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Verschwörungs-, Paranoia- und Propagandafilme Hand in Hand in unheiliger Allianz
Auf welchem Platz liegt Zeuge einer Verschwörung?

Verschwörungs-, Paranoia- und Propagandafilme Hand in Hand in unheiliger Allianz

Eine Liste von MobyDick mit 11 Filmen (Letztes Update: 29.04.21)
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Verschwörungs-, Paranoia- und Propagandafilme sind eine schöne Sache, man kann sie einfach geniessen, mit dem Wissen, man schaut sich einen etwas "realistischeren" Horrorfilm an, oder man kann sich da richtig reinsteigern und hinter jeder Ecke irgendeine Agenda irgendeiner Tyrrannei vermuten. (So ist für mich als Serie sowohl die US-Serie 24 als auch die türkishce Serie Tal der Wölfe in ihren besten Momenten astreine und superspannende Unterhaltung, das täuscht aber zu keinem Moment über die mannigfaltigen und kruden Behauptungen der beiden Serien hinweg, die diese Serien nicht nur ungemein gefährlich machen, weil sie die Massen mobilisieren, sondern auch noch der Nachwelt erhalten bleiben!)

Das folgende ist ein etwas unterbelichteter Versuch, tatsächlich brauchbare Verscwörungsfilme mit irgendwelchen Aluhutträgermeinungen unter ebenjenen zu bringen, nicht immer alles ernst gemeint, aber ich hoffe, ein bißchen informativ ist es dann auch noch...

Dabei werde ich versuchen verschiedene Genres abzugreifen und auch in den jeweiligen Film-Infofeldern brauchbare weitere Filme nennen. Und wie gesagt, nur um es deutlich zu machen: Manchmal sind meine Aussagen ironisch gemeint...

JFK - Tatort Dallas
#11
Filmstart: 23.01.1992
Das ist er, der Schlusspunkt meiner Reihenfolge. Eine hanebüchene Zusammenreihung von krudesten Theorien, mühsam zusammengehalten von einem Kostner auf seinem Höhepunkt, der allerdings auch kaum eine andere Chance hat. Am Ende gibt es einen elendlich langen Monolog, der weniger zum Thema was zu sagen hat als ein pathetischer Haufen Sülze. Wer aber was mit Verschwörungsfilmen anfangen hat, wird sicherlich über den hier stolpern müssen.
Zeuge einer Verschwörung
#10
Filmstart: 16.05.1975
Ein Klassiker der Post-Watergate Ära, leider ganz mies gealtert, hat fast gar nichts auszusagen, außer dass man den oberen mißzutrauen hat, der zudem - wie soll es für damals anders sein - ein ach so nihilistisches Ende hat.
Ein positiveres Paradebeispiel ist Die Unbestechlichen über den Watergate-Skandal, aber der Film ist ehrlich gesagt nur ein einsilbiges Hohelied auf die Presse und weniger tatsächlich Verschwörungsfilm, dennoch irgendwie auch empfehelenswert, wenn es denn sein muss.
Er ist wieder da
#9
Filmstart: 08.10.2015
Wieso der Film hier auf der Liste ist? Verschwörungsfilme sind zu ihrer Entstehungszeit auch immer Spiegel ihrer Gesellschaft, dazu zählt auch dieser Film, daher im Entferntesten auch dazugehörig.
Wenn wir aber auch schonmal bei Reizfiguren sind, dann sollte man wohl auch Die Geburt einer Nation von Griffith hier mit reinbringen, denn da werden Verschwörungstheorien des weissen Mannes bedient, auch Propaganda und rassistische Filme fallen daher in die weit gefasste Nomenklatur des Verschwörungsfilmes. Und ja, packt hier ruhig auch mal die ganzen rassistischen Nazifilme rein oder irgendwelche Propaganda Filme, die sich gegen eine bestimmte Gruppierung oder emeinschaften richten mit irgendwelchen kruden Behauptungen.
Und da wir bei Griffith waren, und aus Ermangelung des Filmes in der MJ DB: Natürlich darf auch Eisenstein nicht fehlen, der mitunter als einer der einflussreichsten Filmemacher aller Zeiten angesehen wird, sein Panzerkreuzer Potjemkin wird auch heute noch fleissig zitiert. Aber auch sonst sind seine Filme als Propaganda-Vehikel und auch filmisch selbst heute noch spektakulär anzusehen.
I wie Ikarus
#8
Filmstart: 25.04.1980
Noch ein Klassiker, tatsächlich auch sehr informativ, aber erstens ist der Film recht schlecht gealtert, will heissen, durch seine didaktische Erzählweise hat er kaum Momentum, dass er ausnutzen kann, und andererseits ist er auch tatsächlich ein paar Jahre zu spät rausgekommen. Interessant ja, gut irgendwie schon, zeitlos vielleicht auch mit seiner Thematik, aber irgendwie trotzdem aus heutiger Sicht enttäuschend
Arlington Road
#7
Filmstart: 01.04.1999
Hier haben wir den hanebüchenen Thriller Marke Hollywood, der einfach nur böse sein will, von mir aus, gerne.
Dabei bedient er typische Stereotypen, die man ja auch aus den Nachrichten kennt und unterwandert diese Erwartungshaltungen genüsslich, kann man mal machen :-D
da gibt es mittlerweile Zuhauff solche Filme, auch der sehr empfehelenswerte polnische Netflixvertreter Hater fährt auf dieser Schiene ein bißchen rum, also wem es gefällt :-)
Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen
#6
Filmstart: 02.11.2006
Tja, einerseits Satire und damit Spiegel, andererseits aber auch ein subversiver Film des linken Establishment, die rechte Ecke säuberlich einer Gehirnwäsche zu unterziehen, böse Linke, dudududu....
Natürlich ist der Film gut und natürlich legt er den Finger in die Wunde und das ist auch gut so
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11 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
03.05.2021 19:05 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.233 | Reviews: 156 | Hüte: 506

@MobyDick

Ah, danke. In die Listentexte hatte ich danach gar nicht mehr reingeschaut.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
02.05.2021 13:58 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.290 | Reviews: 158 | Hüte: 485

Luhp92

Jip, daher wurde der gute Eisenstein einfach in einen passenden Kommentar verwurstet ( A Propos Schlachthaus)

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
02.05.2021 00:42 Uhr | Editiert am 02.05.2021 - 03:26 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.233 | Reviews: 156 | Hüte: 506

@MobyDick

Zu Sergei Eisenstein: Ich habe gerade "Oktober" gesehen, das ist ja sein Kriegsfilm über die Oktoberrevolution 1917 anlässlich des zehnjährigien Jubiläums der Revolution. Ich hatte mir wenigstens einen sinnlichen und berauschenden Propagandafilm erhofft ("Soy Cuba" zum Vergleich oder Riefenstahls "Triumph des Willens" für die Nazis), über Polemik und reißerisches Gehabe kommt "Oktober" in meinen Augen leider aber nicht hinaus.

Edit: Ich habe direkt "Panzerkreuzer Potemkin" hinterhergeschaut, na geht doch^^ Wow, großartiger Film! Auch sehr viel universaler und allgemeingültiger angelegt, als ich erwartete, es geht konkret und feinfühlig um humanistische und gesellschaftspolitische Probleme.

Ich glaube, in der MJ-Datenbank gibt es gar keinen Film von Eisenstein. Ich hatte mich schon gewundert, warum du noch keinen in die Liste gepackt hast^^

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.04.2021 20:28 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.233 | Reviews: 156 | Hüte: 506

@MobyDick

Es ist ja jetzt nicht so, dass "Vice" nicht mit billigen Satirestilmitteln arbeiten würde. Wem möchte McKay zum Beispiel mit dem Abspann mitten im Film etwas beweisen? Das ist doch eigentlich von vorneherein offensichtlich. Da bin ich wieder beim leichten Opfer, wen gibt es denn doch, der die Bush-Cheney-Regierung nicht scharf wegen des Irakkrieges kritisiert? Der Film kommt in meinen Augen Jahre zu spät.

Da hätte McKay auch Trump nehmen können bzw. da wäre man dann bei "Borat 2". Der Politiker, der dort wirklich schockiert und für einen Skandal gesorgt hat, war eben nicht Donald Trump sondern 9/11-Politikerheld Rudy Giuliani, von dem die wenigsten so eine Entgleisung erwartet hätten.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
30.04.2021 12:09 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.290 | Reviews: 158 | Hüte: 485

luhp

Wo du recht hast, hast du recht: wenn Griffith dabei ist, dann MUSS ein Eisenstein definitiv auch rein, und zwar umso nachdrücklicher, danke, wird gleich passieren.

Zu Vice: Ja, ich verstehe woher du kommst, aber ich würde das nicht ganz so eng sehen, denn erstens ist der Film tatsächlich informativ, und das sogar pickepackevoll, dann ist er immer noch ambivalent genug, den Mann als einen Menschen darzustellen und ihn eben nicht zu verteufeln. Trotz allem, was er da getan hat. Und er macht es eben nicht wie ein gewisser Moore, der ja wirklich polemisch daher kommt und sich seine Argumente so legt wie er es haben möchte und das dann als Doku verkauft. Daher ist Moore bei mir auch nicht vertreten, weil ich den Typen irgendwie zu billig empfinde.

Vice ist ganz klar ein Film und damit auch mit künstlerischen Freiheiten einhergehend.

Und letztlich noch zu sagen, dass es ein einfaches Ziel ist, so einen Film zu drehen, ist in meinen Augen ein bißchen zu leicht gedacht. Was der Mann durchgedrückt hat und wie viele Opfer das alles hatte, das ist irgendwie eben kein einfaches Ziel und mal leicht zu übersehen. Dass in keiner Regierung alles Gold ist, und dass Obama auch nicht das Wunderkind war, zu dem er mittlerweile manchernorts stilisiert wird, hat mit diesem Film per se ja auch nichts zu tun.

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
29.04.2021 18:53 Uhr | Editiert am 29.04.2021 - 19:11 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.233 | Reviews: 156 | Hüte: 506

Ui, eine spannende Liste.

Gut, "Vice" würde bei mir nirgendwo auftauchen, erst recht nicht auf Platz 1 und wenn, dann nur in negativiger Hinsicht als Propagandafilm. Da trifft es dann tatsächlich mal zu, wie du es zu "Borat" schriebst, Gehirnwäsche vom Hollywood-Establishment. Zumal "Borat" meisterhaft die US-amerikanische Basis entlarvt, während "Vice" sich denkbar leichte Opfer sucht und die Subversion nicht im Verborgenen geschieht, sondern voll in die Fresse geklatscht wird.

"JFK", ja. Heutzutage würde so ein Film (aus nachvollzehbaren Gründen) wahrscheinlich kein grünes Licht mehr erhalten. Ohne Regisseure und Drehbuchautoren wie Oliver Stone, der hier einen hervorragenden Thriller kredenzt, wäre der Film bzw. so ein Film ohnehin zum Scheitern verurteilt.

"Die Unbestechlichen" kann ich auch sehr empfehlen! Wenn man einen Film über die Watergate-Affäre schaut, dann sollte es wahrscheinlich der sein. Als Enthüllungsjournalismusthriller triumphiert der Film auch deutlich über seine Genrevertreter aus der heutigen Zeit. "Spotlight" oder "Vergiftete Wahrheit", definitiv auch gute Filme sind, aber schon eine Klasse drunter, bei "Die Unbestechlichen" würde ich bei einem Oscar-Gewinn nicht die Stirn runzeln.

Passend zu "Er ist wieder da" als Stellvertreter für frühere Nazi-Propagandafilme, wie es der Zufall will, habe ich gestern im Zuge meiner Weimarer/NS-Phase "Feuertaufe" von 1940 gesehen, einen "Dokumentarfilm" über den Polenfeldzug. Der ist so absurd und grotesk, wenn man nicht wüsste, dass es sich dabei tatsächlich um einen Film handelt, der damals zur Propaganda und Volksindoktrination in den Kinos lief, man würde dauerhaft und lautstark lachen.

Sozialistische Propagandafilme könnte man auch noch nennen. Sergei Eisenstein ist wie D.W. Griffith ja einer der Filmpioniere, mindestens "Panzerkreuzer Potemkin" möchte von ihm unbedingt noch sehen. Ansonsten war ich von "Soy Cuba" ziemlich begeistert, der glücklicherweise von Scorsese und Coppola wiederentdeckt und restauriert wurde.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

MJ-Pat
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DrStrange : : Moviejones-Fan
29.04.2021 13:44 Uhr
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Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 1.698 | Reviews: 13 | Hüte: 47

@MobyDick:

Oh, vielen Dank für die Recherche. Das Eco mit der Verfilmung von "Der Name der Rose" unzufrieden war, habe ich sogar mitbekommen. Das er aber gleiche eine Verfilmungssperre ausgesprochen hat, war mir in der Tat neu.

Der Roman ist definitv irre komplex und als Nachtlektüre komplett ungeeignet. Daher wäre eine Verfilmung mit Sicherheit ein echtes Wagnis. Da wäre Kubrick fürwahr ein Kandidat für den Stoff gewesen, wo ich eine Chance gesehen hätte.

Wenn das Vermächtnis von Eco nun bei den Erben liegt, kann das bekanntlich gut oder schlecht ausfallen. Da kommt mir doch sofort der Erbe von Robert E. Howard wieder in den Kopf geschossen und die mißliche Conan Situation.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
29.04.2021 13:33 Uhr | Editiert am 29.04.2021 - 13:33 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.290 | Reviews: 158 | Hüte: 485

DrStrange:

Nachtrag:

habe es gerade mal nachgelesen, tatsächlich sehr interessant:

1. Eco war sehr unzufrieden mit der Verfilmung seines Romans "Der Name der Rose" (kann ich verstehen!) und hatte im Vorfeld kategorisch schon eine Verfilmung weiterer Bücher seinerseits vertraglich abgelehnt.

2. Kubrick (ausgerechnet!) kam auf ihn zu und fragte dennoch an, ob er das Faucoultsche Pendel verfilmen dürfe und Eco lehnte instinktiv auch diese Frage ab. Später bereute er diese Entscheidung ein bißchen, denn (auch ich finde tatsächlich) Kubrick htte es schaffen können.

Dann ist Kubrick gestorben, dann Eco.

Ob Post Mortem jetzt doch weitere Bücher von Eco verfilmt werden dürfen, ob es da eine gewisse Sperrzeit gibt, ob seine Nachfahren da später was daran ändern können? Keine Ahnung. Zumindest erklärt das warum es dazu bisher keine Verfilmungen gibt.

Aber zB Der Name der Rose erfuhr ja auch schon bereits ein Remake, wobei hier davon auszugehen ist, dass er einfach da im Nachhinein auch kein weiteres Verfilmungsverbot durchdrücken konnte.

Dünyayi Kurtaran Adam
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MobyDick : : Moviejones-Fan
29.04.2021 13:12 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.290 | Reviews: 158 | Hüte: 485

DrStrange

In der Tat, selbst der einleitende Spruch is ja mal genial: Aberlauben bringt Unglück :-)

Ich glaube das Problem ist, dass man das schwer so gallig und doppeldeutig verfilmen könnte, aber interessant wäre es allemal

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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DrStrange : : Moviejones-Fan
29.04.2021 11:48 Uhr
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Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 1.698 | Reviews: 13 | Hüte: 47

@MobyDick:

Deine (gelungene) Liste lässt mich wieder wundern warum noch niemand auf die Idee gekommen ist "Das Foucaultsche Pendel" von Umberto Eco zu verfilmen.

Der Roman ist ja quasi DIE ultimative Verschwörungstheorie schlichtweg. Darin kommt ja so ziemlich alles vor, was sich das Herz eines jeden Aluhutträgers nur wünschen lässt.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
29.04.2021 11:31 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.290 | Reviews: 158 | Hüte: 485

Mal eine etwas andere Auflsitung, hoffe ist so nachvollziehbar :-)

Dünyayi Kurtaran Adam
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