Wir stellen uns mal vor. Ein Blick in die Zukunft: Eine künstliche Intelligenz nimmt den Oscar entgegen. Bzw. ein Programmiererteam nimmt ihn entgegen. Wollt ihr das? Nein, wahrscheinlich nicht. Und dazu wird es auch nicht kommen. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat nun klargestellt, dass dieses Szenario vorerst ausgeschlossen bleibt.
Für die 99. Verleihung im Jahr 2027 wurden umfassende Regeländerungen beschlossen. Zentrale Neuerung: In den Schauspielkategorien können Darsteller künftig mehrfach in derselben Kategorie nominiert werden, sofern mehrere ihrer Leistungen zu den fünf meistgewählten gehören.
Gleichzeitig zieht die Academy klare Grenzen beim Einsatz von KI. Schauspiel-Nominierungen setzen voraus, dass Rollen nachweislich von realen Personen mit Zustimmung gespielt wurden. Auch bei Drehbüchern gilt: Sie müssen von Menschen verfasst sein, um berücksichtigt zu werden.
Eine weitere wichtige Änderung betrifft den internationalen Film. Künftig können mehrere Filme aus einem Land für eine Nominierung infrage kommen. Zusätzlich erhalten nicht-englischsprachige Produktionen neue Chancen, sich über große Festivals wie Cannes oder Berlin zu qualifizieren.
Weitere Anpassungen betreffen unter anderem Casting (mehr Auszeichnungen möglich), visuelle Effekte (Pflichtsichtung von Präsentationsmaterial) sowie strengere Vorgaben für Abstimmungsprozesse in einzelnen Kategorien.
Die Reformen zeigen eine klare Richtung: einerseits deutlich mehr Flexibilität im Wettbewerb, und gleichzeitig eine eindeutige Abgrenzung gegenüber vollständig KI-generierter Kreativarbeit. Die neuen Regeln greifen erstmals bei den 99. Oscars, die am 14. März 2027 stattfinden.
