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MJ-Spieletipp

Der MJ-Spieletipp: Endlich zurück im Minental!

Der MJ-Spieletipp: Endlich zurück im Minental!
0 Kommentare - Sa, 06.06.2026 von Moviejones
Wir präsentieren euch den MJ-Spieletipp und da darf diese Woche das "Gothic 1 Remake" und manch andere Perle auf keinen Fall fehlen.
Der MJ-Spieletipp: Endlich zurück im Minental!

Gothic 1 Remake (PC, XBOX, PS)

Es gibt Spiele, die einfach nur gut sind. Und dann gibt es Gothic. Das Original aus dem Jahr 2001 hat eine Fangemeinde hinterlassen, die bis heute so leidenschaftlich über das Spiel diskutiert wie kaum eine andere Community. Warum? Weil Gothic etwas gemacht hat, was damals wie heute selten ist: Es hat euch nicht an die Hand genommen. Ihr werdet ohne Erklärung über eine magische Barriere in eine Minenkolonie geworfen, seid der Letzte in der Hackordnung und müsst euch euren Platz in einer Welt erkämpfen, die keinerlei Interesse daran hat, es euch leicht zu machen. Und auch wenn die Reihe erst kurze Zeit später mit Gothic 2 Geschichte schrieb und die Piranha Bytes-Formel des kantigen RPGs festigte, so wurde 2001 der Grundstein gelegt.

Was Gothic von anderen RPGs unterschied, war seine lebendige Welt. Jeder NPC hat einen Namen, eine Meinung und eine Tagesroutine. Wer mit wem spricht, wer wen hasst, wer wem etwas schuldet – all das existiert unabhängig davon, ob ihr dabei seid oder nicht. Die drei Lager – Altes Lager, Neues Lager, Sumpflager – hatten echte Hierarchien, echte Konflikte und echte Konsequenzen. Welchem ihr euch anschließt, veränderte nicht nur die Story, sondern die gesamte soziale Dynamik der Kolonie. Das fühlte sich 2001 revolutionär an und ist auch 2026 noch immer keine Selbstverständlichkeit und im Remake fühlt es sich somit immer noch besonders an.

Alkimia Interactive, zu der auch Teile der Originalentwickler gehören, hat das Kunststück vollbracht, genau diese Seele im Gothic 1 Remake zu bewahren und sie gleichzeitig technisch ins Jahr 2026 zu hieven. Unreal Engine 5, über 600 einzigartige NPC-Gesichter, vollständig neu gestaltetes Licht und eine Welt, die dynamisch auf eure Entscheidungen reagiert – das alles ohne den rauen Charme des Originals zu opfern. Natürlich kann das Spiel am Ende nicht ganz mit den Triple AAA Grafikschwergewichten mithalten, doch spielerisch und visuell wurde das Original extrem ansprechend in die Gegenwart geholt, hat sich ein wenig von seiner Sperrigkeit bewahrt und ist dennoch um Welten zugänglicher.

Vor allem das damals wie heute eher sperrige Kampfsystem und umständliche Inventar fühlen sich im Gothic 1 Remake so viel besser an. Das modernisierte Kampfsystem baut immer noch auf Können statt auf Knöpfchendrücken: Ihr lernt kämpfen, anstatt es von Beginn an zu beherrschen. Anfangs verliert ihr fast jeden Kampf. Später fühlt sich jeder Sieg verdient an. Genau das hat Gothic immer ausgemacht und genau das ist geblieben. Ebenfalls wird Fans des Originals gefallen, dass viele der alten Synchronsprecher beibehalten wurden, auch wenn dies leider bei verstorbenen Sprechern und denen die aufgehört haben, nicht möglich war. Xardas, unser Held und weitere erklingen aber noch fast so wie vor 25 Jahren.

Das Gothic 1 Remake ist genau das Spiel, was sich viele Fans gewünscht haben und es ist frisch genug, dass es auch Spieler ansprechen könnte, die sich bisher nicht an diese Reihe herangetraut haben. Vor allem im Westen hat die Reihe bedauerlicherweise nie die Verkaufszahlen gehabt, die es verdient gehabt hätte und wenn der Erfolg groß genug ist, erwartet uns in 3-4 Jahren vielleicht sogar ein Remake des zweiten Teils und das wäre natürlich richtig genial. Also worauf wartest du noch? Über 50 Stunden Spielzeit wollen von dir bezwungen werden im Minental!

F1 2025 - 2026 Season Pack (PC, XBOX, PS)

EA und Codemasters machen es 2026 anders als gewohnt: Statt eines komplett neuen Titels gibt es das 2026 Season Pack als DLC für F1 25 – ein bewusster strategischer Reset, bevor 2027 ein von Grund auf neues Spiel erscheint. Klingt erstmal nach einer Sparmaßnahme und für eine Firma wie EA, die dafür bekannt ist jedes Jahr mit minimalen Veränderungen zum Vollpreis zu greifen, ist das schon echt ein Dienst am Kunden.

Dank fairer Preispolitik fühlt sich das 2026 Season Pack erstaunlich vollständig an. Was ihr bekommt: die komplette 2026er Saison mit allen neuen Teams – darunter Audi und das amerikanische Debütant Cadillac mit Bottas und Pérez und aktualisierte Fahrerlineups quer durch das Feld. Dazu die MADRING in Madrid, die erste neue Strecke seit 2023, ein 5,4 Kilometer langer Hybrid aus Straßenkurs und eigens gebauten Abschnitten mit 22 Kurven. Und dann sind da noch die neuen Autos: kleiner, leichter, mit aktivem Aerosystem und neuem Overtake-Modus.

Das fühlt sich im Cockpit spürbar anders an. Die KI nutzt engere Lücken, macht mehr Fehler und kämpft aggressiver – das lästige DRS-Zug-Problem der letzten Jahre ist merklich entschärft. Einen echten Wermutstropfen gibt es aber: Career-Saves aus der 2025er-Saison lassen sich nicht übertragen, ihr startet neu. Und viele Modi – Co-op Career, Ranked, F1 World – unterstützen das DLC gar nicht. Wer hauptsächlich online spielt, bekommt also deutlich weniger ab. Für uns perfekt, da wir vor allem Solo unterwegs sind und einfach nur im Sim Rig um die Kurven heizen wollen und gerade wer ein Direct Drive daheim hat mit Formel 1 Lenkrad, wird hier richtig Spaß haben.

7th Guest Remake (PC, PS, XBOX)

Wir schreiben den Anfang der 90er Jahre! Disketten dominieren noch die Welt der PC-Spiele und langsam kommt ein neues Medium auf den Markt, die CD-ROM. Was fehlt sind aber Killer-Anwendungen, die Spieler zum Wechsel motivieren. Dann ist 1993 und es erscheint nicht eins, sondern gleich drei wegweisende Spieler, die den Siegeszug der CD-ROM besiegeln UND zahlreiche Spieler dazu animieren, viel Geld für neue Technik auszugeben. Myst kennt wohl jeder noch, auch Rebel Assault ist sicher vielen ein Begriff und dann war da noch The 7th Guest. Ein Horror-Puzzlespiel, welches euch als Gast in der Stauff-Villa den Schrecken einjagen wollte. 23 Jahre später erscheint mit dem 7th Guest Remake nun eine Neuauflage und als große Fans des Originals, mussten wir das ausprobieren.

Zwar wurde versucht den Charme und Stil der Villa aus dem Originalspiel zu retten und auch die Puzzles sind teilweise an die aus dem Original angelehnt, mit vielen kleinen und größeren Änderungen, doch der Charme wie im Original will nicht ganz zünden. Das liegt daran, dass The 7th Guest heute zwar angestaubt, damals aber visuell bahnbrechend war. Das 7th Guest Remake ist schon jetzt nicht auf der Höhe der Zeit. Bereits zu Beginn fällt auf, dass sich die Steuerung komisch anfühlt, vor allem wenn man kriechen soll. Dazu kommt, dass das Spiel um Nebenaktivitäten ergänzt wurde und kleinere Gimmicks und Hilfen, die man in der Spielwelt finden kann. Dies kann man machen, lenkt aber durchaus auch vom Fokus ab. Teilweise ist es aber auch nachvollziehbar, sowohl bei der Steuerung und der Inszenierung, da das Spiel auch einen VR-Modus bietet, der kostenlos mitgeliefert wird als eigenes Spiel. Eine nette Geste.

Doch kommen wir noch mal zum Kern des Spiels und das sind die Puzzles in 7th Guest Remake, überall im Haus der Stauff-Villa sind knackige Rätsel versteckt, die es zu lösen gilt und mit denen man in der Story voranschreitet. Wir hätten uns wirklich gewünscht, wenn die Originalpuzzles beibehalten und einfach nur visuell modernisiert worden wären. Wer hier aber keine Nostalgie hat, wird sich daran nicht stören und mit einem bunten Mix an Knobelaufgaben konfrontiert. Was bei uns aber gar nicht zündete, war die Inszenierung der Story. Das Original war durch seine Videos UND seine Sprachausgabe atmosphärisch und düster. Das will im 7th Guest Remake leider gar nicht mehr zünden und warum die Villa auf dem Berg auf einmal im Sumpf ist, ist auch ein Rätsel. Wer gerne knobelt, macht mit der Neuauflage auf keinen Fall etwas verkehrt. Ein dem Original würdiges Remake ist es aber nicht geworden.

Warhammer 40k: Mechanicus II (PC)

Warhammer 40k: Mechanicus aus dem Jahr 2018 war eine kleine Überraschung: dichte Atmosphäre, knackige Rundentaktik, ein grandioses Soundtrack und Lore, die selbst eingefleischte 40K-Fans zum Staunen brachte. Bulwark Studios musste sich für den Nachfolger also einiges einfallen lassen, um damit zu konkurrieren. Das ist ihnen aber nur halb gelungen. Die größte Neuerung von Warhammer 40k: Mechanicus II ist gleichzeitig die beste: Ihr könnt jetzt beide Fraktionen spielen. Die Adeptus Mechanicus auf der einen Seite, die Necrons auf der anderen. Und der Unterschied ist spürbar. Die Maschinenpriester spielen präzise und positionsorientiert, während die Necrons aggressiv nach vorne drängen und die Umgebung dabei buchstäblich zerlegen. Deckung ist übrigens jetzt zerstörbar, was Kämpfe dynamischer macht und Positionierungsfehler deutlicher bestraft.

Dazu gibt es einen überarbeiteten Weltkarte-Modus, neue Skill-Trees für Einheiten und Anführer sowie eine Story, die Lore-Fans mit herrlich überkandidelter Grimdark-Dramatik bedient. Was weniger überzeugt: Das Gameplay wird über die Kampagne hinweg kaum gefordert. Anfangs fühlen sich Missionen knapp und anspruchsvoll an, gegen Ende wischt man selbst die Abschlusskämpfe routiniert weg. Auch die Linearität der Missionsstruktur und gelegentliche Performance-Einbrüche trüben das Bild. Der Soundtrack? Solide, aber weit entfernt von der brutalistischen Wucht des ersten Teils.

Warhammer 40k: Mechanicus II ist kein schlechtes Spiel, kann aber dem Vorgänger nicht das Wasser reichen. Wer mehr vom Original will, bekommt genau das. Wer eine echte Weiterentwicklung erhofft hatte, schaut etwas in die Röhre und wird sich an manchen Designentscheidungen stoßen.

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