Am 1. Mai 2026 startet Farm der Tiere in den USA im Kino. In Deutschland gibt es bislang keinen Termin und es ist fraglich, ob sich daran noch etwas ändert. Gleichzeitig blicken Englisch-, Deutsch- und Geschichts-Lehrkräfte (seit 2012) durchaus gespannt darauf, wann die neue Verfilmung hierzulande verfügbar sein wird.
Die neue Animationsversion von George Orwells Farm der Tiere, inszeniert von Andy Serkis und geschrieben von Nicholas Stoller, erzählt die bekannte Geschichte in zugänglicherer Form: Nachdem die Tiere einer heruntergewirtschafteten Farm ihrer Schlachtung entkommen, übernehmen sie selbst die Kontrolle. Unter Snowballs Führung entsteht zunächst eine gerechte Ordnung, doch der machthungrige Napoleon unterläuft die Ideale. Im Zentrum steht das junge Ferkel Lucky, das zwischen beiden Lagern schwankt.
Der Voicecast ist hochwertig und ambitioniert besetzt: Seth Rogen, Gaten Matarazzo, Steve Buscemi, Glenn Close, Laverne Cox, Kieran Culkin, Woody Harrelson, Jim Parsons, Andy Serkis, Kathleen Turner und Iman Vellani. Das ist eine starke Besetzung.
Die Vorlage gilt für viele als Schulklassiker und als prägnante Anspielung auf die Russische Revolution und die Dynamik totalitärer Systeme. Gerade deshalb fällt auf, wie stark die neue Version den Ton verschiebt. Statt politischer Schärfe setzt der Film auf Humor, Vereinfachung und zusätzliche Figuren. Laut The Hollywood Reporter verliert die Geschichte dadurch an Tiefgründigkeit.
Hinzukommt wohl, dass es typischen Seth Rogen Humor geben soll (der im Original das Schwein Napoleon spricht). Dazu hat sich online bereits ein spöttischer Diskurs auf YouTube entwickelt. Kommentare reichen von „There’s nothing more Orwellian than rewriting Orwell“ bis hin zu ironischen Spitzen über „George Orwell’s iconic fart jokes“ oder die Vorstellung, der Autor würde sich im Grab umdrehen.
Genau diese Problematik könnte auch erklären, warum ein deutscher Kinostart bisher ausbleibt. Für ein erwachsenes Publikum wirkt die Adaption zu flach, für ein junges möglicherweise zu uninteressant. Eine Veröffentlichung im Streaming erscheint derzeit plausibler als eine breite Kinoauswertung in Deutschland.
Gleichzeitig liegt darin für Lehrkräfte, die den Inhalt gerne weitervermitteln möchten eine gewisse Chance: Gerade weil der Film den Stoff vereinfacht und zugänglicher macht, könnte er – trotz aller Kritik – einen neuen Einstieg bieten. Für den Unterricht wäre das zumindest ein niedrigschwelliger Zugang, um Orwells Themen wieder ins Gespräch zu bringen.
