428

Staffel 3, Episode 8, "Dangling Man"

Die achte Episode fokussiert sich auf Prince Charles und dessen Großonkel Edward, Duke of Windsor (in Staffel 3: Derek Jacobi), indem die Lebenswege der beiden Royalen gleichgesetzt und miteinander verglichen werden, vollführt die Episode einen inhaltlichen, generationsübergreifenden Zirkelschluss und bietet gleichzeitig einen progressiven Ausblick in die Zukunft. Der ehemalige König Edward VIII. liegt nun im Sterben, während es sich bei Charles um den aufstrebenden, voll im Leben stehenden "King in Waiting" handelt.

Wie es der Zufall will, trug Edward ebenfalls den Titel Prince of Wales, bevor er zum König gekrönt wurde. Beide Männer empfinden große Zuneigung und Sympathien füreinander und pflegen zudem eine Brieffreundschaft, schließlich besucht Charles Edward in dessen Pariser Exil-Villa. Beide Männer verlieb(t)en sich in eine individualistische und als Königin unpassend angesehene Frau, während Camilla Shand (Emerald Fennell) allerdings wenigstens noch einer Adelsfamilie entstammt, handelt es sich bei Wallis Simpson (Staffel 3: Geraldine Chaplin) lediglich um eine Bürgerliche. Edward musste dementsprechend als König abdanken, Charles plant stattdessen, die britische Monarchie im Falle seiner Inthronierung nach seinen eigenen Vorstellungen zu reformieren.

"The Crown is not a static thing resting forever on one head. It is moving. Alive. Devine. The changing face of changing times."

Bildsprachlich zeigt sich die Unweigerlichkeit des progressiven Wandels bereits während des ersten Besuchs Camilla Shands im Buckingham Palace, die musikalische Untermalung mit "Beggin" von Madcon erscheint in diesem Zusammenhang als geradzu revolutionär. Des Weiteren offenbart sich der Wandel im Verlauf des Besuchs der Queen bei Edward in dessen Exil-Villa. Während die Queen im Gespräch Zweifel an Charles´ Souveränität als zukünftiger König äußert, sieht man sie als Spiegelbild in einem Spiegel, das Spiegelbild der Queen verblasst jedoch, als Edward meint, das Wichtigste für eine souveräne Herrschaft Charles´ sei die richtige und eine starke Frau an seiner Seite.

Die Emanzipation von der eigenen Mutter (weitergegriffen: von den eigenen Eltern und der eigenen Familie) sowie eine Reform der konservativen und überholten, royalen Strukturen werden hier also als wegweisende, essentielle Charakteristiken einer souveränen Herrschaft und Lebensmeisterung Charles´ verstanden. Generell lässt sich das natürlich auch auf gemeine und bürgerliche Gesellschaftsschichten sowie rein demokratische Staatssysteme übertragen.


Staffel 3, Episode 9, "Imbroglio"

SPOILER nach den Geschehnissen von Episode 8:

Wallis: "Watch out for your family."
Charles: "They mean well."
Wallis: "No, they don´t."

All die positiven, hoffnungsvollen und progressiven Inhalte und Gefühle der vorherigen Episode werden nun durch innerfamiliäre, reaktionäre Intrigen regelrecht zerstört, die neunte Episode endet dahingehend mit einem von seiner Familie im Stich gelassenen und von seiner festen Freundin Camilla Shand verlassenen Charles. Vereinsamt, hilflos und am Boden zerstört. So fühlt man sich dann auch als Zuschauer, vollkommen deprimiert und wie ein Häufchen Elend.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.12.2019 20:32 Uhr | Editiert am 30.12.2019 - 22:07 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.433 | Reviews: 182 | Hüte: 428

Staffel 3, Episode 6: "Tywysog Cymru"

Die überaus tragische und traurige, sechste Episode "Tywysog Cymru" (walisisch: "Prince of Wales") handelt vom walisischen Nationalismus und Separatismus in den 60er Jahren sowie der damit in Konflikt stehenden Amtseinsetzung von Charles (Josh O´Connor) als Prince of Wales.

Um die Waliser zu besänftigen, die britische Einheit zu stärken und um seine Amtseinsetzung nicht wie eine feudale Übernahme aussehen zu lassen, wird Charles auf Anraten des Premierministers von seiner Familie gezwungen, ein Semester lang in Wales zu studieren, um dort Walisisch zu lernen und sich die walisische Kultur anzueignen. An der Universität wird er ausgerechnet von dem in einer republikanisch-nationalistischen Partei tätigen Walisischprofessor Tedi Millward unterrichtet, welcher den britischen Imperialismus und die Unterdrückung der walisischen Identität überwinden möchte. Das zeigt sich alleine schon in seinem Verhalten gegenüber Charles, Millward behandelt Charles konsequent wie einen normalen Studenten ohne royalen Sonderstatus.

Während seines Aufenthalts und Studiums in Wales tritt Charles als Laie in ein Fettnäpfchen nach dem nächsten und erfährt auf diese Weise immer mehr über die Gräueltaten des britischen Imperialismus, in jüngerer Historie wurde zum Beispiel das urwalisische Dorf Capel Celyn geflutet, um in dem Tal ein Wasserreservoir für die Bevölkerung von Liverpool zu schaffen. Zu Beginn dominiert von Unverständnis, werden die Motive der Waliser für Charles somit stetig nachvollziehbarer.

Zu großen Teilen begründet sich Charles´ Verständnis dadurch, dass es ihm als Kronprinzen ebenfalls an Selbstbestimmung und einem normalen Leben mangelt. In seiner Kindheit wurde er nicht von seinern Eltern umsorgt, was sich am Beispiel augenscheinlicher Banalitäten wie dem Zu Bett Bringen zeigt, er hatte keine normale Jugend und hat keine Freunde, er lebt also sehr viel in Einsamkeit. Aufgrund der nichtexistenten Freunde wird Charles an einem Wochenendabend von Millward zu sich nach Hause zum Essen eingeladen, als Folge dessen Millward und dessen Ehefrau Charles´ seelische Leiden bemerken. Obwohl zu Beginn Abneigung bis Hass vorherrschte, bemitleiden sie Charles nun, beide Seiten werden im Verlauf der Handlung mit ihren Vorurteilen gegenüber der anderen Seite konfrontiert.

All diese gesammelten Erfahrungen führen dazu, dass Charles die unpersönliche, von Diplomaten und Verfassungsexperten entworfene Amtseinsetzungsrede nach eigenem Ermessen umschreibt und erweitert, letztendlich traut sich Charles sogar, sich gegen Mutter und Königin Elizabeth aufzulehnen, um sein individuelles Recht einzufordern.

Elizabeth spricht ihm jedoch im Namen der Familie Identität, Charakterauslebung und Stimmrecht ab, weil sich das nicht mit der Royalität, der britischen Verfassung und dem Land vereinen lasse. Die Maxime der Queen lautet: Lieber entmenschlicht, schweigend und systemkonform an der Macht bleiben sowie dem System und dem Reich dienen, anstatt durch eine zu laute und abweichende Meinung die eigene Abdankung durch eine Verfassungskrise oder den Zerfall des Reichs zu riskieren. Dass Charles´ Rede die nationalistisch-separatischen Waliser tatsächlich besänftigte, wird von der Queen natürlich verkannt.

Die Episode endet mit Charles in einem Theaterstück, in dem er einen König lediglich schauspielt. Einem Betrug anheimgefallen, eine Hülle, eine Fassade, ein Schein.

"Throw away respect, tradition, form and ceremonious duty, for you have but mistook me all this while. I live with bread like you, feel want, taste grief, need friends. Subjected thus, how can you say to me, I am a king?"

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
27.12.2019 16:49 Uhr | Editiert am 27.12.2019 - 16:51 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.433 | Reviews: 182 | Hüte: 428

Staffel 3, Episode 5: "Coup"

Eine wichtige Rolle in der fünften Episode spielt Louis Mountbatten (Charles Dance), Onkel von Prince Philip, anhand dessen Handeln Untiefen in der britischen Verfassung ausgelotet werden und eine Verfassungskrise in Aussicht gestellt wird.

Was tun, wenn sich das eigene Land in einer wirtschaftlichen Misslage befindet (Abwertung des britischen Pfunds) und droht, den Status als souveräne Weltmacht zu verlieren? Wenn der eigene Vaterlandsstolz verletzt wird und man als langgedienter Militär kein Verständnis für die "rückläufige" Nachkriegsgeneration hat? Was tun, wenn Demokratie, Freiheit und Kapitalismus durch Sozialismus und Sowjeteinfluss "bedroht" werden und man durch ebenjenen sozialistischen Premierminister entlassen wird, weil das Militär zu viel kostet? Man versucht selbstverständlich einen Staatsstreich zur Einsetzung einer neuen Regierung und eines neuen Premierministers.

In einer gesellschaftlich so gefestigten Demokratie wie jener im Vereinigten Königreich funktioniert das allerdings nicht. Es sei denn, man bezieht den Monarchen mit ein, weil dieser de jure über die Macht verfügt, das Parlament aufzulösen und die Regierung abzusetzen, sowie zudem den Oberbefehl über das Militär inne hat. Queen Elizabeth stellt sich allerdings gegen Louis Mountbatten und erinnert ihn daran, dass die Royalität de facto keine Macht ausübt.

Parallel dazu beschäftigt sich die Episode mit Elizabeth´ Faible für Pferderennsport. Der eigene, royale Rennstall wurde längst von französischen und US-amerikanischen Rennställen abgehängt, eine - wenig subtile - Metapher für deren Vorzeigedemokratien im Vergleich mit der britischen Demokratie. Elizabeth bedauert, dass ihr die Krönung zur Königin ein fröhliches Leben als Züchterin von Rennpferden verwährt hat, dies sei die einzige Tätigkeit, die ihr vollkommen Freude und Spaß bereite. Dennoch stellt sie sich gegen Louis Mountbatten. Eine Verfassungskrise sowie die durch Premierminister Harold Wilson angedrohte Absetzung der Monarchie würde Elizabeth zwar ihr eigentlich gewünschtes Leben als Pferdezüchterin ermöglichen, Louis Mountbattens Handeln widerspricht jedoch ihrem royalen Machtverständnis (nur de jure, "do nothing").

Damit stellt sich Elizabeth gleichzeitig aber eben auch vor die britische Verfassung, also die Verfassungsuntiefen, beim Vereinigten Königreich handelt es sich schließlich nur um eine de-facto-Demokratie, die auf dem gegenseitigen Selbstverständnis von Royalität und Volk sowie Parlament beruht. Auf den gesellschaftlichen Status als Queen und Königsfamilie sowie den damit einhergehenden Prunk möchte Elizabeth anscheinend nicht verzichten, der Status Quo soll beibehalten werden. Schlussendlich wird somit auch eine gewisse Scheinheiligkeit seitens der Queen offenbart.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
24.12.2019 15:10 Uhr | Editiert am 24.12.2019 - 15:12 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.433 | Reviews: 182 | Hüte: 428

Staffel 3, Episode 3: "Aberfan"

Die dritte Episode handelt von der Katastrophe von Aberfan 1966, nach starkem Regen stürzte eine Kohlemine in sich zusammen und verursachte einen Erdrutsch, der auf das Bergarbeiterdorf Aberfan niederging und dort 144 Menschen tötete - davon 116 Kinder. Im Bezug auf das Katastrophenszenario und die Inszenierung dringt die Episode in die erschütternden Sphären der Miniserie "Chernobyl" vor".

Neben der Katastrophe an sich beschäftigt sich die Episode auch mit der Sicht der Regenten (Queen Elizabeth II, Premierminister Harold Wilson) auf die Katastrophe sowie mit ihrem Wesen als Volksvertreter. Als Volksvertreter ist es ihre Aufgabe, sich im Sinne des Volkes zu verhalten und entsprechend zu reagieren, die Queen sträubte sich zum Beispiel (zu) lange gegen einen Besuch des Katastrophenortes und als sie es schließlich doch tat, musste sie ihre Tränen vortäuschen.

Des Weiteren können Volksvertreter ihr Auftreten und ihr Verhalten anpassen, um Sympathien zu gewinnen und die Gunst des Volkes zu erhalten, auch wenn dies nicht dem eigenen Selbst entspricht. Der Premierminister Harold Wilson mag zum Beispiel keine Pfeifen sondern lieber Zigarren, da diese allerdings als Symbol kapitalistischen Privilegs gelten, raucht er als Sozialist in der Öffentlichkeit und während der Wahlkampagnen Pfeife.

Der Premierminister und die Queen vertreten hier aus idealistischer Sicht zwei verschiedene Standpunkte, der Premierminister rät der Queen, das britische Volk und insbesondere die Dorfbewohner in ihrer Funktion als Volksvertreterin zu trösten, die Queen möchte jedoch keine Show, kein Schauspiel aufziehen. Letztendlich ist es in der Realität eine Mischung aus beidem.

"We can´t be everything to everyone and still be true to ourselves."

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
23.12.2019 13:43 Uhr | Editiert am 23.12.2019 - 14:35 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.433 | Reviews: 182 | Hüte: 428

Staffel 3, Episode 2: "Margaretology"

Die britische Wirtschaft ist hochverschuldet, die Regierung erbittet daher Hilfe bei den USA. US-Präsident Lyndon B. Johnson (Clancy Brown), ein freiheitlicher Lebemann mit derbem Sprachgebrauch, hat die britische Absage einer Unterstützung im Vietnamkrieg allerdings noch nicht vergessen und hält zudem nichts vom antiquierten, Regeln befolgenden, gestelzten, überhöflichen und humorlosen Verhalten und Gastempfang der Monarchie, er lehnt die Queen und den britischen Premierminister daher als Machtinstanzen ab und schlägt auch die Einladung an den britischen Hof aus.

Währenddessen befindet sich Princess Margaret (Helena Bonham Carter) auf einem privaten Urlaub in den USA, um ihrem Ehemann bei einer Buchvorstellung zur Seite zu stehen. Ihre freiheitliche, individualistische und spontane Ader geht in den USA im Gegensatz zum Leben am royalen Hof voll auf, sie genießt die Aufmerksamkeit durch die US-Presse und die US-Bevölkerung und scharrt rasch eine Fanbase um sich (siehe der Episodentitel).

Johnson dreht nun den Spieß um und lädt Margaret zum Dinner im Weißen Haus ein, so kann er seine Ehre bewahren, da er die Einladung der Queen auf diesem Weg nicht direkt ausgeschlägt. Der Termin überschneidet sich jedoch mit der Buchvorstellung, sodass Margaret von Elizabeth erst als Schwester gebeten wird, das Dinner mit Johnson wahrzunehmen, und es ihr dann schließlich von Elizabeth als Königin befohlen wird. Trotz dieses Rückschlags und dieser Zurechtweisung meistert Margaret den Besuch im Weißen Haus mit Bravour, sie und Johnson harmonieren wegen ähnlicher Charakterzüge perfekt miteinander, was aus daran liegt, dass beide darunter litten bzw. leiden, als Vize im Schatten der eigentlichen Staatsoberhäupter (Kennedy und Elizabeth II.) zu stehen.

Rückblickend ist Margeret so begeistert von ihrer Rolle als offizielle Diplomatin, dass sie Elizabeth bittet, ihren Aufgabenbereich als Stellvertreterin der Queen zu erweitern. Elizabeth´ Ehemann Philip (Tobias Menzies) widerspricht jedoch, das Bestehen der Monarchie - insbesondere im 20. Jahrhundert - begründe sich durch Unterordnung, Gleichförmigkeit und Berechenbarkeit, Monarchen seien im Kern Langeweiler. Zu viel Individualismus, Freiheitlichkeit und Lebhaftigkeit überlebe das britische Staatssystem nicht, infolgedessen erlaubt es die Queen Margaret nicht, weitere Aufgaben als Stellvertreterin zu übernehmen.

Wie es oft in "The Crown" geschieht, zeichnet auf die Episode "Margaretology" ein kritisches Bild vom Wesen der britischen Monarchie. Die Monarchie koppelt die Mitglieder der Königsfamilie vom Menschlichen ab und funktioniert sie zum Objekt und zum Apparat der Politik, der Diplomatie und des Staatssystems um, dem Menschen wird dabei nur eine untergeordnete Rolle mit geringer Macht und geringem Einfluss gestattet.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
22.12.2019 21:00 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.433 | Reviews: 182 | Hüte: 428

Staffel 3, Episode 1: "Olding"

Im Zentrum der Episode steht der Übergang von den Staffeln 1 & 2 in die Staffel 3, was erstaunlich gut gelingt, indem der Austausch des Casts sinnvoll, glaubwürdig und selbstironisch in die Handlung integriert wird.

Zu Beginn werden Briefmarken mit dem neuen, gealterten Profil der Queen (jung: Claire Foy; älter: Olivia Colman) als Symbol einer neuen Ära eingeführt, zudem ist Elizabeth - wie jeder Mensch - nicht erfreut über ihren eigenen Alterungsprozess ("old bat"). Derweil versuchen sich die sonstige Royalität und die Post daran, den Alterungsprozess mit höflichen Ausdrücken und Komplimenten zu umschreiben, was von der Queen entsprechend negativ quittiert wird, eine sehr amüsante Szene.

Der Beginn einer neuen Ära wird gleichzeitig dadurch bekräftigt, dass der mittlerweile bettlegerige Winston Churchill und die Royalität Angst vor dem Sozialismus und dem oppositionellen Chef der Labour Party Harold Wilson haben, Churchill dann stirbt und Wilson zum neuen Premierminister gewählt wird. Damit verknüpft ist die Angst vor - tatsächlich bestehender - sowjetischer Spionage, die Behauptungen und Gerüchte, bei Wilson handele es sich um einen KGB-Agenten und Informanten, entpuppen sich letztendlich jedoch als Verschwörungstheorie.

Wegen in den 1940er Jahren geknüpfter Freundschaften mit sowjetischen Staatsmännern existierte zwar ein sowjetischer Rekrutierungsplan für Wilson, diese Rekrutierung kam jedoch nie zustande. Passender- und amüsanterweise lautete der Codename für Wilson "Olding", im Bezug auf die Episode fungiert "Olding" also als mehrdeutiger und Themen sowie Handlungsstränge verknüpfender Oberbegriff, dementsprechend wird der Begriff auch als Episodentitel verwendet.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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