Die vorletzte Folge also. Wir stehen kurz vor dem großen Finale. Die Crew ist endlich vollständig vereint und es wird Zeit, die Rätsel rund um Jack und die Bedrohung durch die Formwandler zu lösen. Sparen wir uns also an dieser Stelle ein langes Vorwort und kommen direkt zur Sache.
Review zu "Star Trek - Picard" Staffel 3 Episode 9 - Vox
Troi setzt sich mit Jack zusammen und gemeinsam wollen sie endlich herausfinden, was sich hinter der roten Tür verbirgt. Troi begibt sich dafür in Jacks Geist und öffnet sie. Was sie dort erblickt, ist beinahe zu viel für sie. Sie geht sofort los, um Picard und Beverly zu informieren: Es sind die Borg!
Es stellt sich heraus, dass das einst fehldiagnostizierte Irumodische Syndrom in Picards Gehirn in Wahrheit eine Hinterlassenschaft der Borg ist. Etwas, dass er an Jack weitervererbt hat. Anders als sonst bei den Borg handelt es sich hierbei jedoch nicht um eine technische Hinterlassenschaft, sondern um eine biologische Technologie. Ein genetischer Code, der in Picard zurückgelassen wurde, eine bislang inaktive Borg-Anpassung. Sie sei auch der Grund gewesen, warum Picard auch Jahre nach seiner Befreiung aus dem Kollektiv die Borg noch in seinem Kopf hören konnte (Star Trek 8 - Der erste Kontakt). Und dies ist der Grund, warum die Formwandler Picards Körper gestohlen haben, um an genau diesen genetischen Borg-Code zu gelangen und ihn irgendwie als Waffe zu verwenden.
Jack wiederum ist noch etwas anderes. Wie Geordi erklärt, sei er eine Art Transmitter, der Anweisungen übermitteln kann. So konnte er andere Körper kontrollieren. Ein Rätsel ist es jedoch zunächst noch, wie die anderen seine Signale empfangen konnten, da sie nie assimiliert worden.
Jack ist über all das natürlich gar nicht glücklich. Er flieht von der Titan und will sich auf zur Borg-Königin machen, um dort Antworten zu finden und sie zu töten.
Picard wiederum lässt Shaw Kurs auf die Erde setzten, um die gesamte Flotte vor einem Angriff der Borg zu warnen. Im Erdorbit haben derweil die Feierlichkeiten zum Tag der Grenze begonnen und wir sind dabei, wie die Enterprise-F das Raumdock verlässt, kommandiert von Admiral Shelby! Fans werden sie noch aus der legendären TNG-Doppelfolge "In den Händen der Borg"/"Angriffsziel Erde" (The Best of Both Worlds) kennen.
Wir hatten in dieser Staffel bereits massig TNG sowie Verweise auf DS9, Voyager und natürlich auf die Originalserie. Eine Serie fehlte bislang noch: Star Trek - Enterprise. Wir haben die Enterprise NX-01 zwar bei den Feierlichkeiten nicht entdeckt, jedoch erfahren wir, dass der Tag der Grenze auf die Abenteuer von Captain Archer und seiner Crew zurückgeht. Man feiert den Aufbruch der NX-01 als erstes Warp 5-Raumschiff der Menschheit vor 250 Jahren. Eine Reise, welche die Sternenflotte zu dem machen sollte, was sie heute (2401) ist. Eine wirklich schöne Hommage!
Währenddessen schafft es Jack, die Borg aufzuspüren. Er begibt sich auf ihr Schiff und findet letztendlich auch die Königin, die ihn bereits willkommen heißt. Wir sehen sie zwar nicht direkt, aber im Original wird sie gesprochen von Alice Krige, die sie schon in Star Trek 8 - Der erste Kontakt verkörperte. Jack ist nicht imstande sie zu töten und wird von den Borg ins Kollektiv aufgenommen.
Geordi und Data haben derweil durch die Daten, die man vom Würger hat, herausgefunden, was mit Picards genetischem Borg-Code gemacht wurde: Er wurde in die Transporter Systemarchitektur aller Schiffe der Sternenflotte implementiert. Die Borg haben dafür die Formwandler benutzt, um die Schiffe der Flotte zu unterwandern. Dadurch gelangte der Code in jeden Offizier, der den Transporter benutzt hat. Das gesamte Flottenpersonal wurde auf diese Weise unwissentlich assimiliert. Der Borg-Code kann sich bei Menschen aber nur bis zu einem gewissen Entwicklungspunkt ausbreiten, sodass alle Menschen über 25 Jahren von der Assimilierung nicht betroffen sind, die jüngeren jedoch schon.
Die Titan erreicht die Erde und Picard wendet sich an die gesamte Flotte, um sie vor den Borg zu warnen. Doch bevor er ausreden kann, wird das Signal unterbrochen und ein anderes starkes Signal erreicht sie, welches Seven als ein Borg-Signal identifizieren kann. Die Borg nutzen Jack, um ihren Plan auszuführen.
Auf der Brücke der Titan werden die jüngeren Offiziere assimiliert und in Borg-Drohnen verwandelt. Shelby meldet sich von der Enterprise-F und berichtet, dass auch mit ihrer Crew etwas passiert. Wir können gerade noch sehen, wie sie von ihren eigenen Offizieren getötet wird. Panische Meldungen von der ganzen Flotte treffen ein. Die Borg sind überall und greifen die nicht-assimilierten auf allen Schiffen an.
Was noch hinzu kommt: Die Schiffe der gesamten Flotte sind untereinander vernetzt, wie wir bereits aus vorherigen Folgen wissen. Dies sollte am Tag der Grenze als große neue Errungenschaft vorgestellt werden. Jetzt jedoch hilft dies den Borg nur noch mehr, die Kontrolle über die gesamte Flotte zu erlangen, jedes einzelne Schiff steht jetzt unter deren Kontrolle.
Picard und die anderen fliehen von der Brücke, doch es scheint keinen Ausweg zu geben, die Borg sind bereits auf jedem Deck. Es wird klar, dass sie nur eine Chance haben: Sie müssen die Titan verlassen. Auf dem Wartungsdeck finden sie ein Shuttle, mit dem sie das Schiff verlassen können. Jedoch treffen sie auch dort auf die Borg. Es kommt zu einem Feuergefecht, bei dem Shaw schwer getroffen wird. Picard kann mit seiner Crew zwar ins Shuttle gelangen, Seven bleibt jedoch bei Shaw zurück und Raffi will wiederum Seven nicht alleine lassen. In seinen letzten Momenten übergibt Shaw das Kommando über die Titan an Seven, da es ohnehin längst ihr Schiff sei und er nennt sie auch bei ihrem richtigen Namen: Seven of Nine.
Picard schafft es mit seiner Crew in dem Shuttle zu entkommen. Doch wohin? Geordi hat da eine Idee und setzt Kurs auf das Flottenmuseum. Immerhin benötigen sie jetzt ein neues Schiff und zudem ein älteres, welches noch Analog funktioniert, offline von den anderen Schiffen und nicht mit der ganzen Flotte verbunden ist. Und Geordi hat dafür genau das richtige Schiff, wenngleich dies eine Überraschung für später sein sollte.
Geordi fliegt das Shuttle in Hangar 12, wo, als die Lichter angehene, der Crew und uns ein äußerst vertrauter Anblick erwartet, der bei sehr vielen Fans mit Sicherheit Gänsehaut verursacht hat: Die U.S.S. Enterprise 1701-D!
Die in Star Trek 7 - Treffen der Generationen abgestürzte Untertassensektion wurde auf Veridian III geborgen und von Geordi in den letzten 20 Jahren Stück für Stück restauriert. Die hinzugefügte Antriebssektion stammt von einem anderen Schiff der Galaxy-Klasse.
Doch warum nicht auf die fortschrittlichere Enterprise-E zurückgreifen? Dies angesprochen wenden sich plötzliche alle Blicke zu Worf rüber, der nur erwidert, dies sei nicht seine Schuld gewesen. Ob wir je herausfinden, was damals passiert ist?
Die Crew geht an Bord und wenn einem der Anblick der D von außen schon Gänsehaut bereitet, dann nochmal umso mehr als die Crew die vertraute Brücke betrifft, die tatsächlich genauso aussieht wie früher. Alle nehmen ihre Plätze ein und sie setzten Kurs auf die Erde, um ein letztes Mal die Galaxis zu retten.
Fazit Episode 9
Da weiß man gar nicht, was man groß dazu schreiben soll. War dies die beste Episode von Star Trek - Picard bisher? Mit Sicherheit! War dies eine der besten Episoden in der Geschichte von Star Trek überhaupt? Nun, wir wollen mal nicht direkt unseren Emotionen die Oberhand überlassen. Aber sie war schon verdammt gut. Dies war genau das, worauf Fans seit der Ankündigung der Serie gewartet und gehofft haben.
Erneut müssen wir aber unsere Kritik darüber äußern, dass diese Staffel die ersten vier Episoden in diesen langweiligen Nebel vergeudet hat. Vielleicht war die Zeit nötig, um die Titan und ihre Crew kennenzulernen. Aber die letzten Folgen waren so gut und zeigen auf, was für ein großes Potenzial in dieser Serie steckt. Ein Potenzial, was sie jetzt gerade endlich ausschöpft. Man wünscht sich eigentlich, dass die gesamte TNG-Crew schon früher vollständig versammelt gewesen wäre.
Und nun sind es erneut die Borg, gegen die man kämpfen muss. Heißt dies jetzt, dass die Formwandler im Grunde nur benutzt wurden? Spielt es noch eine Rolle, dass man sie inzwischen aufspüren kann oder hat sich die ganze Sache mit ihnen jetzt erledigt?
Klar ist jetzt auch, dass Vadic von keinem Formwandler Befehle entgegennahm, sondern, dass dies schlicht eine Übertragung der Borg an sie war.
Ein paar Fragen stellen sich aber dann doch. Zum einen, wie oft die Borg eigentlich noch vollständig besiegt werden müssen, ehe sie wirklich besiegt sind? Und was ist mit den Borg aus Staffel 2? Hatte Jurati das Kollektiv nicht verändert? Wollten die nicht sogar Teil der Föderation werden? Dies scheint irgendwie keine Rolle mehr zu spielen. Sollte es sich bei dem Jurati-Kollektiv nur um eine vom Borg-Kollektiv getrennte Gruppe handeln, hätte man sie ja dennoch als Verstärkung dazu holen können.
Eine schöne Überraschung war es, Shelby wieder zu sehen, zudem als Kommandant der Enterprise-F. Schade, dass sie relativ schnell getötet wurde. Aber auch dies zieht sich ja durch die gesamte Serie. Schon in Staffel 1 brachte man mit Icheb eine beliebte Figur zurück, nur um sie direkt zu töten. Das Gleiche mit Hugh. Und in der aktuellen Staffel feierte neben Shelby auch bereits RoLaren ein Comeback, nur um ebenfalls direkt zu sterben. Wenn wir so darüber nachdenken, überrascht es uns, dass wir in Staffel 2 nicht größere Angst um Guinan hatten.
Müssen wir noch etwas zum großen Comeback der Enterprise-D sagen? Also wer da keine Gänsehaut hatte... Wahnsinn! Auch schön zu sehen, dass es doch beleuchtete Räume in dieser Staffel gibt. Ob wir in der kommenden Episode auch noch andere Räume der D sehen oder es bei der Brücke bleibt?
Die Frage ist natürlich, wie der Plan jetzt aussieht. Mit der alten D gegen die gesamte Sternenflotte anzutreten dürfte wenig erfolgreich werden. Und was ist mit Jack? Kann er das Kollektiv vielleicht von innen heraus bekämpfen? Erwartet uns vielleicht noch überraschender Besuch? Janeway ist ja immer noch verschwunden. Und was wird aus Tuvok? Auch da sind noch Fragen offen.
Diese Folge hat uns emotional so richtig gepackt. Wir wollen gar nicht mehr groß spekulieren oder analysieren, sondern uns einfach auf ein hoffentlich tolles Finale kommende Woche freuen. Der große Abschied der nächsten Generation. Es scheint, als dass es diesmal ein absolut würdiger werden wird. Machen sie es so!
