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Black Panther - Wakanda Forever

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Black Panther: Wakanda Forever Kritik

Black Panther - Wakanda Forever Kritik

Black Panther - Wakanda Forever Kritik
0 Kommentare - 23.06.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Black Panther - Wakanda Forever" ist.
Black Panther - Wakanda Forever

Bewertung: 3.5 / 5

Nach dem Tod von König TChalla ist Wakanda in großer Trauer und steht vor einer existentiellen Krise. Immer mehr Staaten versuchen an das seltene Metall Vibranium zu kommen. Unterdessen trauert die Königsfamilie um Königin Ramonda (Angela Bassett) und Shuri (Letitia Wright) um den König. Derweil gerät die MIT-Studentin Riri Williams (Dominique Thorne) in das Visier des Königreichs Talocan und dessen König Namor (Tenoch Huerta).

An einem Rattenschwanz hängen Ewigkeitswerke, deren Ursprung oder Anfang so schwer zu ergründen ist und wenn man ihn dann mal ergründet hat, dann ist er es vielleicht gar nicht wert, sich damit befasst zu haben. Als Black Panther (2018) vor einigen Jahren in die Kinos kam, da sprach ein nicht unwesentlicher Teil der Kinowelt von einem revolutionären Film, einem Werk, welches man so noch nie gesehen hatte. Beziehe man das auf den primär dunkelhäutigen Cast, so hat man unrecht. Schließlich gibt es eine ganze Epoche an Kinofilmen, die nur aus der Perspektive von Schwarzen inszeniert wurden und auch diese Lebenswelt ganz klar darstellten. Das sogenannte Blaxploitation Kino, sorgte auch für einen großen Einfluss auf die Welt des Kinos, zumindest im amerikanischen Raum. Wenn man weiter in den Mainstream abtaucht, findet man hingegen schon relativ wichtige Größen im Schauspiel, die auch ihre Filme trugen und nach wie vor tragen. Denzel Washington, Samuel L. Jackson und Morgan Freeman gehörten und gehören zu den wichtigsten, besten und einflussreichsten Schauspielern in Hollywood. Nähme man aber mal die Kulturdebatte außen vor, dann wäre die Aussage auch falsch, weil die Geschichte, die Black Panther seiner Zeit erzählte, auf ganz alten und ganz klassischen Dramen beruht. Hamlet im fiktiven Afrika. Das inspirierte Der König der Löwen (1994) und viele weitere Probleme. Dummerweise inspirierte es auch ein wenig zu sehr diese Fortsetzung unter dem Namen Black Panther: Wakanda Forever.

Trailer zu Black Panther - Wakanda Forever

Die große Prämisse ist tatsächlich relativ weitläufig. Der König ist tot. Die Menschheit möchte an das unvorstellbare Vibranium und eine andere, verborgene Welt trachtet nach der Herrschaft über Wakanda und dann schließlich über die gesamte Welt. Ja, dieser Film erzählt eigentlich eins zu eins nochmal das, was sein Vorgänger erzählte, nur halt in etwas ausgedehnt. Nachdem der großartige Chadwick Boseman bedauerlicherweise viel zu früh an einer grauenhaften Krankheit starb, entschied man sich bei Marvel dazu, etwas zu tun, was eher unüblich für Hollywood ist. Man besetzte TChalla nicht neu. Eine Entscheidung, die man durchaus kritisieren kann. Schließlich verschwimmen hier Kunst und Künstler vielleicht zu sehr, vielleicht macht man zu viel daraus. Und schließlich heißt ein altes Kredo im Showgeschäft immer noch „The Show must go on.“ Das zu werten kann schnell pietätlos erscheinen und man will es eigentlich auch nicht so richtig. Wenn man allerdings darüber nachdenkt, dann wäre es vielleicht besser gewesen, einfach einen neuen Darsteller zu suchen, schließlich ist die Figur des TChalla vielleicht auch viel wichtiger, als es sein Schauspieler war. Das klingt sehr hart, doch den Einfluss, den das eventuell nehmen kann, der ist nicht wegzusprechen. Mit all diesen Themen, mit der drohenden Gefahr, mit der Trauer, die die Filmfiguren ebenso verspüren, sucht man sich hier einen neuen Fokus und wählt dafür die von Letitia Wright verkörpere Shuri als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Sie ist nun der Fokus von allem und auch da tut sich dann ein neues Problem auf. Waren die Chemie zwischen ihr und Boseman und ihre allgemeine Charakteristik noch welche der Highlights im Vorgänger, merkt man hier vor allem, daß Wright nicht gerade darin talentiert ist, echte Gefühle zu transportieren. Alles, was sich in ihrem Gesicht abspielt, die Trauer, die Wut und die Angst, sind leider sehr laienhaft. Nichts davon kauft man Wright ab, weil es alles sehr hölzern wirkt.

Ebenso funktioniert die Trauer um Boseman hier nur bedingt. Es ist nicht so, daß der Film den Tod ausschlachten würde. Gott sei Dank. Doch es gibt gerade zum Ende heraus einige Reminiszenzen, um die Figur des TChalla, die dort eingestreut werden und leider so gar keinen Einfluss auf den Zuschauer nehmen. Man hatte diese Art der Würdigung schon erwartet und lässt den Zuschauer an der Stelle komplett kalt. Dennoch gelingt Black Panther: Wakanda Forever irgendwie auch ein kleines Kunststück. Denn dadurch, daß der Film eben in seinem Entstehungsprozess eine komplett neue Richtung einschlagen musste und den Fokus auf Wakanda und sein Volk richtet, gelingt es ihm erstaunlicherweise doch noch komplett nachvollziehbar zu sein und diese Figuren zumindest für den Zuschauer als wichtiger Bestandteil der Emotionen begreifbar zu machen. Die Konflikte, zwischen Mutter und Tochter. Der Fokus auf die Dora Milaje und auch das Miteinbringen der meisten neuen Figuren gelingt. Es fühlt sich hier sehr groß an. Ein Namor ist zwar genau das, was man von ihm erwartet hatte, doch Tenoch Huerta verkörpert seine Figur mit so viel Präsenz und Charisma, daß man ihn als ambivalenten Schurken durchaus ins Herz schließt. Etwas peinlicher hingegen sind die Effekte, die teils für unscharfe und unfertige Bilder sorgen, die den Zuschauer viele Mühen kosten.

Natürlich könnte man jetzt auch hier mit demselben Maßstab herangehen und in Black Panther: Wakanda Forever dieselben Dinge kritisieren und loben, die man bereits im Vorgänger kritisiert hatte. Doch das wäre ja auch nicht so sinnig. Es fällt dabei vor allem auf, daß dieser Film mit so ganz logischen Maßstäben kaum zu greifen ist. Über allem thront eben die Trauer und somit wird das Werk über weite Strecken eine reine Emotion. Diese wird nur noch mehr durch den grandiosen Score von Ludwig Görranson untermalt. So lassen sich in all den Momenten und eingefangenen Bildern durch die Kamera auch leicht Vergleiche zu Eternals (2021) ziehen. Doch irgendwie gelingt es Ryan Coogler hier viel besser, die Masse an Charakteren in den Fokus zu stellen. Ungute Erinnerungen an die Realität hingegen stellt der Film – eben auch wie sein Vorgänger – durch das Material des Vibrianiums. Nun sollte man niemals ein allzu großer Fan von irgendwelchen Monarchien sein und es ist schon richtig, daß eine Waffe dieser Art durchaus mal mindestens mit der Weltgemeinschaft ins Gespräch gebracht werden muss. Erstaunlich kritisch agiert dieser Film dann vor allem, wenn es um amerikanische Außenpolitik geht. Das war ja auch schon ein Thema im ersten Teil. Doch wird das hier weiter ausgebaut und kommt der Etablierung im ersten Teil tatsächlich zugute.

Für die Macher von Black Panther: Wakanda Forever muss man an der Stelle das Höchste aller Lobe aussprechen. Einen Film in dieser Situation zu erstellen, der auch in sich stimmig ist, einen guten Abschluß vor etwas findet, daß scheint eigentlich unmöglich. Etwas inspirationslos ist er dennoch, weil er nun mal am Ende des Tages ziemlich genau das erzählt, was man schon kannte und dabei auch irgendwie langatmig daherkommt. Doch hier herrschen eben vor allem Bilder und Gefühle, die zumeist von den Schauspielern auch gut eingefangen werden. Die Ruhe tut dem Werk ebenso ganz gut und das Erkunden neuer Welten macht dabei eine große Freude.

Black Panther - Wakanda Forever Bewertung
Bewertung des Films
710

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