
Die deutsche Filmlandschaft hat es im Vergleich etwa zu den USA deutlich schwerer, wenn es um die Finanzierung geht. Während in Amerika große Studios über enorme finanzielle Mittel verfügen, sind bei deutschen Produktionen meist zahlreiche Filmförderanstalten beteiligt. Das wird häufig schon zu Beginn eines Films sichtbar, wenn vor dem eigentlichen Start eine lange Liste an beteiligten Institutionen und Unternehmen eingeblendet wird.
Die Bundesregierung plant nun, die deutsche Filmförderung stärker zu unterstützen und dabei auch die großen Streamingdienste stärker in die Pflicht zu nehmen. Ein aktueller Vorschlag sieht vor, dass Anbieter wie Netflix, Prime Video oder Disney+ künftig acht Prozent ihres in Deutschland erzielten Nettoumsatzes in die hiesige Filmwirtschaft investieren sollen. Frankreich verfolgt ein ähnliches Modell – dort liegt die Investitionspflicht sogar bei 20 Prozent. Der entsprechende Gesetzesentwurf soll noch vor Ostern vom Bundeskabinett beschlossen werden.
Unabhängig davon plant die Bundesregierung, die wirtschaftliche Filmförderung des Bundes von derzeit 125 Millionen auf 250 Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen – eine Verdoppelung der entsprechenden Bundesmittel.
Beide Maßnahmen klingen zunächst hilfreich. Dennoch bleibt die Frage, wie die zusätzlichen Mittel konkret eingesetzt werden. Das deutsche Fördersystem gilt als komplex, da bei einer Filmproduktion häufig viele verschiedene Förderer, Unternehmen und Investoren mit unterschiedlichen Interessen beteiligt sind und ein Mitspracherecht haben. Mehr Geld mag zwar helfen, aber die Schwierigkeit dürfte weiterhin im System dahinter liegen.
Dass das deutsche Kino dennoch regelmäßig erfolgreiche Produktionen hervorbringt, hat auch das vergangene Jahr gezeigt. So konnte etwa Das Kanu des Manitu große finanzielle Erfolge feiern. Daneben überzeugten zahlreiche kleinere Produktionen (z.B. Heldin, In die Sonne schauen), die vor allem inhaltlich und künstlerisch Aufmerksamkeit erhielten.
