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Star Wars - Der Aufstieg Skywalkers

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Kein Plan: J.J. Abrams über die "Star Wars"-Sequels + Boyega-Clip (Update)

Kein Plan: J.J. Abrams über die "Star Wars"-Sequels + Boyega-Clip (Update)
83 Kommentare - Mo, 31.05.2021 von N. Sälzle
Dass die "Star Wars"-Sequels keinem Plan folgten, ist nichts Neues. Man muss sich den Scherbenhaufen nur mal anschauen. Nun äußerte sich J.J. Abrams dazu.

++ Update vom 31.02.2021: John Boyega hatte sich in der Vergangenheit nicht unbedingt mit Kritik an den Star Wars-Sequels zurückgehalten. Dennoch, so teilte er in einem Clip, der kürzlich wieder auftauchte, wäre er bei weiteren Abenteuern an Bord. Der Clip wird derzeit massiv geteilt und diskutiert, stammt aber eigentlich schon aus dem Jahr 2020, ist also eigentlich nicht besonders neu, dennoch wollen wir uns des Themas kurz annehmen, da die Sequels derzeit ja immer wieder auf den Tisch kommen.

Es gebe bestimmte Voraussetzungen, so Boyega, und dazu gehöre, dass Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy, J.J. Abrams und der Rest des alten Teams wieder an Bord wären. Dann, so Boyega, wäre er für Verhandlungen offen. In dem selben Interview, das von Jake´s Take geführt wurde, erklärte Boyega, dass er sich auch vorstellen könne, dass Daisy Ridley und Oscar Isaac wieder mit dabei sein könnten, sollte man sich auch tatsächlich den Blick auf die Story lenken.

++ News vom 29.05.2021: Wenn man eine Filmreihe epischen Ausmaßes mit einer jahrzehntelangen, treuen Fanbase hat, die die gesamte Welt umspannt, dann würde man meinen, dass die Verantwortlichen einen Plan haben, wenn sie diese Filmreihe fortsetzen.

Aller, aller spätestens nach Star Wars - Der Aufstieg Skywalkers war den meisten klar: Nein, für die Sequel-Trilogie gab es schlichtweg keinen Plan. Star Wars - Das Erwachen der Macht mag zwar als Episode 4-Abklatsch bezeichnet worden sein, bot aber immerhin noch eine spannende Ausgangsbasis. Viele Fragen blieben offen, etwa nach Reys Herkunft, darüber, wie der Konflikt zwischen Finn und Phasma weitergeht und natürlich, ob Ben Solo aka Kylo Ren wieder zur hellen Seite zurückfinden würde.

Dann kam Star Wars - Die letzten Jedi und wirbelte alles durcheinander. Von den einen gefeiert, von den anderen gehasst, stellte der umstrittene Teil jedenfalls alles auf den Kopf und warf sogar einige in Star Wars - Das Erwachen der Macht gestellte Frage über den Haufen. Der Aufstieg Skywalkers überging dafür Teile von Die letzten Jedi und machte wiederum ein eigenes Ding - das irgendwie zu Das Erwachen der Macht passte, irgendwie mit Die letzten Jedi aufräumte und versuchte, noch irgendetwas zu reißen. Alles ziemlich planlos und das räumt Regisseur J.J. Abrams, der Das Erwachen der Macht und Der Aufstieg Skywalkers inszenierte jüngst in gewisser Weise ein.

Im Gespräch mit dem Collider erklärte Abrams, wie wichtig es sei, einen Plan zu haben. Er hätte einige Lektionen nun mehrfach gelernt und vor allem in dem Jahr mit der Pandemie sei ihm einiges klar geworden, wenn es darum ginge, Dinge so gut wie möglich zu planen. Man müsse immer darauf vorbereitet sein, auf das Unerwartete zu reagieren. Und das Unerwartete könne auf unterschiedlichste Arten auftreten. Es gebe nichts Wichtigeres, als sich darüber im Klaren zu sein, wohin die Reise gehen solle.

Wie Abrams einräumt, weichen die eigenen Vorstellungen manchmal auch von den Vorstellungen der Fans ab. Man könne dahingehend nicht immer alles absehen, aber - wie er teils auf die harte Tour lernen musste - sei es wichtig, einen Plan zu haben, denn andernfalls wisse man nicht, wozu das alles führen werde. Man wisse nicht, was man betonen wolle. Wenn man nicht wissen, was am Ende unausweichlich stehen solle, dann sei man immer nur so gut wie die letzte Sequenz oder der letzte Effekt oder der letzte Witz oderr was auch immer.  Aber man wolle auf etwas Unausweichliches hinführen.

Für viele Star Wars-Fans kommt diese Erkenntnis deutlich zu spät, denn den Flickenteppich, den man mit den Sequels ins Kino gebracht hat, kann man nur schwer korrigiert werden.

Quelle: Collider
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83 Kommentare
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normster : : Moviejones-Fan
03.06.2021 18:25 Uhr
0
Dabei seit: 28.05.21 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@clampner

Jo..habe auch ein bisschen recherchiert über ahsoka..entspricht dem was du sagst.

die Geschichte mit dem multiversum is nicht so ganz mein geschmack...aber ich kann damit lebenwink

Was luke und han betrifft, zwecks einer neuen sequel-trilogie:

Mark hamill würde wahrscheinlich wirklich zurückkommen..denke er würde gerne seinen luke mit würde verabschieden...

Harrison ford, befürchte ich, wahrscheinlich nicht mehr..so wie ich mal gehört hatte wollte er in Episode 7 das zeitliche segnen

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Clampner : : Moviejones-Fan
02.06.2021 17:00 Uhr
0
Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 47 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@normster
Ich denke, eine Geschichte eines gealterten Lukes ist definitiv noch drin, egal auf welcher Zeitebene. Vielleicht mit nem Sidekick und evtl. einem Han Cameo. Oder Luke selbst taucht hin und wieder in einer der geplanten Serien auf. Das fänd ich ganz nett.

SPOILERWARNUNG
Ich hab die Geschichte über Ahsoka auch nicht live verfolgt, weiß aber, dass sie an irgendeinem Punkt wohl von Darth Vader ermordet wird. An anderer Stelle (ich meine in Rebels) wird sie durch einen Eingriff des Hauptcharakters ins Zeitgefüge gerettet. The Mandalorian spielt zeitlich nach diesem Eingriff, was Aufschluss über die tatsächliche Zeitlinie gibt, in der die Serie spielt. Ein Multiverse in größerem Ausmaß wurde offiziell allerdings noch nicht eingeführt.

@Nothing-is-Written
Das nehme ich durchaus als Kompliment. Ich bin selbst Hobbyautor und analysiere deshalb gerne, warum bestimmte Formeln erfolgreicher sind, als andere. Und wenn eine originelle Idee aufgrund ihres Erfolgs zum Mainstream wird, feiere ich das besonders, denn dafür gibts letztendlich keine Formel, die mir bekannt wäre. Auf der anderen Seite fasziniert es mich, wenn ein Film wie TLJ derart unterschiedliche Reaktionen auslöst. Dass etwas mit dem Film nicht stimmte, hatte ich (wie viele andere) schon im "Gefühl", bevor ich ihn auseinandergenommen hab. Für mich war die Frage, was genau der Kern der Kritik der Kritiker war und warum es Leute gab, die den Film abgefeiert haben. Da unterscheide ich mich sicherlich vom großen Rest, weil während anderen z.B. einfach nur Lukes Darstellung nicht gefiel und die Sache damit für sie geklärt war, hab ich mich gefragt, was daran überhaupt wichtig ist und was genau mit der Darstellung nicht stimmt. Dasselbe galt für die vielen unbeliebten Figuren und Wendungen des Films. Wenn man genauer hinschaut, merkt man auf einmal, dass der Film total widersprüchliche oder uneindeutige Elemente beinhaltet und je nachdem welche Elemente dir ganz persönlich bei der Erst- oder Zweitsichtung hängenbleiben und wie du sie spontan in dem Moment interpretierst, zieht man ganz unterschiedliche Schlüsse über die Handlung und die Figuren.

Und damit kommen wir zum Identifikations-Thema, das meiner Meinung nach das größte Immersions-Potenzial für Geschichten bietet. Wenn du dich für die Charaktere interessierst, interessiert dich auch die Geschichte, die sie durchleben. Am Ende von TLJ konnte ich mich höchstens noch mit Kylo identifizieren. Alle anderen Figuren haben mich auf halber Strecke verloren, indem der Film mir kommunizierte, die Werte dieser Figuren (und damit auch meine persönlichen Werte) würden nichts zählen.

Wenn wir über Luke reden, sehe ich in ihm weniger einen moralischen Kompass, als einen Charakter, der die Heldenreise in der OT bereits einmal durchlaufen hat. Seine letzte Errungenschaft (in der klassischen Heldenreise das "Elexir") war der Aufstieg zum Jedi durch sein Selbstopfer. Wäre Darth Vader untätig geblieben, wäre Luke zusammen mit allem, wofür er kämpfte, gestorben. Lukes anschließende Heldenreise in TLJ (wenn man sie denn überhaupt hätte erzählen müssen) setzt im konsequenten Sinne genau diese Einstellung als Ausgangspunkt voraus. Stattdessen wird damit gebrochen und sein längst abgeschlossener Entwicklungszyklus für nichtig erklärt. Meiner Meinung nach hätte man ihn einfach den alten weisen Mentor sein lassen sollen, der die wahren Hintergründe der Gefahr sieht. Schließlich war er nicht mehr die Hauptperson. Aber wenn man ihm schon eine Arc geben musste, dann doch bitte etwas Neues. Die Heldenreise kann ewig fortgesetzt werden, sollte aber auf der vorangegangenen aufbauen.

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
02.06.2021 13:18 Uhr | Editiert am 02.06.2021 - 17:26 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 300 | Reviews: 2 | Hüte: 46

@Clampner

Dafür, dass du dich überwiegend im Mainstream-Filmsektor verortest, sind deine Gedanken zu Figurenkonzeptionen und Charakterzeichnungen recht komplex und atypisch. Das meine ich hier wirklich positiv, weil du auf die mythische Überhöhung des Settings derart viel wert legst und Luke als Projektionsfläche dafür stark machst. Du misst der Art der Geschichtsschreibung und ihrer Charakterisierung in Star Wars also einen ästhetischen Wert bei, den viele Menschen im Mainstream teilweise nicht in dieser Tiefe durchdringen, geschweige denn artikulieren können. Du siehst die theatralische Form der Handungsmotive und Ideale als die eine Stärke an, die über alle Serienteile hinweg unantastbar bleiben sollte. Das finde ich gut!

Bitte aber nicht falsch verstehen: Star Wars ist dennoch ein Mainstream-Produkt mit klaren Wirkmechanismen und Effektgewittern. Dennoch kann man die Erfolgsformel auf einer tieferen Ebene analysieren, als das gemeinhin getan wird. Das ist dann nur nicht gleichbedeutend damit, dass Star Wars nun höchste dramatische Qualitäten besäße und die Intensität von Shakespeares Werken verströmt (wenngleich es als Produkt der Populärkultur zweifellos von derartigen Werken inspiriert wurde). Es bereitet mir Spaß hier im Forum genau darüber zu diskutieren.

Im Gegensatz zu deiner Herangehensweise verlangen meiner Ansicht nach viele Menschen von Geschichten im Medium eben gerade nicht eine Abstraktion und Auslaugung der Wirklichkeit durch ausschließlich überhöhende Figurenschemata, sondern sie wollen Charaktere, die durch bestimmte widersprüchliche Charakterzüge so teilweise auch aus dem echten Leben entstammen könnten. Zumindest dürstet es ihnen nach diesen Handlungsmustern deutlich mehr und sie wollen Figuren, mit denen sie sich unmittelbar identifizieren können, selbst wenn sie kaum bis nichts mit ihrem Lebensalltag gemein haben.

Diese Tendenzen werden gemeinhin von einem ambivalenten Verhältnis getragen, dass sich zwischen zwanghaftem Realismus und dem Wunsch nach Überzeichnung verortet. Siehe die Fast & Furious Filme: Einerseits sind die Figuren quasi prototypische Superhelden und andererseits werden Familienwerte groß geschrieben. So besitzen sie etwa menschliche Abgründe, die sich darin auszeichnen, dass sie stehlen und betrügen und gleichzeitig stehen sie füreinander ein und retten gemeinsam die Welt. Das ist eigentlich unplausibel, doch viele Menschen verzeihen das, weil sie diese menschlichen Impulse besitzen.

Luke scheint für dich im Gegensatz dazu keine solche Identifikationsfigur zu sein, sondern ein Träger ganz bestimmter ethischer Wertmäßigkeiten wie Mut, Ehre, Glaube, Würde und Mitmenschlickeit. Seinen moralischen Kompass auch nur für einen Moment des menschlichen Zweifelns und der Zwietracht aufzugeben, scheint für dich ein Verrat am Ideal der Figur, weil sie nicht mit derart unrühmlichen Schwächen aufgeladen gehört. Das finde ich eine interessante Beobachtung und gehört diskutiert. Das hast du auch überzeugend getan. Nur mainstreamig und hoffnungslos nerdig empfand ich das nicht unbedingt. Eher halte ich das für eine geistreiche Auseinandersetzung -)

Korrekturen und Einwände meiner Lesart deiner Schilderungen sind natürlich willkommen...

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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normster : : Moviejones-Fan
02.06.2021 12:31 Uhr
0
Dabei seit: 28.05.21 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@clampner

..was ist denn mit ahsoka passiert in der Clone wars-serie?ist sie dort gestorben?

(habe die Serie nicht verfolgt)

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normster : : Moviejones-Fan
02.06.2021 11:59 Uhr
0
Dabei seit: 28.05.21 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@clampner

Jo danke..jetzt bin ich um einige Details schlauer...passt soweit für mich.

ich denke man sollte die sequel-trilogie löschen oder von mir aus alternativ anlegen...dann entsteht aber das Problem, das eigentlich eine neue sequel-trilogie entstehen muss...aber ob die Originalcharaktere da nochmal mitmachen,das wage ich zu bezweifeln.. und carrie fisher hat uns ja verlassen.

Eine Option wäre es natürlich auch hier eine Serie zu kreieren die die Geschichte von luke und co zu Ende bringt...

Dazu müsste man halt auf CGI-Gesichter zurückgreifen...Geschmackssache.

Wie auch immer..es wird schwierig die Zerstörungswut von rian Johnson rückgängig zu machen...

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Clampner : : Moviejones-Fan
01.06.2021 15:27 Uhr | Editiert am 01.06.2021 - 15:28 Uhr
0
Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 47 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@normster
Zu deinem anderen Kommentar:
Es gibt die Theorie, dass Filoni daran arbeitet, die Disney Trilogie in einer alternativen Realität anzusiedeln. Klingt erstmal absurd, aber tatsächlich spricht vieles dafür:
- Ahsoka lebt zu Zeiten von The Mandalorian nur wegen einer Veränderung der Vergangenheit
- In TLJ sind Luke und Rey die letzten Jedi, also was ist mit Baby Yoda und Ahsoka passiert?
- Baby Yoda übelebt nur weil, Luke ihn rettet und aufnimmt
- Luke weiß von Baby Yoda nur, weil Ahsoka den Mandalorian damit aufgetragen hat, einen Lehrmeister für ihn zu finden

Es kann also gut sein, dass Ahsoka eine Schlüsselrolle im Bezug auf die Zukunft der Galaxis einnimmt.

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Clampner : : Moviejones-Fan
01.06.2021 15:19 Uhr | Editiert am 01.06.2021 - 15:32 Uhr
1
Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 47 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@normster
Keine Ahnung, können ja mal nen Podcast über TLJ starten XD

@Nothing-is-Written
Ich meine dich da sehr gut verstanden zu haben und hab durch dich auch gemerkt, dass meine Bewertungskriterien nicht zwangsläufig für alle Filme gelten. Ich bin halt überwiegend auf der Mainstream Schiene unterwegs und hab aus diesem Tunnelblick heraus argumentiert. An anderer Stelle wäre ich dafür vermutlich als Fanboy abgestempelt und meiner Meinung enteignet worden, also danke für deine klare Kommunikation ;)

Ich hab das Gefühl, dass in Hollywood derzeit die Angst vorherrscht, Fans würden (verstärkt durch das Internet) zu viel Macht und Druck ausüben und deshalb neuen Geschichten im Wege stehen. Ich sehe das Problem genau umgekehrt. Die Studios stehen sich selbst im Weg. Zack Snyder durfte seine JL Vision ja nur umsetzen unter dem Argument, man würde nicht einer Vision der Fans nachgehen, sondern Zack Snyders eigener Vision. Man will im Endeffekt nicht, dass die Fans bekommen, was sie wollen. Die Studios wollen den Kreativen Freiheiten lassen. Leider widerspricht das dem Profit-Gedanken, der ja letztendlich doch im Vordergrund steht. Ich würde als Studio auch keine Miese machen wollen.

Das Problem ist, die Studios wollen beides, viel Kohle scheffeln aber auch neue Geschichten erzählen. Dann sollen sie das aber bitte nicht auf dem Rücken der Fans und etablierter Franchises austragen, sondern lieber komplett neue Originale von talentierten Künstlern in Auftrag geben. Die Chance eines Flops ist hier natürlich höher, aber gleichzeitig kann man den Wert der etablierten Franchise Größen aufrechterhalten und hat somit eine sichere Einnahmequelle. Star Wars ist doch prädestiniert dafür, den Fans zu geben, was sie schon immer sehen wollten. Es wäre total irrsinnig, das nicht zu tun. The Mandalorian hat uns endlich zum ersten Mal Luke als eingefleischten Jedi in Aktion gezeigt und die Fans lieben es. Eine eindeutige Win-Win Situation. Bitte mehr davon.

Aber gleichzeitig will ich auch mehr originale Filme sehen. Knives Out von Rian Johnson fand ich z.B. mega gut. Das wird jetzt von Netflix ins nächste Franchise umgemünzt und treibt wieder Geld ein für neue Originale. So läufts richtig in meinen Augen.

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
01.06.2021 12:30 Uhr | Editiert am 01.06.2021 - 15:31 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 300 | Reviews: 2 | Hüte: 46

@Clampner

Das extrem bezog sich ursprünglich eher auf die allgemeine Sicht, wie du an Filme herangehst bzw. über andere Bewertungsmaßstäbe zu urteilen scheinst. Das war aber auch ein zu stark wertendes Wort und ich wollte dich da nicht kleinreden. Ich verstehe dich nun besser und habe da viele interessante und spannende Gedanken gefunden.

Dein letzter Beitrag ist richtig stimmig in Bezug auf das, was wir als "Mythos" der Reihe skizziert haben und gerade bei der Hauptfigur gebe ich dir recht: man führt sein goldenes Kalb nicht so unreflektiert auf die Schlachtbank. Es hätte jedem Menschen klar sein müssen, dass das zu Unmut führt, wenn man keine einwandfreie Motivation liefert. Du sagst es ja selbst: man hat diesen Fokus auf Skywalker noch einmal nachdrücklich selbst betont und wollte über genau diese Aspekte des einstigen Helden eine Fortführung machen.

Was ich auch gut finde, ist, dass du auf den Mainstream-Charakter und die popkulturelle Strahlkraft von Star Wars verweist. Ich komme mehr und mehr zu der Ansicht, dass Leute mit stark eigener Handschrift in der Hinsicht eher Dinge kaputt machen, als ein Gewinn zu sein. Die Idee eines großen Visionärs mag immer reizvoll sein, doch es braucht vor allem handwerkliches Geschick und Kenntnis des Ausgangsmaterials, dem man sich da zuwendet. Ebenso braucht es einen Rahmenplan sowie kritische Weggefährt:innen auf allen Seiten der Filmarbeit. Es sollte auch auf die alten Hasen gehört werden. Sie haben schließlich die Ideen gestaltet und manche Rolle ausgefüllt.

Einen exzentrischen Autorenfilmer für ein Mainstreamprodukt zu engagieren und ungebremst walten zu lassen war dann tatsächlich doch nicht der cleverste Zug von Disney. Ich denke, dass man genau das bereute, als man dem Comedy-Duo Lord und Miller vom Han-Solo-Projekt abzog. Es gibt eben getrennte Kino-Bereiche, die man bedienen kann und es wäre verfehlt, wenn man glaubt, dass die Leute etwa ein zweistündiges Kammerspieldrama im Star-Wars-Universum sehen möchten als eine Space-Operette mit fetten Raumschiffschlachten und überzeugenden Figuren (alte wie neue), die mit der Macht hantieren.

Edit: ich denke nur bei diesen Diskussionen ist es schwierig von Fans als kohärente Masse auszugehen. Star Wars besitzt so viele Anhänger:innen, dass es die eine Meinung über die "richtige" Herangehensweise an Franchise schwerlich geben kann.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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normster : : Moviejones-Fan
01.06.2021 12:29 Uhr
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Dabei seit: 28.05.21 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@Clampner

Here we go..so soll es sein!

Bin froh in einer Gruppe zu sein die sachlich und entspannt diskutiert..ohne Ego-rumgeschreie

Gibts da ne offene Internetseite wo man sich treffen kann?weiss da jemand was?

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Clampner : : Moviejones-Fan
01.06.2021 11:53 Uhr | Editiert am 01.06.2021 - 11:56 Uhr
0
Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 47 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@normster
Das macht wirklich Spaß, vor allem wenn man unterschiedlicher Auffassung und dennoch sachlich sein kann smile

@Nothing-is-Written
Im Grunde bin ich da voll und ganz bei dir. Ich interpretiere sehr gerne. Einziges Problem habe ich, wenn zu viel Substanz fehlt, anhand der man interpretieren könnte. Und das sehe ich beim Thema Luke. Es fehlt ja allein schon der Ansatz. Nochmal: Dass sich Luke innerhalb von 30 Jahren verändert haben könnte, steht ja gar nicht zur Debatte. Niemand kritisiert das. Aber wenn er sich verändert, würde der getreue Fan gerne ansatzweise wissen, warum. Tatsächlich kann man hier Luke ein wenig von Obi-Wan insofern abgrenzen, als dass Luke eine sehr viel prominentere und entscheidendere Rolle zukommt. Lucasfilm hat ja zuletzt keinen Hehl daraus gemacht, dass die Skywalkers das Rückgrat der Saga sind (geschicktes Rückruder-Marketing). Und so wenig man jetzt Ewan McGregors Obi-Wan nicht mit dem von Alec Guinness ein Einklang bringen mag, wenn du am Rückgrat der Saga schraubst, solltest du gute Gründe dafür vorgeben. Total fein ausgearbeitet muss das ja nicht sein und deshalb seh ich meine Sicht des Ganzen auch überhaupt nicht als extrem. Mir reichen schon Ansätze einer plausiblen(!) Herleitung. Wenn du aber Luke so enorm verändern möchtest wie es Rian Johnson getan hat, bedarf es vermutlich schon eines eigenen Films, um die Herleitung einer so wichtigen Sache plausibel zu gestalten.

Natürlich kann man immer kommen und sagen "Das ist Kunst und der Künstler hat freie Hand in seiner Auslegung der Dinge". Naja, es ist aber auch Mainstream. Wenn du Arthouse machen willst, gehst du nicht zu Disney geschweige denn zu Star Wars.

Letztendlich bleibt auch für mich zu sagen, dass ich mit dir, was Luke angeht, keinen Streitpunkt finde, da mir der Film keinen liefert XD Eine Diskussion darüber führt also zu nix. Das lasse ich gern so stehen.

Nur um mal ein Gegenbeispiel zu bringen: Über die Charakterentwicklungen der Figuren im Film selbst lässt sich sehr gut mit mir diskutieren. Da machen für mich die Entwicklungen von Luke und Poe zwar auch keinen Sinn, da sie (bis auf die Erläuterungen von Yoda und Leia) gar nicht stattfinden, aber wenigstens kann ich Gründe dafür liefern XD

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normster : : Moviejones-Fan
01.06.2021 10:38 Uhr
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Dabei seit: 28.05.21 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@watchman

Du hast geschrieben :

"..Wenn man aber dabei ist eine über 30 Jährige Saga zu ende zu bringen, ist die Frage erlaubt ob der vorletzte Film neue Wege einschlagen sollte oder ob man diese Kiste zu Ende hätte bringen sollen.."

Daumen hoch zu deiner Aussage...Besser kann man das Thema nicht auf den Punkt bringen!

Es entkräftet jedes Argument zur Verteidigung von "Last jedi"...

Diese Erklärung ist der Grund warum die sequel-trilogie kolossal gescheitert ist...

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normster : : Moviejones-Fan
01.06.2021 10:19 Uhr
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Dabei seit: 28.05.21 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

Letztenendes habe ich für mich akzeptiert das die sequels meinen Vorstellungen nicht mal im Ansatz gerecht werden konnten...erschreckend daran ist, das meine Erwartungen gar nicht mal sooo hoch waren!

ich konnte mir gar nicht vorstellen das man mit den gegebenen story-Möglichkeiten (wie z.b.neue Republik,neuer Jedi-orden,alte Charaktere & neue Charaktere,usw..)es NICHT schaffen kann,eine gute Trilogie zu erschaffen...da waren doch unglaublich gute Storylines möglich...abschließendes Fazit für mich:es waren einfach die falschen Leute am werk!

Was mich seit langem beschäftigt..wie soll es weitergehen mit dem klassischen film im SW-universum?Serien mal bitte nicht berücksichtigen...da kommt ja schon einiges...

Was soll passieren..was ist sinnvoll?

-Die Sequels löschen und nochmal machen?

-weiter mit rey skywalker und co?

-völlig neue stories verfilmen?

-Geschichten aus der alten Republik oder noch früher beleuchten?

Oder oder oder...

Ich hätte gerne mal was von darth revan auf meiner Liste...ich finde er ist ein starker Charakter und sehr interessant...alleine weil er keine klare gut/böse-struktur hat wäre da potential vorhanden.

Einen einzelfilm mit einem jungen Yoda wäre auch mal was interessantes..

Da gibt es soooo viiieeel...wer Bock hat kann ja mal seine Vorstellungen preisgeben

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normster : : Moviejones-Fan
01.06.2021 09:21 Uhr
0
Dabei seit: 28.05.21 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@nothingiswritten & @Clampner

Wow Leute...ihr steigt aber tief in die Materie ein..respekt!

...Fast zu schade für die sequeltrilogiewink

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
01.06.2021 03:25 Uhr | Editiert am 01.06.2021 - 11:45 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 300 | Reviews: 2 | Hüte: 46

@Clampner

Ich wusste nicht exakt, dass du auch die Prequels in dieser Hinsicht als eher weniger gelungen empfindest. Da du aber Johnsons Herangehensweise an etablierte Figuren als eine Art Ausnahmeerscheinunung für Star Wars darzulegen versuchtest, bin ich darauf zu sprechen gekommen, dass man derartige Tendenzen auch bei den Prequels kritisieren müsste und Johnson was das anbelangt gar nicht unbedingt so weit vom Schöpfer der Reihe entfernt scheint. Das angeführte Beispiel diente also viel mehr der Extrapolation deines Kritikpunktes anhand anderer Serienteile.

Deshalb aber: Ich bitte um Verzeihung, dass ich meine Absicht an dieser Stelle nicht deutlicher formuliert habe.

"Was ich sagen wollte war, dass solche Erklärungen einen Film in seiner allgemeinen Wahrnehmung nicht aufwerten, da sie persönlich sind. Für einen persönlich mag das ja die angenehmste Erklärung sein, so täuscht sie aber über das eigentlich Problem nicht hinweg, nämlich dass es weder eine tatsächlich schlüssige Erklärung noch Anhaltspunkte auf irgendeine Herleitung gibt. Das Diskutieren über solche Ideen ist also in gewisser Hinsicht substanzlos. Zumindest machen sie mir keinen Spaß, da sie mit der Deutung des Films nicht mehr viel zu tun haben."

Es ist legitim, wenn dir derartige Herangehensweisen nicht behagen, weil du auf einer eher strengen, analytischen Ebene mit erzählerisch lückenlosen und eindeutigen Entwicklungen wert legst.

Ich finde nur nicht, dass man davon abweichende Diskussionen als "substanzlos" bewerten sollte. Das entbehrt jeglicher gesitesgeschichtlicher Grundlage zum Umgang mit Werken, die dem "interesselosen Wohlgefallen" dienen und erinnert mich unangenehm an so manche Oberstufen-Deutschstunde mit Reklam-Heftchen. Die Kulturgeschichte lebt genau von derartigen Aspekten bei der Deutung von Werken. Der Umgang mit möglichen Lücken zählt aus künstlerischer Perspektive sowie pragmatischen, wirtschaftlichen, ideologischen und erzählökonomischen Gründen (Ausnahmen bestätigen die Regel) stets zum Werk und folglich sind sie auch Gegenstand der Diskussionskultur. Über Schlüssigkeit von künstlerischen Arrangements kann man dabei freilich streiten und es muss einem nicht jeder Zugang gefallen.

Will sagen: Filmwerke sind beispielsweise immer von einer gewissen Ausschnitthaftigkeit geprägt (allein durch Schnitt/Montage, Dialogregie, Zeitablauf, Color Grading, tonale/musikalische Bestandteile etc.). Natürlich sollte man nicht kompletter Beliebigkeit bei der Interpretation fehlgehen, aber eine gewisse Offenheit ist immer gegeben. Filme und andere Medien setzen ein Verhalten und eine Bewertung dazu immer schon voraus. Das spielt meines Erachtens nicht nur bei Werken eine Rolle, sondern auch in der Bewertung von Situationen und Menschen im Alltag. Zwei Menschen können über eine Situation oder einen anderen Menschen sprechen und zu teils sehr unterschiedlichen Ansichten und Bewertungen gelangen. Warum sollten deshalb also für ausschnittsbehaftete Kunstwerke und visuelle Medien andere Regeln gelten, obwohl diese Tendenzen die Gesamtrealität durch individuelle Wahrnehmungszugänge determinieren? Jeder Mensch besitzt einen Sehepunkt von der aus Zustände wahrgenommen werden. Kunst ist nichts, an das man ein Elektronenmessgerät anlegen kann, um den Wert zu bemessen. (Natürlich gibt es aber gewisse Handlungsanweisungen und Regelpoetiken für zeitgenössisch gelungene Werke). Die Wertbemessung resultiert immer erst aus der diskursiven Bewältigung.

Geschmacksbezogene Abwägungen liegen in der Natur der Sache. Selbst noch so große Werke der Filmgeschichte beherbergen eine gewisse Ambivalenz bei ihren narrativen Strukturen und Figurenzeichnungen. Viele von diesen Beiträgen lassen sich auf unterschiedliche Weise verstehen und "lesen", weshalb die tiefere Auseinandersetzung eine wichtige Kulturtechnik darstellt. Als banales Beispiel der jüngeren Zeit führe ich der Einfachheit halber (es ist spät^^) einen Film wie Moonlight an, wo durch die pseudo-autobiographische Dreiteilung der Handlung die Denkweise über die Hauptfigur provoziert wird, dass da auch drei völlig verschiedene Menschen agieren könnten. Das Bedeutungsfazit des Films ist, dass Menschen die Fähigkeit zur Umdeutung besitzen - sowohl in Bezug auf ihren Werdegang/ihre Wahrnehmung (lose miteinander korrespondierende Charaktereigenschaften), als auch im übertragenen Sinne bei der Auseinandersetzung mit Figuren in Werken.

Das Spiel von Werk und Zuschauerwirkung ist persé immer schon im Medium inkludiert. Wie stark die Diskrepanzen ausfallen, mag natürlich von Werk zu Werk variieren. Da sind wir dann in der Tat wieder bei "persönlicher Vorliebe" für die Art einer bruchlosen oder bedeutungsoffeneren Erzählweise.

Insofern glaube ich aber, dass wir da auf keinen gemeinsamen Nenner bei Lukes Verhalten kommen. Ich verstehe, dass du dafür eindeutigere Bezüge möchtest, die der Film aber unzureichend liefert. Dich stört das - mich eher weniger (gelungen ist trotzdem anders!). Ich denke, dass wir damit aber gut leben können...

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Clampner : : Moviejones-Fan
01.06.2021 02:03 Uhr | Editiert am 01.06.2021 - 02:13 Uhr
0
Dabei seit: 20.05.20 | Posts: 47 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@Nothing-is-Written
Ich hab nie irgendwas über Obi Wan geschrieben. Und den Teil mit Mark Hamill hab ich als Beispiel einer optionalen Fan-Fiction herangezogen, nicht als offiziell wahren Kanon. Was ich sagen wollte war, dass solche Erklärungen einen Film in seiner allgemeinen Wahrnehmung nicht aufwerten, da sie persönlich sind. Für einen persönlich mag das ja die angenehmste Erklärung sein, so täuscht sie aber über das eigentlich Problem nicht hinweg, nämlich dass es weder eine tatsächlich schlüssige Erklärung noch Anhaltspunkte auf irgendeine Herleitung gibt. Das Diskutieren über solche Ideen ist also in gewisser Hinsicht substanzlos. Zumindest machen sie mir keinen Spaß, da sie mit der Deutung des Films nicht mehr viel zu tun haben.

Und so extrem finde ich meine Einstellung gar nicht, die sich nicht nur auf das Medium Film bezieht, sondern auf Geschichten allgemein und speziell auf den Mainstream. Vor allem wenn ein Film wie TLJ die Heldenreise zur Prämisse erklärt, ist er dem Publikum plausible Charakterzeichnungen schuldig. Aber wie ich dich verstehe, stimmst du mir hier sowieso zu, solange wir uns auf Star Wars (mythische Erzählungen) beschränken.

Ich bin kein Prequel-Fan, von daher kann ich deinem Obi-Wan Gebashe nicht widersprechen. Der Übergang von den Prequels zur OT ist leider auch sehr holprig geraten und gespickt mit Widersprüchen. Trotzdem muss man ihnen zugute halten, dass die Prequels eine in sich stimmige Story erzählen. TLJ ist nur ein Film und je nachdem, an welchen Stellen man ihn ernst nimmt, widerspricht er sich schon selbst mehrmals, so sehr, dass man sich als aufmerksamer Zuschauer wirklich keinen Reim darauf machen kann, was denn da jetzt gerade wirklich in den Köpfen der Charaktere vorgeht. In dem Film passiert viel aber größtenteils gar nichts.

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