
Bewertung: 3 / 5
In Ready or Not 2 geht es den Reichen, die ihr Vermögen und ihre Macht auf einen satanischen Kult begründen, wieder an den Kragen. Denn nur kurze Zeit nach dem Versteckspiel mit der Familie Le Domas realisiert die Braut Grace, dass ihr Überleben nur die nächste Stufe eines Albtraums ausgelöst hat. Diesmal bekomment sie es gleich mit mehreren Familien zutun, kann aber auch auf Unterstützung durch ihre Schwester hoffen.
Lohnt sich die Fortsetzung zu Ready or Not - Auf die Plätze, fertig, tot und braucht des diese sieben Jahre später überhaupt noch? Wir haben uns die Mischung aus Komödie und Action- sowie Horrorfilm angeschaut und sind durchaus angetan, wenngleich der Film das Rad nicht neu erfindet.
Ready or Not 2 Kritik
Direkt nach den Ereignissen des ersten Teils fällt Grace (Samara Weaving) in Ohnmacht. Als sie im Krankenhaus erwacht, verdächtigt die Polizei sie, am Mord von zwei Personen sowie Brandstiftung beteiligt zu sein. Das ist zwar nicht falsch, hat sich aber natürlich anders zugetragen und war Notwehr. Das erzählt sie auch ihrem Notfallkontakt, ihrer Schwester Faith (Kathryn Newton). Grace ließ sie vor Jahren im Stich, seitdem ist das Verhältnis beider Frauen gestört.
Währenddessen bereiten sich vier rivalisierende Familien darauf vor, den vakanten Sitz des Hohen Rats zu gewinnen, der heimlich die Welt kontrolliert. Vakant ist dieser Sitz nur, weil Grace überlebt hat und die Le Domas daher ausgelöscht wurden. Und die Braut ist auch die, die getötet werden muss, um zu gewinnen. Also beginnt erneut eine Jagd, in der Grace und ihre Schwester allen Widrigkeiten zum Trotz überleben müssen - bis zum Sonnenaufgang jedenfalls.
Mehr vom Gleichen: Action, Humor und Satanismus
Während der erste Teil noch kleine Brötchen backte und den satanischen Kult auf eine einzelne Familie bezog, geht Ready or Not 2 einen anderen Weg. Denn hier wird uns offenbart, dass die Sekte im Geheimen den ganzen Planeten kontrolliert - sichtbar, als Chester Danforth (David Cronenberg) Nachrichten über einen Krieg schaut, kurz wegen eines Waffenstillstand telefoniert und dieser dann als "Breaking News" verkündet wird. Die rivalisierenden Familien, die um den Thron der Organisation kämpfen, kommen aus allen Ecken der Welt. Zwar ist diese Erweiterung der Geschichte wichtig für den Film und auch nicht total dämlich, uns gefiehl es aber besser, als Grace es nur mit einer Familie zutun hatte. Ein die Welt kontrollierender Kult ist da eine ganz andere Hausnummer und wirkt nicht mehr komplett nachvollziehbar.
Dafür bekommt Grace ja aber auch Hilfe durch ihre Schwester. Die Streitigkeiten der beiden sind meistens recht unterhaltsam und die gemeinen Kommentare witzig. Das gilt im Übrigen auch für den gesamten Film. Wie im Vorgänger wird an zynischem Humor, ausufernden Beleidigungen und irrwitzigen Szenen nicht gesparrt. Besonders in Erinnerung bleibt so etwa eine Szene, in der Grace mit einer Frau kämpft. Beziehungsweise versuchen beide zu kämpfen, denn dank des Pfeffersprays in ihren Augen treffen ihre Fäuste eher die Luft als Gesichter. Abseits davon bekommen wir natürllich wieder explodierende Leute zu sehen. Die Action und die Kills sind solide, wenngleich da nichts hervorsticht. Hier hätten wir uns mehr Kreativität, Inszenierung und Mut gewünscht.
Fokus auf Geschwisterbeziehung
Neben all der Gewalt, den teuflischen Mordversuchen und lustigen Momenten versucht Ready or Not 2 noch eine emotionale Geschichte zu erzählen. Denn im Alter von 18 Jahren ließ Grace ihre 15-jährige Schwester Faith bei einer Pflegefamilie zurück, um zu studieren. Seitdem haben beide nicht mehr miteinander gesprochen. Der Konflikt darüber kommt immer wieder auf. Leider ist das alles nicht besonders originell oder zumindest richtig gut umgesetzt. Der Film kann das zwar besser rüber bringen, als They Will Kill You es, mit einer ziemlich ähnlichen Geschichte, konnte, das reicht aber nicht, um wirklich greifbar zu werden.
Dafür rückt der Kult eher in den Hintegrund. Wir erfahren vor allem am Anfang und zum Ende mehr über ihn. Praktischerweise hat der Anwalt (Elijah Wood) nämlich ein dickes Handbuch mit allen Regeln. Viel mehr finden wir nicht heraus. Es stört aber auch nicht besonders, bis auf einige, kleine Logiklöcher befriedigen uns die Erklärungen und Motivationen.
Teuflisch gute Darstellerleistungen
Das uns die Erklärungen genügen, liegt zu einem großen Teil sicherlich auch an den hervorragenden Darstellern. So spielt Samara Weaving wie schon im ersten Teil eine starke aber zugleich ängstliche Frau, die eigentlich nur heiraten wollte. Das macht sie grandios und ihre Figur darf sich über den Film hinweg sogar entwickeln und abgehärteter werden. Kathryn Newton komplettiert das Geschwister-Duo mit einer ebenfalls sehr guten Leistung, ihre lässige und coole Art ergänzt Graces Figur sinnvoll.
Die zahlreichen, alle auf ihre eigene Art komischen Familienmitglieder überzuegen ebenfalls. Besonders Sarah Michelle Gellar und Shwan Hatosy fallen positiv auf. Erstere spielt eine kontrollverliebte und zielbewusste Frau, während letzterer einen tollpatschigen und psychopathischen Mann verkörpert. Elijah Wood brilliert derweil als Anwalt, der das Geschehen beobachtet und die Regeln kennt. Die große Auswahl an unterschiedlichsten Figuren bereichert den Film enorm.
Fazit
Ready or Not 2 ist eine Fortsetzung, die vor allem eines bietet: mehr vom Gleichen. Wer den ersten Teil mag, wird auch Spaß mit dem zweiten haben. Leider entwickelt der Film sich nicht so richtig weiter und die Kills und die Geschichte rund um die Sekte sind nicht wirklich besonders eindrucksvoll. Dafür kann die Chraktervielfalt überzeugen und die Darsteller machen ihren Job durchweg gut. Dank guter Witze und einem immer noch funktionierendem Grundkonzept, bleibt das Kinoerlebnis aber ein spaßiges.
Wir können Ready or Not 2 also vor allem Fans vom ersten Teil sowie Horror- und eingeschränkt Actionfilmen empfehlen. Die Fortsetzung läuft seit dem 9. April in den deutschen Kinos.


