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Top 35 Filme 1980er (1980-1989)

Croatia | 13.01.2021

Hier dreht sich alles um die Topliste Top 35 Filme 1980er (1980-1989). Tausch dich mit anderen Film- und Serienfans aus.

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23 Kommentare
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
13.01.2021 23:19 Uhr
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Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.825 | Reviews: 34 | Hüte: 155

@Croatia

" Bin ebenfalls einer der wenigen die Alien 3 gut fanden (bis auf das CGI, welches grausam war), wenn auch ich ihn keinesfalls mit den Vorgängern vergleichen würde."

Also zumindest bei der Special Edition bin ich da dabei, der würde ich schon mindestens 3/5 abdrücken. Die Kinoversion ist allerdings ziemlich zerschnitten... Blöd nur, dass die Kinofassung das stärkere Ende hat, aber wenn man beide kennt kann man sie ja im Kopf kombinieren ;)

Zur Abstimmung: am 31. Januar wird es hier ein 80er Filme Ranking geben. Stay tuned...

PaulLeger und luhp92:

"Vielmehr ist "Das Boot" eine überlange Feier soldatischer Kameradschaft und Befehlsgehorsams, die zu den Grundbedingungen gehören, die Kriege erst möglich machen."

Jein? Die Kameradschaft ist ja vielmehr oft sowas wie erzwungen, sonst hat man in dem schwimmenden Sarg ja nicht viel. Und auch diese Ersatz-Freundschaft ist ja mehr als brüchig und fliegt beim kleinsten Problem auseinander, wie diverse Szenen zeigen. Und der Biss des Filmes kommt ja auch daher, dass er diesen Befehlsgehorsam und Kameradschaft nur scheinbar zum Sieg führt. Am Ende siegt dann aber der Krieg: wenn du zur falschen Zeit am falschen Ort bist, kannst du noch so kompetent sein oder einen guten Kommandanten haben.

"Die Ablehnung der Nazi-Führung durch den Kaleun liegt folgerichtig denn auch darin begründet, dass sie in seinen Augen inkompetent in Bezug auf die Kriegsführung sind, nicht etwa weil sie den Kontinent mit Krieg überzogen haben, geschweige denn ob ihrer Verbrechen gegen die Menschlichkeit."

Das ist ein Kritikpunkt, der gerne gegen den Film geführt wird, und da ist auch teilweise was dran. Der 1.WO ist ja der kleine Nazi, der konsequent als Aussenseiter dargestellt wird. Das kann man schon kritisieren, gerade weil die U-Boot Waffe bei "ideologisch gefestigten" *hüstel* sehr populär war. Hier ist er eben mehr symbolisch zu nehmen für all die halbstarken und halbinformierten, die verheizt wurden. Plus: Auf dem Atlantik, weit weg von Polen und der Ostfront, wird man wenig mitbekommen haben von den Kriegsverbrechen (was sofort wieder irrelevant wird, hätte ja jeder einfach mal "Mein Kampf" lesen können, ich drifte ab...).
Anyway... das ist ein Kritikpunkt den ich akzeptieren kann. 9/10 von mir.

Aber jetzt hast du dich verraten, wir können also schon mal "Platoon" für deine Liste vormerken tongue-out

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
14.01.2021 20:59 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 617 | Reviews: 5 | Hüte: 86

@ MB80

Und der Biss des Filmes kommt ja auch daher, dass er diesen Befehlsgehorsam und Kameradschaft nur scheinbar zum Sieg führt. Am Ende siegt dann aber der Krieg: wenn du zur falschen Zeit am falschen Ort bist, kannst du noch so kompetent sein oder einen guten Kommandanten haben.

Dass Leute sterben ist keine hinreichende Bedingung für eine Antikriegsbotschaft, sondern lediglich ein Zugeständnis an den Realismus. Tom Hanks stirbt in Spielbergs Pathos-Schmachtfetzen auch, war das dann auch eine Antikriegsmessage? Lustigerweise enden beide Filme ziemlich ähnlich wenn ich nicht irre (bei beiden ist die Sichtung schon etwas länger her), der Vorgesetzte stirbt quasi in den Armen der jungen Haupt- bzw. Titelfigur, die überlebt. Immerhin verzichtet Petersen auf einen schwülstigen Epilog, in dem er uns zeigt was für ein Vorzeigebürger Grönemeyer anschließend geworden ist.

Es geht auch nicht darum, ob Kameradschaft und Befehlsgehorsam zum Sieg führen. Da diese Dinge den Krieg konstituieren sind sie logischerweise sowohl auf der Sieger- als auch auf der Verliererseite vorhanden. Dass eine Seite am Ende verlieren muss, ist trivial.

Btw interessant was für Filme hier in letzter Zeit Diskussionen auslösen. Literaturverfilmungen mit Überlänge, von denen es mehrere Schnittfassungen gibt, sorgen offenbar für erhöhten Diskussionsbedarf.^^

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
15.01.2021 10:28 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.825 | Reviews: 34 | Hüte: 155

@ PaulLeger

"Dass Leute sterben ist keine hinreichende Bedingung für eine Antikriegsbotschaft, sondern lediglich ein Zugeständnis an den Realismus. Tom Hanks stirbt in Spielbergs Pathos-Schmachtfetzen auch, war das dann auch eine Antikriegsmessage? Lustigerweise enden beide Filme ziemlich ähnlich wenn ich nicht irre (bei beiden ist die Sichtung schon etwas länger her), der Vorgesetzte stirbt quasi in den Armen der jungen Haupt- bzw. Titelfigur, die überlebt."

Ja, aber da würde ich ein fettes Ausrufezeichen an den Stichpunkt "Inszenierung" machen. In dem blanken Realismus steckt die Anti-Kriegs Botschaft, die eben bei Spielberg (den ich wohl auch höher bewerten würde als du, aber auf jeden Fall unter dem "Boot") in einer sentimentalen Szene am Ende verwischt wird.

Zum zweiten Absatz würde ich anmerken, dass es nicht die Pflicht eines Kriegsfilmes ist, explizit ein Anti-Kriegsfilm zu sein, um ein guter Film zu sein. Wenn du so ein Kammerspiel (höhö) wie "Das Boot" inszenierst musste du nicht eine Doku zur geopolitischen Gesamtlage einbauen um komplett zu sein. Der Film ist halt fokussiert auf das Schicksal dieser Männer.

Fallbeispiel "Stalingrad" von 1993, der versucht, alles unter einen Hut zu bekommen, und mit der Außnahme einiger starker Szenen ein ziemlicher Wust ist.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
15.01.2021 12:19 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.696 | Reviews: 151 | Hüte: 487

@PaulLeger

Beim Zeigen von Kriegsgräueln im Krieg kommt es ja auch auf die Inszenierung an. Da ist jetzt ein "Saving Private Ryan" mit seinen nüchternen und unschönen Szenen (Intro, Tod von Vin Diesel und Giovanni Ribisi) etwas ganz anderes als z.B. das geile Actionmetzel in Mel Gibsons "Hacksaw Ridge". Und wenn ein Werk wie "Das Boot" aufzeigt, wie Menschen vom U-Boot-Krieg zermürbt und im Kampf auf ein empathielos-animalisches Fressen oder Gefressen Werden reduziert, dann sagt das schon konkret etwas gegen den Krieg aus.

Insgesamt ist "Saving Private Ryan" natürlich kein Antikriegsfilm, ist dem Film aus jüdisch-US-amerikanischer Perspektive beim Zweiten Weltkrieg aufgrund der Notwendigkeit aber auch nicht anzukreiden.

"Zu keiner Sekunde wird ein Gedanke daran verschwendet zu desertieren"

Wenn das immer so einfach wäre... Erst recht in einem U-Boot. Es steht ja auch nicht umsonst Todesstrafe auf Desertation, was sich auch auf Frau und Familie zu Hause auswirken kann. "Das Boot" legt jedenfalls Wert darauf zu zeigen, dass die Soldaten das Beste aus ihrer abgrundtief miserablen Situation machen und dass Patriotismus und Nationalismus oder ein Regime, dass Menschen in einem Angriffskrieg verheizt, die geringsten und verlogendsten Gründe sind, um im Krieg zu kämpfen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
15.01.2021 12:33 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.820 | Reviews: 130 | Hüte: 431

luhp92

Und wenn ein Werk wie "Das Boot" aufzeigt, wie Menschen vom U-Boot-Krieg zermürbt und im Kampf auf ein empathielos-animalisches Fressen oder Gefressen Werden reduziert, dann sagt das schon konkret etwas gegen den Krieg aus.

Ich reisse das jetzt mal aus dem Kontext: Jetzt in Corona-Zeiten und dem Eingepferchtsein, und dem Ansteigen der häuslichen Gewalt - ich denke das sagt eigentlich mehr über die menschliche Natur aus wink

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
15.01.2021 12:48 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.696 | Reviews: 151 | Hüte: 487

@MobyDick

Allgemein auch, ja. Aber du hast darüberhinaus - wenn wir mal bei dem Vergleich bleiben - keine Querdenker, die dein Haus belagern und attackieren^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
17.01.2021 02:19 Uhr
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Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 617 | Reviews: 5 | Hüte: 86

@ luhp92

"Das Boot" legt jedenfalls Wert darauf zu zeigen, dass die Soldaten das Beste aus ihrer abgrundtief miserablen Situation machen und dass Patriotismus und Nationalismus oder ein Regime, dass Menschen in einem Angriffskrieg verheizt, die geringsten und verlogendsten Gründe sind, um im Krieg zu kämpfen.

Stimmt, aber das impliziert, dass es andere Gründe gibt, für die es sich lohnt Krieg zu führen und somit lehnt der Film den Krieg nicht per se ab. "Das Boot" kann man daher meinetwegen als kritischen Kriegsfilm bezeichnen aber nicht als Antikriegsfilm.

@ MB80

Zum zweiten Absatz würde ich anmerken, dass es nicht die Pflicht eines Kriegsfilmes ist, explizit ein Anti-Kriegsfilm zu sein, um ein guter Film zu sein. Wenn du so ein Kammerspiel (höhö) wie "Das Boot" inszenierst musste du nicht eine Doku zur geopolitischen Gesamtlage einbauen um komplett zu sein. Der Film ist halt fokussiert auf das Schicksal dieser Männer.

Das ist richtig, über die Qualität diskutier ich auch nicht in erster Linie, sondern über die Kategorisierung. Letzteres hat für mich persönlich halt Auswirkungen auf Ersteres, weil ich Höchstwertungen für Filme ausschließe, die sich mit dem Themenkomplex Krieg befassen ohne diesen dabei in seiner Gänze abzulehnen, aber das kann ja jeder halten wie er mag. Übrigens hab ich "Das Boot" bei 6/10, was für mich auch noch ein guter Film ist.

Ihr seid beide eingeladen meine Kritik zu "Komm und sieh" zu lesen, in der ich auch darauf eingehe, was der anders macht als z.B. "Das Boot".

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
17.01.2021 08:34 Uhr | Editiert am 17.01.2021 - 08:44 Uhr
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Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 3.335 | Reviews: 31 | Hüte: 328

@ PaulLeger

"Stimmt, aber das impliziert, dass es andere Gründe gibt, für die es sich lohnt Krieg zu führen und somit lehnt der Film den Krieg nicht per se ab."

Es gibt gute Gründe, um Krieg zu führen:

1. Aus reiner Verteidigung heraus

2. Für Freiheit bei Unterdrückung

Du darfst dich aber gerne auch einfach vom angreifenden Feind umbringen oder weiterhin unterdrücken lassen oder dich gar dem Unterdrücker anschließen, wenn dir das lieber ist. tongue-out

Aber mal ernsthaft: was ist so verkehrt daran, den Krieg authentisch darzustellen, um den Menschen näherzubringen, wie sich die Soldaten gefühlt haben und was sie durchmachen mussten? Das nennt sich für mich eher Historische Dokumentation. Wenn ein Kriegsfilm zum Antikriegsfilm wird, dann wird er bewertend und nimmt eine Meinung ein. Aber die Authentizität geht dabei evtl. zum Teil flöten. Jeder sollte sich selbst seinen Teil dabei denken können, ohne das der Film mir einen dicken Holzhammer in den Bauch rammt mit dem Hinweis "Krieg ist falsch und krieg ist schlecht!". Das weiß ich selbst.

Zumindest ist "Das Boot" nicht "Pro-Krieg", und das sollte doch wohl reichen, oder?

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