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The Walking Dead

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Netflix sichert sich Rechte an allen The Walking Dead Serien

Luxus Zombies: Warum Netflix 500 Millionen für "The Walking Dead" zahlt

Luxus Zombies: Warum Netflix 500 Millionen für "The Walking Dead" zahlt
0 Kommentare - So, 02.08.2026 von MJ-GPJ
500 Millionen Dollar für "The Walking Dead". Über 500 Millionen für "Seinfeld". Rund 425 Millionen für "Friends". Auf den ersten Blick wirken diese Summen absurd, schließlich kennt doch jeder diese Serien bereits. Warum also investieren Streaminganbieter so viel Geld in alte TV-Hits?
Luxus Zombies: Warum Netflix 500 Millionen für "The Walking Dead" zahlt

500 Millionen Dollar für The Walking Dead.

Diese Meldung machte in den vergangenen Tagen weltweit Schlagzeilen und sorgte bei vielen Film- und Serienfans für Verwunderung. Warum sollte Netflix eine halbe Milliarde Dollar für eine Serie bezahlen, deren erste Staffel bereits 2010 erschien?

Die Antwort beginnt mit einem kleinen Missverständnis. Netflix kauft The Walking Dead gar nicht. Tatsächlich wurde aber nichts verkauft. AMC Global Media bleibt weiterhin Eigentümer der Marke The Walking Dead. Netflix erwirbt lediglich die Streamingrechte, und zwar im Rahmen eines auf fünf Jahre angelegten Lizenzvertrags.

Zum Paket gehören die komplette Originalserie mit ihren elf Staffeln sowie sämtliche sechs Spin-offs:

Insgesamt umfasst der Vertrag 371 Episoden. Ab 2027 soll das komplette Franchise schrittweise weltweit auf Netflix verfügbar werden, abhängig davon, wann bestehende regionale Lizenzverträge auslaufen.

Die häufig genannten 500 Millionen US-Dollar werden dabei nicht auf einmal überwiesen. Laut den Finanzunterlagen von AMC erfolgt die Zahlung quartalsweise über mehrere Jahre.

Warum zahlt Netflix so viel Geld für The Walking Dead?

Die Serie ist ein Streaminghit. Laut den veröffentlichten Engagement-Daten kamen The Walking Dead und seine Spin-offs zwischen 2023 und Mitte 2026 bereits auf 3,89 Milliarden gestreamte Stunden beziehungsweise 345,7 Millionen Views, obwohl das Franchise bislang noch gar nicht weltweit auf Netflix verfügbar war. Für Netflix ist die halbe Milliarde Dollar deshalb keine Wette auf einen alten Erfolg, sondern die Investition in eine Marke, die ihre Zugkraft längst bewiesen hat.

Streamingdienste kaufen keine Serien – sie kaufen Kundenbindung

Viele Zuschauer gehen davon aus, dass Streaminganbieter vor allem neue Serien benötigen, um neue Kunden zu gewinnen. Mindestens genauso wichtig ist jedoch etwas anderes: bestehende Abonnenten davon abzuhalten, ihr Abo zu kündigen.

Genau hier spielen bekannte Serien ihre größte Stärke aus. Während viele neue Produktionen nach wenigen Wochen wieder aus den Schlagzeilen verschwinden, werden Serien wie The Walking Dead, Friends, Seinfeld oder The Office über Jahre hinweg immer wieder angesehen. Manche Zuschauer starten regelmäßig einen kompletten Rewatch, andere lassen einzelne Folgen nebenbei laufen. In der Branche werden solche Dauerbrenner häufig als Comfort Shows bezeichnet, Serien, zu denen Zuschauer immer wieder zurückkehren.

Neue Serien sind riskant – alte Marken sind berechenbar

Für Streaminganbieter ist das ein enormer Unterschied. Eine neue Eigenproduktion kann mehrere hundert Millionen Dollar kosten und trotzdem nach einer Staffel scheitern. Bei einer etablierten Marke weiß Netflix dagegen ziemlich genau, was es bekommt: Millionen Fans, eine hohe Wiedersehquote und eine Serie, die nachweislich Zuschauer auf der Plattform hält. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das Risiko deutlich geringer.

Rechnet sich eine halbe Milliarde Dollar überhaupt?

Erstaunlicherweise ja. Der Vertrag über The Walking Dead läuft über fünf Jahre. Das entspricht durchschnittlich rund 100 Millionen Dollar pro Jahr.

Bei einem Streamingdienst mit mehreren hundert Millionen Kunden genügt es bereits, wenn ein vergleichsweise kleiner Teil der Abonnenten wegen einer solchen Serie länger bleibt oder neu hinzukommt. Die Investition kann sich dadurch schneller rechnen, als die schiere Summe zunächst vermuten lässt.

Die 500 Millionen sind nur ein Teil des Geschäfts

Der Netflix-Deal zeigt außerdem, wie wertvoll das Franchise insgesamt geworden ist. Neben Streaminglizenzen verdient The Walking Dead seit Jahren Geld über zahlreiche weitere Einnahmequellen:

  • Streaming- und TV-Lizenzen, darunter der aktuelle Netflix-Vertrag über 500 Millionen Dollar.
  • DVD- und Blu-ray-Verkäufe, die allein in den USA rund 154 Millionen Dollar einspielten.
  • Videospiele, darunter die erfolgreiche Telltale-Reihe, die Branchenberichten zufolge einen Umsatz von über einer Milliarde Dollar erzielt haben soll.
  • Merchandising, von Figuren über Kleidung bis hin zu Sammlerstücken.
  • Werbeeinnahmen und internationale Fernsehlizenzen während der ursprünglichen Ausstrahlung.

Die Streaminglizenz ist damit nur ein Baustein eines Franchise, das seit Jahren ein Milliardengeschäft ist.

The Walking Dead ist kein Einzelfall

Der Zombie-Hit reiht sich in eine ganze Serie spektakulärer Streamingdeals ein. Netflix zahlte Berichten zufolge über 500 Millionen Dollar für die weltweiten Rechte an Seinfeld. Warner investierte rund 425 Millionen Dollar, um Friends exklusiv zu HBO Max zurückzuholen. Auch The Office wurde während der Streaming-Kriege mit rund 500 Millionen Dollar bewertet.

All diese Deals folgen derselben Logik: Für Streamingdienste sind bekannte Serien keine Altlasten, sondern Vermögenswerte, die über Jahre hinweg Zuschauer binden.

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