AnzeigeR
AnzeigeR
AnzeigeR
Kevin Smith Top-Liste
Auf welchem Platz liegt Killroy Was Here?

Kevin Smith Top-Liste

Eine Liste von luhp92 mit 16 Filmen (Letztes Update: 25.03.26)
Nicht einverstanden? » Verwalte deine eigenen Toplisten!

Dieses Jahr (2018) habe/hatte ich meinen ersten Kontakt mit Kevin Smiths Filmen. Smith stand als Regisseur schon länger auf meiner Merkliste, zum Einen weil er und seine Filme im Internet kontrovers diskutiert wird (homophob/sexistisch oder nicht?) und zum Anderen weil er in "Ready Player One" als einer der Lieblingsregisseure des OASIS-Entwicklers James Halliday genannt wird. Ausschlaggebend war nun ein Artikel auf Moviepilot zu den besten Matt-Damon-Filmen der Community, denn dort wurde mehrmals Smiths Film "Dogma" genannt. Nachdem mir "Clerks" nicht wirklich gefiel, wollte ich wissen, ob Smith überhaupt etwas für mich ist und jetzt mache ich dann einfach weiter bzw. bin auf den Geschmack gekommen^^

Red State
#16
mit Stephen Root, Marc Blucas, Kevin Pollak
Filmstart: 06.12.2011
Ich komme mir so vor, als hätte ich in der zweiten Hälfte einen falschen Film gesehen. Kevin Smith agiert in Rage und kotzt sich im Bezug auf die US-Gesellschaft über Incels, christlichen Fundamentalismus, Homophobie, Polizeigewalt und Politik aus. Diese Kotze besteht in der zweiten Hälfte allerdings aus einem unnormal dilletantischen Mix aus Regie, Schnitt, Dialogen und Schauspielerführung (John Goodman), als Satire und Kritik hat das die Filigranität und Subtilität eines Trashfilms. Die noch schlechteren Ideen (tatsächliche Apokalypse mit den vier Reitern) hat Smith gar nicht erst verfilmt. "Dogma" hat als Satire zwar auch schon nicht funktioniert, aber "Red State" bewegt sich im Vergleich - auch inszenatorisch - in ganz anderen Sphären, das ist nicht mehr Kevin Smith, das ist schon Uwe Boll. Wobei ich da selbst Bolls "Rampage 3" noch verteidigen muss, der ist inhaltlich reichhaltiger und regt mehr zum Nachdenken an.

Schon erstaunlich, dass Smith in der ersten Hälfte doch eine ernsthafte und unangenehme Auseinandersetzung mit Fundamentalismus, Indoktrination und religiös motiviertem Mord gelungen ist. Dank sei dabei auch Michael Parks, der den Prieser der Kirche spielt.
Killroy Was Here
#15
mit Harley Quinn Smith, Jason Mewes, Ryan O’Nan
Filmstart: k.A.
Eine Episodenfilm-Horrorkomödie mit einem Boogeyman (basierend auf dem bekannten Killroy-Graffito aus den 1940er Jahren), der in fünf Segmenten erscheint und verschiedene Leute umbringt, wenn man seinen Namen dreimal sagt.

Eine Hommage an Horrorfilme der 1980er Jahre (Creepshow, Freitag der 13.), das ist als C-Movie aber nicht wirklich ansehnlich, wirkt mitunter wie von Ed Wood, nur ohne den Charme (der sich in zwei verschiedenen Frames abspielede Kampf gegen den digitalen Alligator^^). Das Konzept und die Idee sind spannender, als der eigentliche Film.

Chris Jericho hängt sich vollkommen rein in seine Rolle als homophober Streamer GatorChaser, ihm zuzusehen, macht schon Spaß. Ralph Garman als pädokrimineller Priester könnte aus seiner Rolle mit besserem Skript und weniger Overacting auch noch mehr rausholen, als er es hier tut.

Harley Quinn Smith spielt im Rahmen-Segment die Babysitterin, Jason Mewes im Schul-Segment den Hausmeister.
Cop Out - Geladen und entsichert
#14
mit Bruce Willis, Adam Brody, Michelle Trachtenberg
Filmstart: 15.04.2010
The 4:30 Movie
#13
mit Justin Long, Genesis Rodriguez, Ken Jeong
Filmstart: 29.11.2024
Im New Jersey des Jahres 1986 schleichen sich die drei Teenanger-Freunde Brian, Belly und Burny regelmäßig ins Kino, um sich heimlich Filme anzusehen. An einem Tag bittet Brian seinen Crush Melody um ein Date, sie verabreden sich für einen Kinobesuch um 4:30 PM, was die Freundschaft der drei Jungs und ihre Kinobesuche auf die Probe stellt.

Kevin Smiths jüngster Film, eine semiautobiographische Coming-of-Age-Komödie mit nostalgischem Blick auf die 1980er Jahre, im Prinzip lässt sich "The 4:30 Movie" als "Clerks"-Prequel bzw. "Clerks 0" bezeichnen. Nachdem Smith mit "Clerks III" seinen 2018 erlittenen Herzinfarkt und Beinahetod verarbeitete und sich mit bitterem Blick auf seine mittelalten Protagonisten die Frage stellte, was am Ende des Tages von seinem 30 Jahre alten Schaffenswerk übrigbleibt, wählt er hier nun einen fröhlichen, leichtherzigen und humorvollen Ton, um von seiner eigenen Jugend zu erzählen.

Als Coming-of-Age-Komödie funktioniert der Film speziell zu Beginn und gegen Ende sehr gut, Austin Zajur als Brian und Siena Agudong als Melody harmonieren wunderbar miteinander, die Szenen mit den beiden zusammen sind ein Selbstläufer und ergeben einen süße und herzliche Teenie-Romanze.

Nach 15 Minuten fällt Kevin Smith allerdings auf, dass er seine Geschichte irgendwie auf 90 Minuten bringen muss und fängt dann an zu "experimentieren". In die Filmvorstellung baut er einige Grindhouse-artige Faketrailer ein und jede Szene bzw. jeder Gag mit den drei Jungs im Kino (gedreht in Smiths eigenem Kino, Ken Jeong gibt den bösen Kinobetreiber) wird qualvoll ausgewalzt und über Gebühr ausgereizt, bis letztendlich jeder Witz daran verloren geht. Besonders peinlich fallen dabei die sich auf zukünftige Ereignisse beziehenden Metagags aus (Post-Credit-Szenen werden sich nicht durchsetzen. "Batman"-Kinofilme werden nicht erfolgreich. "Star Wars" bleibt die Trilogie und wird nicht im Kino und Fernsehen fortgesetzt. Bill Cosby bleibt immer beliebt.). Nach 77 Minuten folgt ein elfminütiger Abspann, der mit Outtakes und Zusatzszenen gefüllt ist.

Der Cast setzt sich wie bei Smith üblich zu großen Teilen aus den Leuten zusammen, mit denen er schon seit 20-30 Jahren zusammenarbeitet, inklusive seiner eigenen Familie, hier kann man sich also auf ein Wiedersehen mit einigen Schauspielern in den Neben- und Statistenrollen freuen. Hauptdarsteller Austin Zajur ist Smiths Schwiegersohn in spe.

Die großen Zeiten Kevin Smiths liegen mittlerweile nun leider schon 20 Jahre zurück ("Yoga Hosers" und "Jay and Silent Bob Reboot" als nette Ausnahmen) und auch nach 30 Jahren führen die Wege immer wieder zurück zu seinem Debut- und Prestigewerk "Clerks". Mit "The 4:30 Movie" hat Smith dem im Gegensatz zu "Clerks III" jedoch kaum etwas Neues hinzuzufügen und wie es der Zufall will, erschien circa zeitgleich mit Chandler Levacks Debutwerk "I Like Movies" (2022, in Deutschland 2025) ein Coming-of-Age-Film, der über Nostalgie und Popkulturwitze hinaus etwas Substanzielles und Frisches über das Erwachsenwerden, über Filme und Filmnerds zu erzählen hatte.

"The 4:30 Movie" würde ich in erster Linie nur den Smith-Fans oder -Komplettisten empfehlen, ansonsten würde ich klar lieber den oben genannten "I Like Movies" sehen oder nochmal zu einem Film wie "Superbad" greifen.
Tusk
#12
mit Genesis Rodriguez, Haley Joel Osment, Justin Long
Filmstart: k.A.
Kevin Smith baut in "Tusk" allerhand Themen wie das Tier im Manne, Bodyhorror, Kritik am debilen und anonymen Internet-Humor sowie eine Auseinandersetzung mit dem friedlich-freundlichen (Selbst-)Bild Kanadas ein, ohne auch nur eines davon wirklich zu vertiefen oder - mit Ausnahme des Kanada-Plots - ernst zu nehmen. So verbleibt der Film, von manchen Highlights abgesehen, bis zum Ende auf einem recht belanglosen und wenig spannenden Niveau.

Wenn wenigstens die Dialoge unterhalten würden, aber die fallen meistens so egal und gewollt lustig aus, als handele sich hier um eine schlechte oder nicht-gekonnte, groteske Komödie der Coen-Brüder! Dennoch amüsant: Harley Quinn Smith und Lily-Rose Depp als jugendliche Smombies, die mich irgendwie an die beiden Prostituierten aus "Fargo" erinnerten^^

Ansonsten lebt "Tusk" klar von Michael Parks Performance als Walrossfanatiker, Johnny Depp und der Maske muss ich ebenfalls Respekt zollen, auch wenn mir seine Rolle als frankokanadischer Polizeiinspektor tierisch auf die Nerven ging.

Fazit: Ich mag Smith ja, obwohl mir viele seiner Filme nicht gefallen, aber er sollte nicht jeden Scheiß abendfüllend verfilmen, der ihm während eines Podcasts durch den Kopf geht. Ein Kurzfilm wäre wahrscheinlich die bessere Alternative gewesen.
Dogma
#11
mit Ben Affleck, Matt Damon, Linda Fiorentino
Filmstart: 20.04.2000
In manchen Reviews zu "Dogma" liest man von einer Glaubenssatire/-parodie auf dem Niveau von "Das Leben des Brian", dem muss ich persönlich ganz klar widersprechen! Einzelne Szenen haben Monty-Python-Niveau (neben den schwarzhumorigen Exekutionsszenen auch Alanis Morissette als verspielte und verschmitzte Göttin), insgesamt ist "Das Leben des Brian" dem Smith-Werk allerdings haushoch überlegen. Ohne den tollen Cast würde ich bei "Dogma" wohl einschlafen.

https://www.moviejones.de/kritiken/dogma-kritik-4815.html
Horizont erweitern
Was denkst du?
Ich stimme den Anmelderegeln beim Login zu!
9 Kommentare
MJ-Pat
Avatar
luhp92 : : BOTman Begins
25.03.2026 20:01 Uhr | Editiert am 25.03.2026 - 22:44 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 18.959 | Reviews: 188 | Hüte: 693

Ich habe nun "Clerks III" und "The 4:30 Movie" nachgeholt und ergänzt, somit fehlt momentan nur noch "KillRoy Was Here".

Edit: "KillRoy Was Here" gerade auch nachgeholt.

"Clerks" müsste ich mal rewatchen, das war zu Beginn mein erster Smith-Film und vielleicht hat der mich mit seinem Humor lediglich auf dem falschen Fuß erwischt und funktioniert nun besser, da ich mit Smiths Humor längst vertraut bin.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

MJ-Pat
Avatar
luhp92 : : BOTman Begins
16.07.2022 01:35 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 18.959 | Reviews: 188 | Hüte: 693

So, jetzt bin ich mit Kevin Smith´ Filmographie durch.

Zumindest, bis dann "Clerks 3" erscheint und man irgendwo in Deutschland vielleicht auch "Killroy Was Here" zu sehen bekommt^^

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

Avatar
TiiN : : Goldkerlchen 2021
28.01.2018 17:59 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 10.408 | Reviews: 184 | Hüte: 714

Freut mich, dass du dir nun offenbar auch Jersey Girl angeschaut hast und dass er dir gefallen hat smile


Avatar
AlexanderDeLarge : : Moviejones-Fan
27.01.2018 19:28 Uhr
0
Dabei seit: 05.08.13 | Posts: 707 | Reviews: 8 | Hüte: 6

Ich fand Red State von Smith auch ganz cool weil der so schön provokant ist

Avatar
TiiN : : Goldkerlchen 2021
26.01.2018 19:20 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 10.408 | Reviews: 184 | Hüte: 714

Kevin Smith ist schon ein merkwürdiger Vogel. Aber neben Dogma - den ich wirklich sehr sehr klasse finde, gefällt mir Jersey Girl am besten von ihm. Der Film ist eher etwas fürs Herz, nicht sonderlich spektakulär und oder für Lachkrämpfe, aber der Film erzählt ganz einfach eine schöne rührende Geschichte und ist voll von tollen Darstellern - zudem mit einem sehr schönen Cameo.


MJ-Pat
Avatar
luhp92 : : BOTman Begins
26.01.2018 13:55 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 18.959 | Reviews: 188 | Hüte: 693

@MobyDick

Ich werde "Clerks" auf jeden Fall noch eine zweite Chance geben. Zum Einen, weil mir "Clerks II" wesentlich besser gefiel und zum Anderen, weil mir die Figuren mittlerweile ans Herz gewachsen sind und ich weiß, worauf ich mich bei Kevin Smith einlasse.

Vor Allem seine neueren Filme ("Cop Out", "Tusk" und "Yoga Hosers") sind ja schlecht bei Kritikern, Zuschauern und seinen eigenen Fans angekommen. Auf "Yoga Hosers" freue ich mich allerdings, weil hier die Töchter von Kevin Smith und Johnny Depp die Hauptrollen spielen^^

Wenn ich mir einen Film von Smith wünsche dürfte, dann wäre es eine "Super Mario"-Neuverfilmung mit Kevin Smith als Mario und Jason Mewes als Luigi laughing

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

Avatar
MobyDick : : Moviejones-Fan
26.01.2018 13:31 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.724 | Reviews: 258 | Hüte: 628

Su unterschiedlich ist die Wahrnehmung (auch dem Altersunterschied geschulded):

Clerks war zu meiner Zeit ein absoluter Kultfilm, vor allem die Diskussion um den "Genickbruch" haben wir im Freundeskreis immer wieder aufgenommen wink

Als ich den Film vor einigen Jahren wieder gesehen habe, hatte er so viel von seiner Magie verloren, ein typisches Kind seiner Zeit!

Für mich konnte nie wieder ein Film von Smith überzeugen und sie wurden graduell immer schlechter. Heute würde ich mir keinen Film mehr von dem Mann anschauen, und sollte er irgendwann mal eine Blockbusterverfilmung stemmen, würde ich mir fünfmal überlegen, ob ich mir den Film anschaue.

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
Avatar
luhp92 : : BOTman Begins
26.01.2018 13:25 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 18.959 | Reviews: 188 | Hüte: 693

Because I Got High (Musikvideo)

Regie: Kevin Smith
Schauspieler: Afroman, Jay und Silent Bob

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

MJ-Pat
Avatar
luhp92 : : BOTman Begins
26.01.2018 13:24 Uhr | Editiert am 26.01.2018 - 13:35 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 18.959 | Reviews: 188 | Hüte: 693

Erstmal habe ich mich nur den Filmen des View Askewniverse gewidmet.
Kevin Smiths andere Filme werden noch folgen.


Hier die zwei Kurzfilme aus dem View Askewniverse:

The Flying Car
Dante Hicks und Randal Graves stehen mit dem Auto im Stau und unterhalten sich über die Zukunftstechnologie im Science-Fiction-Genre und darüber, was Dante für das fliegende Auto aus "Die Jetsons" eintauschen würde.



Clerks: The Lost Scene
Ein Zeichentrickfilm darüber, was während Julie Dwyers Totenwache geschehen ist und warum Dante und Randal schlagartig die Flucht ergreifen. Die Szene stand zwar im "Clerks"-Drehbuch, wurde damals von Smith aber herausgeschnitten.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

Forum Neues Thema
AnzeigeR