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Die Oscar-Gewinner 2019

Oscars 2019: Alle Gewinner & Verlierer der 91. Academy Awards!

Oscars 2019: Alle Gewinner & Verlierer der 91. Academy Awards!
39 Kommentare - Mo, 25.02.2019 von Moviejones
Das waren sie, die 91. Academy Awards und wer sich nicht wie wir die Nacht um die Ohren geschlagen hat, erfährt alles zu den Gewinnern bei uns.
Oscars 2019: Alle Gewinner & Verlierer der 91. Academy Awards!

Die Oscars 2019 sind Geschichte und mit ihnen das ganze Hickhack im Vorfeld. Dieses Mal ohne Host und deutlich kürzer, man musste nur bis 5:20 Uhr durchhalten.

Bohemian Rhapsody gewann ganze 4 von 5 Oscars mit Rami Malek als Bester Hauptdarsteller, ROMA nahm 3 von 10 mit nach Hause, darunter als Bester fremdsprachiger Film, und Gottseidank schnappte Green Book - Eine besondere Freundschaft Black Panther den Oscar für den Besten Film weg: Letzterer gewann 3 Oscars in guten Kategorien, hatte aber nicht genug Gewicht, um dort oben wirklich eine Rolle zu spielen. Besonders erfreulich auch für Mahershala Ali, der als Bester Nebendarsteller brillierte.

Alles in allem eine recht abwechslungsreiche Vergabe mit gut verteilten Oscars, wenn natürlich auch wie immer Diskussionspotential besteht (die arme Glenn Close...sieben Nominierungen seit 1983 und nix). Zudem schwächelten viele Favoriten (darunter The Favourite - Intrigen und Irrsinn), dennoch spürte man von vorne bis hinten, dass die Academy wirklich Änderungen sucht, auch wenn das Ganze ruhig noch etwas peppiger über die Bühne gehen könnte.

Aber wir wollen euch nicht länger auf die Folter spannen und zu sehr ins Detail gehen, hier sind die Gewinner der letzten Nacht (fett) - die ihr auch alle in unserem Oscar-Archiv findet!

Bester Film

  • Black Panther
  • BlacKkKlansman
  • Bohemian Rhapsody
  • The Favourite
  • Green Book
  • ROMA
  • A Star Is Born
  • Vice

Beste Regie

  • Spike Lee - BlacKkKlansman
  • Pawel Pawlikowski - Cold War
  • Yorgos Lanthimos - The Favourite
  • Alfonso Cuarón - ROMA
  • Adam McKay - Vice

Bester Hauptdarsteller

  • Christian Bale - Vice
  • Bradley Cooper - A Star Is Born
  • Willem Dafoe - At Eternitys Gate
  • Rami Malek - Bohemian Rhapsody
  • Viggo Mortensen - Green Book

Beste Hauptdarstellerin

  • Yalitza Aparicio - ROMA
  • Glenn Close - Die Frau des Nobelpreisträgers
  • Olivia Colman - The Favourite
  • Lady Gaga - A Star Is Born
  • Melissa McCarthy - Can You Ever Forgive Me?

Bester Nebendarsteller

  • Mahershala Ali - Green Book
  • Adam Driver - BlacKkKlansman
  • Sam Elliott - A Star Is Born
  • Richard E. Grant - Can You Ever Forgive Me?
  • Sam Rockwell - Vice

Beste Nebendarstellerin

  • Emma Stone - The Favourite
  • Rachel Weisz - The Favourite
  • Amy Adams - Vice
  • Regina King - Beale Street
  • Marina de Tavira - ROMA

Bestes Originaldrehbuch

  • The Favourite
  • First Reformed
  • Green Book
  • ROMA
  • Vice

Bestes adaptiertes Drehbuch

  • The Ballad of Buster Scruggs
  • BlacKkKlansman
  • Can You Ever Forgive Me?
  • Beale Street
  • A Star Is Born

Beste Spezialeffekte

  • Avengers - Infinity War
  • Christopher Robin
  • Aufbruch zum Mond
  • Ready Player One
  • Solo - A Star Wars Story

Beste Filmmusik

  • Black Panther
  • BlacKkKlansman
  • Beale Street
  • Isle of Dogs
  • Mary Poppins Rückkehr

Bester Filmsong

  • "All the Stars" - Black Panther
  • "I’ll Fight" - RGB
  • "The Place Where Lost Things Go" - Mary Poppins Rückkehr
  • "Shallow" - A Star Is Born"
  • "When a Cowboy Trades His Spurs for Wings" - The Ballad of Buster Scruggs

Bester Ton

  • A Star Is Born
  • Bohemian Rhapsody
  • Aufbruch zum Mond
  • ROMA
  • Black Panther

Bester Tonschnitt

  • Black Panther
  • Bohemian Rhapsody
  • Aufbruch zum Mond
  • A Quiet Place
  • ROMA

Bestes Szenenbild

  • Black Panther
  • The Favourite
  • Aufbruch zum Mond
  • Mary Poppins Rückkehr
  • ROMA

Bestes Kostümdesign

  • The Ballad of Buster Scruggs
  • Black Panther
  • The Favourite
  • Mary Poppins Rückkehr
  • Maria Stuart, Königin von Schottland

Beste Maske

  • Border
  • Maria Stuart, Königin von Schottland
  • Vice

Beste Kamera

  • Cold War
  • The Favourite
  • Werk ohne Autor
  • ROMA
  • A Star Is Born

Bester Schnitt

  • BlacKkKlansman
  • Bohemian Rhapsody
  • The Favourite
  • Green Book
  • Vice

Bester Animationsfilm

  • Die Unglaublichen 2
  • Isle of Dogs
  • Mirai
  • Chaos im Netz
  • Spider-Man - A New Universe

Bester fremdsprachiger Film

  • Capernaum
  • Cold War
  • Werk ohne Autor
  • ROMA
  • Shoplifters

Bester Kurzfilm

  • Detainment
  • Fauve
  • Marguerite
  • Mother
  • Skin

Bester animierter Kurzfilm

  • Animal Behaviour
  • Bao
  • Late Afternoon
  • One Small Step
  • Bird Karma

Bester Dokumentarfilm

  • Free Solo
  • Hale County This Morning, This Evening
  • Minding the Gap
  • Of Fathers and Sons
  • RGB

Bester Dokumentar-Kurzfilm

  • Black Sheep
  • End Game
  • Lifeboat
  • A Night at the Garden
  • Period. End of Sentence.
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39 Kommentare
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Petra82 : : Schneefeger
26.02.2019 21:27 Uhr
0
Dabei seit: 07.10.08 | Posts: 1.959 | Reviews: 15 | Hüte: 70

@Silencio:

Du hast meine Frage nicht beantwortet, ob du den Film gesehen hast. Korrigiere mich gerne, aber ich habe eher den Eindruck, dass du eine Meinung aufgrund von Lesen/Hörensagen entwickelt hast und das macht einen Unterschied in der Diskussion.

Ob sie sich im echten Leben so angenähert haben, ist erst mal zweitrangig."

Nö, ist es nicht, wenn ich dem Film Geschichtsverfälschung vorwerfe. Du sagst ja selber, dass der Film das so darstellt, als müsse es diese Beziehung so geben - die es aber nicht so gegeben hat.

Seit wann geben solche Filme alles 100% korrekt wieder? Nur ein weiteres aktuelles Beispiel wäre Bohemian Rhapsody. Hat mich auch teilweise geärgert - aber so sehr, dass ich diese Unstimmigkeiten über sein Wesen stelle? Seinen Anspruch, eine spannende Lebensgeschichte unterhaltsam aufzubereiten? Nein.

Aber: Ich kann beileibe sehr gut verstehen, wenn sich die Familie und Freunde über gravierende Unstimmigkeiten aufregen. Nur, ich kann hier eine Trennung vollziehen.

Wenn du den Film kennst und ihn wirklich aus den genannten Gründen ablehnst, weil du Realitätsbezug bevorzugst und eine andere Herangehensweise (ohne weißen "Retter"), ist das legitim. Aber schlussendlich ist es eine sehr persönliche Haltung von uns beiden und was du als "verzerrtes Gesellschaftsbild" beschreibst, beschreibe ich als gelungene Geschichte über eines der größten Probleme unserer Gesellschaft.

Warum bin ich nicht aus Stein wie du...?

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Musashi : : Moviejones-Fan
26.02.2019 15:35 Uhr | Editiert am 26.02.2019 - 15:38 Uhr
0
Dabei seit: 27.01.14 | Posts: 839 | Reviews: 0 | Hüte: 29

@Silencio

Man kann in den Film nur "reininterpretieren", was da auch passiert.

Man kann in Filme alles reininterpretieren was man will. So wie die Chinesen in ihrem "Wandering Earth" eine kulturelle Überlegenheit gegenüber dem Westen sehen (verglichen mit Interstellar), kann man auch in Green Book alles mögliche reininterpretieren, obs stimmt sei mal dahingestellt. Oder wie sagt man so schön über die Hermeneutik: Die Kunst, Dinge in Texten zu lesen, die nicht drinstehen.

Hat nur blöderweise nichts mit dem Inhalt der Filme zu tun. Ich mein, "BlackKklansman" ist sogar einer weißen Frau gewidmet...

Hat sehr wohl etwas mit dem Inhalt der Filme zu tun, weil sich das Gesehene einprägen soll und Reparationsforderungen haben in den letzten Jahren eher zu- als abgenommen (Harris und Warren hab ich nur aufgrund des aktuellen Bezugs dazu erwähnt). Ich sag nicht, dass ich diese Ansichtsweise teile, dass die Filme nur dafür gemacht sind (ich halte solche Filme auch für wichtig), aber ich hab mal auf Youtube ne Diskussion über Reparationsforderungen gesehen, in der die Pro-Seite tatsächlich mehrmals sich auf Amistad bezogen hat, da hatte der Inhalt des Films also schon ne prägende Wirkung. Ich kann auch net erkennen, was das mit der Widmung eines Films zu tun hat. Der „faschistische“ Snyder könnte seine Filme Karl Marx und Friedrich Engels widmen, würd an der Botschaft des Films aber nix ändern.

Da sind sich ja konservative und progressive Kritiker doch sogar einig, den einen reicht das nur, den anderen nicht... & aber immer und immer wieder die gleiche Narrative vom weißen Retter ist nunmal verkorkst, politisch opportun... und verlogen

Ich hoffe ich lehn mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster, aber hier spricht dann auch nur deine politische Überzeugung, dass es eben nicht reicht bzw du nennst es ja sogar verlogen, daraus resultiert ja dein Unmut über den Film. Deshalb empfinden die Chinesen ihren Film überlegen, deshalb hat MobyDick moralisch an so vielen Filmen was auszusetzen, deshalb sehen Feminsten überall das Patriarchat und Mansplaining etc etc. Und nochmals, ja, man kann dann auch mal Dinge sehen, die vielleicht so gar nicht vorkommen, wenn man denn nur will. Das kann man auch ausblenden , je nachdem wie stark der Narrativ ist. Ich hab mit Green Book in allererster Linie einen Film gesehen, der mich sehr gut unterhalten hat, und mein allererster Post in diesem Thread war ja darauf gerichtet, dass ich die moralische Kritik an der Auszeichnung nicht nachvollziehen kann, denn es sollte in erster Linie um den Film gehen, vielleicht bin aber auch nur altmodisch, wenn ich versuche die Oscars als unpolitisch zu sehen.

Sorry, dass das manchen sauer aufstoßen könnte, wenn gleichzeitig Nazis in Menschenmengen rasen, leuchtet doch ein.

Auch hier sehen wir wieder einen politischen Narrativ, denn die Einen fokusieren sich darauf, wenn ein weißer Rassist mit nem Auto in ne Menschenmenge fährt, während der andere Narrativ sich darauf fokusiert, wenn ein Moslem mit nem Auto in ne Menschenmenge rast. Und beide reden nur ungern über die Verbrechen der jeweils anderen Seite. In diesem Fall auch, was bereits trotz allem Mist der passiert erreicht wurde, gerade verglichen mit den 1960ern. Vielleicht überraschst du mich ja mal und redest so über das Andere, wie du über die Gewalt von Rassisten redest und eben nicht nur einem davon. Sieht man auch schön bei Black Lives Matter, man fokusiert sich auf Polizeimorde an Schwarzen (die definitiv auch ein Problem sind) und will gleichzeitig nicht einsehen, dass die Wahrscheinlichkeit von nem anderen afroamerikanischen Mann getötet zu werden, viel viel höher ist. Geholfen ist damit am Ende niemand. (Wahrscheinlich krieg ich für die Aussage den Shitstorm des Jahres)

In der Hitze der Nacht" geht ungefähr zwölfmal differenzierter an das Thema heran, erzählt seine Geschichte aus der Perspektive des schwarzen Mannes, stellt diesen auch noch als selbstständigen Helden seiner Geschichte dar

Das macht Green Book aber in meinen Augen nicht schlechter, als Film sowieso nicht, aber auch nicht was die politische Botschaft betrifft, denn die ist gleich. Mag ja sein, dass ein Mancher, mit Sidney Potier besser mitfiebert, aber die Botschaft ist die Gleiche, und jetzt nur aufgrund dieser Verschiedenheiten den einen als ok zu bezeichnen, aber den anderen sehr zu empfehlen, erschließt sich mir nun mal nicht. Aber vielleicht kann Moby ja mehr dazu sagen.

Das Höchste was eine Frau im Leben erreichen kann ist eine gute Hausfrau und Mutter zu sein

Chen Zhili, former President of the All-China Women’s Federation

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Silencio : : Moviejones-Fan
26.02.2019 14:05 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.798 | Reviews: 48 | Hüte: 195

Musashi:

Die Oscars als politische Veranstaltung ist spätestens seit den 70ern nichts neues.

Petra:

"Darin liegt doch der ganze krasse Effekt, dass es diesen Mist tatsächlich geben musste, weil andere Weiße so rassistisch waren.

Ob sie sich im echten Leben so angenähert haben, ist erst mal zweitrangig."

Nö, ist es nicht, wenn ich dem Film Geschichtsverfälschung vorwerfe. Du sagst ja selber, dass der Film das so darstellt, als müsse es diese Beziehung so geben - die es aber nicht so gegeben hat.

" Ich finde es dennoch diskussionswürdig, dass diesem Film direkt vorgeworfen wird, dass hier "ein Weißer mal wieder rettet" und nicht in den Mittelpunkt gerück wird, dass es neben diesen Hardcore-Rassisten, die dieses Buch erst nötig machten, auch andere gibt, die Fehler machen, reflektieren und erkennen, dass Schwarze gleichberechtigt sind."

Es ist GENAU diese Narrative, die da angegriffen wird. "Echte" Rassisten, das sind die anderen und wir alle können eine bessere Gesellschaft haben, wenn wir nur nett zueinander sind. Da wird dann eine "wahre" Geschichte zusammengelogen, damit man sich auf die Schulter klopfen kann, weil man ja schon so weit gekommen sei - und ignoriert damit schön, was heute noch immer argen liegt. Sorry, dass das manchen sauer aufstoßen könnte, wenn gleichzeitig Nazis in Menschenmengen rasen, leuchtet doch ein.

Warum es diskussionswürdig sein sollte, dass man dem Film das vorwirft, könntest du mir übrigens gerne erklären. Der Inhalt des Films ist diskussionswürdig, nicht seine Rezeption. Entkräftige den Vorwurf doch einfach.

Musashi:

"Je nachdem welchen politischen Standpunkt man vetritt, kann man unterschiedliche Dinge in solche Filme reininterpretieren. "

Man kann in den Film nur "reininterpretieren", was da auch passiert. Wenn ich behaupte, der wäre voll toll, weil da alle zusammenhalten und so den Rassismus besiegen, sage ich das gleiche, ich geb ihm nur einen positiven Spin.

"Gibt Leute die behaupten, Filme wie 12 years a slave oder auch Blackkklansman dienen nur dazu, Schuldgefühle zu erzeugen um so einen Boden für Wiedergutmachungsforderungen zu haben (einige gehen soweit und sehen in den Forderungen von Kamala Harris und Elizabeth Warren eine Art von Reparationen)."

Hat nur blöderweise nichts mit dem Inhalt der Filme zu tun. Ich mein, "BlackKklansman" ist sogar einer weißen Frau gewidmet...

Was die Harris und die Warren damit zu tun haben, erschließt sich mir auch nichts so ganz.

"Das ist in meinen Augen genauso bescheuert, wie die Kritiken zu Green Book, die behaupten, der Film versuche die weiße Bevölkerung nun als Retter von Rassismus darzustellen und suggeriere damit, dass alles tutti sei."

Das darfst du meinetwegen für bescheuert halten, was das weiße, liberale Hollywood für eine Tradition hat, mit dem Thema umzugehen, ist aber nichts neues. Dass man gerne in der Gegenwart Geschichten erzählt, die "beweisen" sollen, wie weit man eigentlich bereits gekommen sei, darf man ja eigentlich als gegeben festhalten. Da sind sich ja konservative und progressive Kritiker doch sogar einig, den einen reicht das nur, den anderen nicht...

"Gilt das dann auch für die gleichen Narrative vom bösen weißen Rassisten, die es natürlich gibt, keine Frage, aber genauso gibt es auch die, die gegen Rassismus aufstehen und damit Zeichen setzen. Hast du das gleiche Problem dann auch mit Filmen wie Mississippi Burning?"

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung mehr, wie sehr "Mississippi Burning" die reale Geschichte verfälschen muss. Ich lege an einen Film, der dreißig Jahre alt ist, aber auch nicht ganz den gleichen Standard an. Das ist im Grunde aber auch egal, denn das würde "Green Book" ja heute auch nicht besser machen.

"Ist In der Hitze der Nacht nur deshalb besser, weil er sich mit einer ernsten Herangehensweise dem Thema widmet?"

Ich kann da jetzt nicht für Moby antworten, aber "In der Hitze der Nacht" geht ungefähr zwölfmal differenzierter an das Thema heran, erzählt seine Geschichte aus der Perspektive des schwarzen Mannes, stellt diesen auch noch als selbstständigen Helden seiner Geschichte dar (was, wenn man mal ein bisschen in die Bürgerrechtsbewegung guckt, wohl näher an der Wahrheit ist) und hat auch noch ein Ende, bei dem der Rassismus nicht wirklich besiegt ist.

Ich lass einfach mal den Link zu "I am not your Negro", den man ganz legal bei der Bundeszentrale für politische Bildung sehen kann, hier...

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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Musashi : : Moviejones-Fan
26.02.2019 02:42 Uhr | Editiert am 26.02.2019 - 03:55 Uhr
0
Dabei seit: 27.01.14 | Posts: 839 | Reviews: 0 | Hüte: 29

@Silencio

wieder ein Film in der langen Reihe von Filmen, in denen die Probleme der schwarzen Bevölkerung von weißen gelöst werden. Sich damit im Nachhinein die "Lösung" des Rassismus auf die Fahne zu schreiben, ist doch so alt wie sonst was

Je nachdem welchen politischen Standpunkt man vetritt, kann man unterschiedliche Dinge in solche Filme reininterpretieren. Gibt Leute die behaupten, Filme wie 12 years a slave oder auch Blackkklansman dienen nur dazu, Schuldgefühle zu erzeugen um so einen Boden für Wiedergutmachungsforderungen zu haben (einige gehen soweit und sehen in den Forderungen von Kamala Harris und Elizabeth Warren eine Art von Reparationen). Das ist in meinen Augen genauso bescheuert, wie die Kritiken zu Green Book, die behaupten, der Film versuche die weiße Bevölkerung nun als Retter von Rassismus darzustellen und suggeriere damit, dass alles tutti sei.

Was wäre denn die optimale bzw moralisch beste Lösung um mit solchen Themen in Filmen umzugehen? Bestimmt nicht alle einfach als Trump-wählende Rassisten darzustellen.

aber immer und immer wieder die gleiche Narrative vom weißen Retter ist nunmal verkorkst, politisch opportunund verlogen

Gilt das dann auch für die gleichen Narrative vom bösen weißen Rassisten, die es natürlich gibt, keine Frage, aber genauso gibt es auch die, die gegen Rassismus aufstehen und damit Zeichen setzen. Hast du das gleiche Problem dann auch mit Filmen wie Mississippi Burning?

@Moby

Ist In der Hitze der Nacht nur deshalb besser, weil er sich mit einer ernsten Herangehensweise dem Thema widmet?

Nachtrag:

https://www.youtube.com/watch?v=eFIBwI6YrQQ

Ein Video, in dem Spike Lee nach seiner Meinung über Green Books Auszeichnung gefragt wird^^

Das Höchste was eine Frau im Leben erreichen kann ist eine gute Hausfrau und Mutter zu sein

Chen Zhili, former President of the All-China Women’s Federation

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
26.02.2019 01:05 Uhr | Editiert am 26.02.2019 - 01:07 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.432 | Reviews: 182 | Hüte: 428

@Musashi
Keine Ahnung, wer es zuerst veröffentlichte, aber diverse Zeitungen berichten über Spike Lee und den Oscar für den Besten Film für "Green Book":

"[...] “I’m snakebit. Every time someone’s driving somebody, I lose,” he later told reporters backstage, in reference to his breakout film, “Do the Right Thing,” losing the Oscar for Best Screenplay to “Driving Miss Daisy” in 1990. “I thought I was court side at the Garden and the refs made a bad call.” [...]"

https://variety.com/2019/film/news/spike-lee-oscars-green-book-1203148178/


@Silencio

"wenn da so pseudoliberaler Konsensquatsch gewinnt, bei dem sich die Academy-Wähler voll progressiv fühlen können, während das eigentlich niemandem weh tut. Hätten "Vice" oder "Roma" gewonnen, wäre der wahrscheinlich auch nicht so stinkig gewesen..."

Bei vielem, was ich über "Vice" gelesen habe, erwarte ich da allerdings auch nicht mehr als eine selbstbeweihräuchernde und überhebliche Satire, bei der man sich als Zuschauer wohlig auf der richtigen Seite wähnen kann.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Petra82 : : Schneefeger
25.02.2019 19:17 Uhr
0
Dabei seit: 07.10.08 | Posts: 1.959 | Reviews: 15 | Hüte: 70

@Silencio:

Hast du Green Book gesehen?

Für mich wird hier zu überhöht formuliert, von einem weißen "Retter". Mortensen spielt einen Fahrer, der auch zugleich engagiert wurde, um seinen Klienten in brenzligen Situationen zu helfen, wenn nötig. Darin liegt doch der ganze krasse Effekt, dass es diesen Mist tatsächlich geben musste, weil andere Weiße so rassistisch waren.

Ob sie sich im echten Leben so angenähert haben, ist erst mal zweitrangig. Ich finde es dennoch diskussionswürdig, dass diesem Film direkt vorgeworfen wird, dass hier "ein Weißer mal wieder rettet" und nicht in den Mittelpunkt gerück wird, dass es neben diesen Hardcore-Rassisten, die dieses Buch erst nötig machten, auch andere gibt, die Fehler machen, reflektieren und erkennen, dass Schwarze gleichberechtigt sind. Dem Film wird unterstellt, dass er gewonnen hat, weil die "Herrenrasse" mal wieder in gutem Licht dasteht, aber ich finde diese Vorwürfe nicht ok. Über die Qualität des Films an sich kann man immer diskutieren und das auch kritisch. Aber direkt inhaltlich unterstellen, dass ein Preis abgeräumt wurde, weil ... vielleicht verstehst du, worauf ich hinaus will.

Warum bin ich nicht aus Stein wie du...?

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Musashi : : Moviejones-Fan
25.02.2019 18:05 Uhr
0
Dabei seit: 27.01.14 | Posts: 839 | Reviews: 0 | Hüte: 29

Hat sich die Oskarverleihung denn schon immer als politisches Event verstanden? Ich kann mich noch erinnern, dass bei irgendeiner Verleihung, die ich mir vor Jahren angeschaut hab, der Pro7-„Experte“ gemeint hat, sie seien eigentlich unpolitisch, also zumindest ursprünglich, dass sie heute politisch sind steht wohl ausser Frage.

Das Höchste was eine Frau im Leben erreichen kann ist eine gute Hausfrau und Mutter zu sein

Chen Zhili, former President of the All-China Women’s Federation

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MobyDick : : Moviejones-Fan
25.02.2019 18:04 Uhr
1
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.412 | Reviews: 133 | Hüte: 373

Nichts gegen Green Book als guter und unterhaltsamer Feelgood-Film. aber wer behauptet, dass Green Book ein moderner und guter Film zu diesem Thema ist, dem empfehle ich mal dringend In der Hitze der Nacht - ein Film übrigens aus 1967 (also nur 5 Jahre später als Green Book spielt). Da sieht man mal ratzfatz, wie rückläufig manche Entwicklungen doch sind...

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
25.02.2019 17:55 Uhr
1
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.798 | Reviews: 48 | Hüte: 195

Petra:

"Aber "Green Book" erzählt diese Geschichte eben vorrangig aus der Perspektive des "White Saviours" Vallelonga und dringt kaum in die existenzielle Krise des afroamerikanischen Musikers Don "Doc" Shirley ein, dessen Chauffeur und Bodyguard Tony "Lip" auf der Tour durch den Deep South ist."

Da liegt die Betonung, das ist der wichtige Punkt: wieder ein Film in der langen Reihe von Filmen, in denen die Probleme der schwarzen Bevölkerung von weißen gelöst werden. Sich damit im Nachhinein die "Lösung" des Rassismus auf die Fahne zu schreiben, ist doch so alt wie sonst was. Keiner erwartet, dass jeder Film, der schwarze Charaktere hat, auch aus deren Perspektive erzählt, aber immer und immer wieder die gleiche Narrative vom weißen Retter ist nunmal verkorkst, politisch opportun (der Präsident tweetete ja auch wieder die ganze Nacht, wie viel er für die schwarze Bevölkerung täte - wie wahr das ist, darf jeder selber nachprüfen) und verlogen. Das mag ein befriedigendes Seherlebnis erschaffen, das bestreite ich nicht mal, hat aber letztendlich nur den Anstrich "wichtig" und tut dann auch noch so, als sei alles tutti. Und da haben wir nicht mal darüber gesprochen, wie sehr der Film den Shirley verfälschen muss.

" Hier wird ein hohes Maß an Perfektion von einem Film erwartet, den der sicher nicht bieten wollte. "

Hier wird ein hoher Anspruch an den Film gestellt, der eine der wichtigsten und prestigeträchtigsten Auszeichnungen der Filmwelt eingesackt hat. Wenn "Das wollte der gar nicht bieten" ein valides Argument gewesen wäre, hätte sich auch niemand über "Black Panther" aufregen müssen, der wollte ja immerhin auch nur Superheldenentertainment mit ein bisschen politischem Bezug bieten. Die Argumentationslinie führt zu nichts.

Musashi:

Wie der Autor so drauf ist, dürfte einem aber schon zu denken geben, wenn er antirassistisch tut. Kann der immer noch einen guten Film schreiben? Ja, das kann er. Kann man das als Statement der Academy ernst nehmen, die nun mal auch ihre Preisverleihung als politisches Event versteht? Nein.

Ne, der Lee hat sich aufgeregt, weil er die "Driving Ms Daisy"-Situation wiederholt sah (und darüber auch einen Witz machte), weil sich bei der Wählerschaft in der Zwischenzeit anscheinend nichts geändert hat.

Ich würde mir solche Anspielungen auf den Smollett übrigens eher sparen, dass der in gewissen Kreisen jetzt zur Dogwhistle wird (bzw. bereits ist), steht wohl außer Frage.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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Tarkin : : Moviejones-Fan
25.02.2019 17:46 Uhr
0
Dabei seit: 10.10.17 | Posts: 1.275 | Reviews: 0 | Hüte: 18

3 Oscars gleich für Black Panther, das sind mind. 2 über meinem Kalkül.

Glückwunsch an Marvel!

Wird auch wohl erstmal der letzte Oscarerfolg für das MCU bleiben, auf absehbare Zeit. Es waren rund 15 Anläufe nötig.

Du schleppst mich in dieses Junkyhaus und jetzt muss ich auch noch diesen Scheissclown umlegen

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Musashi : : Moviejones-Fan
25.02.2019 17:29 Uhr | Editiert am 25.02.2019 - 17:37 Uhr
0
Dabei seit: 27.01.14 | Posts: 839 | Reviews: 0 | Hüte: 29

@Silencio

Wie der Autor von Green Book so drauf ist (Rassismus-Vorwürfe), hat nichts damit zu tun, ob er einen guten Film gemacht hat oder nicht. Wenn man nach solchen Maßstäben geht, dann dürften wir wohl kaum noch was gut finden. Umgekehrt find ich nen scheiss Film ja auch nicht gut, nur weil der Regisseur n netter Kerl is. Wahrheitsanspruch bei Biographien war übrigens noch nie ein Thema bei den Oscars, ich erinner nur an Braveheart.

Und zu dem an mich gerichteten Kommentar: Versteh ich dich dann dahingehend richtig, dass Lee wegen der ganzen Kontroverse um Green Book (Rassismusvorwürfe) sich so aufgeregt hat? Falls ja, hab ich dich wirklich falsch verstanden.

Und Smollet selbst hatte so eine Aktion auch nicht nötig, trotzdem hat er es getan (die Anspielung auf Smollet war aber noch nicht mal Ernst gemeint).

Das Höchste was eine Frau im Leben erreichen kann ist eine gute Hausfrau und Mutter zu sein

Chen Zhili, former President of the All-China Women’s Federation

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Petra82 : : Schneefeger
25.02.2019 17:29 Uhr
1
Dabei seit: 07.10.08 | Posts: 1.959 | Reviews: 15 | Hüte: 70

@Silencio:

Wahrscheinlich hast du recht, man kann Green Book sicherlich etwas vorwerfen. So wie man ROMA Kalkulation vorwerfen kann u.a. Filmen in der Vergangenheit.

Ich finde aber, dass sich die Kritik am Gewinner zu leicht aus den falschen Gründen festmachen lässt. Ich zitiere SPON:

Aber "Green Book" erzählt diese Geschichte eben vorrangig aus der Perspektive des "White Saviours" Vallelonga und dringt kaum in die existenzielle Krise des afroamerikanischen Musikers Don "Doc" Shirley ein, dessen Chauffeur und Bodyguard Tony "Lip" auf der Tour durch den Deep South ist.

Ehrlich? Dass ein Film einen Schwarzen nicht ganz in den Mittelpunkt rückt, was der aber auch gar nicht vorhatte? Gegenfrage: Muss es denn zwingend so sein?

Auch ich hätte mir gewünscht, wäre das zitierte "Green Book" stärker in den Fokus gestellt worden. Aber dennoch war der Film weitgehend sehr rund. Er hat gut unterhalten. Er hat (auch) ein schwieriges Thema gut verpackt. Zwei wirklich gute Darsteller, die den Film zu einem Erlebnis machen und den Zuschauer nachdenklich und auch zufrieden aus dem Kino entlassen.

Für mich vielleicht keine Ausschlusskriterien bezogen auf die Konkurrenz, aber dennoch vollkommen in Ordnung. Hier wird ein hohes Maß an Perfektion von einem Film erwartet, den der sicher nicht bieten wollte. Für mich ist nicht der Film problematisch, aber die überzogene Reaktion darauf.

Warum bin ich nicht aus Stein wie du...?

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Silencio : : Moviejones-Fan
25.02.2019 17:12 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.798 | Reviews: 48 | Hüte: 195

Musashi:

Warum sollte ich dir erklären, was Lees Film besser gemacht hat? Über den habe ich doch gar nichts gesagt. Ich hab gesagt, dass er weniger stinkig gewesen wäre, wenn ein anderer Film gewonnen hätte (dabei hat Lee im Nachgang noch Humor bewiesen...), nicht dass sein Film hätte gewinnen müssen. Ich versteh auch nicht, was Jussie Smollett damit zu tun haben sollte, solche Aktionen hat der Lee nicht nötig. Auch noch nie gehabt...

Petra:

Wer hätte da stinkig sein sollen? Mit den ganzen Kontroversen um "Green Book" (man darf sich gerne mal durchlesen, was die Angehörigen von Dr Shirley von dem Film halten, oder wie der Autor so drauf ist) hätte sich wohl außerhalb der Academy jeder damit zufrieden gegeben, wenn was anderes gewonnen hätte.

Warum sollte man eine Biographie übrigens auch nicht dafür abstrafen, dass sie verlogen ist? Oder dass sie, gerade weil sie ja Wahrheitsanspruch vorgaukelt, ein verzerrtes Gesellschaftsbild verkauft? Ich versteh auch nicht, was daran traurig sein sollte...

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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Petra82 : : Schneefeger
25.02.2019 16:52 Uhr
0
Dabei seit: 07.10.08 | Posts: 1.959 | Reviews: 15 | Hüte: 70

@Musashi:

Die Kommentare sagen da was ganz anderes, beruhigend wink

@Silencio:

Dann wären andere stinkig gewesen frown Wahrscheinlich stimmt es irgendwie, dass der kleinste gemeinsame Nenner gefunden werden sollte, der nicht wehtut. Aber eine Filmbiographie dafür bestrafen, dass sie das tut, was sie will, nur weil gerade ein bestimmtes Klima herrscht und am besten alles passen soll: das finde ich wirklich traurig an der ganzen Diskussion.

Warum bin ich nicht aus Stein wie du...?

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Musashi : : Moviejones-Fan
25.02.2019 16:42 Uhr
0
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@Silencio

Wie gesagt, ich hab Lees Film noch nicht gesehen, vllt könntest du mir aber erklären was er besser macht als der andere „pseudoliberale Konsensquatsch“.

Vielleicht kann Lee ja einen auf Jussie Smollet machen, umso vielleicht dann ne Trophäe für den Besten Film in Zukunft zu bekommen -)

Das Höchste was eine Frau im Leben erreichen kann ist eine gute Hausfrau und Mutter zu sein

Chen Zhili, former President of the All-China Women’s Federation

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