Interessantes 2020/21
Auf welchem Platz liegt The Nightingale?

Interessantes 2020/21

Eine Liste von eli4s mit 22 Filmen (Letztes Update: 11.05.20)
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nicht in der Datenbank:

For Sama

Da 5 Bloods
#22
Filmstart: 12.06.2020
Scheinbar ziehen hier nicht alle an einem Strang, sondern an 5 verschiedenen. 5 Gründe, den Film nicht zu sehen:

1. Der Film ist ein Chaos: Mal ernst, mal flapsig. Mal Kriegsdrama, mal Abenteuer/-"Buddy"-Movie, mal (billiger) B-Movie-Actioner. Das mag so gewollt sein, das Hin und Her funktioniert aber überhaupt nicht.

2. Der Plot und Figuren sind platt. Viele Szenen ziehen sich grundlos dahin, Figuren handeln immer wieder dämlich oder sprunghaft oder tauchen aus dem nichts auf.

3. Fremdschämmomente inklusive: ständige pathetische Floskeln, ständiges auf einander Einschwören (5-Minuten Handschlag; "Bloods!"), übertriebenes/deplazierter Einsatz von "Tanz" und Gesang.

4. Wenn der Film politisch agiert, predigt er ziemlich von oben herab und mit dem Vorschlaghammer. Die Geschichtsstunden wirken aufgezwungen und mit wenig Bezug zur Story. Man kann Spike Lee förmlich am Rednerpult stehen sehen. Dabei sind nicht alle Standpunkte klar nachvollziehbar. Subtil ist jedenfalls anders.

5. Die wenigen wirklich spannenden Momente, in denen der Film interessante Punkte anspricht, passieren meist beiläufig und werden vom Rest des Films überschattet.
The Nightingale
#21
Filmstart: k.A.
Da habe ich mich so drauf gefreut, so viel gute Vorzeichen... was für eine herbe Enttäuschung.

Von zwei, drei starken Szenen/Momenten abgesehen, gibt es für Jennifer Kents "The Nightingale", Nachfolger zum großartigen "The Babadook", meinem Eindruck nach keine Gründe für große Lobgesänge. Beginnend als ziemlich straighter Rachefilm um Machtstrukturen, Rassismus und Sexismus, wiederholt er über weite Strecken der Laufzeit denselben "Beat". Das heißt, die selben Handlungselemente, die selben (überraschend platten) Dialoge. Weiß nicht, ob es nur die Synchro war, aber auch das Schauspiel emfand ich teils etwas hölzern, den Schnitt manchmal zu plump und sprunghaft. Teilweise fast wie ein Rohschnitt, fällt die ein oder andere überflüssige Beiläufigkeit auf.

Teilweise gibt es schwer nachvollziehbare Wendungen, in den Figuren dämlich handeln. Die zweite Hälfte des Films ist dennoch interessanter als die erste. Es fühlt sich alles etwas nach B-Film an, für den 90 Minuten völlig ausgereicht hätten.

Zur Gewalt: ja, durchaus für hartgesottene. Aber nicht auf dem Level von "Martyrs", wie ich zuvor mal wo gelesen habe.
Eine weitere Warnung (,die eigentlich keines wirklichen Spoilers bedarf): es wird trotzdem viel gesungen ...

keine lieblichen Klänge der Nachtigall, eher bitteres Krächzen :’(
Sorry We Missed You
#20
Filmstart: 30.01.2020
Deprimierender, wenn gleich auch realistischer Blick auf Ausbeutung, fehlenden Arbeiterschutz, Pflegenotstand etc.; Loach prangert erneut die Lebensbedingungen der Arbeiterklasse an. Nicht ganz so stark wie zuletzt in I, Daniel Blake, (teilweise wirken die immer prekärer werdenden Situation und Dialoge etwas gewollt) aber nicht weniger wichtig. Spaß macht der Film von ein, zwei Momenten abgesehen nicht.
Die Wütenden - Les Misérables
#19
Filmstart: 23.01.2020
Schwierig zu bewerten.

Wenngleich der Film unbestritten inszenatorsische Kraft hat und der Film sicherlich emotional einiges abbildet, was sich da in der Gesellschaft abspielt, hatte ich am Film selbst wenig Spaß und habe an der Glaubwürdigkeit der Figuren gezweifelt.

Hier spricht im Grunde jede Figur wie ein Macho-Ghetto-Gangster. Egal mit oder über wen. Über die volle Laufzeit hinweg wird hier vulgär geflucht, beschimpft, gelästert und beleidigt. Anders gesagt, (fast) jeder hier führt sich durchgehend auf wie ein Asozialer (ob das dann noch authentisch ist?). Mir ist klar, dass der Film versucht, die Perspektivlosigkeit in diesem Konflikt aufzuzeigen und darzustellen, wie sehr alles längst aus dem Ruder gelaufen ist und im Grunde nur noch jeder einschließlich der Polizei um Einfluss und Überleben kämpft und das mit den völlig falschen Mitteln.

Warum man aber 95% der Figuren im Film so darstellt, dass hier für niemanden Sympathie aufkommen kann, fand ich etwas fragwürdig. Tragisch für die Kinder, die natürlich entsprechend aufwachsen. Auch ein sehr einseitiges Bild von Männlichkeit das hier verhandelt wird.
Figuren dann mit einer kurzen Einstellung zu Hause bei Mutter/Familie rehabilitieren oder relativieren zu wollen, erschien mir wenig überzeugend und eher manipulativ.

das Hugo Zitat am Ende hat im Zuge dieser Darstellung für mich gar nicht gepasst
"Es gibt keine schlechten Menschen, wie es auch keine schlechten Pflanzen gibt, es gibt nur schlechte Gärtner."

Also so wie sich viele Figuren in diesem Film verhalten, sind da durchaus schlechte Menschen dabei.

Abgesehen davon hat mich auch der Plot in einigen Szenen nicht ganz überzeugt.
ZB. die hart eingesessenen Cops, die noch anderswo betonen, dass sie schon 10 Jahre dabei sind, versuchen nachher zu erklären, dass einer der zentralen Vorfälle durch zuviel Stress ausgelöst wurde als sie sich mit einer Horde Kinder konfrontiert sehen. Das macht im Hinblick auf die FIguren null Sinn genauso wie die Szene wenig Sinn macht, da man auch einfach schnell ins Auto steigen und wegfahren hätte können..

Über das Ende lässt sich sicher diskutieren. Die Frage, wie man mit der Eskalation der Situation umgeht, beantwortet der Film nicht.

jedenfalls hat mich das dämliche Geschwätz ziemlich genervt. Und jetzt wo ich es so schreibe, würde ich fast noch mit der Tendenz nach unten gehen. Durchaus enttäuscht, bis ... wütend.
1917
#18
Filmstart: 16.01.2020
Meines Erachtens einer der Oscaranwärter, da es ein einfacher Film zu mögen ist.

Der Plot ist sehr simpel, aber sehr effektiv in Szene gesetzt. Der ein oder andere Moment ist wirklich sehr intensiv und "suspensefull". Die Schauspieler sind sehr ordentlich. Aber... der Film bringt wenig Inhalt mit und im Grunde wenig, was man nicht vorher schon mal gesehen hat (auch besser, Saving Private Ryan ist da an vorderster Front zu melden). Die Absurdität und Unnatürlichkeit des Krieges ist das rahmende Thema und das ist auch sehr schön eingefangen. Aber das wird ziemlich schnell klar.

Hinzu kommt und das würde mich sehr interessieren, wie ihr das aufgenommen habt, dass durch den inszenatorischen Ansatz (ich denke, es ist schon kein Geheimnis mehr, aber ich lass es mal so) ich das zeitliche und räumliche Setting eher verwirrend fand. Damit meine ich nicht, dass man in Actionszenen bewusst Verwirrung stiftet. Eher den großen Rahmen, wie alles zu einander in Beziehung steht.
Knives Out - Mord ist Familiensache
#17
Filmstart: 02.01.2020
Der Film ist - dem Genre entsprechend - dialoglastig, während man zusammen mit den Figuren Schritt für Schritt das Mysterium löst.
Die Dialoge sind knackig geschrieben und die Figuren machen wirklich Spaß - super Cast. Allen voran Danial Craig, der richtig aufgeht in der Rolle des Ermittlers.

Die Geschichte ist natürlich konstruiert, aber das ist wiederum in diesem Genre genau der Punkt, die trickreichen Handlungen und Wendungen zu entschlüsseln und woher der Spaß kommt.
Es gab allerdings ein, wie nennt man es auf deutsch... Plot Device... Contrivance... die ich kurzfristig problematisch fand, da davon die ganze Ermittlung abhängt.

... ABER dieses Element ist auch ein Charaktermerkmal, dass am Ende zum zentralen Punkt der Geschichte wird.
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5 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
10.01.2020 17:11 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.011 | Reviews: 145 | Hüte: 463

@eli4s

Als abermalige "Peter Pan"-Adaption hatte mich "Wendy" ursprünglich auch überhaupt nicht interessiert, der Trailer hat mich mit seinen kraftvollen Bildern und der magischen Abenteueratmosphäre dann aber voll aus den Socken gehauen^^

"1917" scheint in meinem ländlichen Stammkino überhaupt nicht zu laufen... Was mich doppelt überrascht, da es dabei um eine größere Filmproduktion und zudem um einen Award-Anwärter handelt.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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eli4s : : Moviejones-Fan
10.01.2020 13:10 Uhr | Editiert am 10.01.2020 - 13:14 Uhr
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Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.320 | Reviews: 31 | Hüte: 86

@Luhp92

hey, grade erst zufällig gesehen. Vielen Dank für die Empfehlungen.

The Lodge werde ich auf jeden Fall mal draufpacken. "Ich seh ich seh" hat mir gut gefallen.

Scott Cooper kann schon was (bis auf Black Mass fand die alle okay bis sehr gut). Vom Trailer her bin ich aber da etwas skeptisch.

Honey Boy könnte wirklich interessant werden, mal ein paar Reviews lesen...

Die Peter Pan Adaption klingt für mich nun nicht wirklich interessant ^.^

Nächste Woche läute ich dann hoffentlich das Kinojahr mit einem Doppelschlag ein. Knives Out und 1917.
So richtig in Vorfreude bin ich trotzdem noch nicht, von Ausnahmen abgesehen (die ersten fünf vielleicht auf der Liste).

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
04.01.2020 22:09 Uhr | Editiert am 04.01.2020 - 22:09 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.011 | Reviews: 145 | Hüte: 463

Wie gewohnt mit die spannendste Liste für das Jahr^^

Hier noch Filme, bei denen ich mir vorstellen könnte, dass sie dich interessieren werden.
Die Links führen zu Trailern.

The Lodge: Horrorfilm von Veronika Franz und Severin Fiala ("Ich Seh Ich Seh")

Antlers: Horrorfilm von Scott Cooper ("Crazy Heart", "Out of the Furnace", "Black Mass", "Hostiles")

The Way Back: Sportdrama über Trauerbewältigung und Alkoholismus von Gavin O´Connor ("Warrior") mit Ben Affleck, der hier quasi sich selbst spielt

Honey Boy: Shia LaBeoufs Drehbuch-Quasiautobiographie mit ihm selbst als sein Vater und Lucas Hedges als Shia LaBeouf

Wendy: "Peter Pan"-Adaption von Benh Zeitlin ("Beasts of the Southern Wild)

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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eli4s : : Moviejones-Fan
04.01.2020 13:30 Uhr | Editiert am 04.01.2020 - 13:42 Uhr
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Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.320 | Reviews: 31 | Hüte: 86

@moviegeek

hey, hammer. Vielen Dank für die Infos. Da sind echt einige dabei, die ich noch nicht auf dem Schirm hatte. Noch ein Charlie Kaufmann? Hammer! Das wäre jetzt der, der da spontan am meisten raussticht. Bis auf den Edgar Wright (von dem ich jetzt nicht der größte Fan bin) sind die alle recht interessant, wobei der Fincher jetzt vom Thema her auf den ersten Blick nicht so spannend wirkt. Ob die dann alle auch kommen, muss man sehen. Ich glaube nicht dran, dass der PT Anderson Film schon dieses Jahr fertig wird. Der Wong Kar Wai zB. scheint ja auch noch in den Kinderschuhen zu stecken..

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MovieGeek : : Moviejones-Fan
03.01.2020 22:06 Uhr
0
Dabei seit: 13.07.19 | Posts: 24 | Reviews: 1 | Hüte: 6

Gute Liste! Diese folgende Filme könnten eventuell auch für 2020 interessant sein:

"Mank" von David Fincher

"Last Night in Soho" von Edgar Wright

"The Frech Dispatch" von Wes Anderson

"Die Wütenden - Les Misérables" von Ladj Ly (schon gesehen, sehr starker Film)

"Blossoms" von Wong Kar-wa

"Prisoners of the Ghostland" von Sion Sono

"Im Thinking of Ending Things" von Charlie Kaufman

"Intrige" von Roman Polanski (schon im Venedig Film Festival gesehen, war sehr gut)

"The Trial of the Chicago 7" von Aaron Sorkin

Und der neue Paul Thomas Anderson Film

zumindest bin ich mal gespannt für diese folgende Filme, während ich allerdings schon zwei von denen gesehen habe.

“Just because you are a character doesn’t mean you have character” -Mr Wolf, Pulp Fiction

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