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Interstellar

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Der Griff nach den Sternen

Als Spielberg sich gegen "Interstellar" entschied

Als Spielberg sich gegen "Interstellar" entschied
8 Kommentare - So, 12.04.2026 von MJ-TiiN
"Disclosure Day" steht in den Startlöchern. Anlässlich dessen nutzt Steven Spielberg die Gelegenheit, um sich an seine Arbeit an "Interstellar" zu erinnern und daran, wie schließlich ein neuer Regisseur für das Projekt gefunden wurde.

Interstellar begeisterte und verwirrte 2014 die Zuschauer auf der ganzen Welt. Die meisten waren von der eindringlichen Orgelmusik von Hans Zimmer und den fantastischen Bildern begeistert. Zudem wusste die emotionale Wucht viele Kinobesucher zu packen. Andere kritisierten stellenweise den Plot oder manche Erklärdialoge.

Christopher Nolans Film hat inzwischen fast zwölf Jahre auf dem Buckel und Kultstatus erlangt. Von vielen wird er als Referenz für einen modernen Weltraumfilm angesehen – möglicherweise auch, weil die Hommage an 2001 - Odyssee im Weltraum mehr emotionale Anknüpfungspunkte bietet als Stanley Kubricks Meisterwerk aus den 1960er-Jahren.

Interstellars Musik wird häufig in verschiedenen Beiträgen in Radio und Fernsehen zitiert. Der wissenschaftliche Berater der Produktion, Kip Thorne, gehört inzwischen zu den Physik-Nobelpreisträgern (nicht wegen dieses Films). Zudem gibt es nicht wenige Berichte und Analysen die betrachten, was im Film im weitesten Sinne realistisch ist und was nicht.

Wenn man sich Interstellar heute anschaut und sieht, wie eine Welt dargestellt wird, in der sich die Lebensbedingungen zunehmend verschlechtern, kommt einem das in unserer Gegenwart möglicherweise vertrauter vor als noch im Jahr 2014. Auch wenn wir nicht mit Mehltau zu kämpfen haben.

"Interstellar" Teaser 1 (dt.)

Eigentlich ein Spielberg Film

Was viele bereits wissen dürften: Ursprünglich sollte gar nicht Christopher Nolan die Regie von Interstellar übernehmen, sondern ein damals noch bekannterer und größerer Regisseur – nämlich Steven Spielberg. Dieser hatte sich schon 2007 die Rechte an dem Stoff gesichert und später Jonathan Nolan engagiert, um ein Drehbuch zu schreiben.

Wie Spielberg nun während der Promotion für seinen neuen Film Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit erzählte, hat er sich länger mit Interstellar beschäftigt, als wir dachten. Laut seinen Aussagen befasste er sich tatsächlich ein Jahr lang mit dem Stoff und recherchierte sehr viel. Jedoch wuchs in ihm mehr und mehr die Erkenntnis, dass er nicht der Richtige für diese Thematik war.

Brüder unter sich

Es war Drehbuchautor Jonathan Nolan, der daraufhin seinen Bruder ins Spiel brachte. Die beiden hatten sich schon länger über das Projekt ausgetauscht und Christopher Nolan hatte stets sein Interesse bekundet. Als Spielberg sich schließlich dazu entschied, die Regie abzugeben, bekam Christopher Nolan den Job.

Dieser veränderte zudem das Drehbuch seines Bruders leicht und legte den Schwerpunkt stärker auf die Menschheit, die sich gegen das Unvermeidliche aufbäumt („Gehe nicht gelassen in die gute Nacht“).

Das Ergebnis konnten wir 2014 im Kino und vermutlich schon zahlreiche Male auf heimischen Fernsehern und Beamern bestaunen: ein Weltraum-Epos, das seit über zehn Jahren zu begeistern weiß. Umso mehr zeugt es von Spielbergs Größe, dass er erkennt, wenn er nicht der Richtige für ein Projekt ist und es jemand anderem überlässt.

Science Fiction von Spielberg

Wie Science-Fiction mit Spielberg aussieht, haben wir u.a. schon in Unheimliche Begegnung der dritten Art gesehen, doch in diesem Sommer bekommen wir mit Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit einen weiteren Beitrag zum Genre, auf den wir sicherlich gespannt sein dürfen.

Der neue Film von Steven Spielberg startet am 11. Juni 2026.

"Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit" Big Game Spot (dt.)

Ruhe in Frieden, John Nolan

An dieser Stelle wollen wir die Gelegenheit nutzen und darüber informieren, dass mit John Nolan der Onkel von Christopher und Jonathan Nolan gestern im Alter von 87 Jahren gestorben ist.

John Nolan war kein bekannter Schauspieler, aber er begleitete die Werke seiner Neffen stets. So übernahm er Nebenrollen in Batman Begins, The Dark Knight Rises, Person of Interest oder Dunkirk.

Primär war John Nolan als Theaterschauspieler aktiv gewesen. Er hatte eine entsprechende Ausbildung in London genossen und war später Mitglied der Royal Shakespeare Company.

Ruhe in Frieden, John Nolan.

Quelle: Variety
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8 Kommentare
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Rotwang : : Moviejones-Fan
13.04.2026 08:09 Uhr
0
Dabei seit: 11.06.20 | Posts: 1.562 | Reviews: 0 | Hüte: 44

Zur Bekanntheit sind denke ich noch viele in der Bekanntheit vor Nolan auf Grund des demografischen Wandels, sollten selbst Copola oder Alfred Hitchcock bekannter sein.

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DrStrange : : Moviejones-Fan
12.04.2026 21:10 Uhr | Editiert am 12.04.2026 - 21:11 Uhr
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Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 4.190 | Reviews: 76 | Hüte: 175

@luhp92

Ja, eine "Der Talisman"-Adaption sollte definitiv mal irgendjemand in Angriff nehmen!

Vor allem könnte man dann den ebenfalls gelungenen Folgeroman "Das schwarze Haus" ebenfalls angehen, der aber ohne "Der Talisman" keinen Sinn macht.

Solange Spielberg aber weiter an den Rechten festhält, passiert halt nichts. Anscheinend besitzt er diese bereits seit vor der Veröffentlichung des Romans und das geht zurück bis 1982.

Vielleicht sollte wirklich mal King, wenn er den Film zu seinen Lebzeiten noch miterleben will, mal eine Wort mit Spielberg reden. Wahrscheinlich ist er der einzige, der hier vielleicht der Sache einen Schubs in die richtige Richtung geben könnte.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
12.04.2026 20:07 Uhr | Editiert am 12.04.2026 - 20:11 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 19.289 | Reviews: 190 | Hüte: 703

@TiiN, Lehtis
Ich habe ja Kip Thornes Buch über die Hintergründe des Films zu Hause, die Hintergründe zur Produktion lassen sich im Großen und Ganzen aber auch auf Wikipedia nachlesen.

Die Idee geht auf das Jahr 2005 auf Produzentin Lynda Obst und Kip Thorne zurück, die schon für "Contact" zusammenarbeiteten. 2006 engagierten sie Steven Spielberg als Regisseur und die drei schrieben zusammen ein Storytreatment. 2007 engagierten die drei dann Johnathan Nolan als Drehbuchautoren.

Bis 2010 (Pausen wegen des Streiks, der Arbeiten an TDKR, Tod des Vaters der Nolans) schrieb Jonathan Nolan für Spielberg drei Drafts eines Drehbuchs, dann schied Spielberg aus dem Projekt aus, weil er mit Dreamworks zu Disney umzog und zwischen Paramount und Disney/Dreamworks kein neuer Deal ausgehandelt werden konnte.

Zwei Wochen nach Spielbergs Abgang kamen Emma Thomas und Christoper Nolan als Produzenten bzw. als Regisseur hinzu, sie mussten wegen TDKR aber noch bis 2012 warten, bis man am Film weiterarbeiten konnte.

Christopher Nolan hat dann die Zusammenarbeit zwischen Paramount und Warner Bros ermöglicht/erzwungen und die Nolan-Brüder haben das Drehbuch natürlich auch nochmal umgeschrieben, in den "Spielberg-Drafts" existerte zum Beispiel noch eine chinesische Untergrundbasis auf dem Mann-Planeten und eine Weltraumsexszene mit Matthew McConaughey und Anne Hathaway.


@Bibo
Da würde ich mal wieder das Beispiel von den Leuten auf der Straße anführen, also ich glaube, da liegt ein Spielberg immer noch vor Nolan. Und hier bei den Produktionshintergründen, da befinden wir uns noch im Juni 2010, als Nolan hinzukam, da lief "Inception" noch nichtmal im Kino.

@DrStrange
Ja, eine "Der Talisman"-Adaption sollte definitiv mal irgendjemand in Angriff nehmen!

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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CreasyX : : Moviejones-Fan
12.04.2026 16:16 Uhr | Editiert am 12.04.2026 - 16:51 Uhr
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Dabei seit: 30.09.23 | Posts: 415 | Reviews: 0 | Hüte: 10

War es nicht ein ursprüngliches Projekt von Stanley Kubrick?

Edit: nope

"Obwohl Kubrick nie an Interstellar arbeitete, wird sein Name oft im Zusammenhang mit dem Film genannt. Das hat vor allem zwei Gründe:
Stilistische Inspiration: Christopher Nolan hat oft betont, dass Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum der wichtigste Einfluss für Interstellar war. Viele visuelle Motive (wie die Andockmanöver oder die Darstellung der Stille im All) sind Hommagen an Kubrick.


Verwechslungsgefahr mit „A.I.“: Es gibt ein berühmtes Projekt, das tatsächlich von Stanley Kubrick an Steven Spielberg übergeben wurde: A.I. – Künstliche Intelligenz (2001). Da es sich ebenfalls um ein episches Science-Fiction-Drama handelt, werden diese Entstehungsgeschichten manchmal verwechselt."

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
12.04.2026 15:31 Uhr
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Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 10.690 | Reviews: 190 | Hüte: 732

@Lehtis

Die ursprüngliche Idee ging von Lynda Obst (Produzenten) und dem Physiker Kip Thorne aus. Das war natürlich noch keine wirklich ausformulierte Handlung, aber das Filmprojekt ansich. Jonathan Nolan arbeitete dann an Drehbüchern die Spielberg hätte umsetzen können.


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Lehtis : : Gejagter Jäger
12.04.2026 15:21 Uhr
0
Dabei seit: 24.08.11 | Posts: 2.138 | Reviews: 7 | Hüte: 84

Blöde Frage aber was hat er sich denn gesichert?

Ich dachte Jonathan Nolan hat die Geschichte erfunden. Was genau gab es denn davor schon?

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DrStrange : : Moviejones-Fan
12.04.2026 10:02 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 4.190 | Reviews: 76 | Hüte: 175

Also ich glaube interessanter wäre, wenn mal wieder jemand Spielberg auf die angedachte Verfilmung des Stephen King Romans "Der Talisman" ansprechen würde. Oder eben das Fehlen einer Adaption.

Bekanntlich hält King die Rechte an Kings Roman seit Jahrzehnten, also bereits seit den tiefen 80ern. Trotz wiederkehrender Pläne wurde das Projekt nie in Angriff genommen.

Zuletzt hieß es, Spielberg gibt es an die Duffer Brüder, damit diese eine Netflix Serie machen würden. Zum Glück wurde das aber wieder gecancelt und die Duffer Brüder werden keine Verfilmung angehen.

Aber trotzdem wäre es langsam an der Zeit, dass Spielberg hier den Hut weiterreicht. Er hat das Projekt seit über 40 Jahren stiefmütterlich liegen lassen, da sehe ich keine Chance das hier noch was kommt. Soll doch ein anderer Regisseur lieber sein Glück damit versuchen.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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Bibo : : Moviejones-Fan
12.04.2026 05:47 Uhr
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Dabei seit: 30.04.19 | Posts: 1.069 | Reviews: 0 | Hüte: 13

"Ursprünglich sollte gar nicht Christopher Nolan die Regie von Interstellar übernehmen, sondern ein damals noch bekannterer und größerer Regisseur – nämlich Steven Spielberg."

Das halte ich für ein Gerücht. Nolan war 2014 schon weltbekannt und er hatte damals schon eine Größe erreicht, die ein Spielberg nicht mehr liefert. Die Frage nach dem nächsten Nolan finde ich spannender als alles was noch von Spielberg kommt. Die Dark Knight Reihe ist legendär, der Traumthriller Inception sowieso. Spielbergs Zeit endete irgendwann in den frühen 90ern. Natürlich hat er Meilensteine abgeliefert (Jaws, E.T., Jurassic Park), das will ich nicht schmälern. Ich möchte nur sagen, dass Nolan 2014 an Spielberg vorbeigezogen war. Und das mit wehenden Fahnen.

"Zitierst Du da jemanden oder ist das auf Dein Steißbein tätowiert?"

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