
Mit großen Erwartungen gestartet, sollte Desert Warrior als internationales Prestigeprojekt neue Impulse für die saudi-arabische Filmindustrie setzen. Der Historien-Actionfilm mit Anthony Mackie und Ben Kingsley lief am 24. April in den USA und im Nahen Osten an – und blieb dabei deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Der Film inszeniert eine epische Handlung vor der Kulisse der saudischen Wüstenlandschaften. Regie führte Rupert Wyatt (Planet der Affen - Prevolution). Die Entwicklung erstreckte sich über mehr als fünf Jahre und war von kreativen Differenzen, Verzögerungen und Nachdrehs geprägt. Das Budget wird auf rund 150 Millionen US-Dollar geschätzt.
In den USA lief Desert Warrior auf 1.010 Leinwänden an und erzielte in seiner ersten Woche lediglich etwa 596.000 US-Dollar. Damit gehört der Film zu den schwächsten Breitstarts des Jahres und wird bereits als einer der größeren kommerziellen Misserfolge der jüngeren Vergangenheit eingeordnet. Auch im Nahen Osten blieb die Resonanz verhalten: In Saudi-Arabien wurden zum Start rund 87.000 Dollar bei etwa 6.100 verkauften Tickets umgesetzt (Platz acht der Charts), in den Vereinigten Arabischen Emiraten kamen rund 37.000 Dollar hinzu. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen in der Region in der Startwoche auf lediglich etwa 225.000 Dollar.
Der US-Verleih Vertical setzte in der Vermarktung vor allem auf die Bekanntheit der Hauptdarsteller sowie auf visuell eindrucksvolle Wüstenbilder. Dennoch gelang es nicht, ein breites Publikum zu mobilisieren. Beobachter hatten die Erwartungen im Vorfeld bereits gedämpft – auch mit Blick auf die aktuelle geopolitische Lage, die einem Film mit thematischem Bezug zu Wüstenkonflikten entgegenstehen könnte.
Parallel zu den schwachen Einspielergebnissen fielen auch die Kritiken zurückhaltend aus. Auf Rotten Tomatoes liegt der Kritiker-Score derzeit bei niedrigen 29 Prozent. Einzelne Stimmen bemängeln, der Film wirke wie eine westliche Perspektive auf eine arabische Geschichte und erreiche somit weder ein regionales noch ein internationales Publikum überzeugend.
Trotz des enttäuschenden Starts sieht Vertical weiterhin Potenzial für eine wirtschaftliche Verwertung, insbesondere im Premium-VoD- und Home-Entertainment-Bereich. Für die MBC Group als saudi-arabischen Produktionspartner hat das Projekt jedoch eine weitergehende Bedeutung: Es sollte die Leistungsfähigkeit der neu aufgebauten Film-Infrastruktur demonstrieren und internationale Maßstäbe etablieren.
Ob Desert Warrior langfristig als lehrreiches Beispiel für ähnliche Großproduktionen dienen wird, bleibt offen – fest steht jedoch, dass der Film sein ambitioniertes Ziel zumindest an den US- und arabischen Kinokassen zunächst deutlich verfehlt hat. Ein regulärer Kinostart in Deutschland ist bislang nicht angekündigt.
