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Spider-Man - Brand New Day

Kritik Details Trailer News
Kritik aus der Sicht eines MCU- vs. Spider-Man-Fan

Spider-Man - Brand New Day Kritik

Spider-Man - Brand New Day Kritik
0 Kommentare - 07.08.2026 von Duck-Anch-Amun
In dieser Userkritik verrät euch Duck-Anch-Amun, wie gut "Spider-Man - Brand New Day" ist.
Spider-Man - Brand New Day

Bewertung: 4 / 5

Da haben wir ihn nun: den Sommer-Hit des Jahres. Rekorde fallen, die Kritken und Meinungen fallen mehr als positiv aus und ich, als der Marvel-Fanboy der ich bin, bin überrascht, dass ausgerechnet dieser Film so sehr die Zuschauer, auch Nicht-Marvel-Fans begeistert. War es der bisher laue Blockbuster-Sommer mit einigen Flops, waren es die Trailer, die eine völlig überfrachtete Story andeuteten oder hat sogar mich die Superhelden-Müdigkeit ergriffen? So ganz weiß ich es nicht, aber meine Vorfreude hielt sich tatsächlich in Grenzen. Doch die Sichtung direkt zum Filmstart überzeugte - ich fühlte mich sehr zufrieden. Doch je mehr ich über den Film nachdenke - weshalb ich mir auch Zeit ließ mit meiner Kritik - je mehr denke ich, dass wieder mal mehr drin gewesen wäre. Und so schlagen wie schon beim anderen Sommer-Hit The Odyssee zwei Herzen in meiner Brust!

Gewartet habe ich auch, damit vor allem die meisten Fans und Zuschauer, die sich auch für eine Kritik einen MCU-Nerds interessieren, offen über gewisse Dinge diskutieren können. Deshalb gibt es hier auch massive SPOILER! Hiermit seid ihr gewarnt!

Trailer zu Spider-Man - Brand New Day

Beginnen wir mit dem Aspekt, der mich sehr zwiegespalten zurück ließ, denn am Film war für mich sicherlich nicht alles toll. Gewisse Dinge geben mir auch eine Woche später ein eher negatives Gefühl.
Und zwar ist es die Nutzung des MCU an sich! Früher die Stärke von Marvel, wirkt es mittlerweile immer mehr, als gäbe es keinen Plan mehr. Verständlich, nachdem Corona und Streiks die Produktion und Dreharbeiten der Filme ab Phase 4 beeinflussten, erste Flops entstanden, Majors Kang aus privaten Gründen entlassen wurde, man auf Quantität statt Qualität setzte und alles in Frage stellte. Sony selbst, als Herausgeber des Films, hatte zudem einen sehr ernüchternden Run mit einigen echten Gurken und bewies, dass man ohne Marvel keine Live-Action-Filme im Spiderverse hinbekommt.
Trotzdem hatte Marvel sich gefangen in den letzten Monaten, die Rezepte die Stärken des MCU zu nutzen, waren gegeben. Und dies tut der Film auch wo er kann. Schon lange gab es nicht mehr so viele Cameos in einem Film, die sich trotzdem allesamt irgendwie logisch anfühlen. In einer Geschichte, bei der Peters Körper mutiert ist es logisch einen Experten für Mutation auftreten zu lassen: Bruce Banner. In einer Geschichte in der Peter alleine ist, ist es logisch sich Hilfe zu suchen: Yelena Belova. Und in einer Geschichte, die sich Post Daredevil - Born Again Staffel 2 abspielt und Chaos herrscht, ist es logisch weitere Figuren zu nutzen: Punisher.

Bei all diesen Auftritten hat man sich definitiv Gedanken gemacht und es fühlt sich nicht an wie eine reine Cameo-Show. Etwas, was man dem Vorgänger Spider-Man - No Way Home immer wieder vorwirft. Desto mehr Gedanken ich mir aber mache, desto mehr überrascht mich, dass beide Filme da so unterschiedlich bewertet werden. Klar, die Schurken in No Way Home dienten für uns als Nostalgie. Sie waren aber auch Mittel zum Zweck - die gesamte Story baut darauf auf, dass dieser junger Peter Parker zuerst an sich denkt, Fehler begeht und Konsequenzen zu spüren bekommt. Als diese einsetzen, wird die Origin abgeschlossen - eine Origin-Story die in Homecoming begann und dann endete, damit wir in Brand New Day den wahren Spidey bekommen. Wenn man ehrlich ist, hätte man den Multiversums-Kram durch irgendwas anderes ersetzen können - aber die Emotionalität und die Konsequenzen machen diesen Film halt zu viel mehr, einem Film in dem die Figur Entwicklungen durchmacht. Geholfen haben dabei uns bekannte Figuren - Figuren die uns diese Entwicklung leichter machen.

In BND ist dies ein bisschen anders. So ergibt der Auftritt anderer MCU-Charaktere durchaus Sinn, es werden aber viel mehr Fragen aufgeworfen. Yelena ist als New Avengers-Chef sicherlich eine Figur, zu der der ehemalige Avenger Spidey den Kontakt suchen würde. Dies wirft aber im Nachhinein Fragen auf, wenn Spider-Man in Avengers - Doomsday nicht auftreten wird. Vor allem, wenn Yelena von "small Potatoe-stuff" redet. Klar, damit wird auf Spideys neues Leben als Street-Level Held hingewiesen - trotzdem kann In-Universe eigentlich nicht vergessen werden, dass gerade er z.B. gegen Thanos kämpfte!
Überhaupt ist In-Universe sehr viel passiert, was der Film vergessen hat oder bewusst ignoriert. Früher wäre sowas thematisiert worden, mittlerweile nicht mehr. Wenn man bei Eternals und den Folgefilmen kritisiert, dass Tiamu nicht thematisiert wird, dann muss man dies auch hier. Warum nicht mal in den Flashback-Szenen einen Hinweis auf das, was in Thunderbolts* in NY passierte? Während der 4 Jahre nach NWH war zudem Kingpin der Bürgermeister - in Daredevil - Born Again wird Spider-Man sogar erwähnt! Warum nicht einfach eine Erwähnung, besonders da die aufkommende Kriminalität Thema im Film ist. Die Hand wurde scheinbar in Defenders zerschlagen - nun ist sie wieder da. Ja, es wird angedeutet warum - trotz der tollen Actionsequenzen kommt mir aber vor, als hätten wir da eine tolle Geschichte verpasst. Genauso der Auftritt von Punisher. Punisher - One Last Kill ist mal komplett unnötig zu schauen, zudem würde ich persönlich gerne mehr erfahren was zwischen Spidey und Frank abging. Und dass Matt Damon als Daredevil sowohl die Verbindung zu Kingpin, Punisher und Hand gewesen wäre - Pustekuchen.
Durch den Zusammenschnitt gewisser Szenen sowie den 4 Jahres-Sprung verpassen wir sehr viel von dem, was das MCU früher ausmachte - und es werden Fragen aufgeworfen. Klar wird Spide-Man beliebt, da er die Kriminalität bekämpft. Aber noch in NWH war er verhasst, John Jonah Jameson hatte eine persönliche Vendetta mit ihm. Nun? Einfach zu schnell abgehandelt. Wo auf der einen Seite der Zauber von Dr Strange toll umgesetzt wird, wird er an anderer Stelle umgangen. Wie verdient dieser Spidey überhaupt Geld? Zuvor war da Tony Stark und die Avengers und natürlich Tante May. Nun existiert Peter Parker aber nicht, wie soll er an ein Erbe kommen. Warum zeigt man ihn nicht einmal mit einer Kamera? Stattdessen hat er eine tolle, selbstgebastelte Ausrüstung und eine eigene KI. - eine Riri Williams in Ironheart wurde deshalb noch stark kritisiert und die Serie floppte auch deshalb...
So auch der Auftritt vom Hulk. Während Banners Auftritt Sinn ergibt, ist der Hulk dann faktisch nur da um Fanservice zu betreiben. Ja, er hat einen Sinn in dieser Story - aber dies hätte man auch komplett anders lösen können. Nehmen wir das Positive, immerhin haben wir nun die Chance den Prä-Infinity War-Hulk zurück zubekommen.

Am meisten Kopfzerbrechen macht mir aber Sadie Sinks Charakter, die trotz allen Dementis Jean Grey spielte. Dagegen ist eigentlich nichts einzuwerfen, wenn es nicht gewisse Dinge kippen würde, die das MCU früher ausmachte. Warum muss nun eine X-Men ausgerechnet vor Avengers - Secret Wars noch schnell eingeführt werden? Ich lobte Marvel immer dafür, dass man sich nach dem Kauf von Fox nicht direkt auf ein Reboot stürzte, sondern weiterhin einem Plan folgte. Ich tippe weiterhin auf einen Reset nach 2027 - und dann der Mutant-Saga. Warum man nun eine der wichtigsten Figuren so einführen musste, ist fraglich. Spider-Man hat so tolle Gegenspieler - doch wirklich genutzt wurde keiner. Vulture und Mysterio hatten eigentlich Probleme mit Iron Man. In NWH waren es die Schurken von Maguires und Garfields Spider-Men und andere wurden in Sonys Shared Universe verbraten. Und nun haben wir eine X-Men als Gegenspielerin, dies bevor irgendwelche X-Men überhaupt Bestandteil des MCU sind.

Und wie so oft, wohl auch wegen Disneys Beteiligung, geht man nicht ans Äußere. Peters Mutation hin zur Spinne wird mehrfach zentral thematisiert. Leider sehen wir die Konsequenzen nur angedeutet - tatsächlich ein Punkt, den wir beispielsweise bereits in Spider-Man 2 hatten. Die Zeichentrickserie gab uns Man-Spider, die vollendete Entwicklung wo die Spinnengene Überhand nehmen. BND traut sich diesen Weg nicht, nicht mal in einer Albtraumsequenz. Tatsächlcih wurde es diskutiert laut Tom Holland, wegen der Kinder ließ man es sein. Ich meine wenn man Punisher in so einen Film hineinbekommt, dann auch ein Monster. Leider geht der Film diesen letzten Schritt nicht, welcher nochmals einen tollen Bogen zu NWH hätte ziehen können - ja sogar vielleicht den Jean Grey-Part hätte außen vor lassen können!

Dies alles liest sich wie ein Zerriss an, vieles was das MCU ausmachte ist mittlerweile vergessen oder wird übersprungen - klar, Kevin Feige will ja auch nicht mehr, dass das MCU sich wie Hausaufgaben anfühlt. Ich finde dies schade, gerade weil die Montage und der Zeitsprung locker hätten diese Fragen klären können.
Doch wie schon angedeutet, auch bei The Odyssee hatte ich Erwartungen und Wünsche und trotzdem gefiel mir der Film. So auch hier, Pasta und Pizza, ihr kennts mittlerweile. Denn trotz meines Gemeckers ist vieles positiv, der Spider-Man-Fan in mir ist sogar sehr zufrieden!

Ich wuchs damals mit der Spider-Man-Zeichentrickserie in den 90er auf. Ich liebte das Zusammenspiel dieses Spider-Mans mit der Welt um ihn herum. Etwas, was BND - ignoriert man meine Schönheitsfehler - ebenfalls tut. Ich liebte aber vor allem an Spider-Man, dass auch ich dieser Charakter hätte sein können. Spider-Man ist ein Superheld, mit Alltagsproblemen. Schule, Arbeit, Geld, Liebe - Peter Parker bekommt sein Leben nicht auf die Reihe, während er als Spidey glänzt. Wohl seit der Raimi-Trilogie hat man dies nicht mehr so gut hinbekommen wie in Brand New Day. Dieser Spidey ist die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft mit allen Elementen, die die Figur so beliebt machte. Hatten wir von Homecoming über Far From Home zu No Way Homecoming eine MCU-Spider-Man-Origin-Geschichte, haben wir mit Brand New Day nun die erste echte MCU-Spider-Man-Story.
Wie der Zauber einfach weiterhin eine zentrale Rolle spielt, ist überragend gemacht. Und wie dies sich auf sein Privatleben mit der sozialen Distanz zu allen seinen Lieben, ob Ned, MJ oder der Fakt, dass alle anderen tot sind, auswirkt, sind die Stärken des Films. Aber mehr noch: dieser Spider-Man darf sich endlich wirklich durch New York schwingen, nicht nur die End-Credits beweisen, dass NY nun auch wirklich Teil von Spider-Mans Geschichte ist. Wenn Spider-Man sich von den Dächen stürzt und durch die Gassen schwingt, dann wird bei mir wieder die Kindheit lebendig - 90er mit der Zeichentrickserie, 2000er mit den Raimi-Filmen und selbst in den 2010er mit dem Garfield-Spidey. Dafür liebe ich diese Figur.
Aber mehr noch, der Zauber wirkt sich so auf Peter aus, dass damit auch direkt Spidey beeinflusst wird. Und dies ist einfach klassisches Storytelling betreffend Spider-Man - er ist nun mal Peter und Spider-Man gleichzeitig, eine Trennung ist nicht möglich. Dass er sich dessen dann auch wegen Jean Grey bewusst wird, ist trotz keiner Kritik an einer Mutantin im Film, trotzdem gut geschrieben. Immerhin hat sie ein ähnliches Trauma, ähnliche Kräfte die sich entwickeln und beide Figuren haben eine Düsternis, aber auch Gutes in sich.

Bei aller Ernsthaftigkeit mach Spider-Man aber auch immer der Humor aus und hier zeigt Marvel einfach, dass sie dies weiterhin überragend beherrschen. Mehr noch: Ich hätte z.B. niemals gedacht, dass ich die Kombi Punisher und Spider-Man in meinem Leben so gebraucht habe! Definitiv ist diese Buddy-Konstellation eines der Highlights im Film - gerne mehr davon!

Über die Darsteller muss ich eigentlich nichts sagen, alle liefern gekonnt ab wie schon in den Vorgängerfilmen. Tom Holland wird meiner Meinung nach immer zu Unrecht klein geredet. Zendaya und Co. spielen ihre Rolle wie wir sie kennen. Und Sadie Sink als Neuzugang? Nicht nur Stranger Things werden wissen, dass man von ihr och großartiges erwarten kann. Schlussendlich muss auch die Action erwähnt werden, als Paradebeispiel natürlich der Kampf gegen die Hand. Wow, auch hier sehen wir klassische Spider-Man Moves und auch hiervon gerne mehr.

Fazit
Zwei Herzen schlagen in meiner Brust. Der MCU-Fan sieht die vergebenen Chancen und eine gewisse Planlosigkeit. Der Spider-Man-Fan hingegen ist überzeugt. Diese Planlosigkeit zeigt sich vielleicht beim gesamten Shared Universe, aber nicht auf die Figur an sich, wo alles seit Homecoming Sinn macht. Und wenn man meine Kritikpunkte mal betrachtet, dann sind dies eher Kosmetikfehler und zerstören eigentlich nicht das Erlebte. Mehr noch, ohne das immense MCU-Vorwissen, kann man deutlich befreiter an den Film rangehen. Ich sehe den Film deshalb auf einer Ebene mit den anderen MCU-Spider-Man-Filmen. Alle hatten bisher ihre Stärken, jedoch auch immer gewisse Plotholes und Schönheitsfehler. Spider-Man - Brand New Day bringt uns wie Spider-Man - No Way Home viele Figuren, die es nicht gebraucht hätte. Die Mittel zum Zweck sind. Fanservice - doch sehr guter. Ersetzt man diesen Fanservice (sieht man meine Kritikpunkte, wäre sogar mehr möglich gewesen) durch andere Figuren, hat man trotzdem die gleichen Konsequenzen - best of both Worlds.
Spider-Man - Brand New Day gibt uns wohl den besten SPIDER-MAN-Film innerhalb des MCU, eine Hommage an die Sam Raimi-Filme mit Tobey Maguire als Spider-Man. Gleichzeitig darf man nie vergessen, dass mehr drin gewesen wäre und die Macher sich noch mehr hätten trauen können. Und trotz einiger unrunden MCU-Elemente will man nach Sichtung des Films eigentlich nur eins wissen: wie geht es mit Peter Parker weiter!

Spider-Man - Brand New Day Bewertung
Bewertung des Films
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