
Für Avengers - Doomsday hat Disney in den USA eine offizielle Watchlist auf Disney+ zusammengestellt. Sie soll Fans, neben Endgame Extended, auf das nächste große Avengers-Abenteuer vorbereiten und umfasst 14 Filme sowie die beiden Staffeln von Loki. Die Auswahl wirkt zunächst nachvollziehbar, bei genauerem Hinsehen fällt jedoch ein Titel besonders auf: Captain America - The First Avenger.
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Auf diesen Punkt hat uns Duck-Anch-Amun, Moviejones-Fan, aufmerksam gemacht. Denn Disney nennt damit ausgerechnet einen Film aus der frühen MCU-Phase, während zahlreiche andere Origin-Geschichten nicht auf der Watchlist auftauchen. Warum ist gerade Steves erster Auftritt als Captain America für Avengers - Doomsday wichtig?
Eine mögliche Erklärung wäre Peggy Carter. Die Figur könnte im kommenden Avengers-Film eine größere Bedeutung bekommen. Vor allem aber lohnt sich ein Blick auf das Ende von Avengers - Endgame.
Steve Rogers reist dort durch die Zeit, um die Infinity-Steine zurückzubringen. Anschließend entscheidet er sich, in der Vergangenheit zu bleiben und ein gemeinsames Leben mit Peggy Carter zu führen. Damit wurde eine der größten offenen Fragen des MCU geschaffen: Was bedeutet diese Entscheidung für die Zeitlinie?
Genau hier wird The First Avenger interessant. Der Film erzählt die Entstehung von Captain America und vor allem Steves Beziehung zu Peggy. Es ist also ausgerechnet jener Film auf der Watchlist, der die Vergangenheit zeigt, in die Steve am Ende von Endgame zurückkehrt.
Das muss keineswegs ein versteckter Hinweis sein. Disney könnte The First Avenger schlicht deshalb ausgewählt haben, weil der Film für die Figur Steve Rogers und seine Geschichte mit Peggy relevant ist. Dennoch wirkt die Auswahl im Zusammenhang mit Doomsday zumindest bemerkenswert.
Noch auffälliger wird die Watchlist durch das, was fehlt. Captain Marvel 2 - The MarvelS wird beispielsweise nicht genannt, obwohl der Film eine direkte Verbindung zu den X-Men herstellt. Auch Ant-Man and the Wasp - Quantumania fehlt, obwohl der Film ursprünglich eng mit der Kang-Handlung verbunden war.
Damit lässt sich zumindest eine interessante Theorie formulieren: Vielleicht verrät Disneys Watchlist nicht nur, welche Filme man für Doomsday kennen sollte, sondern auch, welche alten Handlungsstränge wieder wichtig werden könnten. Und umgekehrt könnte das Fehlen bestimmter Filme bedeuten, dass ihre Geschichten für Doomsday inzwischen gar keine Rolle mehr spielen, selbst wenn sie zwischenzeitlich wie wichtige Bausteine der Multiversum-Saga wirkten. Marvel könnte damit also tatsächlich aufräumen und einige der zahlreichen offenen Fäden einfach nicht mehr weiterverfolgen.
Filmfans sollten darüber allerdings nicht zu traurig sein: Auch in den Comics geht es bei Marvel in Sachen Kontinuität seit Jahrzehnten kreuz und quer. Comics und ihre Verfilmungen waren schließlich nie als akribisch lineare Geschichten angelegt. Zeitlinien werden verändert, neu geschrieben oder miteinander vermischt. Was heute wie ein Widerspruch oder ein vergessener Handlungsstrang wirkt, kann bei Marvel morgen schon wieder die Grundlage für eine grandiose Geschichte sein.
