Forum :: Kein Plan: J.J. Abrams über die "Star Wars"-Sequels + Boyega-Clip | Moviejones
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Kein Plan: J.J. Abrams über die "Star Wars"-Sequels + Boyega-Clip

Moviejones | 31.05.2021

Hier dreht sich alles um die News Kein Plan: J.J. Abrams über die "Star Wars"-Sequels + Boyega-Clip. Tausch dich mit anderen Filmfans aus.

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83 Kommentare
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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
01.06.2021 12:30 Uhr | Editiert am 01.06.2021 - 15:31 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 300 | Reviews: 2 | Hüte: 46

@Clampner

Das extrem bezog sich ursprünglich eher auf die allgemeine Sicht, wie du an Filme herangehst bzw. über andere Bewertungsmaßstäbe zu urteilen scheinst. Das war aber auch ein zu stark wertendes Wort und ich wollte dich da nicht kleinreden. Ich verstehe dich nun besser und habe da viele interessante und spannende Gedanken gefunden.

Dein letzter Beitrag ist richtig stimmig in Bezug auf das, was wir als "Mythos" der Reihe skizziert haben und gerade bei der Hauptfigur gebe ich dir recht: man führt sein goldenes Kalb nicht so unreflektiert auf die Schlachtbank. Es hätte jedem Menschen klar sein müssen, dass das zu Unmut führt, wenn man keine einwandfreie Motivation liefert. Du sagst es ja selbst: man hat diesen Fokus auf Skywalker noch einmal nachdrücklich selbst betont und wollte über genau diese Aspekte des einstigen Helden eine Fortführung machen.

Was ich auch gut finde, ist, dass du auf den Mainstream-Charakter und die popkulturelle Strahlkraft von Star Wars verweist. Ich komme mehr und mehr zu der Ansicht, dass Leute mit stark eigener Handschrift in der Hinsicht eher Dinge kaputt machen, als ein Gewinn zu sein. Die Idee eines großen Visionärs mag immer reizvoll sein, doch es braucht vor allem handwerkliches Geschick und Kenntnis des Ausgangsmaterials, dem man sich da zuwendet. Ebenso braucht es einen Rahmenplan sowie kritische Weggefährt:innen auf allen Seiten der Filmarbeit. Es sollte auch auf die alten Hasen gehört werden. Sie haben schließlich die Ideen gestaltet und manche Rolle ausgefüllt.

Einen exzentrischen Autorenfilmer für ein Mainstreamprodukt zu engagieren und ungebremst walten zu lassen war dann tatsächlich doch nicht der cleverste Zug von Disney. Ich denke, dass man genau das bereute, als man dem Comedy-Duo Lord und Miller vom Han-Solo-Projekt abzog. Es gibt eben getrennte Kino-Bereiche, die man bedienen kann und es wäre verfehlt, wenn man glaubt, dass die Leute etwa ein zweistündiges Kammerspieldrama im Star-Wars-Universum sehen möchten als eine Space-Operette mit fetten Raumschiffschlachten und überzeugenden Figuren (alte wie neue), die mit der Macht hantieren.

Edit: ich denke nur bei diesen Diskussionen ist es schwierig von Fans als kohärente Masse auszugehen. Star Wars besitzt so viele Anhänger:innen, dass es die eine Meinung über die "richtige" Herangehensweise an Franchise schwerlich geben kann.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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Clampner : : Moviejones-Fan
01.06.2021 15:19 Uhr | Editiert am 01.06.2021 - 15:32 Uhr
1
Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 47 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@normster
Keine Ahnung, können ja mal nen Podcast über TLJ starten XD

@Nothing-is-Written
Ich meine dich da sehr gut verstanden zu haben und hab durch dich auch gemerkt, dass meine Bewertungskriterien nicht zwangsläufig für alle Filme gelten. Ich bin halt überwiegend auf der Mainstream Schiene unterwegs und hab aus diesem Tunnelblick heraus argumentiert. An anderer Stelle wäre ich dafür vermutlich als Fanboy abgestempelt und meiner Meinung enteignet worden, also danke für deine klare Kommunikation ;)

Ich hab das Gefühl, dass in Hollywood derzeit die Angst vorherrscht, Fans würden (verstärkt durch das Internet) zu viel Macht und Druck ausüben und deshalb neuen Geschichten im Wege stehen. Ich sehe das Problem genau umgekehrt. Die Studios stehen sich selbst im Weg. Zack Snyder durfte seine JL Vision ja nur umsetzen unter dem Argument, man würde nicht einer Vision der Fans nachgehen, sondern Zack Snyders eigener Vision. Man will im Endeffekt nicht, dass die Fans bekommen, was sie wollen. Die Studios wollen den Kreativen Freiheiten lassen. Leider widerspricht das dem Profit-Gedanken, der ja letztendlich doch im Vordergrund steht. Ich würde als Studio auch keine Miese machen wollen.

Das Problem ist, die Studios wollen beides, viel Kohle scheffeln aber auch neue Geschichten erzählen. Dann sollen sie das aber bitte nicht auf dem Rücken der Fans und etablierter Franchises austragen, sondern lieber komplett neue Originale von talentierten Künstlern in Auftrag geben. Die Chance eines Flops ist hier natürlich höher, aber gleichzeitig kann man den Wert der etablierten Franchise Größen aufrechterhalten und hat somit eine sichere Einnahmequelle. Star Wars ist doch prädestiniert dafür, den Fans zu geben, was sie schon immer sehen wollten. Es wäre total irrsinnig, das nicht zu tun. The Mandalorian hat uns endlich zum ersten Mal Luke als eingefleischten Jedi in Aktion gezeigt und die Fans lieben es. Eine eindeutige Win-Win Situation. Bitte mehr davon.

Aber gleichzeitig will ich auch mehr originale Filme sehen. Knives Out von Rian Johnson fand ich z.B. mega gut. Das wird jetzt von Netflix ins nächste Franchise umgemünzt und treibt wieder Geld ein für neue Originale. So läufts richtig in meinen Augen.

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Clampner : : Moviejones-Fan
01.06.2021 15:27 Uhr | Editiert am 01.06.2021 - 15:28 Uhr
0
Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 47 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@normster
Zu deinem anderen Kommentar:
Es gibt die Theorie, dass Filoni daran arbeitet, die Disney Trilogie in einer alternativen Realität anzusiedeln. Klingt erstmal absurd, aber tatsächlich spricht vieles dafür:
- Ahsoka lebt zu Zeiten von The Mandalorian nur wegen einer Veränderung der Vergangenheit
- In TLJ sind Luke und Rey die letzten Jedi, also was ist mit Baby Yoda und Ahsoka passiert?
- Baby Yoda übelebt nur weil, Luke ihn rettet und aufnimmt
- Luke weiß von Baby Yoda nur, weil Ahsoka den Mandalorian damit aufgetragen hat, einen Lehrmeister für ihn zu finden

Es kann also gut sein, dass Ahsoka eine Schlüsselrolle im Bezug auf die Zukunft der Galaxis einnimmt.

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normster : : Moviejones-Fan
02.06.2021 11:59 Uhr
0
Dabei seit: 28.05.21 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@clampner

Jo danke..jetzt bin ich um einige Details schlauer...passt soweit für mich.

ich denke man sollte die sequel-trilogie löschen oder von mir aus alternativ anlegen...dann entsteht aber das Problem, das eigentlich eine neue sequel-trilogie entstehen muss...aber ob die Originalcharaktere da nochmal mitmachen,das wage ich zu bezweifeln.. und carrie fisher hat uns ja verlassen.

Eine Option wäre es natürlich auch hier eine Serie zu kreieren die die Geschichte von luke und co zu Ende bringt...

Dazu müsste man halt auf CGI-Gesichter zurückgreifen...Geschmackssache.

Wie auch immer..es wird schwierig die Zerstörungswut von rian Johnson rückgängig zu machen...

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normster : : Moviejones-Fan
02.06.2021 12:31 Uhr
0
Dabei seit: 28.05.21 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@clampner

..was ist denn mit ahsoka passiert in der Clone wars-serie?ist sie dort gestorben?

(habe die Serie nicht verfolgt)

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
02.06.2021 13:18 Uhr | Editiert am 02.06.2021 - 17:26 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 300 | Reviews: 2 | Hüte: 46

@Clampner

Dafür, dass du dich überwiegend im Mainstream-Filmsektor verortest, sind deine Gedanken zu Figurenkonzeptionen und Charakterzeichnungen recht komplex und atypisch. Das meine ich hier wirklich positiv, weil du auf die mythische Überhöhung des Settings derart viel wert legst und Luke als Projektionsfläche dafür stark machst. Du misst der Art der Geschichtsschreibung und ihrer Charakterisierung in Star Wars also einen ästhetischen Wert bei, den viele Menschen im Mainstream teilweise nicht in dieser Tiefe durchdringen, geschweige denn artikulieren können. Du siehst die theatralische Form der Handungsmotive und Ideale als die eine Stärke an, die über alle Serienteile hinweg unantastbar bleiben sollte. Das finde ich gut!

Bitte aber nicht falsch verstehen: Star Wars ist dennoch ein Mainstream-Produkt mit klaren Wirkmechanismen und Effektgewittern. Dennoch kann man die Erfolgsformel auf einer tieferen Ebene analysieren, als das gemeinhin getan wird. Das ist dann nur nicht gleichbedeutend damit, dass Star Wars nun höchste dramatische Qualitäten besäße und die Intensität von Shakespeares Werken verströmt (wenngleich es als Produkt der Populärkultur zweifellos von derartigen Werken inspiriert wurde). Es bereitet mir Spaß hier im Forum genau darüber zu diskutieren.

Im Gegensatz zu deiner Herangehensweise verlangen meiner Ansicht nach viele Menschen von Geschichten im Medium eben gerade nicht eine Abstraktion und Auslaugung der Wirklichkeit durch ausschließlich überhöhende Figurenschemata, sondern sie wollen Charaktere, die durch bestimmte widersprüchliche Charakterzüge so teilweise auch aus dem echten Leben entstammen könnten. Zumindest dürstet es ihnen nach diesen Handlungsmustern deutlich mehr und sie wollen Figuren, mit denen sie sich unmittelbar identifizieren können, selbst wenn sie kaum bis nichts mit ihrem Lebensalltag gemein haben.

Diese Tendenzen werden gemeinhin von einem ambivalenten Verhältnis getragen, dass sich zwischen zwanghaftem Realismus und dem Wunsch nach Überzeichnung verortet. Siehe die Fast & Furious Filme: Einerseits sind die Figuren quasi prototypische Superhelden und andererseits werden Familienwerte groß geschrieben. So besitzen sie etwa menschliche Abgründe, die sich darin auszeichnen, dass sie stehlen und betrügen und gleichzeitig stehen sie füreinander ein und retten gemeinsam die Welt. Das ist eigentlich unplausibel, doch viele Menschen verzeihen das, weil sie diese menschlichen Impulse besitzen.

Luke scheint für dich im Gegensatz dazu keine solche Identifikationsfigur zu sein, sondern ein Träger ganz bestimmter ethischer Wertmäßigkeiten wie Mut, Ehre, Glaube, Würde und Mitmenschlickeit. Seinen moralischen Kompass auch nur für einen Moment des menschlichen Zweifelns und der Zwietracht aufzugeben, scheint für dich ein Verrat am Ideal der Figur, weil sie nicht mit derart unrühmlichen Schwächen aufgeladen gehört. Das finde ich eine interessante Beobachtung und gehört diskutiert. Das hast du auch überzeugend getan. Nur mainstreamig und hoffnungslos nerdig empfand ich das nicht unbedingt. Eher halte ich das für eine geistreiche Auseinandersetzung -)

Korrekturen und Einwände meiner Lesart deiner Schilderungen sind natürlich willkommen...

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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Clampner : : Moviejones-Fan
02.06.2021 17:00 Uhr
0
Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 47 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@normster
Ich denke, eine Geschichte eines gealterten Lukes ist definitiv noch drin, egal auf welcher Zeitebene. Vielleicht mit nem Sidekick und evtl. einem Han Cameo. Oder Luke selbst taucht hin und wieder in einer der geplanten Serien auf. Das fänd ich ganz nett.

SPOILERWARNUNG
Ich hab die Geschichte über Ahsoka auch nicht live verfolgt, weiß aber, dass sie an irgendeinem Punkt wohl von Darth Vader ermordet wird. An anderer Stelle (ich meine in Rebels) wird sie durch einen Eingriff des Hauptcharakters ins Zeitgefüge gerettet. The Mandalorian spielt zeitlich nach diesem Eingriff, was Aufschluss über die tatsächliche Zeitlinie gibt, in der die Serie spielt. Ein Multiverse in größerem Ausmaß wurde offiziell allerdings noch nicht eingeführt.

@Nothing-is-Written
Das nehme ich durchaus als Kompliment. Ich bin selbst Hobbyautor und analysiere deshalb gerne, warum bestimmte Formeln erfolgreicher sind, als andere. Und wenn eine originelle Idee aufgrund ihres Erfolgs zum Mainstream wird, feiere ich das besonders, denn dafür gibts letztendlich keine Formel, die mir bekannt wäre. Auf der anderen Seite fasziniert es mich, wenn ein Film wie TLJ derart unterschiedliche Reaktionen auslöst. Dass etwas mit dem Film nicht stimmte, hatte ich (wie viele andere) schon im "Gefühl", bevor ich ihn auseinandergenommen hab. Für mich war die Frage, was genau der Kern der Kritik der Kritiker war und warum es Leute gab, die den Film abgefeiert haben. Da unterscheide ich mich sicherlich vom großen Rest, weil während anderen z.B. einfach nur Lukes Darstellung nicht gefiel und die Sache damit für sie geklärt war, hab ich mich gefragt, was daran überhaupt wichtig ist und was genau mit der Darstellung nicht stimmt. Dasselbe galt für die vielen unbeliebten Figuren und Wendungen des Films. Wenn man genauer hinschaut, merkt man auf einmal, dass der Film total widersprüchliche oder uneindeutige Elemente beinhaltet und je nachdem welche Elemente dir ganz persönlich bei der Erst- oder Zweitsichtung hängenbleiben und wie du sie spontan in dem Moment interpretierst, zieht man ganz unterschiedliche Schlüsse über die Handlung und die Figuren.

Und damit kommen wir zum Identifikations-Thema, das meiner Meinung nach das größte Immersions-Potenzial für Geschichten bietet. Wenn du dich für die Charaktere interessierst, interessiert dich auch die Geschichte, die sie durchleben. Am Ende von TLJ konnte ich mich höchstens noch mit Kylo identifizieren. Alle anderen Figuren haben mich auf halber Strecke verloren, indem der Film mir kommunizierte, die Werte dieser Figuren (und damit auch meine persönlichen Werte) würden nichts zählen.

Wenn wir über Luke reden, sehe ich in ihm weniger einen moralischen Kompass, als einen Charakter, der die Heldenreise in der OT bereits einmal durchlaufen hat. Seine letzte Errungenschaft (in der klassischen Heldenreise das "Elexir") war der Aufstieg zum Jedi durch sein Selbstopfer. Wäre Darth Vader untätig geblieben, wäre Luke zusammen mit allem, wofür er kämpfte, gestorben. Lukes anschließende Heldenreise in TLJ (wenn man sie denn überhaupt hätte erzählen müssen) setzt im konsequenten Sinne genau diese Einstellung als Ausgangspunkt voraus. Stattdessen wird damit gebrochen und sein längst abgeschlossener Entwicklungszyklus für nichtig erklärt. Meiner Meinung nach hätte man ihn einfach den alten weisen Mentor sein lassen sollen, der die wahren Hintergründe der Gefahr sieht. Schließlich war er nicht mehr die Hauptperson. Aber wenn man ihm schon eine Arc geben musste, dann doch bitte etwas Neues. Die Heldenreise kann ewig fortgesetzt werden, sollte aber auf der vorangegangenen aufbauen.

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normster : : Moviejones-Fan
03.06.2021 18:25 Uhr
0
Dabei seit: 28.05.21 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@clampner

Jo..habe auch ein bisschen recherchiert über ahsoka..entspricht dem was du sagst.

die Geschichte mit dem multiversum is nicht so ganz mein geschmack...aber ich kann damit lebenwink

Was luke und han betrifft, zwecks einer neuen sequel-trilogie:

Mark hamill würde wahrscheinlich wirklich zurückkommen..denke er würde gerne seinen luke mit würde verabschieden...

Harrison ford, befürchte ich, wahrscheinlich nicht mehr..so wie ich mal gehört hatte wollte er in Episode 7 das zeitliche segnen

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