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Die Nibelungen – Kampf der Königreiche

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"Die Nibelungen"– Alles zum Fantasy-Epos von RTL+

"Die Nibelungen – Kampf der Königreiche": RTL+ startet neue Fantasyserie

"Die Nibelungen – Kampf der Königreiche": RTL+ startet neue Fantasyserie
18 Kommentare - Do, 06.11.2025 von D. Heim
Zwischen Macht, Verrat und uralten Mythen: RTL+ zeigt ab heute eine moderne Interpretation der Nibelungensage – als düsteres Serienepos "Die Nibelungen – Kampf der Königreiche" mit Starbesetzung und frostiger Mittelalter-Atmosphäre.

Während internationale Streamingdienste wie Netflix und Amazon mit Fantasy-Großprojekten wie The Witcher oder Der Herr der Ringe - Die Ringe der Macht auftrumpfen, setzt auch RTL+ zunehmend auf hochwertige Eigenproduktionen. Mit Die Nibelungen – Kampf der Königreiche startet heute eine ambitionierte Eventserie, die den deutschen Sagenklassiker in ein bildgewaltiges, düsteres Drama verwandelt und sich damit in der aktuellen Fantasy-Landschaft behaupten will.

Darum geht es in Die Nibelungen – Kampf der Königreiche

Die Serie Die Nibelungen – Kampf der Königreiche basiert auf dem Roman „Hagen von Tronje“ von Wolfgang Hohlbein und erzählt die Nibelungensage aus einer neuen Perspektive. Im Mittelpunkt steht Kriemhild (Lilja van der Zwaag), Tochter des burgundischen Königs, deren Leben von politischen Zwängen und familiären Konflikten geprägt ist.

Als der geheimnisvolle Krieger Siegfried von Xanten (Jannis Niewöhner) am Hof erscheint, gerät die fragile Ordnung ins Wanken. Zwischen ihnen steht Hagen von Tronje (Gijs Naber), ein Krieger zwischen Pflicht und Leidenschaft, dessen Loyalität bald auf eine harte Probe gestellt wird.

Die Serie entfaltet ein komplexes Geflecht aus verbotener Liebe, verletztem Stolz, Intrigen und Machtspielen – eingebettet in eine frostige Welt aus Rauch, Eisen und Schnee, in der alte magische Wesen und Menschen um die Vorherrschaft ringen.

Cast & Produktion von Die Nibelungen – Kampf der Königreiche

Neben Jannis Niewöhner, Lilja van der Zwaag und Gijs Naber sind in weiteren Rollen Dominic Marcus Singer, Rosalinde Mynster, Jördis Triebel, Jörg Hartmann, Bela Gabor Lenz, Alessandro Schuster und Maria Erwolter zu sehen.

Regie führten Cyrill Boss & Philipp Stennert, die auch gemeinsam mit Doron Wisotzky das Drehbuch verfassten. Produziert wurde die Serie von Constantin Film in Zusammenarbeit mit RTL+ und Wilma Film. Gedreht wurde unter anderem in Tschechien, mit einem visuellen Stil, der an internationale Genreproduktionen erinnert, aber bewusst auch eigene Akzente setzt.

Alle sechs Folgen von Die Nibelungen – Kampf der Königreiche sind ab 6. November 2025 exklusiv auf RTL+ verfügbar.

Schaut ihr rein?

Quelle: RTL+
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18 Kommentare
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DrStrange : : Moviejones-Fan
10.11.2025 22:38 Uhr
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Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 3.578 | Reviews: 60 | Hüte: 138

@DesertHunter24 & @luhp92:

Bei der Realisierung mythischen Stoffs ist Hollywood ja noch weniger zu trauen. Alleine Das "Clash of th Titans"-Remake mit seiner Forsetzung "Wrath of the Titans" sind im besten Fall Guilty Pleasures. Von "Gods of Egypt" wollen wir gar nicht erst anfangen...

Absolut nicht. Wobei ich nie einen Hehl daraus gemacht habe, dass mir die 80er comichafte Version von „Kampf der Titanen“ deutlich besser zusagt. „Gods of Egypt“ war dazu noch schauspielerisch ein echte ägyptische Wüstenlandschaft.

Hauptinteressensgebiet ist Spätantike bis ins Frühmittelalter. Also der Übergang und die Transformation. Mal sehen wie sich das entwickelt. Ist mein zweites Studium. Das erste war leider nicht zielführend...

Schönes Ding und spannendes Gebiet und Epoche. Naja, und kann passieren das man sich „verstudisiert?“.

Troja... wie bereits erwähnt, weil es noch gar nicht so lange her ist. Da war irgendwo eine längere Doku über eben Troja und den Krieg, bei der auch auf andere Völker und evtl. Kriegsparteien eingegangen wurde bzw. auch auf diese „Bauten“, die um Troja zu finden waren und wohl nicht nur ein paar Wochen gestanden haben.

Generell hat Ridley Scott außer "Gladiator" keinen vernünftigen Historienfilm abgeliefert.

Ich erinnere mich auch nicht besonders gerne an seine „Robin Hood“ vs. „Magna Carta“ Verfilmung. Auch wenn mir bewusst ist, dass Robin Hood eine fiktive Figur darstellt, trotzdem ein besonders fehlgeratener Beitrag. Aber das Thema hatten wir schon mal…

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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DesertHunter24 : : Moviejones-Fan
10.11.2025 22:16 Uhr
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Dabei seit: 22.03.11 | Posts: 3.060 | Reviews: 6 | Hüte: 31

@DrStrange

"Am Ende stochert hier der Blinde im Dunkeln umher. Da halte ich es dann für sinnvoller solchen Dingen aus dem Weg zu gehen oder alternativ sich drauf einzulassen."

Bei der Realisierung mythischen Stoffs ist Hollywood ja noch weniger zu trauen. Alleine Das "Clash of th Titans"-Remake mit seiner Forsetzung "Wrath of the Titans" sind im besten Fall Guilty Pleasures. Von "Gods of Egypt" wollen wir gar nicht erst anfangen...

"Finde ich gut. Respekt. Ein spannendes Spektrum. Bist du hierbei auf eine bestimmte Sache „spezialisiert“?"

Hauptinteressensgebiet ist Spätantike bis ins Frühmittelalter. Also der Übergang und die Transformation. Mal sehen wie sich das entwickelt. Ist mein zweites Studium. Das erste war leider nicht zielführend...

"Zu den Hethitern und den… fallen mir gerade nicht ein, gab es mal ne recht gute Doku, die hier viele gute Gegenargumente brachte. Also würde ich jetzt nicht blind unterschreiben."

Die habe ich nur als Beispiel genommen, aber auch das nicht grundlos. Ilios (Troja) oder besser gesagt Wilusa befand sich im Einflussbereich der Hethiter. Das war die zweite derzeitige "Supermacht" neben dem neuen Königreich von Ägypten. Da ich mich hier natürlich nicht spezialisert habe, sondern ldeiglich persönliches und professionelles Interesse habe, werde ich das nicht weiter ausführen, um Falschaussagen zu vermeiden. Einige Experten wollen sogar HInweise (Echoes) auf die Hethiter in der Ilias erkannt haben. Ist ein spannendes Gebiet Sagen historisch zu analysieren.

@luhp92

""Troja" und "King Arthur" zählen für mich zusammen mit "Gladiator" (auch fern von historisch Korrektem), "Königreich der Himmel" und "Alexander" zum Peak der Sandalenfilme der 2000er Jahre."

Naja, "King Arthur" ist zwar dezent, aber steht nicht mal neben den anderen von dir genannten Filmen.

Bei "Kingdom of Heaven" bin ich immer zwiegespalten. Als Film, also schaupielerisch, visuell etc., ist er richtig gut. Aber aus historischer Sicht ist er nicht nur nicht korrekt, sondern "feindselig". Als Historiker (vor allem als Mediävist) bekommt man Bauschmerzen und Kopfschmerzen. Zudem bestätigt der Film indirekt das Gerücht, dass Ridley Scott das Christentum, Europa als Ganzes und das Mittellater hasst. In dem Film stimmt historisch einfach gar nichts, außer der Existenz der Figuren. Hier ist alles auf den Kopf gestellt und verdreht worden. Selbst die arabischen Schriftzeugnisse zeigen ein anderes Bild. Man kann also nicht mal sagen, dass der Film aus "muslimischer Sicht" aufgebaut wurde, was der Film auch sonst nicht hergibt...

Generell hat Ridley Scott außer "Gladiator" keinen vernünftigen Historienfilm abgeliefert. Bei "Gladiator" ist auch nicht alles sauber, aber nicht so störend...

Saruman believes it is only great power that can hold evil in check, but that is not what I have found. I found it is the small everyday deeds of ordinary folk that keep the darkness at bay...small acts of kindness and love. (Gandalf, Hobbit: AUJ)
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DrStrange : : Moviejones-Fan
10.11.2025 21:03 Uhr
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Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 3.578 | Reviews: 60 | Hüte: 138

@luhp92:

Wie bereits erwähnt, unterscheide ich hier zwischen dem „Nibelungenlied“, also der klassischen Heldensage und „Hagen von Tronje“ dem „Fantasyroman“ von Wolfgang Hohlbein, welcher sich nur ebenfalls wieder auf das „Nibelungenlied“ bezieht. Das sind für mich zwei verschiedene Baustellen. Ansonsten ohne Wertung, da ich ich weder Film noch Serie gesehen habe.

Ich bin aber interessiert und werde mir dann wohl die längere Version als Serie anschauen.

„Die Nibelungen“ und „König Artus“ sehe ich erstmal als fiktive Geschichten an, die natürlich ihren wahren Kern, Einflüsse aus historischen Figuren und Ereignissen, Folklore, Mythen und Legenden, Sagen, Bauerngeschichten usw. enthalten bzw. sich aus einem Allerlei des Ganzen gebildet haben. Da sehe ich schwierig einen Historienfilm rauszukitzeln, weil man hier einfach die vielen Punkte nicht mehr voneinander trennen kann.

Der Konflikt um Troja bezieht sich aber eindeutig auf einen realen Konflikt der Vergangenheit. Auch hier ist Homers Illias natürlich voll von Mythos und Götterwirken und überdimensionalen Helden. Ob nun als jahrzehntelanger Konflikt oder nicht, ein Konflikt hat hier stattgefunden und das macht es realer als Artus oder die Nibelungen. Immerhin hat Schliemann keine Märchengeschichte des Altertums ausgegraben.

Letztlich sind die Änderungen an „Troja“ dann auch nur fiktive Hirngespinste von Benioff und Petersen und wie sie sich die Geschichte hingebogen haben. Da bleibe ich dann doch eher bei der Version von Homer, bis historisch was Besseres bewiesen ist.

„Königreich der Himmel“ und „Alexander“ sind sehr gute Filme, da gehe ich vollkommen mit, haben aber auch ihre „inhaltlichen Probleme“. Hollywood und Geschichte ist halt auch wieder die berühmte Romantisierung und „dient der Dramaturgie“.

Von Richies Arthur hätte ich auch gern mehr gesehen. Hat aber wohl so gar nicht den Nerv der Leute getroffen.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
10.11.2025 19:59 Uhr | Editiert am 10.11.2025 - 20:02 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 18.731 | Reviews: 187 | Hüte: 688

@DrStrange, DesertHunter24

Eure Diskussion ist jetzt schon viel weiter als dort, wo ich eigentlich ensteigen wollte und im Prinzip hat DesertHunter schon alles geschrieben.

Natürlich handelt es sich bei den Nibelungen um eine Sagen-/Mythengeschichte, die sich über Jahrhunderte aus historischen Ereignissen mit religiösen und phantastischen Einflechtungen entwickelt hat. Ebenso Homers Ilias & Odyssee und die Artus-Sage, und da könnte man noch diverse andere Geschichten nennen...

Der Film "Hagen" enthält natürlich auch seine übernatürlichen Fantasy-/Horrorelemente (als Clash zwischen mit dem christlichen Frühmittelalter und der germanischen Kultur), aber der Film wird vom Genre her deutlich als Historienfilm aufgezogen ist (vergleichbar mit GoT) und da könnte man durchaus auch "King Arthur" oder "Troja" als Vorbilder nennen. Im Gegensatz dazu als Vergleich Fritz Langs "Die Nibelungen", der viel mehr mit Ornamentik und Stilisierungen arbeitet und sich damit vom Historisch-Realen abhebt.

"King Arthur", "Troja", "Hagen", jeder der drei Filme ist im Kern unhistorisch, aber sie erzählen ihre Geschichten im hstorischen Gewand, theoretisch hätten sich die Geschichten so in der Antike bzw. im Mittelalter abspielen können.

Deswegen verstehe ich auch nicht, warum du die Änderungen im "Troja"-Film als unhistorisch bezeichnest, DrStrange. Keine der Figuren ist historisch, der Kriegsverlauf selbst auch nicht, da spielen in der Sage bekanntlich ja sogar noch die Götter mit rein^^ Und was bei Homer in 20 Jahren geschieht, ist bereits eine Verdichtung Jahrhunderter langer, griechischer Kulturgeschichte. Die Änderungen, die von Benioff und Petersen für den Film vorgenommen wurden, dienen ebenfalls dazu, die Geschichte verdichtet und in sich geschlossen zu erzählen.

"Troja" und "King Arthur" zählen für mich zusammen mit "Gladiator" (auch fern von historisch Korrektem), "Königreich der Himmel" und "Alexander" zum Peak der Sandalenfilme der 2000er Jahre.

Guy Ritchies "King Arthur" mochte ich auch (in Aspekten mal mehr, mal weniger), der hatte eine gute Originstory für King Arthur rundum Macht, Magie, Reife und Königswürde im Konflikt mit seinem Onkel und konnte die Ritter der Tafelrunde etablieren. Ich fand es schade, dass wegen des Flops direkt Schluss war, denn ich gehe davon aus, dass die Fortsetzung(en) zur wahren Qualität gefunden hätten, nachdem hier erst einmal alles eingeführt wurde.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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DrStrange : : Moviejones-Fan
10.11.2025 19:20 Uhr
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Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 3.578 | Reviews: 60 | Hüte: 138

@DesertHunter24:

Auf gewisse Elemente aus dieser Sage hat halb Europa Anspruch...

Ob jetzt Burgunder, Ludolfinger oder Völkerwanderung… „Das Nibelungenlied“ gilt als deutsches Nationalepos. Solange ihm das nicht abgesprochen wird, reicht mir das erstmal vollkommen aus um als deutsche Heldensaga durchzugehen und das trotz all der Querverweise.

Ich befürchte, dass du mich missverstanden hast. Historisiert werden hier Mythen. Geschichte kann gar nicht historisiert werden. Historisiert = auf historisch gemacht.

Ich habe dich schon verstanden. Aber die „Historisierung“ empfinde ich trotzdem als bedenklich, wenn es um Mythologie geht. Am Ende stochert hier der Blinde im Dunkeln umher. Da halte ich es dann für sinnvoller solchen Dingen aus dem Weg zu gehen oder alternativ sich drauf einzulassen.

Geschichte ist Teil meines Studiums. Ich sehe gewisse Dinge daher etwas gelassener, andere dafür etwas strenger.

Finde ich gut. Respekt. Ein spannendes Spektrum. Bist du hierbei auf eine bestimmte Sache „spezialisiert“?

Am Ende des Tages ist die Illias relativ zäh und ich bin froh, dass der Film vieles weggelassen hat... ^^

Ja, die Illias ist zäh erzählt, genau wie die Odyssee. Liegt halt auch am Alter der Texte. Und ebenfalls ja, der Film versucht gar nicht einen längeren Konflikt zu erzählen, sondern einen schnellen und effektvollen Belagerungskrieg. Was aber dann eben schon komplett eine andere Baustelle ist.

Die Illias erzählt natürlich nicht jeden Tag des Kriegs und pickt sich nur die epochalen Ereignisse heraus, aber es ist soweit man es bisher einschätzen kann, schon von einem langwierigen Konflikt auszugehen, der sich über viele Jahre gezogen hat und nicht in Tagen und Wochen gelöst wurde. Da gibt es ja Punkte, die dagegensprechen wie Bauten, die von den Achaiern stammen und sicherlich länger gestanden haben.

Zu den Hethitern und den… fallen mir gerade nicht ein, gab es mal ne recht gute Doku, die hier viele gute Gegenargumente brachte. Also würde ich jetzt nicht blind unterschreiben.

Die Artus-Sage ist von allen genannten natürlich am weitesten von jedweder Historizität entfernt.

„The Once and Future King“, der durchaus bei vielen Briten noch ein Thema darstellt, verspricht ja ein besseres Britannien. Eine romantisierte Vorstellung, ähnlich dem frühen 20.Jahrhundert, das auch gern von den Briten idealisiert wird, in Form eines Britanniens, das es so eigentlich nie gegeben hat. Liegt in der Natur des Menschen.

Das mit Merlin mag durchaus sein. Aber wenn man nur lange genug sucht, findet man immer etwaige Hinweise auf versteckte reale Personen.

Normalerweise wird immer Stellan Skarsgard hervorgehoben. Auch hier sieht man, dass er ein ganzes Stück mehr drauf hat als der Rest des Casts.

Stiefelriemen-Bill? Gut, das ist dann wohl Ansichtssache. Seine stiernackige Performance hat mich hier nicht überzeugt. Persönlich bleib ich hier eher bei Ray Winstone, wie bereits gesagt und der konnte auch nicht so recht punkten.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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DesertHunter24 : : Moviejones-Fan
10.11.2025 15:35 Uhr
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Dabei seit: 22.03.11 | Posts: 3.060 | Reviews: 6 | Hüte: 31

@DrStrange

"Am Ende ist es aber immer eine bzw. sogar die älteste deutsche Heldensage."

Von "deutsch" kann hier eigentlich keine Rede sein. Vor den Ottonen gab es nicht mal eine Entwicklung in diese Richtung. Aber auch da handelte es sich lediglich um eine sprachlich-kulturelle Identität (weg von der fränkisch-karolingischen Verbindung zu Frankreich) und kein Volk. Auf gewisse Elemente aus dieser Sage hat halb Europa Anspruch...

"Ich wollte aber eigentlich damit sagen, dass es sich hier nicht um eine neue direkte Verfilmung des „Nibelungenlieds“ handelt, sondern..."

Keine Sorge, das habe ich längst verstanden. Meine Kritik ist der Grund, warum ich den Film ausgelassen habe. Es geht hier nicht um Verständnisfragen... ^^

"Ja… das klingt für mich wie „Sorry, wir haben es verbockt.“ Oder „Tut uns leid, aber wir hatten einfach keinen Bock auf Geschichte.“"

Ich befürchte, dass du mich missverstanden hast. Historisiert werden hier Mythen. Geschichte kann gar nicht historisiert werden. Historisiert = auf historisch gemacht.

Geschichte ist Teil meines Studiums. Ich sehe gewisse Dinge daher etwas gelassener, andere dafür etwas strenger.

"Der Film kann halt nicht vermitteln das der Konflikt 10 Jahre dauerte, ..."

Meinem Verständnis nach hat der Film das auch gar nicht versucht. Entsprechend wurden viele Elemente für einen viel kürzeren Konflikt angepasst. Aber selbst die Sage erzählt nicht den gesamten Zeitraum des Krieges, sondern nur wichtige Momente. Und sollte diese Geschichte auf einem realen Krieg basieren, hätte der wohl kaum zehn Jahre gedauert, ohne dass sich die Hethiter eingemischt hätten. Am Ende des Tages ist die Illias relativ zäh und ich bin froh, dass der Film vieles weggelassen hat... ^^

"Und natürlich ebenfalls kein Historienfilm… aber das wird bei Artus eh schwierig."

Die Artus-Sage ist von allen genannten natürlich am weitesten von jedweder Historizität entfernt. Diese Geschichte ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit eine Traum von einem "goldenen Zeitalter" für die "echten" Briten (Wales, Cornwall und sogar Bretagne). Einzig Merlin scheint auf einem historischen Einsiedler aus dem fünften Jahrhundert zurückzuführen zu sein. Dieser soll wohl hoch im Norden des heutigen Englands gelebt haben.

"Natürlich kann ich viel anschauen und meinen Spaß haben, aber..."

Normalerweise wird immer Stellan Skarsgard hervorgehoben. Auch hier sieht man, dass er ein ganzes Stück mehr drauf hat als der Rest des Casts. Daher schließe ich mich dieser recht allgemeinen Einschätzung auch an... ^^

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DrStrange : : Moviejones-Fan
09.11.2025 22:35 Uhr
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Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 3.578 | Reviews: 60 | Hüte: 138

@DesertHunter24:

Das Nibelungenlied ist nicht im Vakuum entstanden. Du wärest verblüfft, wie viele historische Ereignisse in dieses Werk über die Jahrhunderte geflossen ist.

Keine Sorge. Ich bin mit dem „Nibelungenlied“ und seinen Hintergründen durchaus vertraut. Am Ende ist es aber immer eine bzw. sogar die älteste deutsche Heldensage. Also nicht eine so halbwegs plausible Beschreibung von Geschehnissen, die vielleicht irgendwelche Mönche niedergeschrieben haben.

Natürlich beinhaltet das Ganze auch Punkte, die direkt der Geschichte entnommen wurden, wie Dietrich von Bern, also „Theoderich der Große“. Aber das macht „Das Nibelungenlied“ noch nicht zur Geschichtsstunde.

Hohlbein ist jetzt nicht gerade Qualitätsliteratur. Deswegen habe ich den Film ursprünglich auch nicht sehen wollen.

Die Meinung teile ich mit dir. Aber „Hagen von Tronje“ ist eines seiner besten Werke. Mir gefiel hier die komplett auf Hagen angelegte Sichtweise und wie er bestimmte Sachen wahrnimmt… eben wie z.B. Siegfried. Seine „Enwor“ Romane haben auch noch einen gewissen einfach Unterhaltungswert, wenn man auf „Low Fantasy“ steht.

Ich wollte aber eigentlich damit sagen, dass es sich hier nicht um eine neue direkte Verfilmung des „Nibelungenlieds“ handelt, sondern eine Verfilmung basierend auf dem Roman von Hohlbein. Das sind schon zwei verschiedene Herangehensweisen.

Deswegen nutzte ich den Begriff "historisiert".

Ja… das klingt für mich wie „Sorry, wir haben es verbockt.“ Oder „Tut uns leid, aber wir hatten einfach keinen Bock auf Geschichte.“

Von der Ausstattung und Darstellung her stimmt das. Der Anachronismus u.ä. Probleme stammen aber auch aus der Vorlage, die auch nicht gerade zeitgenössisch ist. Aber nicht vollkommen unplausibel der Film von der Handlung her nicht. Ist aber entsprechend auch historisiert und nicht historisch.

Der Film kann halt nicht vermitteln das der Konflikt 10 Jahre dauerte, Menelaos starb als alter Mann daheim und wurde nicht von Hektor getötet, genau wie Agamemmnon erst als er zuhause angekommen ist von seiner Frau und deren Liebhaber getötet, Ajax wurde ebenfalls nicht von Hektor getötet… ja, da könnten wir noch lange so weitermachen. Netter Unterhaltungsfilm – historische gesehen der reine Unsinn.

Das Problem sieht man leider auch im bereits veröffentlichten Material zu Nolans "Odyssey". Inhaltlich wird der Film sehr wahrscheinlich gut, aber historisch ist er jetzt schon Mist. Vor allem, da sie jetzt schon ein nordisches Langschiff als bronzezeitliches mykenisches Schiff verwenden...

Jaha, das kam richtig gut. Aber zur Ehrenrettung von Nolan… ich glaube er hat nie das Wort „Historienfilm“ in den Mund genommen. Vielleicht wird es ja ein Fantasystreifen und eigentlich waren die Wikinger vor den Toren von Troja. Und wenn sich jetzt jemand fragt: wie geht denn das? Wie sie bei den Simpsons zu Xena erklärt haben: dann steckt ein böser Zauberer dahinter.

Nee, der war zu lang und zu langweilig. Außerdem ist das falsche Material für eine Fantasy-Gangster-Film. Der hätte lieber "Sherlock 3" realisieren sollen...

Aber genau das war doch der Gag. Diese vollkommene Abkehr von Arthur-Mythos, zu einem mittelalterlichen Gangster-Epos. Ich fand den Film klasse. Und natürlich ebenfalls kein Historienfilm… aber das wird bei Artus eh schwierig.

Hat auch niemand behauptet, dass er perfekt ist. In der längeren Fassung finde ich ihn immer noch ganz cool. Der Kinoschnitt bleibt natürlich Mist. Der ist nicht grundlos gefloppt.

Natürlich kann ich viel anschauen und meinen Spaß haben, aber Keira Knightley als keltische Amazone? Clive Owen noch dazu besonders hölzern bis „grantig“ und nicht mal Ray Winstone konnte hier so richtig was aus seiner Rolle machen. Über Till Schweiger reden wir lieber gar nicht.

Ich schau mir viele historisch angehauchte Filme aus der zweiten Reihe an, kann wie gesagt mit vielem meinen Spaß haben, aber hier bin ich nicht warm geworden. Jedem das seine.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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DesertHunter24 : : Moviejones-Fan
09.11.2025 21:51 Uhr
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Dabei seit: 22.03.11 | Posts: 3.060 | Reviews: 6 | Hüte: 31

@DrStrange

"Mal abgesehen davon das "Das Nibelungenlied" jetzt eher weniger historische Referenz, denn mehr im Reich der Sagen und Legenden verwurzelt ist, ..."

Das Nibelungenlied ist nicht im Vakuum entstanden. Du wärest verblüfft, wie viele historische Ereignisse in dieses Werk über die Jahrhunderte geflossen ist.

"...basiert sowohl der Film, als auch nun die Langfassung in Form der Serie, doch auf den Roman "Hagen von Tronje" des deutschen Fantasyautors Wolfgang Hohlbein."

Hohlbein ist jetzt nicht gerade Qualitätsliteratur. Deswegen habe ich den Film ursprünglich auch nicht sehen wollen.

"Daher halte ich hier "historische Umsetzung" oder "Historienfilm" auch nicht für die passende Bezeichnung."

Deswegen nutzte ich den Begriff "historisiert".

""Troja" ist ein famoser Film und toll inszeniert. Historisch gesehen aber ziemlicher Bullshit."

Von der Ausstattung und Darstellung her stimmt das. Der Anachronismus u.ä. Probleme stammen aber auch aus der Vorlage, die auch nicht gerade zeitgenössisch ist. Aber nicht vollkommen unplausibel der Film von der Handlung her nicht. Ist aber entsprechend auch historisiert und nicht historisch.

"Anscheinend kann man von Hollywood nicht beides haben."

Das Problem sieht man leider auch im bereits veröffentlichten Material zu Nolans "Odyssey". Inhaltlich wird der Film sehr wahrscheinlich gut, aber historisch ist er jetzt schon Mist. Vor allem, da sie jetzt schon ein nordisches Langschiff als bronzezeitliches mykenisches Schiff verwenden...

"Von "King Arthur" fand ich eigentlich die Guy Ritchie Version (2017) spannender, weil sie was komplett anderes versuchte."

Nee, der war zu lang und zu langweilig. Außerdem ist das falsche Material für eine Fantasy-Gangster-Film. Der hätte lieber "Sherlock 3" realisieren sollen...

"Die 2004 hatte einen guten Ansatz, war dann doch recht "holprig" gespielt... um es noch vorsichtig auszudrücken."

Hat auch niemand behauptet, dass er perfekt ist. In der längeren Fassung finde ich ihn immer noch ganz cool. Der Kinoschnitt bleibt natürlich Mist. Der ist nicht grundlos gefloppt.

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DrStrange : : Moviejones-Fan
09.11.2025 17:56 Uhr
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@luhp92 & @DesertHunter24

Mal abgesehen davon das "Das Nibelungenlied" jetzt eher weniger historische Referenz, denn mehr im Reich der Sagen und Legenden verwurzelt ist, basiert sowohl der Film, als auch nun die Langfassung in Form der Serie, doch auf den Roman "Hagen von Tronje" des deutschen Fantasyautors Wolfgang Hohlbein.

Daher halte ich hier "historische Umsetzung" oder "Historienfilm" auch nicht für die passende Bezeichnung.

"Troja" ist ein famoser Film und toll inszeniert. Historisch gesehen aber ziemlicher Bullshit. Anscheinend kann man von Hollywood nicht beides haben.

Von "King Arthur" fand ich eigentlich die Guy Ritchie Version (2017) spannender, weil sie was komplett anderes versuchte. Die 2004 hatte einen guten Ansatz, war dann doch recht "holprig" gespielt... um es noch vorsichtig auszudrücken.

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MJ-Pat
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Kayin : : Hollywoodstar
09.11.2025 16:08 Uhr
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Ich als Ur-Wormser bin da zwar schon interessiert aber wir haben hier in Worms auch ständig damit zu tun (In der Schule, Nibelungen-Festspiele jedes Jahr). Ob da etwas neues dazu kommt, mag ich zu bezweifeln. Aber ich lasse mich überraschen

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
09.11.2025 14:09 Uhr
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Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 12.358 | Reviews: 48 | Hüte: 833

Hoffentlich kommt die Serie wie damals Sissi um die Weihnachtsferien dann auch im Free-TV, da könnte ich es aufnehmen. Obwohl ich stark an diesem Stoff interessiert bin, hab ich keine Lust einen weiteren Streaming-Anbieter zu zahlen.

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DesertHunter24 : : Moviejones-Fan
09.11.2025 12:30 Uhr | Editiert am 09.11.2025 - 12:33 Uhr
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@luhp92

"Da konnte man die Nibelungen-Sage finde ich sehr gut als ernsthaften und hochwertigen Historienfilm umsetzen."

Wenn Legenden und Mythen historisiert dargestellt werden, ist die Umsetzung immer spannend. Ich fand z.B. "King Arthur" (2004) sogar relativ gut in der längeren Fassung. Und "Troja" wird auch unnötig viel runtergemacht. Der Directors Cut ist meiner Meinung nach sehr gut. Trotzdem würdest du bei einer echten historischen Umsetzung des Nibelungenlieds erstmal Augen machen. Kein Siegfried, keine isländische Königin... ^^

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luhp92 : : BOTman Begins
07.11.2025 18:50 Uhr | Editiert am 07.11.2025 - 18:51 Uhr
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@DesertHunter24

Ja, ich meinte den Film "Hagen", der 2024 im Kino lief. Da konnte man die Nibelungen-Sage finde ich sehr gut als ernsthaften und hochwertigen Historienfilm umsetzen.

"Die Nibelungen" wird jetzt die Langfassung des Kinofilms als Miniserie.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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DesertHunter24 : : Moviejones-Fan
07.11.2025 16:52 Uhr
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@Raven13

"Du meinst damit aber nicht "Hagen" aus 2024, oder?"

Ach, den habe ich ganz vergessen, weil auch nicht gesehen. Ich meinte natürlich den Trailer zu diesem Artikel... ^^

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Raven13 : : Desert Ranger
07.11.2025 15:57 Uhr
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@ DesertHunter24

"Der Neue wirkt, als wolle er auf Krampf cool und brutal wirken. Ich weiß ja nicht..."

Du meinst damit aber nicht "Hagen" aus 2024, oder? Das Wort "cool" wäre das letzte, was mir zu dem Film einfallen würde. Der Film ist doch ziemlich geerdet und bodenständig, wirkt niemals abgehoben, dumm oder massiv übertrieben. Auch ich finde "Hagen" wirklich gelungen.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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