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The Last Duel

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Von Ivanhoe bis Jean de Carrouges

Die faszinierendsten Filmritter und was sie ausmacht!

Die faszinierendsten Filmritter und was sie ausmacht!
7 Kommentare - Sa, 27.08.2022 von T. Erkert
Wenn man sich die Weltlage so anschaut, wünschte man sich die Ehre der früheren Edelleute zurück. Aber natürlich war nicht alles Gold, was glänzt... Die besten Filmritter findet ihr in unserem Special!
Die faszinierendsten Filmritter und was sie ausmacht!

Ritterspektakel auf der großen Leinwand, ein Event, das in die Jahre gekommen ist. Wir werfen einen Blick auf die bisherigen Genre-Vertreter und jene Ritter und Ritterinnen, die sich den Weg in unsere cinephilen Herzen erfochten haben!


Das Urgestein

Den Anfang unserer Ritterschau macht mit Robert Taylors Ivanhoe ein Urgestein des Genres. Basierend auf Sir Walter Scotts Romanvorlage aus dem 19. Jahrhundert, enthält der titelgebende Held im Film Ivanhoe - Der schwarze Ritter alles, was einen romantisierten Ritter eben ausmacht: An der Seite von Robin Hood kämpft Ivanhoe einerseits für den einzig wahren König aus Gottes Gnaden - Richard Löwenherz - und andererseits für das von den Normannen unterdrückte angelsächsische Volk. Unerschrocken im Angesicht des Feindes und im Angesicht der Liebe. Versiert im Umgang mit Lanze hoch zu Ross, genauso wie im Zweikampf mit Schwert. Bis auf das wallende Haar enthält dieser Ivanhoe wirklich alle wesentlichen DNA-Bausteine späterer Filmritter samt dem Gottesurteil durch Kampf am Ende, der uns auch in The Last Duel erwarten dürfte.

Der 1. Ritter

Ein ähnlich romantischer Abenteuer-Ritter war Mitte der 90er Richard Gere in und als Der 1. Ritter. Sein Lancelot ist vor allem ein leidenschaftlicher Liebhaber, der nicht nur unfreiwilig zwischen die Fronten einer Rivalität zwischen König Artus (Sean Connery) und Ex-Tafelritter Malagant (Ben Cross) gerät, sondern auch die Liebe Guineveres (Julia Ormond) zum Herrscher Camelots gehörig auf den Prüfstand stellt. Dennoch ist dieser Lancelot kein reiner Sunnyboy mit Breitschwert. Er ist vor allem ein Typ, der nichts zu verlieren hat und dem ein alternder König Artus als väterlicher Mentor erst die Richtung im Leben weißen muss. Romantische, gelegentlich in den Kitsch abdriftende Vorstellungen von Ritterlichkeit finden in Richard Gere als Lancelot eine wunderbare Verkörperung zwischen Märchenprinz und Actionheld, die er mit einem Augenzwinkern auch über die gelegentlichen Albernheiten des Films erhaben sein lässt.

Der Drachenfreund

Ebenso familientauglich war Dennis Quaid in Dragonheart im Jahr 1996. Zu Beginn des Films ist sein Ritter Bowen noch ein ruheloser Drachentöter, der die feuerspeienden Echsen für die Korrumpierung seines einstigen Schützlings, König Einon - mittlerweile ein erbarmungloser Tyrann -, verantwortlich macht. Doch als er auf den Drachen Draco, gesprochen von Sean Connery, trifft gerät sein Weltbild ins Wanken und er findet seine einst hochgehaltenen ritterlichen Ideale neu. Ritter Bowen hat Schuld auf sich geladen, sucht verzweifelt nach Sinn im Leben, nachdem er als Mentor versagte. Er muss neu lernen, was es heißt anderen zu dienen anstatt nur sich selbst und - was viel wichtiger ist - was es heißt ein Opfer einzugehen. Am Ende dieses Films kullern zweifelsohne Tränen, aber auch das ist ritterlich.

Die weiblichen Ritter

Allerdings sind es nicht zwangsläufig robuste Kerle, die in schimmernder Rüstung über ein Schlachtfeld galoppieren: Die Geschichte um das Bauernmädchen Jeanne D´Arc, die in göttlicher Bestimmung in Ritterrüstung - scheinbar als Mann - im Hundertjährigen Krieg die Franzosen gegen die Engländer führte inspirierte zu bisher einem knappen Dutzend Verfilmungen. Egal welche Interpretation der Heiligen Jungfrau von Orléans, die klassische Stummfilmversion von Carl Theodor Dreyer, Milla Jovovich unter der Regie von Luc Besson oder Lise Leplat Proudhomme, die mit gerade einmal 10 Jahren in die Rolle der Heiligen Jeanne schlüpfte, sie alle haben gemein, dass sie zeigen, dass auch eine junge Frau in Ritterrüstung Berge versetzen kann.

Noch beeindruckender demonstriert diesen Umstand vielleicht Brienne von Tarth (Gwendoline Christie) aus der Serie Game of Thrones. Innerhalb des Westeros-Kosmos stellt ihre Figur einen radikalen Bruch der Geschlechterrollen dar. In einer Welt in der Männer die Regeln machen, und zuweisen was Mann und was Frau ist, und was mit dieser Einteilung einhergeht, fügt sich Brienne weder in das gängige Frauenbild noch akzeptieren sie die Männer als gleichwertig. Sie kann weder das eine noch darf sie das andere sein und bewegt sich damit über den Geschlechtern, einen Umstand, den sie absolut zur Waffe zu machen weiß.

Die Kokosnuss-Ritter

All die - besonders in den romantisierten Darstellungen, die die Filmlandschaft in dieser Hinsicht dominieren - in diesen Geschichten beschworenen und breitgetretenen Ideale und Werte laden natürlich zu jeder Form der Parodie ein. Neben Ritter aus Leidenschaft lachen bereits Generationen an Filmfreund:innen über die legendären Ritter der Kokosnuss. Egal ob Lancelots Amoklauf durch eine Hofgesellschaft oder der unvergessliche Zweikampf König Arthurs gegen den keinen Schmerz kennenden Schwarzen Ritter: Kaum eine Szene aus dieser Verballhornung des Artus-Sagenkreises rund um die Ritter der Tafelrunde ist nicht Kult und wurde keine abertausende Male zitiert.

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7 Kommentare
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Rotwang : : Moviejones-Fan
29.08.2022 08:28 Uhr
0
Dabei seit: 11.06.20 | Posts: 419 | Reviews: 0 | Hüte: 11

Wo hier Game of Thrones geführt wird ...

Würde ich noch die Kategorie des Bad-Ass Ritters vorschlagen und sehe hier den Bluthund.

Ich mochte auch den von Rutger Hauer dargestellten Etienne de Navarre in Ladyhawke als einen der rittertypischten Ritter.

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2Cents : : Moviejones-Fan
29.08.2022 07:11 Uhr | Editiert am 29.08.2022 - 10:50 Uhr
0
Dabei seit: 31.03.22 | Posts: 657 | Reviews: 0 | Hüte: 7

Von den präsentierten Filmen, die ich bis auf Last Duell" alle gesehen habe, fand ich "Königreich der Himmel " wohl am besten. Abgesehen, von der Nolan Trilogie, die meiner Meinung nach jedoch auch nur okay Anfängt, einen Wahnsinns Mittelteil hat und dann leider ziemlich langatmig ausläuft. Den, zumindest im Bild, präsentierten "Ritter aus Leidenschaft, fand ich leider ziemlich peinlich. Nicht, was den Film selbst anbelangt, sondern wegen der modernen Musik. Was mich leider sehr, von der eigentlich flott durcherzählten Heldenreise abgelenkt hat. So Edelkitsch-Streifen, wie "Ivanhoe" kann man sich anschauen, wenn man auf diese Sandalenfilme der Fünfziger und Sechziger steht. Die moderne Interpretation in "Der erste Ritter" hat mir leider gar nicht gefallen. Was aber hauptsächlich an Richard Gere lag, dem ich den Actionheld nicht abgekauft habe.

Heutzutage stehen ich, und andere dann doch eher auf die fantastisierte Version des Ritters, wie die erwähnten Jedi-Ritter, wahrscheinlich auch Mad-Max, oder auch der Western, in dem oftmals ja auch dieses " Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss" Klischee bedient wird und Frauen meist nur zur "Damsel in distress" taugen.

Eine Interpretation des weiblichen Ritters dürften aber auch noch so Charaktere wie Sarah Connor aus Terminator sein, deren Heldenreise es eben nicht nur ist, den Tag zu retten, sondern von der Damsel zur Heroine und von der traumatisierten Gefangenen, ein weiteres Mal, zur Heroine zu werden. Ebenso im Alien Franchise, in der Ripley sogar drei Kämpfe ausführen muss, bevor es in Aliens überhaupt zum eigentlichen Kampf gegen den "Drachen" kommen kann. Erstens ihren Kampf vom "Corporate -Slave" zur Selbstbestimmung. Dann natürlich darum, als Frau in einer Macho Welt ernst genommen zu werden, aber drittens, dann auch noch, wie in Terminator, der Kampf gegen ihre eigene Schwäche, in Form ihrer PTSD Attacken, durch das Trauma des ersten Filmes. Denn jeder Held braucht Schwächen, die er überwinden muss. Der Sieg über das Böse ist dann nur der Lohn für das überwinden dieser Schwäche. Was im Film und Fernsehen der letzten Jahre, was weibliche Helden anbelangt, leider total vermasselt wurde. "Alle anderen schlecht" macht die einzige andere, und leider dann oftmals viel, viel zu unfehlbare, Möglichkeit deswegen noch lange nicht gut.

Beim männlichen Helden wird es dagegen dann mit der Schwäche oftmals übertrieben. Einen Wolverine z.B. sich gar durch mehrere Filme leiden zu sehen, hat MIR leider dann gar keinen Spaß mehr gemacht. Er ist halt sowas, wie ein moderner Hercules, auf den eigentlich nur die nächste Tragödie wartet. Wenn es, in absehbarer Zeit, jedoch gelingt, sich aus diesem tiefen Tal der Tränen zu befreien, wie es z.B. "Lethal Weapon" gemacht hat, dann ist das ja noch erträglich.

Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber erst die zweite Maus bekommt den Käse. Und am Ende ist alles für die Katz.

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TheUnivitedGast : : Moviejones-Fan
28.08.2022 00:00 Uhr | Editiert am 28.08.2022 - 00:06 Uhr
0
Dabei seit: 27.04.12 | Posts: 888 | Reviews: 0 | Hüte: 16

Mir fehlt nur "Ritter aus Leidenschaft" der Moderne Ritter.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
16.10.2021 17:37 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.659 | Reviews: 166 | Hüte: 553

Sauberer Artikel! Willkommen im MJ-Team smile

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
16.10.2021 17:19 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 7.692 | Reviews: 161 | Hüte: 473

Oh ja, Hulk Hogan in einer echten Trashperle smile

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
16.10.2021 16:44 Uhr | Editiert am 16.10.2021 - 16:47 Uhr
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Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.519 | Reviews: 64 | Hüte: 474

@ TiiN

Und die Tempelritter aus "Das Vermächtnis der Tempelritter", also Nic Cage höchstselbst. laughing

Und der hier vielleicht auch noch:

Bild

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
16.10.2021 16:26 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 7.692 | Reviews: 161 | Hüte: 473

Wenn Batman es schafft dann sollten demnächst auch die Jedi-Ritter ergänzt werden. smile

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