Mit dem neuen Trailer und dem gestarteten Vorverkauf rückt der Kinostart von Supergirl immer näher. Am 25. Juni soll Milly Alcock als Kara Zor-El die Leinwände erobern und das DC Universe nach Superman weiter ausbauen.
Der Termin ist allerdings aus einem weiteren Grund interessant: Supergirl startet mitten während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.
Welche Auswirkungen wird die größte Fußball-WM aller Zeiten eigentlich auf das Box Office haben?
Die Ausgangslage ist ungewöhnlich. Noch nie wurde eine Weltmeisterschaft mit 48 Teams und 104 Spielen ausgetragen. Und noch nie musste Hollywood während der wichtigsten Kinozeit des Jahres mit einem so bedeutendem Fußball-Ereignis konkurrieren, das direkt vor der eigenen Haustür stattfindet (die WM 1994 war damals kleiner und Fußball wesentlich unbedeutender).
Auf den ersten Blick klingt das nach schlechten Nachrichten für die Filmbranche. Schließlich können Zuschauer ihre Freizeit nur einmal verbringen. Wer am Abend vor dem Fernseher sitzt oder sich in einer Fan-Zone ein WM-Spiel anschaut, kauft in diesem Moment keine Kinokarte.
Historisch wurden große Sportereignisse daher oft als Belastung für das Kino betrachtet. Besonders in klassischen Fußballnationen wie Deutschland lässt sich regelmäßig beobachten, dass wichtige Spiele viele Menschen vom Kinobesuch abhalten.
Doch die WM 2026 könnte anders funktionieren.
Denn diesmal reisen die Fans nicht in ein anderes Land, sie reisen in die USA. Millionen internationale Besucher werden während des Turniers erwartet. Sie übernachten in Hotels, besuchen Einkaufszentren, Freizeitparks und Unterhaltungseinrichtungen. Zwischen den Spielen entstehen freie Tage, viele Besucher reisen quer durch das Land, andere bleiben mehrere Tage in den Austragungsorten. Können auch die Kinos von diesem Zustrom profitieren?
Interessant ist dabei vor allem ein Blick auf den Startkalender der Studios. Denn wenn Hollywood tatsächlich große Angst vor der WM hätte, müsste man eigentlich erwarten, dass die wichtigsten Filme des Sommers dem Turnier aus dem Weg gehen.
Allerdings sehen wir das Gegenteil. Bereits am 19. Juni startet mit Toy Story 5 einer der größten Familienfilme des Jahres. Eine Woche später folgt Supergirl. Anfang Juli schickt Universal mit Minions & Monsters den nächsten potenziellen Publikumsmagneten ins Rennen, ehe Disney am 10. Juli mit Vaiana nachlegt.
Disney, Warner Bros. und Universal verhalten sich also nicht so, als würde die WM das Sommergeschäft in den USA zerstören. Anscheinend hält man die Auswirkungen für beherrschbar oder sogar darauf setzt, von der zusätzlichen Aufmerksamkeit und den Millionen Besuchern zu profitieren.
Und Supergirl?
Warner Bros. hätte den Film problemlos einige Wochen früher oder später starten lassen können. Stattdessen erscheint der neue DC-Blockbuster am 26. Juni mitten in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft. Ausgerechnet in einer Woche, in der die WM praktisch täglich für Schlagzeilen sorgt. Damit wird der Film fast automatisch zu einem kleinen Testlauf für die gesamte Branche.
Sollte Supergirl stark eröffnen, dürfte das viele Befürchtungen zerstreuen. Bleibt der Film dagegen hinter den Erwartungen zurück, wird die Diskussion über den Einfluss der WM auf das Box Office schnell an Fahrt aufnehmen.
Fest steht schon jetzt: Der Sommer 2026 wird für Box-Office-Beobachter mindestens genauso spannend wie für Fußballfans. Denn zum ersten Mal lässt sich beobachten, wie sich eine Fußball-Weltmeisterschaft dieser Größenordnung auf dem wichtigsten Kinomarkt der Welt auswirkt.
Was denkt ihr? werden wir ein ganz normales Box-Office erleben?
