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Gesetz der Rache (2009)

Ein Film von F. Gary Gray mit Gerard Butler und Jamie Foxx

Kinostart: 19. November 2009109 Min.FSK16Drama, Thriller
Meine Wertung
Ø MJ-User (8)
Mein Filmtagebuch
Gesetz der Rache Bewertung

Gesetz der Rache Inhalt

Clyde Shelton ist ein guter Familienmensch, dessen Leben schlagartig aus den Fugen gerät, als seine Frau und seine Tochter bei einem Einbruch brutal ermordet werden und er selbst nur um ein Haar überlebt. Als die Mörder gefasst werden, übernimmt der ehrgeizige Staatsanwalt Nick Rice aus Philadelphia den Fall. Gegen seine eigene Überzeugung zwingt ihn sein Vorgesetzter dazu, einem der Täter ein mildes Urteil anzubieten, wenn dieser gegen seinen Komplizen aussagt. Zehn Jahre später wird der Mann, der damals seiner Strafe entkommen ist, tot aufgefunden. Clyde Shelton bekennt sich des Mordes schuldig und beginnt ein erpresserisches Spiel mit Rice: Entweder dieser setzt seine Position für eine Änderung des Rechtssystems ein oder Schlüsselfiguren der damaligen Gerichtsverhandlung werden sterben. Um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, lässt Shelton von seiner Gefängniszelle aus eine Reihe spektakulärer Hinrichtungen ausführen. Der Einzige, der das Töten stoppen könnte, ist Rice. Als schließlich dessen eigene Familie in Sheltons Fadenkreuz gerät, beginnt für den Staatsanwalt ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit, bei dem sein Gegner immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

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Wer ist der Regisseur von Gesetz der Rache und wer spielt mit?

OV-Titel
Law Abiding Citizen
Format
2D
Box Office
126,69 Mio. $
Der Film erhielt die FSK-Freigabe "Freigegeben ab sechzehn Jahren".
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18 Kommentare
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luhp92 : : BOTman Begins
23.08.2018 02:01 Uhr | Editiert am 23.08.2018 - 02:22 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.289 | Reviews: 138 | Hüte: 330

@MobyDick und sublim77

Ich möchte in Sachen gute Filme zu Rache Selbstjustiz noch "Blue Ruin" von Jeremy Saualnier nennen, den ich mir vorhin angesehen habe.

Im Groben orientiert sich der Film zwar an Genre-Konventionen, unterläuft diese allerdings ständig und zeichnet ein realistisches Bild der Thematik. Kein Hollywood-Actionheld besetzt mit einem kernigen Darsteller sondern ein Durchschnittstyp besetzt mit einem Durchschnittstypen (überragend: Macon Blair), der sich an dem Mörder seiner Eltern rächen möchte. Das ist jedoch alles nicht so einfach, wie uns Hollywood oft weismachen möchte. Wo soll man zum Beispiel eine Waffe herbekommen? Wie geht man psychisch mit dem Mord um? Wann ist der Rache Genüge getan und wie genugtuuend ist Rache überhaupt?

Sehenswert, auch wenn nicht gerade spannend und gelegentlich etwas zu vertrasht.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
22.08.2018 10:53 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 788 | Reviews: 41 | Hüte: 60

@luhp:

"Och, nööö Aber immerhin nennst du ihn "megareaktionär" und stellst ihn nicht auf eine Ebene mit der humanistisch-empathischen "Stirb Langsam"-OT, das freut mich^^"

Ich kann den Film auch nur bedingt (halbwegs) objektiv verteidigen, weil er eben über weite Strecken gut inszeniert ist (unterdurchschnittliche CGI außen vor). Ansonsten ist das halt Jingoismus mit soviel Überzeugung vorgetragen, dass ich persönlich das nicht mehr ernst nehmen kann, der mir als "Stirb Langsam"-Fan aber so oft zuzwinkert, dass ich das schon fast niedlich finden muss. Das ist total Herz über Hirn. ;)

Über die "humanistische" (ich stimm da nicht ganz zu, glaube aber, dass wir nicht so weit auseinanderliegen) Seite hat der Elsaesser übrigens einen sehr guten Aufsatz geschrieben (auf Deutsch in seinem "Modernes Hollywood"-Buch erschienen, das ich nur empfehlen kann), der ganz gut zeigt, was da alles für Themen drin versteckt sind - gerade in Bezug auf McTiernans "feminisierte" Männer, die er ja schon in "Predator" auf die Leinwand brachte, ganz interessant.

"Dennoch bleibt es ein plakativ-pathetischer Paranoiafilm über US-Ängste mit einer fragwürdig-gewalttätigen Traumabewältigung seitens Gerard Butlers und einer Fascho-Abschlussrede vom US-Präsident. "

Jepp, keine Widerrede.

MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
22.08.2018 09:35 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 3.599 | Reviews: 26 | Hüte: 254

@MobyDick:

Aber das ist eine andere Diskussion, grdstl. können wir uns nach allem was hier geschrieben wurdew alle glaube ich darauf einigen, dass der Film (je nach Lesart) entweder Faschistoid, einfach nur ein Rache-Actioner oder was auch immer ist, aber im Grunde genommen ist es einfach nur ein Film unter vielen, den man auch ruhig mal gesehen haben kann, und sei es auch nur um mitreden zu können

Das klingt doch mal nach einem akzeptablen, abschließenden Satz. Jedenfalls für michsmile

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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MobyDick : : Moviejones-Fan
22.08.2018 09:31 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.059 | Reviews: 27 | Hüte: 172

sublim:

Ich habe lange genau so argumentiert wie du, wenn bestimmte Filme und Serien von allen möglichen Leuten als gemeingefährlich und jugendgefährdend eingestuft wurden, habe gesagt, das sind relativ harmlose übertriebene Actioner. Und vor allem auch, das das sicher keine Filme sind, die die Allgemeinheit von vornherein als Spinnerei abtun würde. Aber in den letzten Jahren bin ich mir da leider nicht mehr so sicher, ob wirklich so ein großer Anteil der Zuschauer so stark zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden Willens oder Fähig ist.

Aber das ist eine andere Diskussion, grdstl. können wir uns nach allem was hier geschrieben wurdew alle glaube ich darauf einigen, dass der Film (je nach Lesart) entweder Faschistoid, einfach nur ein Rache-Actioner oder was auch immer ist, aber im Grunde genommen ist es einfach nur ein Film unter vielen, den man auch ruhig mal gesehen haben kann, und sei es auch nur um mitreden zu können :-)

Dünyayi Kurtaran Adam
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Jool : : Odins Sohn
22.08.2018 08:23 Uhr
0
Dabei seit: 20.02.13 | Posts: 791 | Reviews: 0 | Hüte: 50

@luhp92: Nachdem die Disukussion hier ausführlicher ist als im "Zuletzt gesehen"-Thread antworte ich dir hier:

Jesus und von Clausewitz sind die Vorbilder des Familienvaters, die er sich wählt, um seine Selbstjustiz moralisch zu rechtfertigen

Das wurde echt so gesagt/gezeigt? Ich hab den Film schon jahrelang nicht gesehen, daran kann ich mich wirklich überhaupt nicht mehr erinnern...laughing

Allgemein zur Diskussion: Ich verstehe grundsätzlich die Argumente von luhp und MobyDick bzw. bin in Bezug auf Selbstjustiz natürlich der gleichen Meinung. Allerdings finde ich dass der Film die Selbstjustiz auch nicht wirklcih in ein positives Licht rückt oder, wie von euch angesprochen, versucht die Handlungen von Butler zu rechtfertigen.

Auch wenn gezeigt wird dass die Justiz versagt, finde ich trotzdem nicht dass der Film sich auf der Seite von Butler (oder Foxx) positioniert. Durch die Charakterzeichnung von Butler und Foxx sind mMn nämlich beide keine Sympathieträger und werden eher negativ dargestellt.. Man versteht vielleicht noch die ursprüngliche Motivation von Butler, seine Handlungen ufern aber derart aus, dass er im Film sicher nicht lange der "Gute" ist. Sätzen von Moby wie "...taugt komplett nicht als Identifikationsfigur" stimme ich absolut zu, und gerade deswegen ist für mich die Message vom Film eben auch nicht "Pro Selbstjustiz".

Eher umgekehrt, man sieht dass es nichts bringt und keine Lösung ist. Allerdings kann ich den Film auch einfach falsch im Kopf haben, siehe oben - hab ihn schon sehr lange nicht gesehen ;)

MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
22.08.2018 07:11 Uhr | Editiert am 22.08.2018 - 07:34 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 3.599 | Reviews: 26 | Hüte: 254

@luhp92:

Erst einmal, Danke für den Hutlaughing

Natürlich hast du Recht, dass in diesem Film absolute Selbstjustiz propagiert wird und das selbstverständlich grundsätzlich nichts ist, was in der Realität akzeptiert werden kann. Ich gehöre ja selbst auch zur Exekutivgewalt, verstehe also sehr gut wie unsere Gesetze funktionieren. Aber genau das ist ja auch der springende Punkt. Es fühlt sich (wie ich schon sagte) manchmal einfach gut an, ohne groß über richtig und falsch nachdenken zu müssen, seinen tiefsten Dämonen freien Lauf zu lassen und die bedient GDR für mich als Familienvater. Manchmal will man eben nicht das Richtige tun, sondern das, was man tun muss. Auch wenn ich ein sehr rational denkender Mensch bin, weiss ich, dass es Situationen im Leben gibt, die einem das rationale Denken nicht mehr ermöglichen. Die Situation, die Butlers Charakter im Film erlebt, ist eine davon. Aber wie gesagt, ich will den Film eigentlich garnicht besonders tiefsinnig bewerten. Für mich ist Das Gesetz der Rache eben ein knallharter Rache-Actioner, der bei mir ein Gefühl von "Jawohl! Der zieht´s durch!" ausgelöst hat. Vielleicht fällt es mir einfach leichter Realität von Fiktion, also dem Film, zu unterscheiden. Nicht alles was ich in einem Film gut finde, muss ich für die Realität auch gut finden. Dieser Film sendet für mich weder eine Botschaft, noch birgt er eine Gefahr. Es ist einfach nur eine gut gemachte Fiktion. Aber vielleicht darf ich nicht immer nur von mir auf andere schließen. Da kann es natürlich sein, dass es Menschen gibt, die sich durch so etwas zu ungerechtvertigten Taten angespornt sehen, wer weiss.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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luhp92 : : BOTman Begins
21.08.2018 23:41 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.289 | Reviews: 138 | Hüte: 330

@MobyDick und sublim77
"Ohne jetzt die ganze Verklausilierung von luhp (Jesu Tempelreinigung, Clausewitz?) verstehen zu wollen/können"

Auch Jool stellte die Frage schon, ihr habt den Film wohl zu lange nicht mehr gesehen^^
Jesus und von Clausewitz sind die Vorbilder des Familienvaters, die er sich wählt, um seine Selbstjustiz moralisch zu rechtfertigen.

@sublim77
Sully meinte auch mal, dass ihm der Finger am Abzug wohl sehr locker sitzen würde, sollte jemand seiner Familie etwas Ähnliches antun. Ich kann jeden Familienvater nachvollziehen, der so denkt oder handelt bzw. handeln möchte, nur sollte derjenige sich dann nicht als moralisch rein und überlegen fühlen. Und einen Film, der das dann auch noch ansehnlich bebildert, benötige ich erst recht nicht. Dies widerspricht komplett den Gesetzen, auf denen unsere freiheitliche und menschenwürdige Demokratie aufgebaut ist.

@MobyDick
Zum Thema Rache sollte man unbedingt auch den iranischen Oscargewinner "The Salesman" von Asghar Farhadi sehen! Ein großartiges Drama, welches die Rachethematik und die damit verknüpften Charaktere dreidimensional zeichnet. Und wenn es US-actionlastiger zugehen soll, ist man bei Nolans "The Dark Knight"-Trilogie an der richtigen Adresse, die sich mit den Themen Rache, Selbstjustiz, Verbrechensbekämpfung und dem Überwinden des Justizsystems wesentlich intelligenter und psychologischer auseinandersetzt, als es "Gesetz der Rache" je könnte oder möchte.

@Silencio
"ich mag tatsächlich auch den megareaktionären "Olympus has fallen""

Och, nööö wink Aber immerhin nennst du ihn "megareaktionär" und stellst ihn nicht auf eine Ebene mit der humanistisch-empathischen "Stirb Langsam"-OT, das freut mich^^

Zugegeben, zur Hälfte hat mir der Film auch gefallen. Gute und spannende Survial- und Stealthaction, mit Gerard Butler als perfekter Schauspieler für einen solchen Film, zudem ein toller Schurke. Dennoch bleibt es ein plakativ-pathetischer Paranoiafilm über US-Ängste mit einer fragwürdig-gewalttätigen Traumabewältigung seitens Gerard Butlers und einer Fascho-Abschlussrede vom US-Präsident. Würde sowas aus Deutschland bzw. von Merkel kommen, stünde sofort das US-Militär auf der Türmatte.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
21.08.2018 17:50 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.059 | Reviews: 27 | Hüte: 172

und danke für den Hut :-)

Dünyayi Kurtaran Adam
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MobyDick : : Moviejones-Fan
21.08.2018 15:18 Uhr
1
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.059 | Reviews: 27 | Hüte: 172

Silencio:

Schön dass du wieder da bist :-)

Ja, ich meinte zwar den Italowestern, aber ich musste als ich es geschrieben habe, auch an dich dabei denken, und da wurde mir klar, dass dies tatsächlich zweischneidg verstanden werden kann und es trotzdem noch Sinn ergeben kann. Aber wie gesagt, eigentlich ist der Film gemeint...

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
21.08.2018 15:12 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 788 | Reviews: 41 | Hüte: 60

@MobyDick:

"Aber dann würde er wahrscheinlich mehr in die nihilistischen Gefilde eines Silencio gehen, wenn richtig umgesetzt als so ein Hochglanz-Faschistoid-Vehikel wie es das jetzt ist."

Ich frag mich gerade, ob das eine Anspielung auf den Italowestern oder auf meine Vorliebe für schmandiges Exploitationkino ist... :p

Sonst:

"Reaktionär" ist ja erstmal nur ein Label und keine Wertung. Ob man das jetzt mag oder nicht, das darf ja jeder für sich selbst entscheiden (Persönlich: manchmal ja, manchmal nein - ich hab meinen Spaß an reaktionären Charles Bronson-Filmen und ich mag tatsächlich auch den megareaktionären "Olympus has fallen"), sollte vielleicht auch nicht immer als Angriff verstanden werden - ebenso wie "political correct" halt erstmal ein Feststellung ist, die nichts über den Zuschauer oder die Qualität sagt ("Prisoners" ist zB ein sehr guter, aber trotzdem reaktionärer Film...).

MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
21.08.2018 11:24 Uhr
1
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 3.599 | Reviews: 26 | Hüte: 254

@MobyDick:

Political Correctness - ich nenne es mal Vorwurf

Wie gesagt, es sollte definitv KEIN Vorwurf sein. Vielmehr ist mir einfach aufgefallen, dass deine Beiträge einen gewissen Gerechtigkeitssinn offenbaren (wie du ja selbst sagst). Höflicher Umgang ist auch für mich etwas essentielles, für eine gepflegte Unterhaltung (egal ob mit einem Gegenüber oder in schriftlicher Form). Ich hoffe, dass man mich auch so empfindet, ansonsten müsste ich mich selbst hinterfragen, weil ich der Meinung bin, dass ich das auch genauso praktiziere.

Nichtsdestotrotz mag ich eben Filme, in denen man auch mal tiefe, niedere Gefühle rauslassen kann und das auch nicht immer bis ins letzte hinterfragen muss. Ich sehe sehr viel Unrecht und Leid in meinem beruflichen Leben. Unrecht, dem man in der realen Welt eben nicht mit einer Gerechtigkeit begegnen kann, wie man es sich gerne wünschen würde. Genau darum gefallen mir eben auch mal Filme, wo man drauf pfeift, ob das nun Gerechtigkeit oder die pure, blanke Rache ist. Es ist nur Fiktion und nach rund anderthalb Stunden schaltet man wieder auf Realität. Das ist auch genau der selbe Grund, warum ich eben keine Filme mag (wir hatten es die Tage davon) in denen der Held stirbt. In der Realität gewinnt eben nicht immer der Held, um ehrlich zu sein, tut er das so gut wie nie. Ein Film kann meinetwegen ruhig heroisieren und übertreiben, ist mir wurscht. Es darf auch gerne ein wenig Pathos sein, warum denn nicht. Feiern wir unsere fiktiven Helden.

Wie gesagt, du bist mir, ebenso wie luhp92, ein sehr angenehmer Diskussionspartner, vor allem gerade weil ihr euch zu artikulieren wisst. Es ist eben nur so, dass wir drei bei Filmen, hier und da, einen anderen Ansatz haben, was wir von einem Film erwarten. Das finde ich aber vollkommen in Ordnung so. Im speziellen Fall von GDR sehe ich diesen Film einfach als kurzweilige Flucht aus der Realität und fühle mich einfach gut unterhalten. Tiefer brauche ich da nicht zu blicken. Klar, immer möchte ich solche Sachen auch nicht schauen, aber ich finde, gerade hier bekommt man was man erwartet. Das Gesetz der Rache.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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MobyDick : : Moviejones-Fan
21.08.2018 11:00 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.059 | Reviews: 27 | Hüte: 172

sublim:

Deine Aussagen sind oft der Inbegriff von political correktness

Ähm, hmm, vielen Dank, schätze ich ...?

Ich will mich jetzt weder rechtfertigen noch sollst du es irgendwie tun, schließlich geht es ja darum, dass wir alle Spass an Film haben und uns daher unterhalten. Ich will das jetzt auch nicht groß interpretieren, aber ein kleiner Vergleich, hoffe es ist ok mit dir: Zum Beispiel schauen wir beide ähnliche Filme und Serien (ähnlich gerne), sowohl die ganzen Action-Vehikel, über die wir uns unterhalten als auch die Serien, und wir beide sind so auf der Suche nach guter Unterhaltung. Du findest das halt öfter, ich finde dafür mehr Kritikpunkte. Was nicht heissen soll, dass ich die Filme nicht gerne schaue oder sonstwas, aber das heisst auch nicht, dass ich alles gutheissen muss. Den von dir genannten Equalizer beispielsweise würde ich in eine ähnliche Schiene packen wie Gesetz der Rache, John Wick hingegen ist auch für mich Hammergeil. Beispielsweise glaube ich mich zu erinnern, dass du die Serie Punisher glaube ich richtig gut findest, ich habe mit ihr so meine Probleme gehabt. Vor allem habe ich Probleme in der Regel, wenn da deutlich mehr drin gewesen wäre. Beispielsweise der von luhp genannte Saw ist für mich auch weniger problematisch, da es ganz klar in der "Schmuddelecke" ist.

Political Correctness - ich nenne es mal Vorwurf:

Sorry, falls du jetzt der falsche Ansprechpartner hierfür bist, soll auch kein Angriff auf dich sein - ich hoffe, das weisst du - aber mir wird das Wort gerade ein bißchen zu oft verwendet. Ich sehe mich kein bißchen als PC an. Ich habe gewisse Wertvorstellungen, dazu zählen respektvoller Umgang egal welchen Geschlechts, Herkunft oder Orientierung. Und da das geschriebene Wort nunmal sehr scharf sein kann, achte ich hier auch stärker auf die Etikette und richtige Umgangsformen, wenn es mir auffällt. Dass dazu auch moralische Fragestellungen in Filmen gehören, gehört daher für mich als Person auch zusammen. Das heisst jetzt aber nicht nicht, dass ich nicht gerne auch mal in meinen Worten "grenzwertige" Filme mögen würde, ich muss sie nur nicht super bewerten - Guilty Pleasure halt. Nicht umsonst bin ich ein Fan von Zack Snyder, oder liebe beide Crank Filme oder Gamer.

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
21.08.2018 10:26 Uhr | Editiert am 21.08.2018 - 10:58 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 3.599 | Reviews: 26 | Hüte: 254

@MobyDick:

erstens:

Bin da also voll bei luhp92

Nicht falsch verstehen, aber das war so klar, wie Klosbrühe^^ Hätt ich drauf wetten können, hätte ich genau da drauf gesetzt. Deine Aussagen sind oft der Inbegriff von political correktness (und das meine ich in keine Richtung wertend, es ist einfach nur eine Feststellung). Ich selbst finde aber, dass man auch mal politisch inkorrekt sein darf, vor allem in unseren Zeiten. Dieses ganze "wir müssen allen, alles immer recht machen", teile ich nicht. Darum darf ein Film eben auch mal einfach nur die innersten Dämonen bedienen, ohne sich deswegen gleich schlecht fühlen zu müssen. So wie das eben hier der Fall ist.

zweitens:

Sätze wie...

Aber dann würde er wahrscheinlich mehr in die nihilistischen Gefilde eines Silencio gehen, wenn richtig umgesetzt als so ein Hochglanz-Faschistoid-Vehikel wie es das jetzt ist. ...

oder

...Für mich ist dieser Film, zusammen mit Taken, die Speerspitze des reaktionären Scheuklappenactioners des neuen Jahrtausends...

...sind mir in einem Film wie diesem viel zu tiefsinnig und hochgestochen (nicht böse gemeint).

Ich will so einen Film garnicht so gesellschaftskritisch sehen, wie du (ihr) das tut.

Für mich stellt sich dieser Film folgendermaßen dar:

Ein Mann (mir egal was er vorher gemacht hat, ob er ein Killer war oder nicht) muss zusehen, wie seine Familie abgeschlachtet wird. Daraufhin rächt er sich auf eine Art, die mein Rechtsempfinden zu Beginn extrem zu bedienen weiss. Danach übertreibt er es und stirbt.

Guter Film. Nicht langweilig. Gute Unterhaltung. Ende.

Wörter wie nihilistisch oder ähnliches, fallen mir beim Schauen eines solchen Rachespektakels nicht im Entferntesten ein. Ehrlich gesagt, will ich garnicht, dass solche Art Filme zu tiefsinnig dargestellt werden. Es geschieht ein Unrecht und das wird so richtig Fett vergolten. Mehr braucht es für so einen Film nicht. Genauso sehe ich Filme wie John Wick und Equalizer. Darum gefallen sie mir auch so gut.

Rache ist Blutwurst und ich fahr einfach voll drauf ab. Nicht mehr, nicht weniger.

...ach ja, und auf das Tempel-Jesu-Gedöns kann ich keine Antwort geben, da raff ich den Zusammenhang zum Film von vorneherein nicht.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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MobyDick : : Moviejones-Fan
21.08.2018 10:04 Uhr
1
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.059 | Reviews: 27 | Hüte: 172

sublim und luhp:

Ohne jetzt die ganze Verklausilierung von luhp (Jesu Tempelreinigung, Clausewitz?) verstehen zu wollen/können, bin ich bei allem was er sagt/schreibt, komplett auf seiner Seite, und ich führe das gerne noch weiter aus, aber erst mal zu sublims Kommentar (Ich gehe mal davon aus, dass der Film allseits bekannt ist, daher keine Spoilersetzung):

Es ist natürlich verständlich, dass sich der Familienvater rächt, wenn das System derart versagt, wie es das im Film tut. Aber die Art und Weise und der Hintergrund der Figur von Butler sind alles andere als astrein/lupenrein. Butlers Figur ist, wie sich ja herausstellt, kein unbeschriebenes Blatt, sondern selbst einer der besten Attentäter überhaupt, wer weiß wieviel unschuldiges Blut schon an seinen Händen geklebt hat im Vorfeld. Wer jetzt sagt, dass er ja nur die Schuldigen tötet, der sollte mal genauer hinschauen, wie lapidar er mit "Kollateralschäden" umgeht. So einer taugt komplett nicht als Identifikationsfigur. Da jetzt eine krude Familientragödie hinzuzudichten, nur um - wie du ja auch zugibst, auch Unschuldige Tote in Kauf zu nehmen, und das System an sich stürzen zu wollen - möglichts spektakuläre Action-Settings zu generieren geht meines Erachtens ja mal gar nicht. Foxx Charakter ist auch komplett ein Wendehals und eigentlich kein Sympathieträger, insofern finde ich das "Überlisten" auch von der Botschaft her irgendwie geheuchelt, ich gebe dir recht, dass wenn der Film schon so ein Tempo vorlegt, er es auch durchhalten sollte, Butler gewinnen zu lassen. Aber dann würde er wahrscheinlich mehr in die nihilistischen Gefilde eines Silencio gehen, wenn richtig umgesetzt als so ein Hochglanz-Faschistoid-Vehikel wie es das jetzt ist. Also geht das auch gar nicht im erzkonservativen Hollywood. Aber die Tatsache, dass Butler tatsächlich einfach so einen Mitinsassen tötet, ohne dass dieser ersichtlich böse wäre oder dass ausgerechnet die einzige halbwegs sympathische und moralisch integere Person - und das auch noch eine Frau - getötet wird ("Women in Refrigerator" als Begriff, für die, die es interessiert), der Film aber Butler augenscheinlich recht gibt, ist komplett ein reaktionäres Getue.

Für mich ist dieser Film, zusammen mit Taken, die Speerspitze des reaktionären Scheuklappenactioners des neuen Jahrtausends (vielleicht noch zusammen mit Death Sentence), da er komplett unreflektiert einfach so mal Auge um Auge, ohne Rücksicht auf unschuldige Opfer (wobei dieser Film da noch rigoroser ist) predigt. Ganz ärgerlich dabei die haltlose Selbsgerechtigkeit und das pfauenhafte Auftreten beider auf ihre Weise scheinheiligen Protagonisten.

Intelligente Rachethriller aus den USA ist zur Zeit in etwa wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen, da würde ich zB den ähnlich gelagerten Prisoners in Betracht ziehen, da er ziemlich intelligent Spannung und Hinterfragung kombiniert, und die Art und Weise wie Jackman da abgeht ist für mich deutlich glaubwürdiger als Butlers Version hier. Vor allem als Familienvater (sublims Argument) sind seine Aktionen komplett nachvollziehbar und auch irgendwie verzeihbar, auch wenn sie eigentlich unverzeihbar sind. Butlers Figur hingegen ist nur eine Projektionsfläche und irgendwelche alttestamentarischen Allmachtsfantasien, die so in der Realität einfach nicht vorkommen (sollten). Wobei ich jetzt nicht weiß, was für Fähigkeiten der Rattlehead hier hat - sollte ich Angst haben?

Aber wenn ihr wirklich offen seid für sehr gute Rachethriller, dann empfehle ich euch die Rache-Trilogie von Park Chan Wook. Danach gibt es zu dem Thema eigentlich nicht mehr viel zu sagen, vielleicht noch I Saw the Devil.

Jetzt noch mal kur zu meiner Einwertung des vorliegenden Films: Ich habe mich ob der Message des Films derart geärgert, und gerade auch deswegen weil er so perfekt inszeniert ist, dass ich ihm auch 3 von 10 Punkten geben würde. Bin da also voll bei luhp!

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
21.08.2018 09:12 Uhr | Editiert am 21.08.2018 - 10:30 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 3.599 | Reviews: 26 | Hüte: 254

@luhp92:

Auch auf die Gefahr hin, dass ich in deiner Gunst (als alter Pazifistwink) wieder sinken werde, muss ich dir sagen, dass ich beim Schauen von Gesetz der Rache sofort dachte: "Endlich rächt sich mal jemand richtig". Das mag dir vielleicht übertrieben vorkommen, aber eines kann ich dir sagen, würde jemand meiner Familie antun, was man der Familie in GDR antut, dann wäre kein Gericht für den Täter mehr notwendig. Um Ehrlich zu sein, wäre meine Rache noch sehr viel grausamer, als die von Butlers Charakter, zumindest was die Täter angeht. Von daher, finde ich diesen Film, aus Sicht eines Familienvaters, genau richtig. Das Einzige was mich an GDR etwas stört, ist das Ende. Nicht, dass Butlers Charakter den Tod nicht verdient hätte, schließlich hat er auch Menschen getötet die nur ihren Job gemacht haben und ist definitiv zu weit gegangen. Er hätte es einfach bei der Rache an den Tätern belassen sollen. Aber es hätte mir besser gefallen, wenn er seinen Tod von vorneherein geplant hätte. Wenn er nicht überlistet worden wäre, sondern einen heftigen Abgang als Finale vorbereitet hätte. Das Resultat wäre zwar mehr oder weniger das Selbe gewesen, aber mir hätte es besser gefallen, wenn Foxx ihn nicht geschlagen hätte.

Dennoch bekommt Gesetz der Rache von mir vier von fünf Hüten und eine klare Weiterempfehlung.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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