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Logan Lucky

Fluch und Segen

Logan Lucky Kritik

2 Kommentar(e) - 16.08.2017 von Moviejones
Filmkritik

Logan Lucky Bewertung: 3/5

Logan Lucky ist etwas für Kinobesucher, die Wert auf einzelne Momente und Dialoge legen, denen die eigentliche Handlung aber weitestgehend egal ist. Absurdität trifft persönliches Drama, getragen von einer Handvoll begabter Darsteller, die eindeutig Spaß bei der Sache haben. Doch inhaltlich wird wenig geboten, um die Laufzeit von zwei Stunden zu rechtfertigen und alles plausibel und glaubwürdig darzulegen. Wer Steven Soderberghs Filme mag, wird hier auf seine Kosten kommen, aber nichts wirklich Neues entdecken.

Logan Lucky Kritik

Jimmy Logan (Channing Tatum) hat gerade mal wieder seinen Job verloren und das macht sein Leben nicht gerade angenehmer. Sein einarmiger Bruder Clyde (Adam Driver), der seinen Arm im Irak gelassen hat, ist sowieso der Meinung, über den Logans hänge ein Fluch. Zeit, dies zu ändern, und so planen die beiden endlich was für ihr Glück zu tun. Ein Überfall bei einem Nascar-Rennen soll die Lösung aller Probleme sein! Doch den Coup bekommen sie allein niemals geregelt und so holen sie sich Hilfe von Tresorknacker Joe Bang (Daniel Craig). Dumm nur, dass der noch im Knast sitzt...

Eigentlich hatte sich Steven Soderbergh dazu entschlossen, dem Kino den Rücken zuzukehren, aber etwas muss ihm am Drehbuch zu Logan Lucky so gefallen haben, dass er sich dazu entschloss, diesen Film in die Kinos zu bringen. Und bei genauerer Betrachtung ist das Ergebnis auch ein typischer Soderbergh, bei dem er sich selbst treu bleibt und auf bewährte Stilmittel und Darsteller zurückgreift. Wie schon bei den beiden Magic Mike-Filmen setzt Soderbergh auch bei Logan Lucky auf die Unterstützung von Channing Tatum, der hier ungewohnt pummelig zum Mastermind eines Raubzugs wird.

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Gerade die Besetzung und an vielen Stellen gezeigte Absurdität ist es, aus der Logan Lucky seine Faszination zieht. Tatum als vom Pech verfolgter Vater, Adam Driver als einarmiger Barkeeper, der an einen Fluch der Logans glaubt und ein blondiert schräger Daniel Craig, der auf unkonventionelle Art und Weise Tresore knackt. Am meisten Spaß macht Logan Lucky, wenn diese Figuren aufeinander losgelassen werden und miteinander interagieren, da verkommt die eigentliche Handlung immer wieder schnell zur Nebensache.

Somit gibt es großartige Momente und allein der Game of Thrones-Gag ist für jeden Buchleser eigentlich schon Grund genug, ins Kino zu gehen. Doch irgendwie fehlt auch etwas. Logan Lucky besteht aus unzähligen Höhen und ebenso vielen Tiefen, denn so richtig kann sich Soderbergh nicht entscheiden, was er eigentlich für einen Film drehen will. Dafür spricht auch, dass die Macher unfassbar viel Zeit damit verbringen, ihre Figuren authentisch wirken zu lassen und dass jeder im richtigen Dialekt spricht, aber für die eigentliche Handlung weit weniger Energie verwendet wurde. So fühlt sich Logan Lucky wie ein Sportwagen an, bei dem immer wieder für wenige Sekunden aufs Gas gedrückt wird, um den Wagen dann ausrollen zu lassen. Die Spannung steigt und fällt wieder ab, sie steigt und fällt wieder ab, sie steigt und ...

Vor allem zum Ende wird dies deutlich, denn ungeachtet dessen, dass dem Zuschauer nie wirklich plausibel vermittelt wird, woher die Cleverness für den Coup kommt, verliert sich der Film zu sehr in kleinen, wenn auch sehenswerten Episoden. Spätestens dann, wenn der Film eigentlich sein Ende finden müsste und doch eine weitere Episode nebst Hilary Swank als zusätzliche Figur eingeführt wird, ist das einfach zu viel. Hier wird der Bogen zum Titel geschlagen, aber nötig wäre es zu diesem Zeitpunkt nicht gewesen. Grundsätzlich hat Logan Lucky viel mit Auge um Auge von 2014 gemein, es geht weniger um die Handlung als vielmehr eine Momentaufnahme von Figuren und einer Region, wobei es 2017 weit weniger gelingt, das Gefühl einer ganzen Gegend einzufangen.

Als Kontrapunkt zu den ganzen Blockbustern in diesem Jahr ist Logan Lucky eine Option, aber Soderbergh gelingt nicht die richtige Balance. Für eine Komödie zu wenig Witz, für ein Drama zu wenig Drama und für einen Heist-Film wird dem Zuschauer zu wenig über die Hintergründe des Coups verraten. So richtet sich Logan Lucky besonders an Zuschauer, die an The Nice Guys im vergangenen Jahr ihre Freude hatten. Man kann Spaß daran haben, den gut gewählten Darstellern bei der Arbeit zuzusehen und sich an diversen Dialogen erfreuen. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dafür so manche Länge ausgehalten werden muss.



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Logan Lucky Bewertung
Bewertung des Films
610
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2 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
jerichocane
Advocatus Diaboli
Geschlecht | 10.09.2017 | 10:55 Uhr10.09.2017 | Kontakt
Jonesi

Da ich "The Nice Guys " klasse fand, wird "Logan Lucky" auch auf meine Watchlist gepackt.

Der Großteil von Soderberghs Filmen gefallern mir eigentlich und der TRailer von diesem hier hat mir auch auf Anhieb gefallen.

MisfitsFilms
Marki Mork
Geschlecht | 17.08.2017 | 00:28 Uhr17.08.2017 | Kontakt
Jonesi

Dann vielleicht doch lieber ein viertes Mal die Serie "JUSTIFIED" ?

Auf der öffentlichen Toilette hört Dich niemand schreien ....