Spider-Man ist inzwischen so beliebt, dass er sogar, ähnlich wie Batman, mehrere Parallelserien und alternative Versionen seiner Figur problemlos verkraftet. Das Marvel-Noir-Universum entstand 2009 als düstere Alternative zu den bekannten Marvel-Geschichten. Statt moderner Superheldenwelten stehen die 1930er-Jahre, Gangster, Korruption und klassische Kriminalgeschichten im Mittelpunkt. Auch Spider-Man Noir – Die Gwen Stacy Affäre bleibt diesem Ansatz treu und führt uns ins New York des Jahres 1939.
Und auch wenn die Serie nach nur einer Staffel eingestellt wurde, lebt Spider-Man Noir in den Comics weiter.
Worum geht es? Peter Parker hat sich gerade von Mary Jane Watson getrennt. Da taucht Gwen Stacy bei ihm auf: Sie bittet Peter, den Tod ihres Vaters George Stacy zu untersuchen. Das Problem dabei: George Stacy war als Handlanger der Mafia tätig, und Peter hatte ihn kurz zuvor als Spider-Man getötet. Peter beginnt zu ermitteln und kommt Gwen dabei näher. Sehr nahe.

Review
Die Geschichte von Erik Larsen verbindet klassische Spider-Man-Elemente mit einer Kriminalgeschichte im Stil der 1930er-Jahre. Dabei ist dieser Peter Parker deutlich jünger und optimistischer als die Ben-Reilly-Version, die wir beispielsweise aus der Spider-Noir-Serie (hier unsere Review) kennen. Das macht die Figur interessant, weil sie trotz der düsteren Welt noch etwas von dem jugendlichen Peter Parker besitzt. Die Serie ist unterhaltsam geschrieben und nimmt sich dabei einige Freiheiten, selbst frivole Geister gehören zum ungewöhnlichen Figurenensemble dieser Noir-Geschichte.
Auch das New York von 1939 funktioniert gut. Nazis werden mehrfach erwähnt, Gangster gehören zum Alltag und die historische Umgebung bekommt ausreichend Raum. Genau darin liegt eine der Stärken des Noir-Universums: Die Geschichte muss nicht ständig an die Gegenwart angepasst werden. Das Jahr 1939 bleibt Bestandteil der Erzählung und prägt ihre Atmosphäre.
Optisch geht der Comic allerdings einen anderen Weg, als man bei „Noir“ vielleicht erwartet. Andrea Broccardos Zeichnungen sind vergleichsweise farbenfroh und hell. Wer die Serie mit ihrer Schwarz-Weiß-Optik kennt, bekommt hier also eine deutlich freundlichere Variante des Noir-Stils.
Fazit
Spider-Man Noir – Die Gwen Stacy Affäre ist eine unterhaltsame Geschichte mit einigen guten Ideen und einem interessanten historischen Setting. Besonders das New York des Jahres 1939 macht den Comic sehenswert und gibt der Geschichte ihren eigenen Charakter.
Ganz abgeschlossen fühlt sich die Geschichte natürlich nicht an. Eine Fortsetzung wäre deshalb durchaus schön, gerade weil dieser Peter Parker und seine Noir-Welt noch einiges an Potenzial bieten.
Eine schöne Spider-Man-Noir-Geschichte für alle, die den Netzschwinger einmal in einer anderen Zeit erleben möchten.
