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Once Upon a Time in Hollywood (2019)

Moviejones | 19.10.2019

Hier dreht sich alles um den Film Once Upon a Time in Hollywood (2019). Tausch dich mit anderen Filmfans aus.

Was denkst du?
65 Kommentare
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eli4s : : Moviejones-Fan
15.09.2019 13:39 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.054 | Reviews: 33 | Hüte: 51

@luph92

da stimme ich dir ja schon zu, wobei ich denke, dass diese Motive ziemlich untergehen, da Tarantino den Mansons in seinem Film kaum Zeit einräumt, was auch an sich keine schlechte Idee ist. Aber dann muss er meiner Meinung nach eben ein anderes Ende liefern. Da die wenigen Andeutungen für mich nicht ausreichten, um diesem Ende, insbesondere in dieser Weise, groß Bedeutung zu geben.
Mal anders betrachtet: wenn jemand die Geschichte um Manson nicht kennt, wären dass einfach nur drei beliebige Einbrecher mit nem Sprung in der Schüssel gewesen, die eigentlich mit der gesamten Handlung nichts zu tun hatten.

Und trotz allem kann man das immer noch nicht so lächerlich darstellen.

was @silencio nämlich übersieht:

ja, auch die Nazis, der Klan werden in Basterds & Django lächerlich gemacht. Trotzdem gibt es in beiden Filmen Sequenzen, die die hinterliegenden Themen ernst nehmen und die Brutalität auch zeigen. Hier spricht Tarantino ja auch im Hinblick auf die Gewalt von zwei verschiedenen Darstellungen in seinen Filmen. Einmal die "kathartische" Gewalt am Ende, wenn Django aufräumt. Und einmal die ungeschönte Gewalt zum Beispiel gegen die Sklaven. Da wechselt er dann auch entsprechend dem gewünschten Gefühlszustand des Zuschauers von einer zur anderen. In Once upon a time... kommt die ernste Seite eigentlich nicht vor.

Darüberhinaus, was ich noch wichtiger finde:

In Basterds zB. werden die Nazis lächerlich gemacht. Die Rache, personifiziert durch Shoshanna, letztlich durch das Kino usw., ist aber alles andere als lächerlich, sondern ein Triumph über die Geschichte. Hier ist es absolut ein Payoff, in vielerlei Hinsicht. Nicht nur persönlich für Shoshanna, auch eben der Sieg über das NaziRegime, der Sieg des Kinos etc.

In Once upon a time werden am Ende beide Parteien lächerlich gemacht. Leo sowieso durch den ganze Film, als abgewrackter, überheblicher "Star". Der unzurechnungsfähige Cliff, der kaum weiß, wie ihm geschieht und ohnehin nur zufällig da ist.

(Nebenbei erinnert er sich ja doch dunkel an Tex. Wobei das ja gerade mein Punkt ist. Die sind für ihn niemand. Er hat mit den Typen gar nichts zu schaffen. Deshalb ja der fehlende "Payoff")

@MB80

naja, er bricht ja die Erwartungshaltung schon damit, dass die Mansons eben an Cliff geraten und ordentlich eins drauf kriegen. Das kann er auch tun, und meiner Meinung nach effektiver, wenn er es ernst ankündigt und spielt. Nämlich wenn er uns bis zuletzt in der Erwartung hält, dass etwas schlimmes passieren wird. Den Eindruck vermittelt der Film aber zu keinem Zeitpunkt und insbesondere das Ende ist dafür viel zu flappsig.

@Luhp92 nochmal zu den Setpieces

ich dachte jetzt eher an ein narratives Setpiece, ein in sich geschlossene Szene/Sequenz, die für sich selbst steht. Zb: Die Burger Szene, Goldene Uhr, oder die Überdosis in Pulp Fiction, die erste Szene in Basterds oder die in der Bar. Oder die Geschichte vom alten Ben in Django, um mal nur bei Tarantino zu bleiben.
Bei Once upon... sind mir wenig Szenen in der Art im Gedächtnis geblieben.

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Silencio : : Moviejones-Fan
15.09.2019 14:48 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.659 | Reviews: 47 | Hüte: 167

eli4s:

Aber die Ernsthaftigkeit hat der Film doch auch, spätestens mit seinem bittersüßen Ende, von dem wir ganz genau wissen, dass es das nur im Kino geben kann. Da unterschlägst du ja eine Partei, die auch immer mit Empathie behandelt und voller Würde gezeigt wird: nämlich Sharon Tate.

Wie gesagt: dass da kein Pay Off ist, ist genau der Punkt, der da ausgedrückt werden soll. Die Tragödie ist doch, dass es die Tate und ihre Freunde erwischt hat, weil sie halt zufällig das falsche Haus gemietet (oder gekauft, ich weiß es nicht mehr) haben. Darauf geht der Film ein: es besteht schlichtweg kein Zusammenhang zwischen irgendwas, was die Figuren im Film getan haben und das es gerade sie trifft. Da wird dann ein bisschen mit der Schicksalhaftigkeit der Sache gespielt, obwohl genau das dann aufgelöst wird. Eine Einstellung auf das Straßenschild des Ciello Dr. hat ja genau die Funktion: wir, die den Fall kennen, können das ja fast nur als schlechtes Omen verstehen - für sich genommen ist die Einstellung aber dann auch noch vollkommen bedeutungslos, wenn wir eben nicht wissen, warum sie was bedeuten soll. Ähnlich ist es dann mit den Ereignissen, die ultimativ zum Ende führen. Da wird dann ganz ähnlich einer True Crime-Doku jeder Schritt der vermeintlichen Opfer inklusive Zeitangaben nachgezeichnet, aber letztendlich hat auch das nichts mit dem Ende zu tun.

Was du auch ansprichst: Tarantino wechselt zwischen den gewünschten Gewalt-Modi hin und her, um die gewünschten Gefühle beim Zuschauer zu erzeugen. Was ist denn, wenn er bei "Once Upon A Time in Hollywood" genau diesen Wechsel nicht inszeniert (wobei ich da zumindest zum Teil widersprechen würde), gerade WEIL er will, dass wir in Bezug auf die Manson Family eine gewisse Haltung einnehmen?

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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eli4s : : Moviejones-Fan
15.09.2019 16:38 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.054 | Reviews: 33 | Hüte: 51

@Silencio

Aber die Ernsthaftigkeit hat der Film doch auch, spätestens mit seinem bittersüßen Ende, von dem wir ganz genau wissen, dass es das nur im Kino geben kann. Da unterschlägst du ja eine Partei, die auch immer mit Empathie behandelt und voller Würde gezeigt wird: nämlich Sharon Tate.

da hast du Recht. Da stimme ich dir aber auch zu. Diese Szene danach/die eigentlich letzte Szene des Films funktionierte für mich auch wieder. Hätte aber mit etwas mehr Ernsthaftigkeit vorher meiner Meinung nach noch besser funktioniert.
Mir geht es ausschließlich um die Szene mit Brad Pitt und den drei Mansonanhänger*innen.

Wie gesagt: dass da kein Pay Off ist, ist genau der Punkt, der da ausgedrückt werden soll. Die Tragödie ist doch, [...]


Ja, aber von Tragödie ist hier ja keine Spur mehr zu sehen. Das ist ja genau, was ich vermisse. Dass Tarantino es verpasst, das nochmal emotional klar zu machen. Und dann eben mit aller Kraft zurückschlägt.

Sondern dass er - für mich - eine Inszenierung wählt, die aufgrund ihrer Tonalität keine emotionale Bindung gewährt, keine Spannung. Kein wirklicher Zusammenhang zwischen den Figuren besteht, dies nicht richtig aufgebaut wurde (anders als bei Django oder Basterds). Und entsprechend auch kein "Relief", keine "Katharsis" da ist, weil mir die Szene einfach zu flappsig und komödiantisch inszeniert war.
Dieses schlechte Omen von dem du sprichst, genau das sollte er doch nutzen, um jetzt nochmal die Ernsthaftigkeit, den Ernst der Lage zu verdeutlichen.

Du hast recht, dass eine Tragik in der Zusammenhangslosigkeit und der Zufälligkeit der Opfer liegt, dass habe ich glaube ich auch nicht gemeint, als ich von Beiläufigkeit sprach. Sondern eher im dramatischen Sinn, was primär mit dem Tonfall der Szene zu tun hat.

Wenn der Film zweieinhalb Stunden schlendert und in Nostalgie schwelgt, hätte ich mir gewünscht und es dramaturgisch sinnvoll erachtet, am Ende uns nochmal kurz an die Ernsthaftigkeit zu erinnern, dass da etwas zu kippen droht. Kurz nochmal einen Schlag in die Magengrube, bevor er alles zum Positiven auflöst. Aber das passiert eben nicht. Er inszeniert es so, dass ich es jedenfalls nicht ernst nehmen konnte.
Ich finde auch, dass das was du sagst das gar nicht ausschließt, ganz im Gegenteil. Wir sind glaube ich gar nicht sooo weit voneinander entfernt, ziehen aber einen anderen Schluss.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
15.09.2019 18:14 Uhr | Editiert am 15.09.2019 - 18:15 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.885 | Reviews: 176 | Hüte: 391

@eli4s
"Mal anders betrachtet: wenn jemand die Geschichte um Manson nicht kennt, wären dass einfach nur drei beliebige Einbrecher mit nem Sprung in der Schüssel gewesen, die eigentlich mit der gesamten Handlung nichts zu tun hatten."

Mein Bruder kannte vor dem Film weder Charles Manson noch Sharon Tate. Für ihn war nur unverständlich, warum Sharon Tate so wichtig in dem Film ist, alles bezüglich der Manson-Kommune geht jedoch aus dem Film hervor. Die drei Einbrecher haben schließlich mit der normalen Handlung etwas zu tun, Cliff kennt sie ja von der Ranch und da ist Tex bereits der Mann in charge, solange Manson abwesend ist.

Ungeschönte Gewalt durch die Manson-Kommune fehlt, das stimmt.

Über Rick und Cliff macht sicht Tarantino gelegentlich lustig, aber er stellt sie nie lächerlich dar. Viel mehr zeichnet er doch ein detailliertes und vielschichtiges Portrait eines Altschauspielers und eines Stuntmans, über ihre Arbeit, über ihren Werdegang, über den Wettstreit mit Konkurrenten, über das Bild in der Öffentlichkeit usw.

Zu den narrativen Setpieces, da gibt es meiner Meinung nach schon Einige:

  • insbesondere Cliff auf der Spahn-Ranch
  • für mich eben auch das Finale im Haus von Rick
  • Rick und das Mädchen
    erweitert das Duell mit dem jüngeren, beliebten Schauspieler (Timothy Olyphant)
  • Cliff und Pussycat von der Manson-Kommune, die er ständig in der Stadt trifft
  • Sharon Tate im Kino

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MrBond : : Imperialer Agent
26.09.2019 11:25 Uhr | Editiert am 26.09.2019 - 11:26 Uhr
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Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 3.066 | Reviews: 20 | Hüte: 433

Ein Film, der bei mir in der Nachlese reifte...

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Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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