Captain Jack Sparrow ist wieder da – und kommt nicht los von der See, den Frauen, dem Rum und natürlich der Jagd nach geheimnisvollen Schätzen! Als sich seine Wege mit einer Frau aus seiner Vergangenheit kreuzen, hat ihn die attraktive Angelica schnell am Haken. Doch ist die Verführerin vielleicht eine Verräterin und gar nicht hinter ihm, sondern hinter etwas anderem her? Die Antwort bekommt Jack Sparrow auf dem Schiff des gefürchteten Piraten Blackbeard, das Kurs auf ein atemberaubendes Abenteuer nimmt. Auf der Suche nach der legendären Quelle der Jugend stößt Captain Jack Sparrow auf anmutige Meerjungfrauen, gefährliche Zombies, skrupellose Halsabschneider und seinen alten Rivalen Barbossa. Es wird eine Reise ins Ungewisse, auf der Jack nicht einschätzen kann, wen er mehr fürchten soll – Captain Blackbeard oder Angelica...
Nach dem unvergesslichen Erstling und der sehenswerten Dilogie der beiden Vorgängerfilme, kam der vierte Film der „Fluch der Karibik“ Reihe mit einer ganzen Böe von frischen Gesichtern und musste bereits damals doch einiges an Kritik wegstecken.
Man muss dem Film aber wirklich mal zugutehalten, dass er wenigstens im Ansatz versucht hat, auch mal was Neues zu probieren und ein klein wenig frische Wege zu beschreiten. In der Ausführung hat das alles nicht so recht funktioniert, zumindest konnte man anscheinend den Weg von guter Idee bis zum fertigen Produkt nicht ohne größere Stolpersteine und anderen Hürden absolvieren.
Zwar gönnt der Film Jack wieder deutlich mehr Platz in seiner Geschichte als noch der direkte Vorgängerfilm, aber so richtig überzeugen kann es trotzdem nicht. Vielleicht weil sich die Figur, trotz ihrer unbestreitbaren ikonischen Klasse, inzwischen abgenutzt hat und man langsam merkt, dass hier einfach keine neuen Facetten oder gute Ideen mehr dazu kommen.
Irgendwo las ich auch von „Jack der Reisebegleiter“ und das ist kein schlechter Vergleich. Man hat ständig den Eindruck, er stolpert mehr in die Geschehnisse hinein, als dass er wirklich aktiv etwas steuert oder gar beiträgt. Klar, das ist nicht korrekt und der Film liefert hier genug Gegenbeispiele an Szenen, aber trotzdem wirkt er Gesamteindruck eher schwach.
Die eigentliche Geschichte um den Jungbrunnen würde mit Sicherheit viele interessante Szenarien hergeben, verkommt im Film aber auch mehr oder weniger zur nächsten Trophäenjagd und wirkt wie ein billiger Abklatsch von „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“.
Die Vorgängerfilme hatten für mich immer das Problem, der sehr einseitigen Sichtweise bzw. eingeschränkten Darstellung der Karibik, waren doch damals nicht nur die Briten, sondern eben auch die Spanier, die Portugiesen, Franzosen und Holländer in den verschiedenen Ecken sehr geschäftig unterwegs. Viel gesehen hat man aber bisher nicht davon.
Hier liefert man nun die Beteiligung der Spanier nach, diese bleiben aber eine blasse und sowohl namenlose, aber auch gesichtslose Fraktion, die halt auch noch im Hintergrund mitmischt. Empfand ich leider als ziemlich vergeudet.
Geoffrey Rush als mein Favorit Barbossa und der ebenfalls immer vortreffliche Kevin McNally als Mr. Gibbs, sind immerhin kleine Leuchtfeuer in einem Film, der ziemlich arg im Nebel herumstochert.
Irgendwie will man weg von „verfluchter Kapitän mit seinem verfluchten Schiff“ Rhythmus, packt dann aber im gleichen Atemzug einen Blackbeard in den Film, der die Macht besitzt, sein Schiff zu „kontrollieren“. Das wirkt dann doch eher nach einer halbherzigen Lösung, vor allem da Blackbeard im Film ebenfalls eine sehr oberflächliche Figur bleibt, dass kann auch ein Ian McShane nicht mehr retten, von dem ich eigentlich große Dinge halte.
Die Hinzunahme im Cast von Penélope Cruz ist dann auch eher eine mittelprächtige Lösung und ihre Figur der Angelica nur ein dürftiger Ersatz für Keira Knightleys Elizabeth Swann. Cruz ist natürlich keine schlechte Darstellerin und kann auch einige Szenen für sich behaupten, aber auch hier wie bei McShane… eine schlecht geschriebene Figur kann sie halt auch nicht retten.
Nur der im Film eingebaute Priester, also Philip, der wohl der Will Turner Ersatz sein soll, ist eine noch dürftigere Wahl und Entscheidung, sowohl vom Cast als auch von der Art des geschriebenen Charakters.
Immerhin bringen die Meerjungfrauen kurzzeitig ein wenig frischen Wind in das Franchise, wenn wir hier auch nur von einer Szenerie im Film sprechen. Aber im Vergleich zum eigentlichen Mythos des Jungbrunnes, hat man hier wenigstens mit der Idee was anfangen können und verleiht dem Film kurzfristig einen doch recht düsteren Ton. Das weiß zu gefallen und lässt einen darüber nachdenken, wie das Franchise aussehen würde, wäre nicht Disney dahinter und das Setting weniger humoristisch angesetzt.
Trotz all der Probleme und Klagen, versteckt sich hinter „Fremde Gezeiten“ zumindest noch immer ein kurzweiliger Abenteuerfilm, der zwar nicht an die Vorgängerfilme heranreichen kann, aber sicherlich keine saure Gurke darstellt. Der Film hat ja auch nicht den Anspruch ein besonders gewichtiges Drama dazustellen, sondern „Spaß für die ganze Familie“. Das ist zwar kein Freifahrtschein für bedeutungslose Mittelmäßigkeit, aber hier und da kann man auch mal ein Auge zudrücken.
Meine Bewertung
"The Wheel weaves as the Wheel wills"
Ich habe mir den Film am 26. April 2025 angeschaut. (Zum Filmtagebuch)
Hier gab es gefühlt den ersten etwas größeren Wechsel im Cast, was dem Film aber nur bedingt gut getan hat. Leider haben mir nicht alle neuen Figuren in dem Film gefallen, waren z.T. eher nervig oder blieben zu blass. Mir hat hier so ein wenig das Feeling der ersten drei Filme gefehlt, der epische Gesamteindruck war auf jeden Fall nicht mehr vorhanden. Johnny Depp als Jack Sparrow ist nach wie vor unterhaltsam, verliert aber allmählich seinen Charme aus den ersten Filmen und neigt immer mal wieder zum Overacting. Die Story selbst hat immer mal wieder seine starken Momente, wirkt in gewissen Teilen dann aber auch wieder etwas dröge und langgezogen.
Meine Bewertung
Gestern habe ich mir Teil 4 "Fremde Gezeiten" angesehen.
Bisher der leider schwächste Teil der Reihe. Er hat aber definitiv auch seine starken Momente. Schwach und zäh finde ich vor allem die erste Filmhälfte. Aber der zweiten Hälfte geht es bergauf.
Schwach finde ich Blackbeard als bösen Piraten. Da hätte man deutlich mehr rausholen können. Auch finde ich Angelica (Penelope Cruz) nervig und unsympathisch.
Gut wiederum finde ich die Storyline um die Meerjungfrauen und um Syrena und Philip.
Jack Sparrow und sein Getue hingegen nutzt sich langsam ab. Klar ist er absolut ikonisch, aber auch ikonische Rollen nutzen sich halt irgendwann ab, wenn man sie inflationär in den Mittelpunkt stellt, obwohl man über sie keine richtigen Geschichten mehr zu erzählen hat.
Leider fehlen mir auch Will und Elizabeth, die das Ensemble immer abgerundet haben. Alte Gesichter sieht man fast gar nicht mehr, nur Gibbs, Barbossa und Jack.
Die alten Musikstücke sind immer noch klasse, aber die neuen Stücke sind nicht so gelungen, finde ich. Vor allem die Blackbeard-Themes finde ich wirklich nicht sehr gelungen.
Die Spanier bleiben äußerst blass und mich wundert, dass diese die Quelle nicht für sich selbst nutzen wollen und stattdessen zerstören.
Insgesamt halt leider der schwächste Teil der Reihe bisher. Interessant, dass ich bisher mit jeder Fortsetzung einen Punkt abziehe.
7/10 Punkte - Geringer Wiederschauwert
Meine Bewertung
Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.
Wenn Sie hier sterben, dann höchstens bei einem Zwischfall...