
Am 4. Juni bringt Constantin Film den von A24 produzierten Horrorfilm Backrooms in die deutschen Kinos. Dieser besticht durch sein monotones Konzept, das eine ganz eigene Art von Horror hervorbringt. Hinter den Backrooms steckt aber nicht nur ein Albtraum, sondern ein umfassender Internet-Hype, der virale Kurzvideos und zahlreiche Videospiele hervorgebracht hat. Wir erklären euch, was es damit auf sich hat.
"Backrooms" Trailer 1 (dt.)
Das beklemmende Konzept erklärt
Wenn online von den Backrooms gesprochen wird, sind meistens fensterlose und menschenleere Räume gemeint, die sich über Stockwerke hinweg wiederholen. Ursprung ist ein Post auf der Plattform 4chan, in der ein User 2019 damit monotone, endlose Räume zwischen Realität und Parallelwelt beschrieb. Gefunden werden können diese versehentlich, wie ein Fehler in der Matrix oder wenn man aus der Realität "glitcht". Das ungute Gefühl entsteht dabei, weil diese Orte irgendwie vertraut und doch falsch wirken.
Größere Bekanntheit erreichte die "Urban Legend" durch eine Webserie des US-amerikanischen Filmemachers Kane Parsons, der am 22. Januar 2022 einen Kurzfilm auf YouTube veröffentliche. Das nicht mal zehnminütige Video mit dem Titel "The Backrooms (Found Footage)" entwickelte sich schnell zu einem Internetphänomen. Das veranlasste Parsons dazu, den eigentlichen eigenständigen Kurzfilm zu einer Webserie mit bisher insgesamt 25 Videos zu erweitern.
Das Originalvideo kann mittlerweile mehr als 75 Millionen Aufrufe verzeichnen. Charakteristisch ist nicht nur der Found-Footage-Look des Kurzfilms, sondern eben auch die endlosen, gelben Wände der Räume, die zusammen mit dem Surren der Leuchtstoffröhren eine ebenso unruhige wie beängstigende Atmosphäre erschaffen. Die verlassen wirkenden Stockwerke ziehen uns mit jedem Schritt weiter aus der Realität. Doch wirklich alleine ist man nicht.
Virale Kurzvideos und Videospiele
Der große Erfolg der Webserie, die auch bei Kritikern sehr gut ankam, sorgte für eine Verbreitung der Internetsage auf weiteren Plattformen, wenngleich es schon vorher etliche Videos und Videospiele gab. So gibt es auf TikTok mehr als 500.000 Videos mit dem Hashtag "Backrooms", die teilweise mehrere Millionen Likes und Aufrufe haben. Das Konzept der endlosen, beklemmenden Räume ist derweil nicht auf monotone, gelbe Wände begrenzt. Beliebt sind etwa Wasserrutschen, durch die man aus der Realität "glitcht".
Die Internetsage hat außerdem die Welt der Videospiele betreten. In den letzten Jahren sind mehrere Adaptionen entstanden, so etwa am 23. Oktober 2025 "Escape the Backrooms" der Entwicklerstudios Fancy Games und Blackbird Interative mit mehr als 12.000 "sehr positiven" Rezensionen oder am 18. Oktober 2022 "Backrooms: Escape Together" des Entwicklers Triiodide Studios mit mehr als 29.000 "sehr positiven" Rezensionen.
Hinter den Backrooms steckt mehr als nur eine Webserie, es ist ein Beispiel einer modernen Gruselgeschichte, die sich auf verschiedenen Plattformen verbreitet hat und mittlerweile auf eine treue Fangemeinde zählen kann. Vergleiche zu anderen Legenden wie Slenderman sind also mehr als angebracht.
Kinofilm "The Backrooms"
Dass sich ein Produktionsstudio nun also um eine Umsetzung für die Leinwand kümmert, dürfte kaum überraschen. Immerhin kennen Millionen, vor allem Jüngere, die Geschichte und dürften sich angesprochen fühlen, einen dazu passenden Horrorfilm anzusehen. Die Verfilmung basiert auf der Webserie von Parsons, der auch hier die Regie übernimmt. Genregröße James Wan (Saw) produziert den Film mit, ebenso sind Shawn Levy (Deadpool & Wolverine) sowie Dan Levine (Produzent bei The Boogeyman) mit an Bord. Mehr zur Filmumsetzung findet ihr hier.
