40 Tage in der Wüste

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40 Tage in der Wüste Kritik

40 Tage in der Wüste Kritik
0 Kommentare - 02.04.2017 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
40 Tage in der Wüste

Bewertung: 3.5 / 5

Jesus geht für 40 Tage in die Wüste Sinaii. Dort will er fasten und beten - und ist auf der Suche nach Erkenntnis und Erleuchtung. Er begegnet einer Familie und wird für eine kurze Zeit ein Teil ihres Lebens und auch ihrer Konflikte.

Die Episode von Jesus' 40-tägiger Wanderung durch die Wüste nimmt in der Bibel nur 13 Verse ein. Der Regisseur und Drehbuchautor Rodrigo Garcia hat sich dieser Geschichte angenommen und sie in 40 Tage in der Wüste in große beeindruckende Bilder verwandelt.

Trailer zu 40 Tage in der Wüste

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Die Weite der Wüste, die Einsamkeit und Kargheit, aber auch der Raum für eigene Gedanken und Visionen - das alles vermittelt sich in den wohl komponierten Landschaftsaufnahmen von Emmanuel Lubezki und einem atmosphärisch dichten Score. Die Begegnung mit dem Vater, der Mutter und dem Sohn entwickelt sich für Jesus zu einer Art Prüfung. Mit dem Vater, den Ciarán Hinds stoisch entschlossen spielt, redet Jesus über Verantwortung für die Familie, die kranke Mutter begleitet er in der Ergebenheit gegenüber ihrem Schicksal, und den jungen trotzigen Sohn berät er auf der Suche nach seinem eigenen Weg in die Welt hinaus. So werden alle Figuren zu einer Spiegelung seiner eigenen Geschichte und sind der Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit der Versuchung durch den Teufel, der ihm in seiner Gestalt begegnet und ihn immer wieder reizt.

Ewan McGregor leistet darstellerisch Phänomenales: In seinem Gesicht spiegeln sich Verzweiflung, Wut, Traurigkeit und der Kampf mit dem inneren Dämon. Doch dann auch wieder Güte und Verständnis. McGregor braucht dafür nicht viele Gesten, keine übertriebene Mimik. Doch es sind die kleinen Verschiebungen des Blickes, der Haltung, der Sprache, die die Stimmung einer Szene verschieben können. Garcia und McGregor gelingt es auf diese Weise, Jesus sowohl ikonografisch als auch menschlich darzustellen.

Die Dialoge sind reduziert und regen den Zuschauer, auch durch die moderne Anpassung der Sprache, zur Auseinandersetzung mit ganz aktuellen Fragen und Problemen an. 40 Tage in der Wüste ist eine kluge, mit Symbolen spielende filmische Reflexion über Glaube, Familie und die ewige Auseinandersetzung mit sich selbst.

Prädikat: wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

40 Tage in der Wüste Bewertung
Bewertung des Films
710
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